Mittagspause in Maris Büro: Gespräch zwischen Mari und ihrer Freundin Maria

Mari:
Kaffeetasse1Wie schön, dass du mich in der Mittagspause besuchst, Maria. Magst du auch einen Kaffee?

Maria:
Gern! Na, ich wollt doch mal hören, wie es dir geht. Was machen deine Erlebnisse mit Joel? Immer noch alles im grünen Bereich?

Mari:
Hm ja! Stell dir vor, er hat mich mit einer Wochenendreise überrascht. Ich bin immer wieder froh, dass ich mich damals trotz aller Unsicherheitsgefühle darauf eingelassen habe, mit ihm meine Fantasien real werden zu lassen.
Und wie geht´s dir? Was machen denn deine bewegten Träume, wo du dich immer so in ausgelieferten Situationen wiederfindest? Hat sich das beruhigt? Kannst Du inzwischen besser schlafen?

Maria :
Nee, nicht wirklich, ich wache immer wieder mit den seltsamen Bildern im Kopf auf.

Mari:
Vielleicht solltest du sehen, ob du jemanden findest, mit dem du das verwirklichen kannst!

Maria:
Du weißt doch, dass ich mir das überhaupt nicht vorstellen kann bei meiner Geschichte und meinen vielen Schamgrenzen, den Angstgefühlen und Barrieren, die ich habe.  Ich hab dir ja von meinen Schwierigkeiten mit dem Ausziehen erzählt… Ich hab schon so lange keine intime Beziehung gehabt… Weißt du mit meiner Unsicherheit und den vielen Peinlichkeitsgefühle… So brauche ich erst gar nicht anzufangen. 

Mari:
Ich versteh dich ja, aber schau, bei mir war es ja ähnlich bis ich auf Joel traf. Es gibt eben auch nette Männer, die damit umgehen können…

Maria:
Ja, nett und freundlich sollte er schon sein… hm…  aber ich bräuchte, damit es überhaupt gehen könnte,    einen Mann, der im erotischen Bereich irgendwie die Führung übernimmt, jedoch nicht hart und heftig, sondern auf eine sanft Weise.

Mari:
Klar! Ich versteh dich total!

Maria:
Na und über meine Fantasien und den Reiz, der bei mir entsteht, wenn ich mir vorstelle, hilflos zu sein, nichts kontrollieren zu  können, nicht zu wissen was kommt… kann ich sowieso mit keinem sprechen, außer mit dir. Das ist einfach ein Tabu-Thema.

Mari:
Aber vielleicht wäre es doch gut und du könntest besser schlafen, wenn du es mal versuchen würdest, es wenigstens zu einem kleinen Teil real auszuleben. Klar – einen Mann mit der passenden Balance zu finden, ist nicht ganz leicht… Aber du weißt ja, nichts ist unmöglich, wenn es sein soll… Und mein Gefühl ist, das verdichtet sich bei dir.

Maria:
Ich könnte mir nicht vorstellen, mit einem Mann darüber überhaupt zu reden… Das wär mir so was von peinlich!
Und selbst wenn mir das gelingen würde… wenn jemand an diesem Thema interessiert ist, dann ginge das bestimmt wesentlich härter zur Sache, und das passt für mich gar nicht.

Mari:
Manchmal passieren die seltsamsten Sachen….
Hast du denn überhaupt Lust darauf, Berührungen und körperliche Nähe zu spüren?

Maria:
Ja, die hab ich!  Hab schon Sehnsucht danach, mal ganz fest und lange umarmt zu werden, auch gestreichelt und so…
Und da gibt´s auch diese Seite, die irgendwie so einen Kribbel erleben möchte… was Unvorhergesehenes, wo ein Gegenüber ist, das mir was zu sagen hat.

Mari:Liebevolle_Führung
Ich glaube, du sehnst dich nach Führung und nach Hingabe… danach, deine Verantwortung immer mal für ne Zeitlang abzugeben, und hast gleichzeitig Angst davor.

Maria:
Ja, stimmt genau! Und dieses Hin und Her in mir macht mich manchmal richtig kirre. Ob ich jemals den Mut dazu aufbringen würde, das auszuprobieren… Ich weiß nicht! Und trotzdem reizt es mich…
So, jetzt muss ich aber los. Die nächste Klientin wartet auf mich, und deine Mittagspause ist auch gleich vorbei. Hab noch einen schönen Tag!

Beide Frauen ahnten nichts davon, dass die Lautsprecherfunktion der Telefonanlage versehentlich nach einem Meeting noch angeschaltet war und Maris Chef, Frank, im Nebenzimmer das Gespräch unbeabsichtigt mit angehört hatte. Da er die Frauen nicht in eine peinliche Situation bringen wollte, konnte er den Raum nicht verlassen, um es auszuschalten, weil die beiden sonst durch die geöffnete Tür ihre eigenen Stimmen im Büro des Chefs durch die Lautsprecheranlage gehört hätten.
Frank schmunzelte… Mögli
cherweise hatte das Leben durch diesen Zufall eine Tür für sie beide geöffnet, die es möglich machen konnte, ihn und Maris Freundin Maria miteinander das erleben zu lassen, was beide sich schon länger wünschten, ohne eine Idee zu haben, wie sie zur Verwirklichung ihrer Bedürfnisse das passende Gegenüber hätten finden können.
Nun musste er nur noch heraus finden, wie er diese Maria unauffällig kennenlernen konnte, die nicht ahnend, dass er alles mitgehört hatte, und was das in ihm bewegt hatte, gerade noch im Vorzimmer bei seiner Sekretärin Mari saß.
Schließlich wollte er nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen…

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6 Kommentare zu „102. Ein Gespräch zwischen Freundinnen über Träume und Hindernisse (Mari + Maria)

    1. Ja, liebe Elke,
      es ist schön , wenn es in Freundschaften möglich ist, so GANZ VERTRAUEN-s-voll und offen miteinander zu reden.
      Dass der „Zufall“ es so wollte, dass das Gespräch unter den zwei Freundinnen von allen Beteiligten unbeabsichtigt von einem Dritten mitgehört wurde, eröffnet nun eine weitere Chance, dass neue Wege entstehen, auf denen Vertrauen entwickelt werden kann.
      Mal sehen, wie Frank mit diesen für ihn ja überraschenden sehr persönlichen Informationen umgehen wird,,, Möge das Leben uns immer wieder Ereignisse und Erlebnisse schenken, in denen wir uns trauen zu VerTRAUEN und dieses Vertrauen zu guten Erfahrungen führt.
      Alles Gute
      Miriam

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      1. Da hast du vollkommen recht, liebe Miriam… auch ich kenne solch eine ganz wundervolle, zutiefst vertraute Freundschaft. Welch göttliches Geschenk für das ich zutiefst dankbar bin!
        Ich durfte hier eher schmunzeln bei dem zauberhaften „Zufall“ des liebevollen Mithörers… 😊… TRAUEN wir uns also GANZ voll-er VERTRAUEN uns führen zu lassen…
        Sei gegrüßt, liebe Miriam und hab DANK für deine ganz wundervolle Gabe, deine Geschichten in so liebevoller und herzoffener Weisheit zu schreiben… 🙏
        Alles LIEBE,
        Elke

        Gefällt 1 Person

        1. O ja liebe Elke,
          TRAUEN wir uns also GANZ voll-er VERTRAUEN uns führen zu lassen…
          Mit meinen Geschichten vermittle ich mir beim Schreiben und späterem nochmaligen Lesen selbst eine jeweils neue Stärkung meines Vertrauens ins Leben, als ob ich die jeweiligen Erfahrungen in meinen Geschichtenfiguren mit erleben würde, was ja in gewisser Weise auch stimmt, denn in der inneren Welt wird ja alles als real erlebt. Das Unterbewusstsein kann ja nicht unterscheiden zwischen vorgestellter und „echter“ Wirklichkeit. Tief innen ist alles WIRKlich was irgendwie WIRKT.

          Auch das Gespräch darüber, so wie jetzt mit dir, gibt mir sehr viel.
          Freut mich, dass die in diesem Kapitel beschriebene Situation dich schmunzeln ließ.

          Ich weiß ja auch oft nicht, wie es genau weiter geht oder hab nur so eine vage Vorstellung, es nimmt meist erst beim Schreiben konkrete Form an, so dass ich oft selbst neugierig bin, wie es weiter geht.
          Und manchmal hab ich auch Sorge, dass mir irgendwann plötzlich nichts mehr ein-fällt…
          Aber auch das wäre ja okay, sag ich mir dann 😉
          Danke für dein heute schmunzelndes Dabei-SEIN
          sagt dir mit lieben Grüßen
          Miriam

          Gefällt 1 Person

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