113. Mit dem Gedanken ins neue Jahr: Leben ich vertrau DIR

Bei Maria – ein Jahreswechsel mit einem besonderen Brief

Maria und Frank hatten Mari eingeladen, mit ihnen gemeinsam das neue Jahr zu betreten. 
Nachdem sie zu dritt lecker gegessen hatten und nun bei Kerzenschein gemütlich in Marias  Wohnzimmer saßen, sagte Frank lächelnd zu Mari: 
„Ich habe eine Überraschung für dich…“
Erstaunt sah sie ihn an. „Aha…?“
Er zog einen Briefumschlag hervor und sagte dazu: „Bevor ich dir das übergebe, sollst du wissen, dass ich jemanden kenne, der jemand kennt, dem du sehr am Herzen liegt, der dir aber zur Zeit nicht schreiben kann – weder per Handy, noch per Post.

Maris Herz  begann schneller zu schlagen.

Frank nickte ihr zu: „Ja, ich glaube, du vermutest es schon richtig: Dieser Brief hier ist von Joel, und es war ein ganz besonderer Zufall, dass es ihm gelungen ist, ihn dir über den Umweg unseres gemeinsamen Bekannten zukommen zu lassen.“ 
Mit diesen Worten überreichte Frank ihr den kostbaren Brief.
Maria, die neben ihr auf der Couch saß, legte ihren Arm um die Schulter ihrer aufgeregten Freundin. „Möchtest du ihn allein öffnen, dann gehen wir ins Nebenzimmer, oder tut es dir gut, wenn wir hier sind?“
Maria bat darum, einen Moment damit allein sein zu können. Verständnisvoll antwortete Maria ihr: „Wir sind nebenan, ruf einfach oder komm rüber, wenn du soweit bist…“

Aufgeregt öffnete Mari den Brief ihres ihr im letzten Jahr so vertraut gewordenen und seit Monaten abwesenden Freundes Joel, der in gemeinsamen Rollenspielen für sie vor einiger Zeit schon oft die Rolle eines Meisters übernommen hatte und las:

Geliebte Mari,
du hast dich sicher schon mehrmals gefragt, warum ich so plötzlich verschwunden bin und dir nur so kurz „Auf Wiedersehen“ sagen konnte. Ich darf es dir noch immer nicht erklären, es hängt mit meinem Beruf und meiner leitenden Funktion darin zusammen. Mehr darf ich dir nicht mitteilen. Doch schon lange suche ich nach einem Weg, dir zumindest so viel sagen zu können, dass es für mich selbst überraschend kam, wie schnell ich plötzlich gebraucht wurde und abreisen musste.
Wir hatten ja nie darüber gesprochen, was ich beruflich tue, und ich war froh, dass du das Gespräch darüber auch nie gesucht hattest. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass es so wie es dann gekommen war, so plötzlich und ohne dich darauf vorbereiten zu können, nicht hätte sein müssen.

Ein gutes Jahr sind wir gemeinsam einen sehr persönlichen Weg gegangen, der immer vertrauensvoller wurde, wofür ich mich nochmals von ganzem Herzen bei dir bedanken möchte. Ich kenne dich denke ich soweit, dass ich weiß, dass dir dieser plötzliche Abschied nicht nur Abschiedsschmerz, sondern auch einige offene Fragen, die dich wahrscheinlich gequält haben, mit sich gebracht haben, was ich zutiefst bedaure. Glaub mir bitte, ich war darüber auch sehr traurig, doch es ging nicht anders. 
Das wichtigste, was mir am Herzen liegt, dir zu sagen ist dies: Bitte sei dir ganz sicher, dass mir jede Stunde, die wir gemeinsam hatten, jedes Wort und jede Berührung sehr, sehr wertvoll war und ist. Du hast mir so viel von dir geschenkt, so viel Mut, soviel Vertrauen, so viel Offenheit… und das gerade in deiner besonderen Verletzlichkeit. Du bist ein Schatz, den ich immer in meinem Herzen tragen werde. Und es hat absolut und ganz sicher gar nichts mit dir zu tun, dass unser gemeinsamer Weg so abrupt auseinander geführt hat. Mir ist bewusst, dass es gerade nach unserer gemeinsamen Reise für dich so ausgesehen haben muss, als hätte ich das schon vorher so angelegt… Dem war aber nicht so. Das war tatsächlich eine Art „Zufall“, oder sagen wir besser: Es war eben so im kosmischen Zeitplan bestimmt. Und ist es nicht schön, dass das Leben uns kurz vor dem von uns beiden noch nicht gewussten Abschied so wundervolle Erlebnisse geschenkt hat? 
Ich hoffe und wünsche mir sehr, dass es mir mit diesem Brief gelingen möge, in deine Traurigkeit und in die mit meiner Abreise sicher verbundenen schmerzlichen Vermutungen und Fragen wenigstens ein wenig Licht und Linderung hinein zu bringen zu können. 

Wenn ich könnte, würde ich mich verdoppeln, und der eine Teil von mir würde gewissenhaft in meiner aktuellen Funktion beruflich weiter das tun, was hier zu tun ist, während der andere Teil in deiner Nähe weilen würde und gern weiterhin mit dir Zeit und Raum hätte für unsere Spiele und Rituale, unsere  Berührungen und Reflexionen… und die so wunderbaren Umarmungen, die wir beide so genossen haben. 
Weil ich das mit dem Verdoppeln aber noch nicht kann, bleibt es uns nur, das im Geiste zu tun – und ich weiß: DAS KÖNNEN WIR!!!

Ich weiß nicht, ob und wann ich wiederkehren werde, liebe Mari. Deshalb ist es mir ein Anliegen, dir zu sagen: Wenn du jemanden finden solltest, mit dem du gefühlsmäßige Nähe und körperliche Nähe fühlen magst, dann tu das bitte! Erlaube dir zu tun, was immer sich gut anfühlt, und wisse, dass ich darüber sehr froh wäre! 
Ich könnte mir vorstellen, unser gemeinsamer Weg hat dir vielleicht manches ein wenig leichter gemacht für die nächsten Schritte mit einem anderen Freund oder Partner…  Das würde ich mir jedenfalls sehr wünschen – und ich traue es dir zu, mutig deinen Weg weiter zu gehen. 

Für´s neue Jahr wünsche ich dir ein dickes Kuschelkissen an Selbstliebe, einen riesen Sack an stärkenden Gedanken, wunderbare berührende Begegnungen, Menschen, mit denen du dich wohl und geborgen fühlst (und ich glaube, Maria und Frank gehören auf jeden Fall dazu) und in allem den tiefen Frieden, der unabhängig ist von allem , was im Äußeren geschieht. 

Uns bewegt sicher beide die Frage: Ob wir uns wohl (bald) wieder sehen…
Ich weiß es leider nicht, Mari.
Es wird so kommen, wie das Leben es will. Vielleicht ist es mir  möglich, früher wieder zurück zu kommen, als es jetzt aussieht, dann sei sicher: Mein Weg wird mich sofort zu dir führen, wenigstens für eine Umarmung und die Worte: „Ich bin wieder im Lande!“
Sollte es dann für dich noch passen, werden wir noch viel Schönes, Spannendes und Berührendes miteinander erleben. Solltest du bis dahin jemanden gefunden haben, mit dem du dich in intimer Weise wohl fühlst, werde ich einfach ein guter Freund für dich sein, ein Gesprächspartner, falls du das dann noch willst…

Und bis es so weit ist, bin ich
        dein sich dir innig verbunden fühlender guter Freund, der in Gedanken bei dir ist –                                                                                                                                                       Joel

Es war Joel gelungen, mit diesem Brief Ruhe in Maris immer wieder einmal auftretenden Fragen und Unsicherheiten über den Grund seiner plötzlichen Abreise einkehren zu lassen. 
Bewegt feierte sie mit Maria und Frank diesen Jahresausklang und ging mit dem Gedanken ins neue Jahr: 

Ich vertraue dem Leben.
So wie es kommt, so ist es gut.
Meine tiefste Hingabe gilt dem, was das Leben mir an Geschenken bringt.
Ich weiß: Es bringt nie nichts!

Und ein kleines  Liedchen entstand in ihr:
„Leben, ich vertrau DIR, DU meinst es gut mit mir.
Und ich baue auf die Liebe überall und jetzt und hier!“

Lieber Gast hier,                        2022
zusammen mit Mari, Joel, Maria und Frank wünsche ich uns allen für´s neue Jahr:
 ein dickes Kuschelkissen an Selbstliebe,
einen riesen Sack an stärkenden Gedanken,
wunderbare berührende Begegnungen,
Menschen, mit denen wir uns wohl und geborgen fühlen
und in allem den tiefen Frieden, der unabhängig ist von allem, was im Äußeren geschieht. 

Von Herzen alles Gute 
eure Miriam

113. Eine leicht kitzelige Situation (Frank + Maria)

Im Park

Frank hatte Maria abgeholt zu einem kleinen Spaziergang, denn es war ein milder Herbsttag, der regelrecht dazu einlug
Sie liefen durch einen kleinen Park und plauderten über dies und jenes, Maria genoss die entspannte Stimmung. Er hatte den Arm um ihre Schultern gelegt und sagte zu ihr: Jetzt schließ mal deine Augen und lass dich von mir durch den Park führen, ich werde meinen Arm an deinen Schultern lassen. rote_ParkbankSie konnte sich gut auf seine sanften Druck-Impulse nach links oder rechts einlassen. Schließlich blieb er an einer Bank stehen und dirigierte sie mit verstärktem Druck nun von beiden Hände auf ihren Schultern auf die Sitzfläche der Bank.“
„Und wie geht´s dir?“ fragte er interessiert.
„Gut, Frank, das war ein schönes und spannendes Gefühl.“
„Na prima, das freut mich“, antwortete er, „machen wir noch etwas anderes.“
Et rückte ein wenig von ihr ab, so dass sie sich fast gegenüber saßen, Dann nahm er ihre Hand und hielt sie ein Weilchen einfach nur fest, auf angenehme Weise. Sie mochte seine Hand und das Gefühl von Sicherheit, Wärme und Halt, das entstand, indem er ihre Hand in seiner Hand hielt, Nach einem kleinen Weilchen öffnete er den Knopf unten am Ärmel ihrer Bluse, schob ihn hoch und nahm wieder ihre Hand in seine Linke, während er mit der rechten Hand langsam über den ganzen Arm strich – hoch und wieder runter. Das fühlte sich angenehm an. Mit der Zeit wurde der Druck immer sanfter – und schließlich so zart, dass es fast kitzelte. Es wurde schließlich zu einem gerade noch aushaltbaren elektrisierenden Gefühl. Als er sich mit einem Finger der Ellenbeuge näherte, wollte sie den Arm unwillkürlich wegziehen, weil es so kribbelte, aber er hielt ihn fest. „Schön hier bleiben,“ sagte er leise aber deutlich.    Das gereizte Gefühl besänftigend strich er wieder mit der ganzen Hand und etwas mehr Druck über den Arm. Erleichtert atmete sie aus. Dieses Spiel mit der Veränderung des Druckes auf ihrer Haut setzte er noch einige Male fort, und sie spürte, dass sie immer empfindsamer wurde dabei und mehrmals ihren Arm unwillkürlich weggezogen hätte, wenn er ihn nicht an der Hand festgehalten hätte. Doch er ging jedes Mal darauf ein und verstärkte den Druck seiner Wanderung über ihren Arm in solch sensiblen Momenten , so dass es wieder angenehmer wurde und sie bei seiner Berührung erneut entspannen konnte. Dabei sagte er lächelnd: „Schön liegen lassen – du kannst ihn sowieso nicht wegziehen.“
Schließlich ließ er das Streicheln ihres Armes ausklingen, behielt ihre Hand noch in seiner und sagte zu ihr:: „Und wie fühlte sich das an, Maria? Wie ging es dir dabei?“

„Ich habe es anfangs sehr genossen, als du meine Hand in deiner hieltest, es vermittelte so Gefühle wie…. Halt und… Geborgenheit. Als es dann allerdings immer mehr in Richtung Kitzeln ging, wurde es für kurze Momente richtig schwer auszuhalten. Du hast ja gemerkt, dass ich ihn manchmal weggezogen hätte, wenn du ihn nicht fest gehalten hättest. Das war… hm… ziemlich aufregend, wenn ich das mal so sagen darf.“

„Aber gern darfst du das so ausdrücken, Maria! Was hat dieses aufgeregte Gefühl denn ausgelöst – kannst du mir das sagen?“

„Ich glaube, es entstand  dadurch, dass deine Berührungen immer zarter und damit für mich schwieriger geworden sind, und dann dabei zu spüren, nicht ausweichen zu können, weil du den Arm an der Hand festgehalten hast. Richtig gut tat mir, dass du in den kitzligen Momenten auf mein unwillkürliches Wegzucken eingegangen bist, indem du den Druck deiner Hand jeweils wieder verstärkt hast, kurz bevor ich „Stopp!“ gesagt hätte, so dass es wieder aushaltbar und  angenehmer wurde. Das alles zusammen war eine aufregende und gute Erfahrung.“

„Das freut mich, Maria! Du hast dich auch voll drauf eingelassen, bewusst hin gespürt, was es mit dir macht, stimmt´s?“

„Stimmt, ich nehme so etwas recht intensiv wahr.“

„Super, da können wir noch viel zusammen erfahren. Da hattest du nun mit deinem Arm die erste Erfahrung, nicht weg zu können. Wie war das für dich?“

„Nun… gemischte Gefühle waren es. Als ich merkte, dass da eine kleine kitzelige Herausforderung kam und ich nicht wegziehen konnte, wurde es erregend, und ich muss zugeben… es war auch ein klein wenig Abwehr dabei. Die legte sich aber, als ich merkte, dass du auf meinen Level des Erträglichen bei dem Kitzelgefühl jeweils sehr aufmerksam eingegangen bist. Es war fast so, als würde ich mich nach und nach sicherer fühlen, bei steigender Intensität des Kitzelns gar nicht mehr wegzucken zu müssen, selbst wenn du die Hand dann nicht mehr festgehalten hättest.“

„Ja, so entwickelt sich schon dein Vertrauen… schön! Genauso wird es in den verschiedensten Erfahrungen sein, die ich an dich heran tragen werde. Dein Vertrauen wird mit jedem Mal wachsen, wo du spürst, dass ich auf dich eingehe, auch wenn du selbst nichts tun oder verändern kannst. Und ist das nicht genau die Erfahrung, die du machen willst? Etwas nicht kontrollieren zu können, also irgendwie wehrlos zu sein und in dieser Situation gut aufgehoben zu sein? So wie es jetzt dein Arm war?“

Maria nickte… „Hmm , ja.,. „

„Und jetzt gehen wir ins Café dort drüben und lassen uns Kaffee und Kuchen schmecken!“ lachte Frank.

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112. Die freundliche Hand

Spät abends – Maria bekommt eine Mail von Frank

Guten Abend, liebe Maria, 
ich denke gerade an unser Treffen heute.
Es war schön zu hören, wie du die Wärme meiner Hand auf deinem Kopf genießen konntest und sie wie einen Strom empfunden hast, der durch deinen ganzen Körper fuhr.
Angeregt davon  (in der Fantasie ist ja alles möglich)   möchte ich dir meine geistige Hand gedanklich schenken – zunächst einmal für diese Nacht. Und sollte dir diese Vorstellung gefallen, auch für weitere Nächte. Stell dir einfach vor, meine Hand ist bei dir, wo immer du sie haben möchtest.
Ich habe ihr den Auftrag gegeben, sich heute Nacht dorthin zu legen, wo du es willst.Kind in Hand 2
Vielleicht magst du ja deinen Kopf in sie hinein legen?
Sie würde ihn ganz behutsam in sich bergen, und er könnte sich in ihr total sicher und geborgen fühlen. Aber ob du das möchtest oder nicht, entscheidest du selbst – in jedem Moment neu.
Sie soll sich ganz nach deinen Wünschen richten, und ich bin zuversichtlich, dass sie  gehorchen wird.
Leg sie dir also gedanklich dorthin, wo du es willst, und wenn sie sich nach einem Weilchen woanders hin bewegen soll, dann wird sie das tun – sie folgt ganz deinen Wünschen und dem, was dir gut tut –  in jedem Moment…
Meine Hand wird nur das tun, was du selbst wirklich willst – das ist der Auftrag, den ich ihr gegeben habe.        

Eine gute Nacht, in der du dich geborgen und behütet fühlst,
wünscht dir mit lieben Grüßen
Frank             

Mit einem geborgenen Gefühl schlief Maria heute ein und ihr letzter Gedanke war… ich freue mich auf die nächste Begegnung mit Frank….

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111. Einfach mal anlehnen…

Bei Maria – Vertrauen entsteht
Maria und Frank saßen sich gegenüber am Tisch. Nachdem sie miteinander Kaffee getrunken hatten, stand er auf, hielt ihr auffordernd seine Hand hin, und sie spürte, wie sich die Stimmung in diesem Moment änderte. Plötzlich fühlte sie sich schwächer, irgendwie „kleiner“… Sein Blick lag ruhig auf ihr, und er wartete, dass sie seine Hand nahm, was sie dann auch etwas zögerlich tat.
Er zog sie langsam um den Tisch herum, bis sie dicht vor ihm stand, legte beide Hände auf ihre Schultern ohne den Blickkontakt zu unterbrechen und sagte:
„Das hast du gut gemacht, Maria, unser Miteinander beginnt schon jetzt langsam auch ohne Worte zu funktionieren.“

Dann führte er sie bis an die Couch, drehte sie mit dem Rücken zur Couch, setzte sich und zog sie neben sich. Als sie saß, legte er den Arm um ihre Schultern.
„Lehn dich mal richtig an meine Schulter an, Maria.“ Vorsichtig folgte sie seinen Worten.
„Ja, gut so… nicht so zaghaft. Kuschel dich richtig rein in meinen Arm.“ Mit sanftem Druck zog er sie seitlich näher an sich heran und verstärkte den Druck seiner Hand etwas an ihrer Schulter. „Lehn auch gern deinen Kopf an mich an und spür mal in dich hinein, wie sich das anfühlt.“
Maria nahm einen tiefen Atemzug. Sie fühlte sich wieder irgendwie klein und schutzbedürftig. Es war ein Gefühl von Sehnsucht und Erfüllung in einem. Fast schmerzlich schön fühlte es sich an,  von ihm auf so angenehme Weise festgehalten zu werden.
„Ich fühle mich irgendwie klein, und dabei auch seltsam berührt in meinen Gefühlen. Es ist als wenn sich gerade eine tiefe Sehnsucht Bahn brechen würde… Ich würde am liebsten einfach so… ganz lange, also ein ziemliches Weilchen so sitzen bleiben, aber…“
„Kein Aber,“ unterbrach Frank sie lächelnd, was sie allerdings nicht sehen konnte. „Wir machen das! Wir bleiben ein ganzes Weilchen genau so sitzen und du lehnst dich ganz dicht an mich an. Mach auch mal deine Augen zu dabei. Was ist da? Wie ist das Gefühl in dir?“
„Ich fühle mich eigentümlich klein und wohl dabei. Fast wie ein Mädchen… Es löst Geborgenheit aus, aber gleichzeitig ist es mir auch etwas peinlich, dass ich mich so klein fühle und dir das erzähle.“
„Das muss dir nicht peinlich sein, jedes Gefühl hat seine Daseinsberechtigung. Was meinst du, weshalb du nach dieser gewissen sanften Dominanz suchst? Weil ein Teil von dir sich eben klein fühlen WILL. VerständnisUnd das ist vollkommen okay. Ich mag das. Du kannst mir alles sagen, Maria, ich verurteile nichts – ich will dich verstehen, in deiner ganzen Gefühlstiefe. Ich mag es, wie kleine Nuancen bei dir ausreichen um intensive Gefühle in dir hervor zu rufen…“

Er legte eine Hand auf ihren Kopf. „Was empfindest du bei dieser Berührung?“
„Ich spüre, wie die Wärme deine Hand durch meinen ganzen Kopf hindurch fließt wie ein wärmender Strom. Die Lage deiner Hand auf meinem Scheitel hat etwas Beschützendes, etwas Beruhigendes. Ich mag das.“
Einen Moment ließ er seine Hand noch liegen, dann nahm er sie weg und streichelte mit der Außenkante seines Zeigefingers sanft ihre Wange.
Sie atmete tief ein. Das fühlte sich so gut an.

„Schön, dass du das magst“, meinte Frank leise. Wenn ich jetzt mit diesem Finger genau so sanft über deinen gesamten Körper fahren würde, wie wäre das für dich?“
„Anders…“ antwortete sie. „Da würde es Stellen geben, in denen ich Abwehr-Gefühle hätte…“
Er nickte. „Ja das denke ich mir. Deshalb gehe ich an diese Stellen erstmal nicht heran.“
Sanft aber deutlich zog er sie wieder näher an sich heran. „Ich möchte, dass es dir mit mir gut geht, Maria! Auch wenn wir später noch ganz andere Dinge miteinander tun werden – und jetzt am Anfang unseres gemeinsamen Weges möchte ich dir zeigen, dass du darauf immer vertrauen kannst.“
Maria atmete seine Worte tief ein.
„Und nach und nach… wird dein Widerstand, der jetzt an bestimmten Stellen noch da ist, sich auflösen und der Wunsch wird entstehen, auch dort berührt zu werden. Lass uns für heute einfach noch ein Weilchen so nah beieinander sitzen. Wir haben Zeit…“

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110. Brücken bauen (Frank + Maria)

Abendliches Telefonat

Hi, guten Abend, Maria, wie geht es dir?

Oh, Hallo Frank! Danke, mir geht´s gut. Und dir?


Abgesehen davon, dass viel zu tun ist und das ein bisschen stressig ist, fühl ich mich wohl… besonders wenn ich an unser gestriges Treffen denke, War eine schönes erstes Zusammensein ganz mit dir privat, Maria.
Wie geht es dir denn im Rückblick auf gestern?

Es geht mir gut, wenn ich dran denke. Hätte nicht gedacht, dass ich mich so wohl fühlen würde – weil du mir ja noch ziemlich fremd warst. Aber du hast mir mit deiner akzeptierenden Haltung und mit der Idee der verbundenen Augen eine hilfreiche Brücke gebaut.


Schön, dass du es so empfunden hast, und dass du einige Schritte über die Brücke gegangen bist, um mal bei dem Bild zu bleiben.

Ich war froh, dass es mir dann trotz aller Aufregung doch ziemlich gut ging.

Was hattest du denn befürchtet? Oder anders gefragt, Was hätte dir denn nicht gefallen oder nicht gut getan?

Wenn du Dinge gewollt hättest, die mir nicht möglich gewesen wären. Und wenn du das dann nicht akzeptiert hättest.

Ich versuche mich, so gut ich es kann, auf dich einzustellen, Maria. und dich dort abzuholen, wo du bist. Ich konnte mir doch deine Nervosität beim ersten Treffen gut vorstellen. Ich war ja selbst auch aufgeregt. Schließlich war es ja meine Absicht, dir Brücken zu bauen und dich nicht ins kalte Wasser zu stoßen. Du hast dich mir anvertraut in unserem ersten Gespräch, mir eine Führungsrolle zugestanden, und die möchte ich so nutzen, dass es uns beiden gut geht damit. Und dazu muss es erst mal dir gut gehen, denn mein Wohlergehen, ist nicht von so vielen Ängsten geprägt wie deines, wenn ich das so richtig wahrgenommen habe.

Stimmt, was die Körperlichkeit und Erotik anbelangt, habe ich einige Ängste in mir.

Nenn mal eine oder zwei beim Namen.

… Okay…ich habe Angst, fallen gelassen zu werden, wenn ich mich nicht so verhalte, wie es gewünscht wird. Und ich habe Angst vor dem Gefühl der Unzulänglichkeit.

Diese Ängste kann ich sehr gut nachvollziehen, ist dir das schon geschehen?

Ja, mehrmals… Immer wieder einmal. Aber ich will nichts tun, was mir nicht entspricht, nur damit ich nicht auf Ablehnung stoße!

Das finde ich sehr richtig so, Maria! Ich höre an deiner Stimme, wie verletzt du dich in diesem Bereich deines Lebens fühlst, und ich sage dir eins: Ich werde dich nicht ablehnen, wenn du etwas nicht oder anders erleben oder tun willst, als ich es zunächst wollte. Ich wünsche mir allerdings, dass du wie bei einer fremden Speise wenigstens ein kleines Bisschen von dem probierst, was ich dir auf den Teller unseres jeweiligen Treffens lege. Doch wenn du mal das Gefühl hast, dass das nicht geht, dann sag mir das! Ohne Scheu und ohne Angst…

Ich werde dich deshalb weder ablehnen noch fallen lassen. Wir werden dann gemeinsam das Kostehäppchen so klein machen oder in welcher Form auch immer so gestalten, dass du es probieren magst. Wichtig ist nur, dass du ehrlich bist.

Und wenn es trotzdem gar nicht geht? Wenn ich es einfach nicht will oder kann?

Dann ist es so. Dann geht es eben gar nicht! Das ist dann auch in Ordnung!
Sei gewiss, nichts von dem, was du tust oder nicht tust, wird dazu führen, dass ich den Kontakt mir dir abbrechen werde. Wenn unsere Treffen tatsächlich irgendwann wieder aufhören, dann deshalb, weil das Leben dich oder mich fühlen lässt, dass es an der Zeit ist, dass unsere Wege wieder auseinander gehen.
Im besten Fall fühlen wir das beide zur gleichen Zeit, dann ist es am wenigsten schmerzhaft. Dass es dann ganz einvernehmlich geht, wünsche ich uns sehr.
Und wenn es soweit sein sollte, wird das bestimmt nicht aus irgendeinem Verhalten heraus resultieren, sondern einfach, weil es schicksalsbedingt an der Zeit ist. Keiner von uns hat dann etwas versäumt oder falsch gemacht, da bin ich mir ganz sicher.
Insofern brauchst du dich nie davor zu fürchten, dass ich mich wegen eines bestimmten Verhaltens von dir abwenden könnte.
Wir sind beide auf seltsame Weise zusammengeführt worden auf diesem Weg, und solcher Art „Zufälle“ haben für mich immer eine tiefe Bedeutung. Ich habe gleich bei unserer ersten Begegnung eine starke Zuneigung zu dir gespürt, Maria. Und die ist unabhängig von dem, was du tust oder nicht tust. Weißt du, ich werde in jedem unserer Treffen das Wertvolle und Schöne sehen, und meine Verantwortung ernst nehmen, etwas möglichst Schönes daraus zu gestalten und Gutes darin zu entdecken, einfach weil ich es so will. Und du, Maria?

Ich will das auch!


Na, da sind wir uns ja einig – wieder einmal! Super! Ich freu mich auf unser nächstes Treffen…

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109. Anders als erwartet (Frank + Maria)

Erstes privates Treffen bei Maria zuhause

Vor sechs Wochen hatte Frank Maria in ihrer Praxis kennen gelernt. Anschließend kamen sie privat ins Gespräch und hatten beschlossen, sich weiterhin zu sehen. Heute war es nun soweit: Maria und Frank trafen sich, um eine erste Erfahrung damit zu machen, wie sie sich miteinander fühlen, auf ganz privater Ebene – im Vorzeichen der sanften Dominanz mit dem Thema „Führen und Sich-Führen-Lassen“.

Maria konnte kaum glauben, dass sie nach seiner Sitzung persönlich mit ihm gesprochen hatte und ihm etwas von ihren geheimsten Bedürfnissen angedeutet hatte, die zu seinen Dominanz-Bedürfnissen, die er innerhalb der Sitzung geäußert hatte, passten.

Nun stand er lächelnd in der Tür, und nachdem diese geschlossen war, nahm er sie zur Begrüßung ganz selbstverständlich in die Arme und fragte dann: „Na – wie geht’s?“
„Ach, ganz gut“, antwortete sie zurückhaltend und bat ihn einzutreten. Die kurze Umarmung hatte sich gut angefühlt, stellte sie etwas erstaunt fest. So natürlich… ohne die Distanz, die sie innerhalb der angedachten Rollen erwartet hatte.

Sie plauderten eine kurze Zeit lang über dies und jenes… Schließlich schnitt Frank das Thema direkt an:
„Du hattest mir ja erzählt, dass es in dir eine Faszination zum Thema „Dominanz“ gibt, und wir haben uns ja schon etwas darüber ausgetauscht. Schön! Heute dachte ich, wir tasten uns erst einmal langsam an unsere Körper heran, spüren, wie es sich anfühlt, uns zu berühren und berührt zu werden, unsere Haut wahrzunehmen…“

Sofort begann die Nervosität sich in Maria zu verstärken: „Da beginnen schon die ersten Hürden, Frank. Ich hoffe, ich bekomme das hin. Uns voreinander auszuziehen und nackt zu sein ist bei mir mit einem starken Scham- und Peinlichkeitsgefühl verbunden.

Frank nickte, fast als hätte er diese Worte erwartet, und antwortete gelassen: „Es ist ja auch etwas ungewöhnlich, sich in der Gegenwart eines Menschen, den man noch kaum kennt, auszuziehen und zu zeigen. Das würde vielen so gehen. Darüber hab ich mir auch schon Gedanken gemacht… Und ich habe eine Idee, wie wir es uns heute leichter machen können.“

Dankbar nahm Maria wahr, dass er „wir“ gesagt hatte. Auch wenn er – wie sie stark vermutete – diese Barrieren nicht hatte, ging er mit dem „Wir“ auf eine solidarische Ebene mit ihr und verringerte damit den Abstand, den sie bis eben noch empfunden hatte.
Sie dachte an ihr Bedürfnis nach Führung durch ein starkes Gegenüber, nach Körpernähe und der Sehnsucht, ihr starkes Verantwortungsgefühl mal für eine begrenzte Zeit in die Hände eines anderen zu legen – und gleichzeitig schämte sie sich dafür, dass es so war.

Plötzlich nahm sie wahr, wie er über Scham sprach… Was hatte er davor gesagt? Ihre Gedanken waren abgedriftet. Das Wort Scham holte ihre Aufmerksamkeit ruckartig wieder zurück.

„…Scham und Peinlichkeit sind für das erotische Miteinander gar nichts Schlechtes, es sind wertvolle Gefühle. Ohne Scham würden wir sofort nackt hier sitzen, und es gäbe kein Kribbeln und Knistern, wie es jetzt da ist, oder?“ Zwinkernd sah er sie an.

„Na ja“, gab sie zu, „es erhöht die Spannung schon sehr, ist aber eigentlich ein recht unangenehmes Gefühl.“

„Ja, am Anfang… in dem Moment, in dem wir es fühlen, durchaus, aber es verändert sich ja hoffentlich. Wenn die ersten Hürden genommen sind, fällt die Spannung ab, und die Entspannung kann dann umso intensiver wahrgenommen und genossen werden. Kontraproduktiv wäre es nur, wenn die Scham nicht verschwinden, sondern sich fortwährend nur steigern würde, ohne sich mit anderen Gefühlen wie Neugier, Lebendigkeit und Lust zu mischen. Dann sollten wir darüber nachdenken, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Und um das auszuprobieren, haben wir uns ja heute getroffen.“ Ruhig schaute er sie an.

Jetzt will er sicher gleich, dass ich mich ausziehe, dachte Maria, bekam einen heißen Kopf und hätte am liebsten sofort den Raum verlassen.

„Du hast doch bestimmt einige Tücher, oder?“ hörte sie ihn fragen.
„Tücher…? Ja, natürlich,“ antwortete sie verwundert.
„Dann hol uns doch bitte vier unterschiedliche Tücher.“
Schnell stand sie auf, um das Gewünschte zu besorgen und legte sie dann auf die Couch, auf der sie saßen. Interessiert schaute er sie an und breitete sie fächerartig aus.
„Ich dachte, wir verbinden uns gegenseitig die Augen und spüren einfach mal, wie es sich anfühlt, uns zu berühren, ohne uns dabei zu sehen – ähnlich wie Blinde“, erklärte er. „Wenn man nichts sieht, ist es anders als sonst. Und selbst wenn wir uns ganz ausziehen würden, wäre es nicht wie ein echtes Nackt-sein, weil wir uns ja nicht sehen können.“
Maria nickte abwartend.
„Du darfst dir aussuchen, mit welchen Tüchern wir uns gegenseitig die Augen verbinden. Fang du an und binde mir ein Tuch über die Augen. Dann gibst du mir eins in die Hand, und ich tue das gleiche dann mit dir. Erst wenn wir beide nicht sehen können, beginnen wir.“

Sie setzten sich einander gegenüber auf der breiten Couch. Zu Marias Erleichterung begannen sie, zunächst noch mit Kleidung ihre Körper zu ertasten. Es war wie ein Spiel. Auf Franks Frage, wie Maria sich damit fühlte, antwortete sie, dass es ihr gut ging. Dann erst kam der nächste Schritt: „Jetzt werden wir uns etwas ausziehen, damit wir mehr Haut spüren können.“
Erst zog er sein T-Shirt aus, und sie spürte seinen nackten Oberkörper unter ihren behutsamen Berührungen, dann zog sie ihre Bluse aus, ihr dünnes Top darunter behielt sie allerdings an.
„Ich habe mein Top anbehalten,“ erklärte sie ihm, da er es ja nicht sehen konnte.
„Völlig okay, das ist gar nicht so wichtig“ antwortete er gelassen. Schließlich zogen beide nach und nach auch Hose und Rock aus. Weiter ging die Reise mit den Händen auf der Haut.

Zu ihrem eigenen Erstaunen, merkte Maria, wie angenehm sich die behutsamen und sicheren streichelnden, mal sanften und mal etwas stärkeren Berührungen von Frank anfühlten, senkte ihren Kopf etwas, dass er auch ihr Haar berühren konnte. Hmm, das fühlte sich gut an. Er schien zu spüren, dass sie es auf dem Kopf besonders schön fand, denn er verweilte etwas länger dort.
Sie saßen sich im Schneidersitz gegenüber. Als ihr die Beine einschliefen, schlug er vor, dass Maria sie links und rechts neben seinem Körper auszustrecken könnte, und beide rutschten etwas näher zueinander. Weiter ging die Reise mit den Händen auf dem Körper des Gegenübers. Nur wenn er an ihre Brust kam, zuckte sie heftig und neigte sich etwas zur Seite.weiß-und-schwarz Er berührte sie dann wieder an anderen Stellen und nahm sie bald darauf in seine Arme. Wie schön war das denn… dachte sie erstaunt und nahm dankbar ein wohliges Gefühl von Geborgenheit in sich wahr, das dieses Gehalten-sein in seinen Armen auslöste. Nach einem Weilchen ging die gegenseitige Erkundung mit den Händen weiter. Immer wieder mal zwischendurch vergewisserte er sich, wie es ihr ging. Und immer wieder einmal hielt er sie fest in seinen Armen und gab ihr damit Halt und Sicherheit, besonders dann, wenn er spürte, wie ihr Körper etwas zurück wich, wenn er sie sehr zart und dadurch erregend am unteren Rücken und an ihren Brüsten berührte.

Erleichtert nahm sie wahr, dass er auf ihre Körpersprache einging und ihre nonverbal geäußerten Grenzen respektierte, indem er seinen Händen, wenn sie sich zurück zog, eine andere Richtung gab. Allerdings kehrte er wiederholt kurz an diese Stellen zurück, wie um auszuprobieren, ob sie immer noch zurück zuckte.

Die Umarmungen waren sehr wohltuende Momente, die er mehrmals wiederholte. Als sie das erste Mal ihren Kopf neben seinen Hals auf seiner Schulter ablegte, spürte sie ein wohliges, erleichtertes Gefühl… als würde sie alles, was schwer war in ihrem Kopf, für ein kleines erlösendes Weilchen mal ablegen können.

Als sie schließlich begann, sich zunehmend wohl zu fühlen, fuhr er vorsichtig mit seinen Händen unter das Top auf die nackte Haut ihres Rückens und Bauches. Sie spürte sehr bewusst hin… und schon fragte er leise: „Wie geht es dir?“
„Gut“, hörte sie sich leise flüstern und ließ es geschehen, dass er ihr Top nach oben abstreifte.
Das geschah so langsam, dass sie ihn jederzeit hätte stoppen können, mit einem Nein oder mit einer kleinen Geste. Diese Möglichkeit zu haben, gab ihr Sicherheit und damit die innere Freiheit, die es ihr möglich machte, es zuzulassen.
„Hast du dein Tuch noch um die Augen?“ vergewisserte sie sich.
„Ja, die ganze Zeit über“, antwortete er leise. „Ich sehe genau so wenig wie du. Aber ich finde, du fühlst dich toll an. Es macht mir viel Freude, deine Haut zu berühren, Maria.“
„Ich finde auch, es fühlt sich gut an, dich zu berühren.“ gab sie leise zurück.
„Und wie ist es für dich, meine Hände auf deiner Haut zu fühlen?“
Fühlt sich auch angenehm an,“ antwortete sie.

Noch einmal zog Frank sie an sich zu einer Umarmung, in der beide ein Weilchen nun mit nacktem Oberkörper verweilten und sich am Rücken streichelten. Ab und zu zuckte Maria, wenn er gar zu zart an ihrem unteren Rücken entlang fuhr – und jedes verlegene Zucken kommentierte er mit einem leise geflüstertem „Ja“ oder „Hmhmmm“ oder „schön“.

Schließlich beendete er ihre erste gemeinsame Körpererfahrung. Nachdem beide sich wieder angezogen hatten, sich erst dann die Tücher von den Augen nahmen und sich gegenüber saßen, fragte er: „Na Maria, wie geht es dir jetzt?“
„Gut geht es mir,“ antwortete sie lächelnd. „Das war ein schönes Erlebnis!“
„Und wir haben uns fast ganz nackt gegenüber gesessen und uns so auch umarmt. Hättest du dir das gestern oder vorhin, als ich kam, vorstellen können?“
„Nein!“ antwortete sie leise.
„Siehst du, Maria, so wird auch künftig manches auf eine Weise möglich werden, die du dir vorher gar nicht vorstellen kannst. Und das meiste wird immer anders werden, als du vorher denkst. Vielleicht magst du dich an unsere heutige Erfahrung erinnern, wenn vor einem unserer kommenden Sessions mal wieder unbehagliche, unsichere oder gar ängstliche Gedanken in dir aufsteigen. Es wird alles Schritt für Schritt gehen…“
„Danke, Frank. Das fühlt sich gut an. Wie geht es dir eigentlich?“
„Gut geht es mir!“ antwortete er lächelnd und nahm ihre Hand. „Ich führe ja gern und gestalte das, was wir tun. Ich fand es toll, wie du dich von mir hast führen lassen. Und ich freue mich, dass es dir gut ging damit. Das habe ich mir gewünscht. So und nun verabschiede ich mich für heute. Wenn dir danach ist, kannst du mir jederzeit schreiben oder mich anrufen. Lass jetzt erst mal alles sacken. In deinem Inneren wird ganz von allein ein Verarbeitungsprozess statt finden. Wir schreiben nochmal darüber oder telefonieren, bevor wir uns das nächste Mal sehen…“

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108. Aufgeregte Fragen (Frank + Maria)

Chat zwischen Frank und Maria kurz vor dem ersten Treffen

Hallo Maria! Ich wollte mich ja nochmal melden bevor wir uns treffen. Freue mich auf morgen! Wie geht’s dir?

FragezeichenGrüß dich Frank. Ich bin schon ziemlich aufgeregt wegen morgen. Würde dich auch gerne noch was fragen.

Geht dir nicht alleine so. Ich bin auch aufgeregt. Was möchtest du fragen? Immer raus damit!

Ich hatte ja in der letzten Woche viel Zeit zum Nachdenken. Dass ich das mit dem Thema Dominanz und meinen Fantasien angesprochen habe… ich weiß nicht, ob das richtig war. Ich hab starke Zweifel, ob ich das überhaupt umsetzen kann, ob ich deine Erwartungen auch nur in Ansätzen entsprechen kann… Ich hab ein bisschen was darüber gelesen, und da ist mir ziemlich mulmig geworden.  

Maria, ich versteh dich! Jetzt wo es konkret vor der Tür steht, dass wir uns dafür zum ersten Mal treffen, kommen tausend Gedanken. Ich versichere dir: Ich habe keine bestimmten Erwartungen, und Angst musst du vor gar nichts haben. Erst mal loten wir nur Möglichkeiten aus. Nichts muss geschehen, und vor allem: Wir machen nichts, was für dich nicht geht oder sich ungut anfühlt – und erst recht nicht in der ersten Zeit, wo wir uns ja erst kennen lernen. Wir werden nach und nach zusammen entdecken, was unser beider Interesse weckt.  
Erstmal geht es ja in Richtung Berührungen, dass wir unsere Körper kennen lernen und das Berühren des anderen als Wohlgefühl genießen. Es soll uns beiden gut gehen damit.

Hm… okay… Auch dabei könnte es sein, dass ich schon an Grenzen stoße, obwohl ich auch den Wunsch und die Sehnsucht nach Berührung habe.

Dein Wunsch nach Berührung ist doch schon mal eine gute Basis!

Könnte ich denn sagen, wenn irgendetwas für mich nicht geht? Oder passt das nicht zu dem Rahmen von Dominanz und Hingabe, in dem wir uns ja begegnen wollen?

Ja natürlich kannst du mir mitteilen, wenn was für dich nicht stimmig ist, Maria. Das sollst du auch unbedingt tun! Dadurch, dass wir mehr voneinander erfahren, können wir uns ja nur besser kennen lernen.

Gut, dann ist das schon mal für morgen ein bisschen leichter.
Und wenn die Kennenlernphase vorbei ist… nur dass ich weiß, worauf ich mich einlasse – gibt es denn weiterhin die Möglichkeit, dir mitzuteilen, wenn irgendetwas gar nicht geht für mich?

Immer gibt es die. Wir werden immer reden, und ich möchte, dass du mir offen sagst, wie es dir mit allem geht.

Okay, das fühlt sich gut an! Wann kommst du denn morgen?

Das wird morgen so gegen 15 Uhr sein. Geht das für dich?

Ja, in Ordnung. Jetzt fühlt sich der Gedanke an unser Treffen morgen leichter an.

Das ist schön. Ich freue mich drauf.

Ich jetzt auch.

Na dann bis morgen, Maria. Hab ein schönen Tag – und versuch mal, nicht mehr so viel drüber nachzudenken. Wir tasten uns da ganz in Ruhe ran!

Danke, Frank! Ich wünsch dir auch einen schönen Tag! Bis morgen dann…

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107. Beim Führen geführt sein (Frank + Maria)

Frank meldet sich mit einer Chat-Nachricht zurück

In den Tagen und Wochen, nachdem Maria (Maris Freundin) Frank kennengelernt hatte und beide besprochen hatten, sich privat näher kennenlernen zu wollen,  wanderten ihre Gedanken oft zu ihm.  Er war der erste Mann in ihrem Leben, dem sie erzählt hatte von ihrer Faszination am Thema „Führen und Führen lassen“ und von ihrem Wunsch, zu spüren wie es ist, die Verantwortung für begrenzte Zeit mal abzugeben.
Er war anschließend gleich einige Wochen beruflich verreist, und es gab keinen Kontakt zwischen ihnen.

Je mehr Zeit verging, umso unsicherer fühlte sie sich, ob es richtig gewesen war, ihm, den sie ja kaum kannte, davon etwas mitzuteilen. Es hatte sich einfach so ergeben und sie hatten angedacht, sich in privatem Rahmen zu treffen, um eventuell davon etwas zu erleben…
Wie sollte das gehen, wo sie mit so vielen inneren Grenzen, Ängsten und Schamgefühlen zu kämpfen hatte?
Was hatte dieser Mann an sich, dass sie sich ihm so spontan anvertraut hatte?
Je länger er weg war, umso öfter  und stärker stellte sie in Frage, ob er sich überhaupt wieder bei ihr melden würde.

Und dann – ganz plötzlich und schließlich doch unerwartet, obwohl sie täglich darauf gewartet hatte – ploppte eine Nachricht von ihm auf:

Hi, Maria, hier ist Frank. Wollt mich zurück melden. War ja ne lange Zeit. Wie geht es dir ?

Oh, Hallo Frank, schön von dir zu lesen. Mir geht’s soweit gut, danke der Nachfrage. Ehrlich gesagt, ich war mir inzwischen schon gar nicht mehr sicher, ob und wie unser Kontakt weiter geht. Hmm… möchtest du denn überhaupt noch, dass wir uns treffen?

Ja sicher doch! So schnell wie möglich…

Ich bin auch gespannt, hab gar nicht so rechte Vorstellungen, wie das gehen könnte.

Brauchst du auch nicht! Mach dir keinen Kopf!
Wir haben ja schon etwas darüber geschrieben. Hoffe, dass wir Schritt für Schritt einiges von unseren Fantasien umsetzen. Bissel Erfahrung hab ich ja.

Magst du mir ein bisschen davon erzählen? Ich habe überhaupt keine Erfahrung damit. Und dass ich überhaupt mit einem Mann zusammen war, ist auch schon lange her…

Ja gerne. Diese Dominanz auszuleben ist schon seit einiger Zeit wieder mein Wunsch, was aber nichts mit Respektlosigkeit oder gar Gewalt zu tun hat, im Gegenteil, es geht mir darum, dein Vertrauen zu gewinnen.

Da bin ich schon mal froh, das zu lesen. Weißt du, ich bin da nicht so schnell und so offen, wie ich gerne wäre, trage einige Ängste und Unsicherheiten in mir.

Mach dir keine Gedanken, damit werden wir in aller Ruhe umgehen.
Weißt du, ich gestalte und führe gern, und bin mir dabei gewahr, dass ich im Führen selbst geführt werde von einer inneren Instanz, der ich schon lange vertraue und der ich mich wiederum hingebe. Deshalb könnte ich vorher nie sagen, wie eine Session ablaufen wird, weil ich die Impulse aus dem Inneren immer erst im gemeinsamen Zusammenspiel empfangen werde.

Diese Führung aus dem Inneren kenne ich auch, Frank. Allerdings… in Situationen, in denen ich mich unsicher fühle, nehme ich diese Impulse nicht so leicht wahr.  

Wie fühlt sich diese Instanz in deinem Inneren, aus der heraus du dich manchmal geführt fühlst, an, Maria?

Immer irgendwie gütig, weise, klar und liebevoll – oft mit Ansätzen, auf die ich vorher nicht gekommen wäre. Aber sie kann manchmal in aller Liebe auch ziemlich fordernd sein.

Kannst du mich lächeln fühlen? Genau so fühlt meine innere Quelle sich nämlich auch an – das hast du wunderbar beschrieben! Und diese Art von Führung, die durchaus auch manchmal fordernd sein kann, aber immer mit Liebe geschieht, werde ich verbal und körperlich zum Ausdruck bringen in meiner Art der Dominanz. Gerade bekomme ich übrigens einen Impuls: Ich glaub beim nächsten Treffen sollten wir beginnen, unsere Körper gegenseitig kennen zu lernen.

Da klopft schon mein Herz, bin ziemlich aufgeregt.Herz_orange

Aufgeregt bin ich auch. Das gehört eben dazu.

Schön, dass es mir nicht alleine nur so geht.

Aufregung macht uns doch herrlich lebendig! 
Ich könnte Dienstag Nachmittag – wie sieht es da bei dir so aus?

Ja, Dienstag Nachmittag habe ich auch Zeit… Weiß aber noch nicht, wie weit ich da gehen kann und will.
Ich hab noch ne Frage zu deiner Art von „Dominanz“…

Ja, immer raus damit!

Was bedeutet das für mich? Erwartest du von mir, dass ich immer tue und mit mir machen lasse, was du willst?

Nein! Das ist ein Geben und Nehmen. Und eben auch ein Führen und Führen lassen. Es ist alles offen. Es gibt kein absolutes Muss.

Das beruhigt mich etwas.

Denk nicht so viel drüber nach, Maria. Aber ich weiß auch, das ist leichter gesagt als getan.  
So, ich muss wieder was tun. Freue mich riesig auf Dienstag. Wir können ja noch schreiben bis dahin. Und wenn du Fragen hast, einfach raus damit.

Okay, ich melde mich bei dir, wenn Fragen kommen. Bis Dienstag dann. Ich bin wahnsinnig aufgeregt…

Ich freue mich auf dich – mit allen Gefühlen, die auch immer da sind! Hab einen schönen Tag, Maria!

Dankeschön! Du auch, Frank!

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104. Alles gehört dazu (Frank + Maria)

 Chat zwischen Maria und Frank am Folgetag, nachdem sie ein spontanes  Gespräch über ihre persönlichen Bedürfnisse geführt hatten und beschlossen hatten, sich weiterhin privat zu treffen 

Hallo Maria, hier ist Frank . Wir waren ja beim Du. Ich wollte mich noch bedanken für deine Offenheit, die du mir gestern geschenkt hast. Das fand ich toll.

Guten Morgen, Frank, schön von dir zu lesen. Ja, hat mich ehrlich gesagt auch ziemlich viel Mut und Überwindung gekostet

Dass manches Mut und Überwindung kostet, kenne ich von mir auch, aber danach ist es meist ein gutes Gefühl, oder?

Manchmal ja, Kommt auf das Thema und die Situation an. Wie ging es dir denn mit dem Gespräch gestern, das wir davor zu deiner Thematik hatten?

Sehr gut! Deine Art der Gesprächsführung und die Fragen, die du mir gestellt hast, haben mir gut getan und durch das Aussprechen meiner Gefühle ist mir manches klarer geworden.

Das freut mich sehr! Es ging mir umgekehrt mit dir so ähnlich, als wir von der therapeutischen Ebene auf die persönliche umgestiegen sind. Deine Art und Weise hat es mir leichter gemacht, über meine ja doch sehr persönlichen Dinge  mit dir zu reden.

Und ich fand es richtig gut, dass du mit mir anschließend noch auf so einer persönlichen Ebene  gesprochen hast und mir dieses Bedürfnis von dir anvertraut hast, was ja zu meinem passen würde.

Du Frank… Das fühlt sich noch so komisch an… Habe ich es richtig verstanden, dass du vorgeschlagen hast, dass wir beide uns beim nächsten Mal dann im privaten Kontext treffen wollen, meintest du das so?

Ja, das würde ich mir wünschen, völlig unabhängig von deiner beruflichen Rolle.

Ich wollte nur noch mal sicher gehen, ob ich das wirklich richtig verstanden habe und das nicht irgendein seltsames Missverständnis war. Weißt du, da gibt’s was in mir, das kann es noch eigentlich gar nicht glauben, dass ich gerade mit einem Mann darüber schreibe und gestern geredet habe, und dass daraus möglicherweise sogar etwas Reales werden könnte…

Lass es einfach erst einmal sacken, und wenn du dann bereit bist und dich mit dem Gedanken anfreunden kannst, es real an zu testen… das wäre der zweite Schritt. Das ist doch eine interessante Tür, die sich jetzt für uns beide geöffnet hat – egal wie weit sie sich öffnen wird und wohin sie auch führen mag…  Ich denke, der Austausch von Gedanken, Zielen, Wünschen und Richtungen ist nun wichtig.
Bist du denn in deine devote Seite schon mal zusammen mit einem anderen Menschen eingetaucht?

Nein, und es fällt mir auch ziemlich schwer, darüber überhaupt zu reden, deshalb gab es bisher dafür auch kein Gegenüber.

Dann ist wahrscheinlich das Schreiben zunächst leichter.

Ja, das kann sein

Ich denke du solltest, wenn du mal Zeit hast, dir in Ruhe überlegen, was dich interessiert. Welche Ideen du hast… reizvolle Vorstellungen und Dinge, die du vielleicht mal probieren möchtest. „Es ist ne Menge möglich, aber es wird keinen Druck geben!“ steht immer im Vordergrund. Erstmal ist der Austausch zwischen uns wichtig, um eine Linie zu entdecken.

Weißt du, so viele konkrete Ideen und Gedanken habe ich darüber nicht. Was mich vor allem an dem Thema fasziniert, ist die Möglichkeit, für ne begrenzte Zeit Verantwortung mal abgeben zu können, und dass ein anderer Mensch eine Art Führung übernimmt. Das verbal und auch körperlich zu spüren, ist irgendwie eine Sehnsucht von mir.

Kann ich nachvollziehen. Ich glaube diese Bereitschaft kann durch Schreiben auch vertieft werden, weil wir ja da auch Gedanken austauschen und spüren, wie wir so miteinander reden könnten. Gibt es Fantasien in dir dazu?

Nur ein paar wenige…

Das ist doch ein Anfang

Fällt mir schwer, darüber zu schreiben. Das fühlt sich alles irgendwie so an, als sollte ich so etwas gar nicht denken und mir vorstellen. Ich trage so viele Scham- und Peinlichkeitsgefühle in mir.

…Auch wertvolle Emotionen. Diese genau zu fühlen… das gehört dazu. Ist doch interessant, das Gefühl im Körper wahrzunehmen, es setzt ein Zeichen, da wo´s lang gehen soll, auch wenn es sich nicht immer leicht anfühlt. Es macht uns aber lebendig.

Manchmal wäre ich diese blockierenden Schamgefühle gern los. Sie stehen im Weg, wenn ich mich ja tatsächlich austauschen möchte.

Nein, nicht dagegen kämpfen, Maria. Alles was du und ich an Emotionen empfinden, gehört dazu.

alles_gehoert_dazu.
 

Das finde ich wirklich eine ganz tolle Basis, denn so denke ich normalerweise auch. Nur in diesem Bereich fällt es mir bei mir selber schwer. Es tut richtig gut, wenn mir das mal von außen bestätigt wird – so ganz persönlich für mich und meine Gefühle, die ich als nicht so leicht empfinde. Schön, dass du nicht genervt bist.

Nein, überhaupt nicht! Du kannst sicher sein, ich achte all deine Gefühle. Ist doch ein Vertrauensgeschenk, wenn du mir davon erzählst. Bin davon in keinster Weise genervt!
Und: Wir machen nur das, was beiden gut tut. Dafür brauchen wir allerdings offene Kommunikation – immer wieder.

Vielleicht fühlt sich das, was ich an Fantasie in meinem Kopf habe, in der Realität viel schwieriger noch an als im Kopf, und da fühlt es sich schon ziemlich unheimlich an.  Also… ich schreibe mal zwei Stichworte:  Verbundene Augen… Wehrlos sein, vielleicht gefesselt und dabei was Gutes erleben… Das sind immer mal so Bilder die ich im Kopf habe.
Was auch ein großer Wunsch, eine tiefe Sehnsucht in mir ist… ist es, ganz lange und innig festgehalten zu werden, das Gefühl zu haben, wirklich gehalten zu sein…

Du möchtest dadurch Sicherheit spüren und die Erfahrung machen, vertrauen zu können?

Ja, stimmt, mich in einer gefühlten unsicheren Situation so zu fühlen, dass ich spüre, vertrauen zu können
Und wenn ich in so eine ungewisse Situation käme, würde sicher erst einmal Angst hochkommen… und das wahrscheinlich ziemlich heftig!

Ja sicher wäre das ein Vorwagen – und Stolz sollte damit verbunden sein, wenn du dich traust, dich deiner Angst in kleinen Schritten zu stellen. Du kannst schon jetzt nach unserem heutigen Chat stolz auf dich sein, dass du dich getraut hast, dich ein Stück weit zu öffnen, obwohl ich dir ja noch ziemlich fremd bin. Dafür bedanke ich mich! So, jetzt sag ich mal tschüss für den Moment. Muss nun was tun. Fand deine Andeutungen sehr toll und mutig und denke, mit Vertrauen und Ruhe geht viel, was wir beide uns wünschen.

Ja Vertrauen und Ruhe, das fühlt sich gut an…

Das wird kommen.

Da bist du ja sehr zuversichtlich – vielleicht kannst du mir ja von dieser Zuversicht etwas abgeben. Danke für das Gespräch, Frank.

Sehr gerne! Ich danke dir auch, Maria.
Leider bin ich beruflich ab Montag für vier bis sechs Wochen weg und brauche dort meine gesamte Konzentration und Zeit für ein Projekt, das mir am Herzen liegt. Also wundere dich bitte nicht, wenn ich mich erst wieder melde, wenn ich wieder da bin.

Okay, danke für´s Bescheid geben! Alles Gute für diese Reise und dein Projekt!

Danke! Auch dir eine gute Zeit, Maria. Ich freue mich schon jetzt auf unser erstes privates Treffen – auch wenn es leider noch einige Wochen dauern wird!

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103. Wenn nicht jetzt – wann dann? (Frank + Maria)

In Marias Praxis – eine erstaunliche Begegnung  

Welch seltsamer Zufall, dachte Maria, und betrachtete unauffällig den Klienten, der heute zum ersten Mal bei ihr in der Praxis war.
Sie war ziemlich erstaunt, als sie die Tür geöffnet hatte und der Direktor der Firma, in der ihre Freundin Mari arbeitete, vor ihr stand, die sie gerade vor kurzem in der Mittagspause besucht hatte. Sie war schon öfter kurz zu einem kleinen Plausch dort bei ihr gewesen, und kannte daher den freundlichen Chef ihrer Freundin flüchtig.
Er sei aufgrund der Empfehlungen gekommen, die er im Haus schon von mehreren MitarbeiterInnen erhalten habe, erklärte er ihr.
Nach einigen einleitenden Worten  sprach er über seine innere Unruhe, Schlafschwierigkeiten und dann auch ziemlich offen über den von ihm erkannten Hintergrund dessen, nämlich seine Sehnsucht nach einer neuen Partnerschaft und über sein Bedürfnis, darin die dominante Rolle einzunehmen. Dafür eine passende Frau zu finden…  sei schwierig, erklärte er und kam damit zum Punkt dessen, was ihn zur Zeit belastete: seine Sehnsucht und seine Unklarheit, welchen Weg er zur Erfüllung seines Bedürfnisses, finden könnte.
Vorher hatte er von seiner verstorbenen Frau erzählt, mit der er eine wohl sehr erfüllende Beziehung geführt hatte, wo es auch um diese Rollenverteilung ging im Bereich der Erotik. Nach einer längeren Trauerzeit sei das Bedürfnis nach einer Partnerin, mit der er diese Rollenverteilung erneut ausleben könnte, wieder erwacht, und das würde ihn inzwischen mit Sehnsucht und Unruhe erfüllen, woraus nun  inzwischen auch Schlafschwierigkeiten entstanden seien. Es fehle ihm die Möglichkeit, seine Liebe und Wärme in einer für ihn stimmigen Weise zum Ausdruck zu bringen.

Er grenzt sich deutlich ab von der Härte, die ich bisher mit dem Wort Dominanz assoziiert habe, nahm Maria interessiert wahr. Der Gedanke verdichtete sich in ihr, dass dieser Mann eventuell zu ihren eigenen, bisher nie gelebten, Bedürfnissen passen könnte. Aber das konnte sie in ihrer Rolle als Therapeutin natürlich nicht ansprechen.

Das ist etwas rein Privates! mahnte eine Stimme in ihr.
Aber wie oft geschehen schon solche Zufälle… gab eine andere Stimme in ihr zu bedenken.
Haustür-Mut_Möglicherweise hat das Leben mir genau diese Situation geschickt nach meinem Gespräch neulich mit Mari, in dem ich meine Bedürfnisse und Ängste diesbezüglich so deutlich gespürt hatte, überlegte sie weiter.
Ob ich mich trauen sollte, an diese Tür anzuklopfen, die sich da gerade in meinen Weg stellt?
Das kannst du auf keinen Fall tun,
rief wieder die zur Vorsicht mahnende Stimme sie zur Ordnung.
Aber wenn nicht jetzt, in dieser speziellen Situation, in der ich sicher bin hier bei mir… wann dann?
Wann klopft schon jemand ungerufen an die Tür und spricht von dem. was du auch irgendwie willst!!!
flüsterte wieder eine besonders mutige Stimme in ihr. Was soll noch geschehen, als dass ein netter Mann mit diesem Thema direkt in deine Praxis gelaufen kommt?!

Schließlich hörte sie sich am Ende der Sitzung fragen: „Frank, hättest du Lust, anschließend an diese Sitzung unabhängig von meiner Rolle als Therapeutin noch ein wenig zu bleiben und mit mir privat zu reden?“

Ihr Herz klopfte heftig… Wie konnte sie nur so eine grenzüberschreitende Frage stellen!
Du verlässt die professionelle Ebene! mahnte die kritische Stimme in ihr.
In ihr Gedankenkarussell hinein antwortete er gelassen, wenn auch scheinbar ein wenig verwundert: „Ja gerne!“ Und setzte sich abwartend wieder hin.
Maria nahm all ihren Mut zusammen: „Also wir sprachen ja vorhin davon, dass manchmal auch seltsame Zufälle geschehen können, die zu einer inneren Absicht passen, als würde etwas, was einem wichtig ist, fast von allein passieren, als würde es einen das Leben zufallen lassen… „
Frank schaute sie aufmerksam an, nickte bestätigend und hörte weiter zu.
„…So ein Zufall scheint sich gerade  zu ereignen… weil… Ich habe zu dem Thema auch eine Affinität – nur zu der entgegengesetzten Rolle. Allerdings habe ich das bisher noch nicht mit einem Mann auch nur ansatzweise erlebt. Hätte mich auch nicht getraut, diesbezüglich eine Initiative zu ergreifen, jemanden kennen zu lernen.“
Frank nickte bestätigend: „Das kann ich gut verstehen, ist mir ja auch schwer gefallen. Wie schön, dass dich diese Thematik auch reizt und dass du dich getraut hast, die professionelle Ebene zu verlassen und mit mir auf der privaten Ebene jetzt darüber zu reden. Das finde ich mutig von dir. Toll! Dann sollten wir uns vielleicht das nächste Mal privat treffen? Mal ein bisschen darüber reden, was für dich so denkbar wäre und wo deine Bedürfnisse und Sehnsüchte hingehen könnten?“
„Ehrlich gesagt ist das ein Thema, worüber es mir sehr schwer fällt zu reden. Da gibt es sehr viele Schamgefühle in mir… eigentlich überhaupt im Bereich der Erotik. Und auch das ist mir peinlich auszusprechen…“ Ihre Augen wanderten unruhig im Zimmer umher.
„Das muss dir aber nicht peinlich sein“, antwortete Frank ruhig. „Das geht anfangs den meisten Menschen so. Vielleicht würde es dir leichter fallen, wenn wir erst mal ein wenig darüber schreiben würden? Da sieht man den anderen nicht und kann in Ruhe überlegen, wie man was formulieren möchte. Und dann, wenn wir uns über die ersten Dinge etwas verständigt haben, verabreden wir uns zu einem persönlichen Treffen, in dem es darum gehen könnte, es mal leicht an zu testen, wie du dich dabei fühlst… ob es was für dich wäre… zusammen mit mir… und überhaupt mit dem Thema umzugehen…“

Erstaunt und erfreut nahm Maria wahr, wie gelassen, wie akzeptierend, wie einfühlsam und wie kleinschrittig dieser Mann mit dem umging, was ihr gerade so schwer gefallen war auszusprechen. Es war, als würden sich jetzt die Rollen umkehren. Er sprach in einer annehmenden, nicht urteilenden Weise mit ihr, die ihr gut tat, und die ähnlich war, wie die Art, mit der sie sonst mit ihren Klienten sprach. Ein solches Gegenüber könnte ihr in diesem für sie so herausfordernden Thema, in dem sie es mit ihren  eigenen Schatten zu tun hatte, wahrscheinlich gut tun…

„Okay – das könnte ein guter Weg sein. Wir haben ja unsere Kontaktdaten und können das per Chat probieren…“ stimmte sie zu und konnte für den Rest des Tages nicht fassen, welchen Schritt sie getan hatte, und was dadurch möglicherweise an diesem Tag begonnen haben könnte…

Frank lächelte noch, als er schon lange wieder die Praxis verlassen hatte… Das Leben hatte ihn zu Maria geführt – ausgelöst durch das Gespräch zwischen ihr und ihrer Freundin, das er vor ein paar Tagen ungewollt mit angehört hatte.
Er war heute von ihr als freundliche, erfahrene Therapeutin begrüßt worden, die das Gespräch mit ihm auf empathische, gut strukturierte Weise geführt hatte. Und als leicht verlegene, etwas unsichere Frau, die sich mutig vorgewagt hatte, indem sie ihre sichere professionelle Ebene verlassen hatte, mit der er das Gespräch auf seine Weise ebenso einfühlsam fortgesetzt hatte, verließ er sie.
Welche Schritte würde das Leben wohl mit ihnen beiden vorhaben?

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102. Ein Gespräch zwischen Freundinnen über Träume und Hindernisse (Mari + Maria)

Mittagspause in Maris Büro: Gespräch zwischen Mari und ihrer Freundin Maria

Mari:
Kaffeetasse1Wie schön, dass du mich in der Mittagspause besuchst, Maria. Magst du auch einen Kaffee?

Maria:
Gern! Na, ich wollt doch mal hören, wie es dir geht. Was machen deine Erlebnisse mit Joel? Immer noch alles im grünen Bereich?

Mari:
Hm ja! Stell dir vor, er hat mich mit einer Wochenendreise überrascht. Ich bin immer wieder froh, dass ich mich damals trotz aller Unsicherheitsgefühle darauf eingelassen habe, mit ihm meine Fantasien real werden zu lassen.
Und wie geht´s dir? Was machen denn deine bewegten Träume, wo du dich immer so in ausgelieferten Situationen wiederfindest? Hat sich das beruhigt? Kannst Du inzwischen besser schlafen?

Maria :
Nee, nicht wirklich, ich wache immer wieder mit den seltsamen Bildern im Kopf auf.

Mari:
Vielleicht solltest du sehen, ob du jemanden findest, mit dem du das verwirklichen kannst!

Maria:
Du weißt doch, dass ich mir das überhaupt nicht vorstellen kann bei meiner Geschichte und meinen vielen Schamgrenzen, den Angstgefühlen und Barrieren, die ich habe.  Ich hab dir ja von meinen Schwierigkeiten mit dem Ausziehen erzählt… Ich hab schon so lange keine intime Beziehung gehabt… Weißt du mit meiner Unsicherheit und den vielen Peinlichkeitsgefühle… So brauche ich erst gar nicht anzufangen. 

Mari:
Ich versteh dich ja, aber schau, bei mir war es ja ähnlich bis ich auf Joel traf. Es gibt eben auch nette Männer, die damit umgehen können…

Maria:
Ja, nett und freundlich sollte er schon sein… hm…  aber ich bräuchte, damit es überhaupt gehen könnte,    einen Mann, der im erotischen Bereich irgendwie die Führung übernimmt, jedoch nicht hart und heftig, sondern auf eine sanft Weise.

Mari:
Klar! Ich versteh dich total!

Maria:
Na und über meine Fantasien und den Reiz, der bei mir entsteht, wenn ich mir vorstelle, hilflos zu sein, nichts kontrollieren zu  können, nicht zu wissen was kommt… kann ich sowieso mit keinem sprechen, außer mit dir. Das ist einfach ein Tabu-Thema.

Mari:
Aber vielleicht wäre es doch gut und du könntest besser schlafen, wenn du es mal versuchen würdest, es wenigstens zu einem kleinen Teil real auszuleben. Klar – einen Mann mit der passenden Balance zu finden, ist nicht ganz leicht… Aber du weißt ja, nichts ist unmöglich, wenn es sein soll… Und mein Gefühl ist, das verdichtet sich bei dir.

Maria:
Ich könnte mir nicht vorstellen, mit einem Mann darüber überhaupt zu reden… Das wär mir so was von peinlich!
Und selbst wenn mir das gelingen würde… wenn jemand an diesem Thema interessiert ist, dann ginge das bestimmt wesentlich härter zur Sache, und das passt für mich gar nicht.

Mari:
Manchmal passieren die seltsamsten Sachen….
Hast du denn überhaupt Lust darauf, Berührungen und körperliche Nähe zu spüren?

Maria:
Ja, die hab ich!  Hab schon Sehnsucht danach, mal ganz fest und lange umarmt zu werden, auch gestreichelt und so…
Und da gibt´s auch diese Seite, die irgendwie so einen Kribbel erleben möchte… was Unvorhergesehenes, wo ein Gegenüber ist, das mir was zu sagen hat.

Mari:Liebevolle_Führung
Ich glaube, du sehnst dich nach Führung und nach Hingabe… danach, deine Verantwortung immer mal für ne Zeitlang abzugeben, und hast gleichzeitig Angst davor.

Maria:
Ja, stimmt genau! Und dieses Hin und Her in mir macht mich manchmal richtig kirre. Ob ich jemals den Mut dazu aufbringen würde, das auszuprobieren… Ich weiß nicht! Und trotzdem reizt es mich…
So, jetzt muss ich aber los. Die nächste Klientin wartet auf mich, und deine Mittagspause ist auch gleich vorbei. Hab noch einen schönen Tag!

Beide Frauen ahnten nichts davon, dass die Lautsprecherfunktion der Telefonanlage versehentlich nach einem Meeting noch angeschaltet war und Maris Chef, Frank, im Nebenzimmer das Gespräch unbeabsichtigt mit angehört hatte. Da er die Frauen nicht in eine peinliche Situation bringen wollte, konnte er den Raum nicht verlassen, um es auszuschalten, weil die beiden sonst durch die geöffnete Tür ihre eigenen Stimmen im Büro des Chefs durch die Lautsprecheranlage gehört hätten.
Frank schmunzelte… Mögli
cherweise hatte das Leben durch diesen Zufall eine Tür für sie beide geöffnet, die es möglich machen konnte, ihn und Maris Freundin Maria miteinander das erleben zu lassen, was beide sich schon länger wünschten, ohne eine Idee zu haben, wie sie zur Verwirklichung ihrer Bedürfnisse das passende Gegenüber hätten finden können.
Nun musste er nur noch heraus finden, wie er diese Maria unauffällig kennenlernen konnte, die nicht ahnend, dass er alles mitgehört hatte, und was das in ihm bewegt hatte, gerade noch im Vorzimmer bei seiner Sekretärin Mari saß.
Schließlich wollte er nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen…

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101. Neue Gestalten werden eingeführt (Maria + Frank)

Liebe Gäste im Blog von Maris Meister,
nachdem Mari und Joel inzwischen ein Jahr lang miteinander Erfahrungen gemacht haben innerhalb ihrer gewählten Macht- und Vertrauensspiele, wird es künftig in diesem Blog zwei weitere Personen geben, die miteinander einen ähnlichen Weg von Vertrauenserfahrungen in freundlicher Dominanz beginnen werden…
Da der Blog den Namen trägt „Maris Meister der sanften Dominanz“ soll der Name der Frau, die hier bald auftaucht, sich nur geringfügig ändern. Sie wird Maria heißen (um zum Namen des Blogs weiterhin zu passen) – nicht zu verwechseln mit unserer uns nun schon seit einem Jahr bekannten Mari. Das kleine „a“ am Ende des Namens unterscheidet die beiden: Mari und ihre Freundin Maria.
In der nächsten Zeit wird es dann hauptsächlich um Maria und Frank gehen, wenn auch Mari und Joel ab und zu immer mal auftauchen werden. Aber ich will nicht zu viel verraten…

Gespräch im Gartenrestaurant über Mari´s Chef Frank, der gleichzeitig Joels Freund ist –
und über Mari´s Freundin Maria 

Zwei_Erdbeereisbecher-Mari und Joel hatten beschlossen, ihre bewegende Wochenendreise, in der sie ihr einjähriges Miteinander gefeiert hatten, in dem Gartenrestaurant ausklingen zu lassen, in dem ihr gemeinsamer Weg vor einem Jahr begonnen hatte.
Sie saßen in der angenehmen Sommerabendstimmung an einem der kleinen Tische dort und ließen sich Eis mit frischen Erdbeeren schmecken.
Plötzlich fiel Joel etwas ein:
„Sag mal, Mari, wir haben ja noch nie explizit über deinen Arbeitsplatz geredet. Arbeitest du vielleicht in der Firma Lichtgeist und hast einen Chef, dessen Vorname Frank ist?“
Verwundert nickte Mari.
„…Und hast du eine Freundin, die Maria heißt und dich vor kurzem an deinem Arbeitsplatz besucht hat?“ fragte er weiter.
Erstaunt nickte Mari. „Woher weißt du das alles?“
„Weil ich von meinem Freund Frank vor kurzem Augen zwinkernd gefragt worden bin, ob meine Freundin Mari Heimrath heißen würde. Ich hatte im Zusammenhang mit unserer Fahrt deinen Vornamen ihm gegenüber neulich erwähnt. Und er meinte:  Dann wäre seine Sekretärin Mari und meine Freundin Mari nämlich die gleiche Person. ALs ich ihn fragte, wie er darauf gekommen war, erzählte er mir folgendes: Vor kurzem hatte er, weil der Lautsprecher wohl versehentlich angeschaltet geblieben war, ein Gespräch zwischen seiner Mitarbeiterin Mari und ihrer Freundin Maria, die in der Mittagspause zu Besuch kam, mitgehört, in dem auch mein Name fiel und die Reise am Wochenende erwähnt wurde.
Er konnte den Ton nicht abschalten, weil das ja vom Vorzimmer aus eingeschaltet war. Den Raum verlassen wollte er auch nicht, weil die beiden Frauen dann wahrscheinlich mitbekommen hätten, dass ihre Stimmen in seinem Zimmer deutlich zu hören waren, und in diese peinliche Situation wollte sie nicht bringen. So hatte er vermutet, dass du die Mari bist, von der ich ihm neulich im Zusammenhang mit der Wochenendfahrt erzählt hatte. Er erfuhr in dem Gespräch einiges Privates von den beiden Frauen.  Nun möchte er  jene Maria, die  wohl deine Freundin ist, möglichst gern kennen lernen, will dich aber nicht selbst nach ihren Kontaktdaten fragen, um dich nicht in eine unangenehme Situation zu bringen.“

„Das ist ja abgefahren! Ja, ich habe eine Freundin namens Maria. Sie kam mich letzten Mittwoch in meinem Büro besuchen, und wir hatten tatsächlich ein sehr persönliches Gespräch in der Mittagspause geführt. Dann ist dein Freund Frank und mein Chef Frank also die gleiche Person! Uff! So ein Mist! Das hat er also mitgehört… O jeh… ist das peinlich! Das war für keine Männerohren bestimmt. Was mach ich jetzt?“

„Am besten erst einmal gar nichts! Frank bringt niemanden in eine peinliche Situation, Er wird das für sich behalten. Er machte nur die Andeutung mir gegenüber, dass seine Neigung zu Marias Bedürfnissen eventuell passen würde und er sie gern kennenlernen wollte.“ 

„Schätzt du Frank als vertrauenswürdigen Mann ein, Joel?“

„Ja, unbedingt! Ich kenne ihn schon lange, und weiß, dass er achtsam und warmherzig ist und nach dem Tod seiner Frau sehr getrauert hat, Inzwischen würde er aber schon seit einiger Zeit gern wieder eine Partnerin kennenlernen wollen, die zu ihm passen würde. Weißt du, er hatte damals mit seiner Frau ähnliche Spiele gemacht, wie wir beide sie machen.“

Mari sagte nachdenklich: „Vielleicht ist das ein besonderer, ein hilfreicher Zufall gewesen. Meine Freundin Maria täte es sicher ganz gut, einen Mann zu finden, dem sie vertrauen könnte, der sie ein bisschen liebevoll an die Hand nimmt, wenn es um körperliche Nähe geht. Aber sie ergreift keine Initiative, jemanden kennen zu lernen, weil ihre Angst, an einen falschen zu geraten, verständlicherweise sehr stark ist.“

„Also Frank ist auf jeden Fall ein einfühlsamer Mann und würde behutsam mit ihr umgehen! Du hast ihn als Chef ja auch schon etwas kennengelernt. Wie ist dein Eindruck von ihm?“
Mari nickte. „Ja, er ist fast immer gelassen, geduldig und verständnisvoll – und geht auf alle Mitarbeiter freundlich ein.“
Joel schaute sie nachdenklich an. „Darf ich ihm ihre Kontaktdaten geben? Würdest du sie mir dafür anvertrauen?“

Mari überlegte ein Weilchen, legte schließlich eine Hand auf ihr Herz, schloss die Augen und stellte diese Frage nach innen. Ja, sie hatte ein ruhiges, gutes Gefühl dabei, Vielleicht würde beiden geholfen werden und sie würden füreinander das sein, was sie sich schon länger mehr oder weniger bewusst gewünscht hatten.
„Das Leben hat durch diesen Zufall ein Zeichen gesetzt, denke ich. Ja ich gebe dir Marias Anschrift und Telefonnummer zum Weitergeben an Frank. Sie ist ja Therapeutin und ist sowie im Netz zu finden. Vielleicht könnte er ja mal als Klient in ihre Praxis gehen, um mit ihr unauffällig ins Gespräch zu kommen…  Joel, es ist mir ein bisschen peinlich, dass mein Chef jetzt auch um meine Neigung weiß und eine Ahnung davon hat, was wir beide in unseren Treffen tun.“

„Er wird dich darauf sicher nicht ansprechen, Mari, und dieses Wissen ganz bei sich behalten. Da er ähnlich tickt wie ich, also sich zu dem Thema der sanften Dominanz auch hingezogen fühlt, wird er daran nichts Seltsames finden. Ich glaube, deine Freundin könnte sich mit ihm, falls die Chemie zwischen beiden  stimmt und daraus ein privates Miteinander werden sollte, sicher und in guten Händen fühlen.“

Nachdenklich sagte Mari: „Möglicherweise wird Maria damit ein Mann in den Weg gestellt, den sie selbst zwar nicht gewagt hätte zu suchen, der nun aber durch diesen seltsamen Zufall von allein bei ihr anklopft. Das Leben schreibt manchmal die seltsamsten Geschichten…“

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