108. Aufgeregte Fragen (Frank + Maria)

Chat zwischen Frank und Maria kurz vor dem ersten Treffen

Hallo Maria! Ich wollte mich ja nochmal melden bevor wir uns treffen. Freue mich auf morgen! Wie geht’s dir?

FragezeichenGrüß dich Frank. Ich bin schon ziemlich aufgeregt wegen morgen. Würde dich auch gerne noch was fragen.

Geht dir nicht alleine so. Ich bin auch aufgeregt. Was möchtest du fragen? Immer raus damit!

Ich hatte ja in der letzten Woche viel Zeit zum Nachdenken. Dass ich das mit dem Thema Dominanz und meinen Fantasien angesprochen habe… ich weiß nicht, ob das richtig war. Ich hab starke Zweifel, ob ich das überhaupt umsetzen kann, ob ich deine Erwartungen auch nur in Ansätzen entsprechen kann… Ich hab ein bisschen was darüber gelesen, und da ist mir ziemlich mulmig geworden.  

Maria, ich versteh dich! Jetzt wo es konkret vor der Tür steht, dass wir uns dafür zum ersten Mal treffen, kommen tausend Gedanken. Ich versichere dir: Ich habe keine bestimmten Erwartungen, und Angst musst du vor gar nichts haben. Erst mal loten wir nur Möglichkeiten aus. Nichts muss geschehen, und vor allem: Wir machen nichts, was für dich nicht geht oder sich ungut anfühlt – und erst recht nicht in der ersten Zeit, wo wir uns ja erst kennen lernen. Wir werden nach und nach zusammen entdecken, was unser beider Interesse weckt.  
Erstmal geht es ja in Richtung Berührungen, dass wir unsere Körper kennen lernen und das Berühren des anderen als Wohlgefühl genießen. Es soll uns beiden gut gehen damit.

Hm… okay… Auch dabei könnte es sein, dass ich schon an Grenzen stoße, obwohl ich auch den Wunsch und die Sehnsucht nach Berührung habe.

Dein Wunsch nach Berührung ist doch schon mal eine gute Basis!

Könnte ich denn sagen, wenn irgendetwas für mich nicht geht? Oder passt das nicht zu dem Rahmen von Dominanz und Hingabe, in dem wir uns ja begegnen wollen?

Ja natürlich kannst du mir mitteilen, wenn was für dich nicht stimmig ist, Maria. Das sollst du auch unbedingt tun! Dadurch, dass wir mehr voneinander erfahren, können wir uns ja nur besser kennen lernen.

Gut, dann ist das schon mal für morgen ein bisschen leichter.
Und wenn die Kennenlernphase vorbei ist… nur dass ich weiß, worauf ich mich einlasse – gibt es denn weiterhin die Möglichkeit, dir mitzuteilen, wenn irgendetwas gar nicht geht für mich?

Immer gibt es die. Wir werden immer reden, und ich möchte, dass du mir offen sagst, wie es dir mit allem geht.

Okay, das fühlt sich gut an! Wann kommst du denn morgen?

Das wird morgen so gegen 15 Uhr sein. Geht das für dich?

Ja, in Ordnung. Jetzt fühlt sich der Gedanke an unser Treffen morgen leichter an.

Das ist schön. Ich freue mich drauf.

Ich jetzt auch.

Na dann bis morgen, Maria. Hab ein schönen Tag – und versuch mal, nicht mehr so viel drüber nachzudenken. Wir tasten uns da ganz in Ruhe ran!

Danke, Frank! Ich wünsch dir auch einen schönen Tag! Bis morgen dann…

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107. Beim Führen geführt sein (Frank + Maria)

Frank meldet sich mit einer Chat-Nachricht zurück

In den Tagen und Wochen, nachdem Maria (Maris Freundin) Frank kennengelernt hatte und beide besprochen hatten, sich privat näher kennenlernen zu wollen,  wanderten ihre Gedanken oft zu ihm.  Er war der erste Mann in ihrem Leben, dem sie erzählt hatte von ihrer Faszination am Thema „Führen und Führen lassen“ und von ihrem Wunsch, zu spüren wie es ist, die Verantwortung für begrenzte Zeit mal abzugeben.
Er war anschließend gleich einige Wochen beruflich verreist, und es gab keinen Kontakt zwischen ihnen.

Je mehr Zeit verging, umso unsicherer fühlte sie sich, ob es richtig gewesen war, ihm, den sie ja kaum kannte, davon etwas mitzuteilen. Es hatte sich einfach so ergeben und sie hatten angedacht, sich in privatem Rahmen zu treffen, um eventuell davon etwas zu erleben…
Wie sollte das gehen, wo sie mit so vielen inneren Grenzen, Ängsten und Schamgefühlen zu kämpfen hatte?
Was hatte dieser Mann an sich, dass sie sich ihm so spontan anvertraut hatte?
Je länger er weg war, umso öfter  und stärker stellte sie in Frage, ob er sich überhaupt wieder bei ihr melden würde.

Und dann – ganz plötzlich und schließlich doch unerwartet, obwohl sie täglich darauf gewartet hatte – ploppte eine Nachricht von ihm auf:

Hi, Maria, hier ist Frank. Wollt mich zurück melden. War ja ne lange Zeit. Wie geht es dir ?

Oh, Hallo Frank, schön von dir zu lesen. Mir geht’s soweit gut, danke der Nachfrage. Ehrlich gesagt, ich war mir inzwischen schon gar nicht mehr sicher, ob und wie unser Kontakt weiter geht. Hmm… möchtest du denn überhaupt noch, dass wir uns treffen?

Ja sicher doch! So schnell wie möglich…

Ich bin auch gespannt, hab gar nicht so rechte Vorstellungen, wie das gehen könnte.

Brauchst du auch nicht! Mach dir keinen Kopf!
Wir haben ja schon etwas darüber geschrieben. Hoffe, dass wir Schritt für Schritt einiges von unseren Fantasien umsetzen. Bissel Erfahrung hab ich ja.

Magst du mir ein bisschen davon erzählen? Ich habe überhaupt keine Erfahrung damit. Und dass ich überhaupt mit einem Mann zusammen war, ist auch schon lange her…

Ja gerne. Diese Dominanz auszuleben ist schon seit einiger Zeit wieder mein Wunsch, was aber nichts mit Respektlosigkeit oder gar Gewalt zu tun hat, im Gegenteil, es geht mir darum, dein Vertrauen zu gewinnen.

Da bin ich schon mal froh, das zu lesen. Weißt du, ich bin da nicht so schnell und so offen, wie ich gerne wäre, trage einige Ängste und Unsicherheiten in mir.

Mach dir keine Gedanken, damit werden wir in aller Ruhe umgehen.
Weißt du, ich gestalte und führe gern, und bin mir dabei gewahr, dass ich im Führen selbst geführt werde von einer inneren Instanz, der ich schon lange vertraue und der ich mich wiederum hingebe. Deshalb könnte ich vorher nie sagen, wie eine Session ablaufen wird, weil ich die Impulse aus dem Inneren immer erst im gemeinsamen Zusammenspiel empfangen werde.

Diese Führung aus dem Inneren kenne ich auch, Frank. Allerdings… in Situationen, in denen ich mich unsicher fühle, nehme ich diese Impulse nicht so leicht wahr.  

Wie fühlt sich diese Instanz in deinem Inneren, aus der heraus du dich manchmal geführt fühlst, an, Maria?

Immer irgendwie gütig, weise, klar und liebevoll – oft mit Ansätzen, auf die ich vorher nicht gekommen wäre. Aber sie kann manchmal in aller Liebe auch ziemlich fordernd sein.

Kannst du mich lächeln fühlen? Genau so fühlt meine innere Quelle sich nämlich auch an – das hast du wunderbar beschrieben! Und diese Art von Führung, die durchaus auch manchmal fordernd sein kann, aber immer mit Liebe geschieht, werde ich verbal und körperlich zum Ausdruck bringen in meiner Art der Dominanz. Gerade bekomme ich übrigens einen Impuls: Ich glaub beim nächsten Treffen sollten wir beginnen, unsere Körper gegenseitig kennen zu lernen.

Da klopft schon mein Herz, bin ziemlich aufgeregt.Herz_orange

Aufgeregt bin ich auch. Das gehört eben dazu.

Schön, dass es mir nicht alleine nur so geht.

Aufregung macht uns doch herrlich lebendig! 
Ich könnte Dienstag Nachmittag – wie sieht es da bei dir so aus?

Ja, Dienstag Nachmittag habe ich auch Zeit… Weiß aber noch nicht, wie weit ich da gehen kann und will.
Ich hab noch ne Frage zu deiner Art von „Dominanz“…

Ja, immer raus damit!

Was bedeutet das für mich? Erwartest du von mir, dass ich immer tue und mit mir machen lasse, was du willst?

Nein! Das ist ein Geben und Nehmen. Und eben auch ein Führen und Führen lassen. Es ist alles offen. Es gibt kein absolutes Muss.

Das beruhigt mich etwas.

Denk nicht so viel drüber nach, Maria. Aber ich weiß auch, das ist leichter gesagt als getan.  
So, ich muss wieder was tun. Freue mich riesig auf Dienstag. Wir können ja noch schreiben bis dahin. Und wenn du Fragen hast, einfach raus damit.

Okay, ich melde mich bei dir, wenn Fragen kommen. Bis Dienstag dann. Ich bin wahnsinnig aufgeregt…

Ich freue mich auf dich – mit allen Gefühlen, die auch immer da sind! Hab einen schönen Tag, Maria!

Dankeschön! Du auch, Frank!

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104. Alles gehört dazu (Frank + Maria)

 Chat zwischen Maria und Frank am Folgetag, nachdem sie ein spontanes  Gespräch über ihre persönlichen Bedürfnisse geführt hatten und beschlossen hatten, sich weiterhin privat zu treffen 

Hallo Maria, hier ist Frank . Wir waren ja beim Du. Ich wollte mich noch bedanken für deine Offenheit, die du mir gestern geschenkt hast. Das fand ich toll.

Guten Morgen, Frank, schön von dir zu lesen. Ja, hat mich ehrlich gesagt auch ziemlich viel Mut und Überwindung gekostet

Dass manches Mut und Überwindung kostet, kenne ich von mir auch, aber danach ist es meist ein gutes Gefühl, oder?

Manchmal ja, Kommt auf das Thema und die Situation an. Wie ging es dir denn mit dem Gespräch gestern, das wir davor zu deiner Thematik hatten?

Sehr gut! Deine Art der Gesprächsführung und die Fragen, die du mir gestellt hast, haben mir gut getan und durch das Aussprechen meiner Gefühle ist mir manches klarer geworden.

Das freut mich sehr! Es ging mir umgekehrt mit dir so ähnlich, als wir von der therapeutischen Ebene auf die persönliche umgestiegen sind. Deine Art und Weise hat es mir leichter gemacht, über meine ja doch sehr persönlichen Dinge  mit dir zu reden.

Und ich fand es richtig gut, dass du mit mir anschließend noch auf so einer persönlichen Ebene  gesprochen hast und mir dieses Bedürfnis von dir anvertraut hast, was ja zu meinem passen würde.

Du Frank… Das fühlt sich noch so komisch an… Habe ich es richtig verstanden, dass du vorgeschlagen hast, dass wir beide uns beim nächsten Mal dann im privaten Kontext treffen wollen, meintest du das so?

Ja, das würde ich mir wünschen, völlig unabhängig von deiner beruflichen Rolle.

Ich wollte nur noch mal sicher gehen, ob ich das wirklich richtig verstanden habe und das nicht irgendein seltsames Missverständnis war. Weißt du, da gibt’s was in mir, das kann es noch eigentlich gar nicht glauben, dass ich gerade mit einem Mann darüber schreibe und gestern geredet habe, und dass daraus möglicherweise sogar etwas Reales werden könnte…

Lass es einfach erst einmal sacken, und wenn du dann bereit bist und dich mit dem Gedanken anfreunden kannst, es real an zu testen… das wäre der zweite Schritt. Das ist doch eine interessante Tür, die sich jetzt für uns beide geöffnet hat – egal wie weit sie sich öffnen wird und wohin sie auch führen mag…  Ich denke, der Austausch von Gedanken, Zielen, Wünschen und Richtungen ist nun wichtig.
Bist du denn in deine devote Seite schon mal zusammen mit einem anderen Menschen eingetaucht?

Nein, und es fällt mir auch ziemlich schwer, darüber überhaupt zu reden, deshalb gab es bisher dafür auch kein Gegenüber.

Dann ist wahrscheinlich das Schreiben zunächst leichter.

Ja, das kann sein

Ich denke du solltest, wenn du mal Zeit hast, dir in Ruhe überlegen, was dich interessiert. Welche Ideen du hast… reizvolle Vorstellungen und Dinge, die du vielleicht mal probieren möchtest. „Es ist ne Menge möglich, aber es wird keinen Druck geben!“ steht immer im Vordergrund. Erstmal ist der Austausch zwischen uns wichtig, um eine Linie zu entdecken.

Weißt du, so viele konkrete Ideen und Gedanken habe ich darüber nicht. Was mich vor allem an dem Thema fasziniert, ist die Möglichkeit, für ne begrenzte Zeit Verantwortung mal abgeben zu können, und dass ein anderer Mensch eine Art Führung übernimmt. Das verbal und auch körperlich zu spüren, ist irgendwie eine Sehnsucht von mir.

Kann ich nachvollziehen. Ich glaube diese Bereitschaft kann durch Schreiben auch vertieft werden, weil wir ja da auch Gedanken austauschen und spüren, wie wir so miteinander reden könnten. Gibt es Fantasien in dir dazu?

Nur ein paar wenige…

Das ist doch ein Anfang

Fällt mir schwer, darüber zu schreiben. Das fühlt sich alles irgendwie so an, als sollte ich so etwas gar nicht denken und mir vorstellen. Ich trage so viele Scham- und Peinlichkeitsgefühle in mir.

…Auch wertvolle Emotionen. Diese genau zu fühlen… das gehört dazu. Ist doch interessant, das Gefühl im Körper wahrzunehmen, es setzt ein Zeichen, da wo´s lang gehen soll, auch wenn es sich nicht immer leicht anfühlt. Es macht uns aber lebendig.

Manchmal wäre ich diese blockierenden Schamgefühle gern los. Sie stehen im Weg, wenn ich mich ja tatsächlich austauschen möchte.

Nein, nicht dagegen kämpfen, Maria. Alles was du und ich an Emotionen empfinden, gehört dazu.

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Das finde ich wirklich eine ganz tolle Basis, denn so denke ich normalerweise auch. Nur in diesem Bereich fällt es mir bei mir selber schwer. Es tut richtig gut, wenn mir das mal von außen bestätigt wird – so ganz persönlich für mich und meine Gefühle, die ich als nicht so leicht empfinde. Schön, dass du nicht genervt bist.

Nein, überhaupt nicht! Du kannst sicher sein, ich achte all deine Gefühle. Ist doch ein Vertrauensgeschenk, wenn du mir davon erzählst. Bin davon in keinster Weise genervt!
Und: Wir machen nur das, was beiden gut tut. Dafür brauchen wir allerdings offene Kommunikation – immer wieder.

Vielleicht fühlt sich das, was ich an Fantasie in meinem Kopf habe, in der Realität viel schwieriger noch an als im Kopf, und da fühlt es sich schon ziemlich unheimlich an.  Also… ich schreibe mal zwei Stichworte:  Verbundene Augen… Wehrlos sein, vielleicht gefesselt und dabei was Gutes erleben… Das sind immer mal so Bilder die ich im Kopf habe.
Was auch ein großer Wunsch, eine tiefe Sehnsucht in mir ist… ist es, ganz lange und innig festgehalten zu werden, das Gefühl zu haben, wirklich gehalten zu sein…

Du möchtest dadurch Sicherheit spüren und die Erfahrung machen, vertrauen zu können?

Ja, stimmt, mich in einer gefühlten unsicheren Situation so zu fühlen, dass ich spüre, vertrauen zu können
Und wenn ich in so eine ungewisse Situation käme, würde sicher erst einmal Angst hochkommen… und das wahrscheinlich ziemlich heftig!

Ja sicher wäre das ein Vorwagen – und Stolz sollte damit verbunden sein, wenn du dich traust, dich deiner Angst in kleinen Schritten zu stellen. Du kannst schon jetzt nach unserem heutigen Chat stolz auf dich sein, dass du dich getraut hast, dich ein Stück weit zu öffnen, obwohl ich dir ja noch ziemlich fremd bin. Dafür bedanke ich mich! So, jetzt sag ich mal tschüss für den Moment. Muss nun was tun. Fand deine Andeutungen sehr toll und mutig und denke, mit Vertrauen und Ruhe geht viel, was wir beide uns wünschen.

Ja Vertrauen und Ruhe, das fühlt sich gut an…

Das wird kommen.

Da bist du ja sehr zuversichtlich – vielleicht kannst du mir ja von dieser Zuversicht etwas abgeben. Danke für das Gespräch, Frank.

Sehr gerne! Ich danke dir auch, Maria.
Leider bin ich beruflich ab Montag für vier bis sechs Wochen weg und brauche dort meine gesamte Konzentration und Zeit für ein Projekt, das mir am Herzen liegt. Also wundere dich bitte nicht, wenn ich mich erst wieder melde, wenn ich wieder da bin.

Okay, danke für´s Bescheid geben! Alles Gute für diese Reise und dein Projekt!

Danke! Auch dir eine gute Zeit, Maria. Ich freue mich schon jetzt auf unser erstes privates Treffen – auch wenn es leider noch einige Wochen dauern wird!

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103. Wenn nicht jetzt – wann dann? (Frank + Maria)

In Marias Praxis – eine erstaunliche Begegnung  

Welch seltsamer Zufall, dachte Maria, und betrachtete unauffällig den Klienten, der heute zum ersten Mal bei ihr in der Praxis war.
Sie war ziemlich erstaunt, als sie die Tür geöffnet hatte und der Direktor der Firma, in der ihre Freundin Mari arbeitete, vor ihr stand, die sie gerade vor kurzem in der Mittagspause besucht hatte. Sie war schon öfter kurz zu einem kleinen Plausch dort bei ihr gewesen, und kannte daher den freundlichen Chef ihrer Freundin flüchtig.
Er sei aufgrund der Empfehlungen gekommen, die er im Haus schon von mehreren MitarbeiterInnen erhalten habe, erklärte er ihr.
Nach einigen einleitenden Worten  sprach er über seine innere Unruhe, Schlafschwierigkeiten und dann auch ziemlich offen über den von ihm erkannten Hintergrund dessen, nämlich seine Sehnsucht nach einer neuen Partnerschaft und über sein Bedürfnis, darin die dominante Rolle einzunehmen. Dafür eine passende Frau zu finden…  sei schwierig, erklärte er und kam damit zum Punkt dessen, was ihn zur Zeit belastete: seine Sehnsucht und seine Unklarheit, welchen Weg er zur Erfüllung seines Bedürfnisses, finden könnte.
Vorher hatte er von seiner verstorbenen Frau erzählt, mit der er eine wohl sehr erfüllende Beziehung geführt hatte, wo es auch um diese Rollenverteilung ging im Bereich der Erotik. Nach einer längeren Trauerzeit sei das Bedürfnis nach einer Partnerin, mit der er diese Rollenverteilung erneut ausleben könnte, wieder erwacht, und das würde ihn inzwischen mit Sehnsucht und Unruhe erfüllen, woraus nun  inzwischen auch Schlafschwierigkeiten entstanden seien. Es fehle ihm die Möglichkeit, seine Liebe und Wärme in einer für ihn stimmigen Weise zum Ausdruck zu bringen.

Er grenzt sich deutlich ab von der Härte, die ich bisher mit dem Wort Dominanz assoziiert habe, nahm Maria interessiert wahr. Der Gedanke verdichtete sich in ihr, dass dieser Mann eventuell zu ihren eigenen, bisher nie gelebten, Bedürfnissen passen könnte. Aber das konnte sie in ihrer Rolle als Therapeutin natürlich nicht ansprechen.

Das ist etwas rein Privates! mahnte eine Stimme in ihr.
Aber wie oft geschehen schon solche Zufälle… gab eine andere Stimme in ihr zu bedenken.
Haustür-Mut_Möglicherweise hat das Leben mir genau diese Situation geschickt nach meinem Gespräch neulich mit Mari, in dem ich meine Bedürfnisse und Ängste diesbezüglich so deutlich gespürt hatte, überlegte sie weiter.
Ob ich mich trauen sollte, an diese Tür anzuklopfen, die sich da gerade in meinen Weg stellt?
Das kannst du auf keinen Fall tun,
rief wieder die zur Vorsicht mahnende Stimme sie zur Ordnung.
Aber wenn nicht jetzt, in dieser speziellen Situation, in der ich sicher bin hier bei mir… wann dann?
Wann klopft schon jemand ungerufen an die Tür und spricht von dem. was du auch irgendwie willst!!!
flüsterte wieder eine besonders mutige Stimme in ihr. Was soll noch geschehen, als dass ein netter Mann mit diesem Thema direkt in deine Praxis gelaufen kommt?!

Schließlich hörte sie sich am Ende der Sitzung fragen: „Frank, hättest du Lust, anschließend an diese Sitzung unabhängig von meiner Rolle als Therapeutin noch ein wenig zu bleiben und mit mir privat zu reden?“

Ihr Herz klopfte heftig… Wie konnte sie nur so eine grenzüberschreitende Frage stellen!
Du verlässt die professionelle Ebene! mahnte die kritische Stimme in ihr.
In ihr Gedankenkarussell hinein antwortete er gelassen, wenn auch scheinbar ein wenig verwundert: „Ja gerne!“ Und setzte sich abwartend wieder hin.
Maria nahm all ihren Mut zusammen: „Also wir sprachen ja vorhin davon, dass manchmal auch seltsame Zufälle geschehen können, die zu einer inneren Absicht passen, als würde etwas, was einem wichtig ist, fast von allein passieren, als würde es einen das Leben zufallen lassen… „
Frank schaute sie aufmerksam an, nickte bestätigend und hörte weiter zu.
„…So ein Zufall scheint sich gerade  zu ereignen… weil… Ich habe zu dem Thema auch eine Affinität – nur zu der entgegengesetzten Rolle. Allerdings habe ich das bisher noch nicht mit einem Mann auch nur ansatzweise erlebt. Hätte mich auch nicht getraut, diesbezüglich eine Initiative zu ergreifen, jemanden kennen zu lernen.“
Frank nickte bestätigend: „Das kann ich gut verstehen, ist mir ja auch schwer gefallen. Wie schön, dass dich diese Thematik auch reizt und dass du dich getraut hast, die professionelle Ebene zu verlassen und mit mir auf der privaten Ebene jetzt darüber zu reden. Das finde ich mutig von dir. Toll! Dann sollten wir uns vielleicht das nächste Mal privat treffen? Mal ein bisschen darüber reden, was für dich so denkbar wäre und wo deine Bedürfnisse und Sehnsüchte hingehen könnten?“
„Ehrlich gesagt ist das ein Thema, worüber es mir sehr schwer fällt zu reden. Da gibt es sehr viele Schamgefühle in mir… eigentlich überhaupt im Bereich der Erotik. Und auch das ist mir peinlich auszusprechen…“ Ihre Augen wanderten unruhig im Zimmer umher.
„Das muss dir aber nicht peinlich sein“, antwortete Frank ruhig. „Das geht anfangs den meisten Menschen so. Vielleicht würde es dir leichter fallen, wenn wir erst mal ein wenig darüber schreiben würden? Da sieht man den anderen nicht und kann in Ruhe überlegen, wie man was formulieren möchte. Und dann, wenn wir uns über die ersten Dinge etwas verständigt haben, verabreden wir uns zu einem persönlichen Treffen, in dem es darum gehen könnte, es mal leicht an zu testen, wie du dich dabei fühlst… ob es was für dich wäre… zusammen mit mir… und überhaupt mit dem Thema umzugehen…“

Erstaunt und erfreut nahm Maria wahr, wie gelassen, wie akzeptierend, wie einfühlsam und wie kleinschrittig dieser Mann mit dem umging, was ihr gerade so schwer gefallen war auszusprechen. Es war, als würden sich jetzt die Rollen umkehren. Er sprach in einer annehmenden, nicht urteilenden Weise mit ihr, die ihr gut tat, und die ähnlich war, wie die Art, mit der sie sonst mit ihren Klienten sprach. Ein solches Gegenüber könnte ihr in diesem für sie so herausfordernden Thema, in dem sie es mit ihren  eigenen Schatten zu tun hatte, wahrscheinlich gut tun…

„Okay – das könnte ein guter Weg sein. Wir haben ja unsere Kontaktdaten und können das per Chat probieren…“ stimmte sie zu und konnte für den Rest des Tages nicht fassen, welchen Schritt sie getan hatte, und was dadurch möglicherweise an diesem Tag begonnen haben könnte…

Frank lächelte noch, als er schon lange wieder die Praxis verlassen hatte… Das Leben hatte ihn zu Maria geführt – ausgelöst durch das Gespräch zwischen ihr und ihrer Freundin, das er vor ein paar Tagen ungewollt mit angehört hatte.
Er war heute von ihr als freundliche, erfahrene Therapeutin begrüßt worden, die das Gespräch mit ihm auf empathische, gut strukturierte Weise geführt hatte. Und als leicht verlegene, etwas unsichere Frau, die sich mutig vorgewagt hatte, indem sie ihre sichere professionelle Ebene verlassen hatte, mit der er das Gespräch auf seine Weise ebenso einfühlsam fortgesetzt hatte, verließ er sie.
Welche Schritte würde das Leben wohl mit ihnen beiden vorhaben?

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102. Ein Gespräch zwischen Freundinnen über Träume und Hindernisse (Mari + Maria)

Mittagspause in Maris Büro: Gespräch zwischen Mari und ihrer Freundin Maria

Mari:
Kaffeetasse1Wie schön, dass du mich in der Mittagspause besuchst, Maria. Magst du auch einen Kaffee?

Maria:
Gern! Na, ich wollt doch mal hören, wie es dir geht. Was machen deine Erlebnisse mit Joel? Immer noch alles im grünen Bereich?

Mari:
Hm ja! Stell dir vor, er hat mich mit einer Wochenendreise überrascht. Ich bin immer wieder froh, dass ich mich damals trotz aller Unsicherheitsgefühle darauf eingelassen habe, mit ihm meine Fantasien real werden zu lassen.
Und wie geht´s dir? Was machen denn deine bewegten Träume, wo du dich immer so in ausgelieferten Situationen wiederfindest? Hat sich das beruhigt? Kannst Du inzwischen besser schlafen?

Maria :
Nee, nicht wirklich, ich wache immer wieder mit den seltsamen Bildern im Kopf auf.

Mari:
Vielleicht solltest du sehen, ob du jemanden findest, mit dem du das verwirklichen kannst!

Maria:
Du weißt doch, dass ich mir das überhaupt nicht vorstellen kann bei meiner Geschichte und meinen vielen Schamgrenzen, den Angstgefühlen und Barrieren, die ich habe.  Ich hab dir ja von meinen Schwierigkeiten mit dem Ausziehen erzählt… Ich hab schon so lange keine intime Beziehung gehabt… Weißt du mit meiner Unsicherheit und den vielen Peinlichkeitsgefühle… So brauche ich erst gar nicht anzufangen. 

Mari:
Ich versteh dich ja, aber schau, bei mir war es ja ähnlich bis ich auf Joel traf. Es gibt eben auch nette Männer, die damit umgehen können…

Maria:
Ja, nett und freundlich sollte er schon sein… hm…  aber ich bräuchte, damit es überhaupt gehen könnte,    einen Mann, der im erotischen Bereich irgendwie die Führung übernimmt, jedoch nicht hart und heftig, sondern auf eine sanft Weise.

Mari:
Klar! Ich versteh dich total!

Maria:
Na und über meine Fantasien und den Reiz, der bei mir entsteht, wenn ich mir vorstelle, hilflos zu sein, nichts kontrollieren zu  können, nicht zu wissen was kommt… kann ich sowieso mit keinem sprechen, außer mit dir. Das ist einfach ein Tabu-Thema.

Mari:
Aber vielleicht wäre es doch gut und du könntest besser schlafen, wenn du es mal versuchen würdest, es wenigstens zu einem kleinen Teil real auszuleben. Klar – einen Mann mit der passenden Balance zu finden, ist nicht ganz leicht… Aber du weißt ja, nichts ist unmöglich, wenn es sein soll… Und mein Gefühl ist, das verdichtet sich bei dir.

Maria:
Ich könnte mir nicht vorstellen, mit einem Mann darüber überhaupt zu reden… Das wär mir so was von peinlich!
Und selbst wenn mir das gelingen würde… wenn jemand an diesem Thema interessiert ist, dann ginge das bestimmt wesentlich härter zur Sache, und das passt für mich gar nicht.

Mari:
Manchmal passieren die seltsamsten Sachen….
Hast du denn überhaupt Lust darauf, Berührungen und körperliche Nähe zu spüren?

Maria:
Ja, die hab ich!  Hab schon Sehnsucht danach, mal ganz fest und lange umarmt zu werden, auch gestreichelt und so…
Und da gibt´s auch diese Seite, die irgendwie so einen Kribbel erleben möchte… was Unvorhergesehenes, wo ein Gegenüber ist, das mir was zu sagen hat.

Mari:Liebevolle_Führung
Ich glaube, du sehnst dich nach Führung und nach Hingabe… danach, deine Verantwortung immer mal für ne Zeitlang abzugeben, und hast gleichzeitig Angst davor.

Maria:
Ja, stimmt genau! Und dieses Hin und Her in mir macht mich manchmal richtig kirre. Ob ich jemals den Mut dazu aufbringen würde, das auszuprobieren… Ich weiß nicht! Und trotzdem reizt es mich…
So, jetzt muss ich aber los. Die nächste Klientin wartet auf mich, und deine Mittagspause ist auch gleich vorbei. Hab noch einen schönen Tag!

Beide Frauen ahnten nichts davon, dass die Lautsprecherfunktion der Telefonanlage versehentlich nach einem Meeting noch angeschaltet war und Maris Chef, Frank, im Nebenzimmer das Gespräch unbeabsichtigt mit angehört hatte. Da er die Frauen nicht in eine peinliche Situation bringen wollte, konnte er den Raum nicht verlassen, um es auszuschalten, weil die beiden sonst durch die geöffnete Tür ihre eigenen Stimmen im Büro des Chefs durch die Lautsprecheranlage gehört hätten.
Frank schmunzelte… Mögli
cherweise hatte das Leben durch diesen Zufall eine Tür für sie beide geöffnet, die es möglich machen konnte, ihn und Maris Freundin Maria miteinander das erleben zu lassen, was beide sich schon länger wünschten, ohne eine Idee zu haben, wie sie zur Verwirklichung ihrer Bedürfnisse das passende Gegenüber hätten finden können.
Nun musste er nur noch heraus finden, wie er diese Maria unauffällig kennenlernen konnte, die nicht ahnend, dass er alles mitgehört hatte, und was das in ihm bewegt hatte, gerade noch im Vorzimmer bei seiner Sekretärin Mari saß.
Schließlich wollte er nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen…

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101. Neue Gestalten werden eingeführt (Maria + Frank)

Liebe Gäste im Blog von Maris Meister,
nachdem Mari und Joel inzwischen ein Jahr lang miteinander Erfahrungen gemacht haben innerhalb ihrer gewählten Macht- und Vertrauensspiele, wird es künftig in diesem Blog zwei weitere Personen geben, die miteinander einen ähnlichen Weg von Vertrauenserfahrungen in freundlicher Dominanz beginnen werden…
Da der Blog den Namen trägt „Maris Meister der sanften Dominanz“ soll der Name der Frau, die hier bald auftaucht, sich nur geringfügig ändern. Sie wird Maria heißen (um zum Namen des Blogs weiterhin zu passen) – nicht zu verwechseln mit unserer uns nun schon seit einem Jahr bekannten Mari. Das kleine „a“ am Ende des Namens unterscheidet die beiden: Mari und ihre Freundin Maria.
In der nächsten Zeit wird es dann hauptsächlich um Maria und Frank gehen, wenn auch Mari und Joel ab und zu immer mal auftauchen werden. Aber ich will nicht zu viel verraten…

Gespräch im Gartenrestaurant über Mari´s Chef Frank, der gleichzeitig Joels Freund ist –
und über Mari´s Freundin Maria 

Zwei_Erdbeereisbecher-Mari und Joel hatten beschlossen, ihre bewegende Wochenendreise, in der sie ihr einjähriges Miteinander gefeiert hatten, in dem Gartenrestaurant ausklingen zu lassen, in dem ihr gemeinsamer Weg vor einem Jahr begonnen hatte.
Sie saßen in der angenehmen Sommerabendstimmung an einem der kleinen Tische dort und ließen sich Eis mit frischen Erdbeeren schmecken.
Plötzlich fiel Joel etwas ein:
„Sag mal, Mari, wir haben ja noch nie explizit über deinen Arbeitsplatz geredet. Arbeitest du vielleicht in der Firma Lichtgeist und hast einen Chef, dessen Vorname Frank ist?“
Verwundert nickte Mari.
„…Und hast du eine Freundin, die Maria heißt und dich vor kurzem an deinem Arbeitsplatz besucht hat?“ fragte er weiter.
Erstaunt nickte Mari. „Woher weißt du das alles?“
„Weil ich von meinem Freund Frank vor kurzem Augen zwinkernd gefragt worden bin, ob meine Freundin Mari Heimrath heißen würde. Ich hatte im Zusammenhang mit unserer Fahrt deinen Vornamen ihm gegenüber neulich erwähnt. Und er meinte:  Dann wäre seine Sekretärin Mari und meine Freundin Mari nämlich die gleiche Person. ALs ich ihn fragte, wie er darauf gekommen war, erzählte er mir folgendes: Vor kurzem hatte er, weil der Lautsprecher wohl versehentlich angeschaltet geblieben war, ein Gespräch zwischen seiner Mitarbeiterin Mari und ihrer Freundin Maria, die in der Mittagspause zu Besuch kam, mitgehört, in dem auch mein Name fiel und die Reise am Wochenende erwähnt wurde.
Er konnte den Ton nicht abschalten, weil das ja vom Vorzimmer aus eingeschaltet war. Den Raum verlassen wollte er auch nicht, weil die beiden Frauen dann wahrscheinlich mitbekommen hätten, dass ihre Stimmen in seinem Zimmer deutlich zu hören waren, und in diese peinliche Situation wollte sie nicht bringen. So hatte er vermutet, dass du die Mari bist, von der ich ihm neulich im Zusammenhang mit der Wochenendfahrt erzählt hatte. Er erfuhr in dem Gespräch einiges Privates von den beiden Frauen.  Nun möchte er  jene Maria, die  wohl deine Freundin ist, möglichst gern kennen lernen, will dich aber nicht selbst nach ihren Kontaktdaten fragen, um dich nicht in eine unangenehme Situation zu bringen.“

„Das ist ja abgefahren! Ja, ich habe eine Freundin namens Maria. Sie kam mich letzten Mittwoch in meinem Büro besuchen, und wir hatten tatsächlich ein sehr persönliches Gespräch in der Mittagspause geführt. Dann ist dein Freund Frank und mein Chef Frank also die gleiche Person! Uff! So ein Mist! Das hat er also mitgehört… O jeh… ist das peinlich! Das war für keine Männerohren bestimmt. Was mach ich jetzt?“

„Am besten erst einmal gar nichts! Frank bringt niemanden in eine peinliche Situation, Er wird das für sich behalten. Er machte nur die Andeutung mir gegenüber, dass seine Neigung zu Marias Bedürfnissen eventuell passen würde und er sie gern kennenlernen wollte.“ 

„Schätzt du Frank als vertrauenswürdigen Mann ein, Joel?“

„Ja, unbedingt! Ich kenne ihn schon lange, und weiß, dass er achtsam und warmherzig ist und nach dem Tod seiner Frau sehr getrauert hat, Inzwischen würde er aber schon seit einiger Zeit gern wieder eine Partnerin kennenlernen wollen, die zu ihm passen würde. Weißt du, er hatte damals mit seiner Frau ähnliche Spiele gemacht, wie wir beide sie machen.“

Mari sagte nachdenklich: „Vielleicht ist das ein besonderer, ein hilfreicher Zufall gewesen. Meine Freundin Maria täte es sicher ganz gut, einen Mann zu finden, dem sie vertrauen könnte, der sie ein bisschen liebevoll an die Hand nimmt, wenn es um körperliche Nähe geht. Aber sie ergreift keine Initiative, jemanden kennen zu lernen, weil ihre Angst, an einen falschen zu geraten, verständlicherweise sehr stark ist.“

„Also Frank ist auf jeden Fall ein einfühlsamer Mann und würde behutsam mit ihr umgehen! Du hast ihn als Chef ja auch schon etwas kennengelernt. Wie ist dein Eindruck von ihm?“
Mari nickte. „Ja, er ist fast immer gelassen, geduldig und verständnisvoll – und geht auf alle Mitarbeiter freundlich ein.“
Joel schaute sie nachdenklich an. „Darf ich ihm ihre Kontaktdaten geben? Würdest du sie mir dafür anvertrauen?“

Mari überlegte ein Weilchen, legte schließlich eine Hand auf ihr Herz, schloss die Augen und stellte diese Frage nach innen. Ja, sie hatte ein ruhiges, gutes Gefühl dabei, Vielleicht würde beiden geholfen werden und sie würden füreinander das sein, was sie sich schon länger mehr oder weniger bewusst gewünscht hatten.
„Das Leben hat durch diesen Zufall ein Zeichen gesetzt, denke ich. Ja ich gebe dir Marias Anschrift und Telefonnummer zum Weitergeben an Frank. Sie ist ja Therapeutin und ist sowie im Netz zu finden. Vielleicht könnte er ja mal als Klient in ihre Praxis gehen, um mit ihr unauffällig ins Gespräch zu kommen…  Joel, es ist mir ein bisschen peinlich, dass mein Chef jetzt auch um meine Neigung weiß und eine Ahnung davon hat, was wir beide in unseren Treffen tun.“

„Er wird dich darauf sicher nicht ansprechen, Mari, und dieses Wissen ganz bei sich behalten. Da er ähnlich tickt wie ich, also sich zu dem Thema der sanften Dominanz auch hingezogen fühlt, wird er daran nichts Seltsames finden. Ich glaube, deine Freundin könnte sich mit ihm, falls die Chemie zwischen beiden  stimmt und daraus ein privates Miteinander werden sollte, sicher und in guten Händen fühlen.“

Nachdenklich sagte Mari: „Möglicherweise wird Maria damit ein Mann in den Weg gestellt, den sie selbst zwar nicht gewagt hätte zu suchen, der nun aber durch diesen seltsamen Zufall von allein bei ihr anklopft. Das Leben schreibt manchmal die seltsamsten Geschichten…“

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