72. Ist hier und heute etwas gefährlich?

Bei Joel – Den Gefühlen eine bewusst gewählte Bedeutung geben

Mari betrat Joels Wohnung und wie immer gab es bei der Begrüßung erst einmal eine feste und innige Umarmung. „Das tut gut, Joel!“ meinte Mari, die sich heute besonders beklommen fühlte, da sie vorher von ihm eine Nachricht bekam, in der er schrieb, dass er sie zum heutigen Rollenspiel mit einen Rock und einer durchgeknöpften Bluse erwartete, unter der sie nichts drunter tragen möge. Was sollte heute geschehen?
Als sie auf seine Frage nach ihrem Befinden: „Ziemlich aufgeregt“ antwortete, lächelte er sie an und meinte: „Wie gut! Stell dir vor, du wärest gleichgültig, da ist doch Aufgeregtheit viel besser! Ist lebendig und zeigt intensives Fühlen. Gefühle sind Kräfte. Wichtig ist nur, dass wir dahin kommen, dass nicht die Gefühle uns leiten, sondern dass wir die Gefühle leiten!“

Mari nickte, ja das klang erstrebenswert. So manches Mal fühlte sie sich von ihren Gefühlen gebremst. Nachdem sie Kaffee getrunken hatten, begann er das heutige Spiel mit der Ankündigung: „Heute werden uns mal ganz bewusst mit der Vielfalt der Gefühle beschäftigen. Es geht darum, sie bewusst wahrzunehmen, auszusprechen, anzuerkennen, dass sie da sind und sie so einzuordnen, wie es gut tut . Ich werde Gefühle anregen und du sagst mir, was du fühlst. Jedes Gefühl ist wertvoll, alles darf da sein. Die angenehmen und auch die unangenehmen.

Gefühle von Angst, Scham und Peinlichkeit fühlst du ja oft. Deshalb denke ich, dass es sinnvoll ist, wenn wir uns mit ihnen in der nächsten Zeit ganz bewusst beschäftigen, lernen und üben, sie richtig einzuordnen. Sie zeigen ja eine Art Warnung, die im Körper durch alte Vorerfahrungen gespeichert ist. Diese Warnung sollte ernst genommen werden und nicht abgewertet werden. Und dann kommt das Deuten hinzu, also ihnen eine von dir jetzt gewählte bewusste Bedeutung zu geben. Du kannst dich bei jedem Gefühl fragen:
Ist das hier und jetzt eine ähnliche schlimme oder gar gefährliche Situation wie damals?
Und wenn du dadurch, dass du dir diese Frage nach dem, was jetzt ist, in die Gegenwart kommst, und vielleicht erkennst: Hier ist nichts gefährlich oder verboten oder schlimm, kannst du dir sagen: „Heute ist es okay, was gerade geschieht, was ich tue oder was ich zulasse“ – vorausgesetzt du siehst es so. Es geht darum, jedes Gefühl wahrzunehmen, dir diese Frage zu stellen, eine Entscheidung darüber zu treffen, welche Bedeutung du ihm heute geben willst, und bewusst mit ihm durch die Situation gehen.“ Ich werde dazu einige Gefühle auslösen, damit du das erfahren kannst. Steh mal auf und stell dich mir gegenüber dazu.“

Beide standen auf und stellten sie gegenüber.

Joel sagte ruhig, wohl wissend, welche Gefühle er bei Mari gleich auslösen würde: „Knöpfe dir die Bluse auf, ganz langsam und bewusst.“
Sie zögerte und begann schließlich langsam mit den ersten beiden Knöpfen. Von ihm dabei so deutlich betrachtet zu werden, machte es ihr besonders schwer.
Nach einem kleinen Moment fragte er:
„Wie geht es dir dabei, was fühlst du dabei?“
Verlegen schaute sie ihn an. Es war heftig, was sich in ihr bemerkbar machte.
„Peinlichkeit? Scham?“ half er ihr weiter.
Sie nickte wortlos und wartete ab.
„Ja, ich habe das vermutet. Das ist okay. Nun die Frage: Meinst du, dass es einen aktuellen Grund gibt, dich zu schämen? Wir kennen uns nun schon länger, und du hast dich entschieden, mit mir diesen Weg zu gehen. Du bist erwachsen und darfst diese Entscheidung treffen. Gibt es jetzt und hier einen Grund, dich zu schämen? Machst du etwas Falsches?“
Mari schüttelte den Kopf.
„Es ist also ein altes Gefühl, das wie von selbst abläuft. Nimm es wahr, und mach einfach weiter, auch wenn das Schamgefühl noch da ist – Knopf für Knopf mit dem Gedanken: „Ich erlaube es mir! Ich darf das.“ Zieh die Bluse ganz aus dem Rock und mach alle Knöpfe auf.“
Es kostete Mari viel Überwindung und Joel wusste das.
„Das machst du gut, Mari“, bestärkte er sie. „Ich weiß, es fällt dir nicht leicht.“

Als sie beim vorletzten Knopf angekommen war, fragte er sie: „War der letzte Knopf genauso schlimm wie der erste?“ Sie spürte nach und schüttelte den Kopf „Nicht ganz so.“
„Gewöhnung macht ne Menge!“
Schließlich stand sie mit offener Bluse vor ihm. Erleichtert nahm sie wahr, dass die rechte und linke Seite der Bluse so über ihrem Oberkörper hing, dass nicht allzu viel von ihrer nackten Haut hervor schaute.

Joel brachte einen Stuhl und wies sie an: „Nun setz dich auf den Stuhl.

Wie dieses Spiel weiter geht, ist im nächsten Kapitel zu lesen, das übermorgen erscheint.

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62. Wann wird das Kribbeln zur Angst? (1)

Bei Joel – Ein Gespräch über´s Prickeln

Nach einer Viertelstunde Verspätung stand Mari etwas atemlos vor Joels Tür und erklärte ihm mit einer Entschuldigung, dass ein Bus ausgefallen war.
„Das kann passieren,“ antwortete er gelassen, „es ist alles gut. Setz dich auf die Couch. Was magst du trinken?“
„Gerne ein Glas Wasser.“ Sie nahm auf der in letzter Zeit bereits immer ausgezogenen Couch Platz. 
Er holte ihr ein Glas Wasser und und setzte sich neben sie.
„Mir ist unser letztes Spiel noch ziemlich präsent, auch wenn es nur kurz war, aber das Gefühl, als du mir gesagt hattest ´Jetzt bist du meine Gefangene´ und mich dabei festgehalten hast, das hat mich noch weiter bewegt.“
Interessiert schaute er sie an. „Was hat dich daran bewegt? Wie hat es sich im Nachhinein angefühlt?“
Es in Worte zu fassen, war nicht so leicht… „Einerseits etwas unheimlich, andererseits auch irgendwie prickelnd, aber real würde ich das nicht erleben wollen!“
„Würdest du nicht? Obwohl es prickelt?“
„Na ja, wie so oft, sind beide Anteile ziemlich gleich stark vorhanden. Eben auch die Angst. Ich glaube ich habe auch davon geträumt, bin heute morgen ziemlich verkrampft in meinem Bett aufgewacht und hatte noch Fetzen davon in Erinnerung…“
„Wovor hattest du Angst? Wie könntest du sie beschreiben? Hattest du Angst vor mir?“
„Das fühlt sich so nicht richtig an. Nein, ich hatte nicht wirklich Angst vor dir, aber trotzdem so eine diffuse Angst, eher vor meinen Gefühlen in so einer Situation.“
„Wie meinst du das?“
„Na ja, manchmal wird dieses bestimmte Prickeln, von dem wir schon neulich sprachen, so heftig, dass es sich richtig schlimm anfühlt und schwer auszuhalten ist…“
„Schlimm? Ich würde mal sagen, das Spiel beginnt. Erzähl mir etwas mehr vom Prickeln.“
„Das Prickeln fühlt sich sehr lebendig an – manchmal aber wird es so heftig, dass es mir Angst macht. Das spüre ich sowohl gefühlsmäßig als auch körperlich, und wenn es eine gewisse Schwelle erreicht, also sehr intensiv wird, dann fühlt es sich schon manchmal richtig schlimm an.“
Joel versuchte Mari besser zu verstehen und fragte nach: „Was ist daran für dich schlimm? Die meisten Menschen suchen ganz bewusst das Kribbeln, weil es so herrlich aufregend ist.“
„Na so herrlich ist das für mich nicht immer, und nicht nur“, erklärte sie ihm, „weil ich eben auch gleichzeitig einiges an Angst in mir trage. Ich glaube das hängt ganz vom der Intensität ab. Eine gewisse Menge an Aufregung ist spannend und fühlt sich lebendig an, wenn sie aber zu intensiv wird, macht sie mir Angst.“
Er nickte. „Ja, das verstehe ich. Was befürchtet denn deine Angst in solchen Momenten. Was könnte passieren?“
Mari fiel es schwer darauf zu antworten… „Das kann ich gar nicht so genau sagen, diese Angst ist so… so unbestimmt…  Oft hat sie mit körperlicher Unterlegenheit zu tun.“
Joel lächelte verhalten. „Naja, dass eine gewisse Unsicherheit und ein Gefühl von Unterlegenheit entsteht, das ist ja gewollt in solchen Spielen…“
Er schaute sie aufmerksam. Also obwohl du mich inzwischen schon ganz gut kennst und ja einiges an Vertrauen gewachsen ist, führt das Kribbeln, wenn es sehr intensiv wird, immer noch zu Angst in dir?“
„Ja, tut mir leid, so ist es manchmal…“ bestätigte Mari verlegen. „Da gibt es in mir wohl Verknüpfungen in meinem Hirn, die nicht wirklich angemessen sind.“
Er schaute sie freundlich an. „Ja, das ist wohl so. Aber dafür brauchst du dich nicht zu entschuldigen, Mari. Manches sitzt eben sehr tief… Nun daran arbeiten wir ja auch ein wenig, nicht wahr?“
Sie nickte. „Ja, ich wünschte mir, ich könnte mit weniger Angst reagieren.“
 Er hielt ihr seine Hände hin: „Magst du mir deine Hände geben?“

Wie es in diesem gerade beginnenden Spiel weitergeht, erscheint übermorgen…

Geschrieben von Raffael und Miriam

 

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Ein Gedanke zu Weihnachten

Leuchten will es vor allem im Herzen,
dann ist es mehr als nur Licht der Kerzen.
Es wird zum hellen Hoffnungsschimmer,
dass die Liebe lebendig ist für immer.
Helga Schäferling

Immer öfter und immer tiefer den Schimmer in uns zu fühlen,
dass die Liebe in mannigfaltiger Weise lebendig ist,
und sie immer bewusster, mutiger und kraftvoller auszudrücken,
wünscht dir und uns allen
eure Miriam

42. Oma´s Segen – eine heilende Begegnung zwischen Raum und Zeit

Bei Mari:  Eine neue Freiheit – aufgewühlte Gefühle finden Frieden

Nach einer Fußmassage, die Mari von Joel gestern in einem ihrer Meisterspiele bekommen hatte, schlief sie in dieser Nacht wieder einmal sehr unruhig, wachte früh am Morgen auf und spürte ein unangenehmes Zittern in ihrem Körper. Diese Berührungen gestern an den Füßen waren nicht nur entspannend, sondern auch aufregend gewesen…

Ruhig, ganz ruhig, sprach sie begütigend zu ihren Körperzellen, alles ist in Ordnung. Alles ist okay! Wir durften das. Wir sind kein Kind mehr – wir dürfen alles fühlen, was wir fühlen möchten.
Dennoch waberten viele Gefühle und aufgeregte innere Stimmen weiterhin in ihr hin und her, was sich unangenehm in ihrem Körper bemerkbar machte.
Die Fußmassage gestern war anders als alle, die sie bisher erlebt hatte.
Sie spürte nach… Was war das Schwierige, das sie zittern ließ und so in Unruhe versetzte?
Sie richtete ihre Aufmerksamkeit auf ihre Füße und fragte nach innen:
„Hat euch etwas weh getan?“  „Nein!“
„War etwas eklig?“  „Nein!“
„War etwas schön?“ „Ja!“

„Warum seid ihr so aufgeregt?“
„Wir dürfen das nicht!  Es fühlt sich so falsch an!“

Das waren eindeutig nicht die Füße, die da sprachen.
„Wer hat das Gefühl, das nicht zu dürfen?“ fragte Mari nach innen.
Ein kleines, zartes vierjähriges Mädchen meldete sich.
„Linchen, mein Schatz,“ begrüßte Mari ihr inneres Kind. „Das dachte ich mir, dass du es bist, die so aufgeregt ist. Komm mal her“, liebevoll nahm sie in ihrer Vorstellung ihr inneres Kind auf den Schoß. Mir kannst du jetzt alles sagen.“
„Ich hab solche Angst,“ sagte die Kleine aufgeregt zu ihrer Großen. „Das hat sich gestern so verboten angefühlt. Oma wird schimpfen – und wie sie schimpfen wird… schreien… vielleicht auch hauen…? Und… da waren einmal so komische Gefühle da an der Fußsohle, ui jui jui…“, vertraute sie ihrer Großen an.
Die nickte und meinte: „Das war neu und unbekannt, stimmt´s?“
„Ja, irgendwie so… ich weiß nicht, finde kein Wort. Auf jeden Fall glaube ich, wir dürfen das nicht.“
„Es sind also zwei Sachen, die dir zu schaffen machen,“ stellte Mari fest, und drückte die Kleine an sich. „Einmal das Gefühl, etwas Verbotenes erlebt zu haben, und zum anderen dieses fremde, unbekannte verunsichernde Körpergefühl, ja?“
„Ja!“ Erleichtert kuschelte Linchen sich in die Arme ihrer Großen, sie hatte sie verstanden, das war gut!

Was tun, spricht Zeus? fragte sich Mari und spürte in sich hinein.
Sollte, wollte sie diesen Weg ins Unbekannte, den sie mit Joel begonnen hatte, abbrechen? Wäre das nicht vernünftiger, um sich selbst vor Schmerz, Angst und Peinlichkeiten zu bewahren?
Sie lauschte nach innen. Ein deutliches Nein!
Weiter gehen? Ein klares Ja erschien auf der Bildfläche.

Plötzlich erschien ihre Oma. Die Kleine kuschelte sich tiefer in die große Mari hinein.
„Au weia, jetzt gibt´s Ärger!“
Aber nein… so sah Oma gar nicht aus.
Fließend veränderte sich die Bildfläche. Oma saß in ihrem weinroten Sessel von damals. Mari saß vor ihr auf der Fußbank – das kleine Linchen hatte sich tief in ihrem Herzen eingekuschelt.
Oma trug ihren grau-silbernen Kleiderrock mit der dunkelbunten Bluse. Ernst und liebevoll sah sie Mari an und nahm ihre Hand in ihre, streichelte mit dem Daumen kleine Kreise auf den Handrücken. Erstaunt sah Mari, dass Omas Augen feucht waren.

„Mein lieber Schatz,“ begann ihre Oma zu sprechen, „ich bin durch Raum und Zeit zu dir gekommen, um dir etwas wichtiges zu sagen…“
Aufmerksam und gespannt sah Mari ihre Oma an.
„Du weißt, dass ich dich immer lieb gehabt habe, auch wenn ich damals oft aufbrausend war und dir viel zu viele Verbote und Regeln gegeben habe?“
Mari nickte und drückte die Hand ihrer Oma zärtlich.
„Ja, Oma, ich weiß das, und ich bin dir so dankbar, dass du mich in den Jahren, in denen ich nicht bei Mutti leben konnte, bei dir aufgenommen hast. Ich weiß jetzt, wo ich erwachsen bin, wie viel Kraft dich das gekostet haben muss.“
„Ja mein Schatz, ich war oft am Rande meiner Nervenkraft und ich hatte viel Angst um dich. Aber mit dieser Angst habe ich dich fast erdrückt, das weiß ich jetzt. Du warst, obwohl du dir immer Mühe gegeben hast, ruhig und brav zu sein, dennoch ein so lebendiges Mädchen, hast Fragen gestellt, die ich nicht beantworten konnte, hast Dinge gemacht…mit deinem Körper…
Beschämt nickte Mari. Ja, sie hatte es nicht lassen können. Immer wieder mal hatte sie sich selbst auf eine Weise berührt, die wohl nicht richtig gewesen war. Dabei hatte sie diesen schönen Gefühlen, die dabei entstanden waren, selten widerstehen können. Danach kam immer das schlechte Gewissen und der Vorsatz, es nie wieder zu tun – bis zum nächsten Mal…
Und oft hatte die Oma sie dabei erwischt, geschimpft und ihr gedroht, sie würde krank werden davon und  ins Krankenhaus kommen. Schreck… Angst… Schuldgefühle… schlechtes Gewissen waren ihre Begleiter durch die Jahre ihrer Kindheit – und nicht nur deswegen, vieles gab es, was Mari Omas Meinung nach „falsch“ machte…

„Mari, du hast damals nichts Falsches gemacht, gar nichts!“ sprach plötzlich die Oma in ihre Gedanken hinein. „Ich war es, die Fehler über Fehler gemacht hat, aber nur weil ich es nicht besser wusste und dich beschützen wollte. Es ist lange schon an der Zeit, dir dies zu sagen. Heute habe ich endlich einen Weg gefunden, zu dir zu kommen und dir das sagen zu können. Bitte schau mich an, mein Schatz.“
Mari hob den Blick, den sie eben noch beschämt nach unten auf den alten Teppich von damals gerichtet hatte. Und auch das kleine Linchen schaute die Oma neugierig an. Was würde jetzt kommen? Die Oma war so anders…so besonders… Und es sah aus, als wäre ein Licht um sie herum und strahlte aus ihr heraus.
Oma drückte die Hand ihrer Enkelin ein bisschen fester.

„Mein Liebes, was ich dir jetzt sage, kommt tief aus meinem Herzen und ist sehr, sehr wichtig:
Nicht du warst es, die damals etwas falsch gemacht hat. Das war ich! Weil ich es nicht besser wusste und konnte. Aber jetzt, hier und heute sage ich dir:

Du darfst alles fühlen und zulassen, was du selbst möchtest.
Du darfst auch erotische Gefühle haben und mit anderen teilen.
Du darfst dich auch damit wohlfühlen!

Hörst du mein Schatz: Ich nehme hiermit alle Verbote zurück!!!

Ich wollte dich damit ja nur davor bewahren, den gleichen Schmerz mit Männern zu erleben, wie ich ihn als junge, unschuldige Frau zugefügt bekam. Nun, vor diesen Schmerz bist du bewahrt worden, dafür entwickelten sich aber andere, nicht wahr?“

Mari nickte traurig… „Ja, Oma, ich hatte so viele Schuldgefühle! Immer wenn ich etwas zugelassen hatte, was den Raum der „Unschuld“ verließ, fühlte ich mich schlecht. So vieles habe ich mich nicht getraut. So oft habe ich dann Beziehungen abgebrochen, weil ich die Gefühle von etwas vermeintlich Schlimmen nicht aushalten konnte.“
Ihr kamen die Tränen, weil sich so vieles in ihrem Leben so kompliziert und unmöglich anfühlte…

„Mari, mein Schatz, sieh mir bitte in die Augen.“
Mari wischte sich die Tränen ab und hob wieder ihren Blick nach oben zur Oma…

„Nochmal, weil es so wichtig ist: Ich nehme alle Verbote zurück!


Du darfst und du sollst dich lebendig fühlen und tun, was sich für dich gut und spannend anfühlt.
Wandere auf den Wegen, die sich für dich gut anfühlen.
Mach die Experimente, die dich anziehen!
Lass das Feuer, das nie tot zu kriegen war, nun in einer ganz neuen Freiheit in dir lebendig sein.
Trau dich, Neues zu entdecken – und wisse dabei:

Meinen Segen hast du!

Und wenn du wieder einmal etwas erlebst, was sich irgendwie „verboten“ anfühlt, erinnere dich an die Begegnung mit mir heute. Ich sage es nochmal:

Meinen Segen hast du!

Du bist frei, wirklich frei, das zu tun und zu fühlen, was du erleben möchtest, du bist frei, das zuzulassen was du ausprobieren und spüren möchtest, und dich dabei gut zu fühlen.

Du bist es wert, alles, wozu du ein inneres Ja fühlst, zu erleben.

Frage dich immer, was dein Körper dazu sagt, ob es angenehm oder unangenehm ist, ob er mehr davon möchte oder nicht. Wenn ein „Ja“ in deinem Körper fühlbar ist, mach was immer du möchtest. Wenn du ein „Nein“ spürst oder ein „Noch nicht“, dann achte jedoch auf dich, mein Schatz. Lass nichts zu, was sich für dich unangenehm anfühlt, weil es ein anderer will!
Für keinen Menschen der Welt ist es richtig, etwas zu tun oder geschehen zu lassen, womit du dich nicht wohl fühlst! Nur du und dein Empfinden sollen deine Richtschnur sein für das, was du tust oder zulässt. Und weil es so wichtig ist, zum dritten Mal:

Meinen Segen hast du für alles, was du selber willst!

Es gibt nichts Falsches dabei! Das weiß ich jetzt.
Mach es nicht so wie ich – mach es anders – mach es so,
wie du es in jedem Moment in deinem tiefsten Innern willst.
Da spüre hin – das lass dein Wegweiser sein. Das und nichts anderes!
Willst du das tun? Du tust es in allererster Linie für dich!
Doch auch ich und einige andere hier in meiner Welt, werden sich mit daran freuen.“

Mari nickte, während ihr die Tränen über die Wangen liefen.
„Ja, Oma, ja!
Ich will nur noch meinem Inneren treu sein und dem folgen, was ich fühle.
Ich danke dir so, so sehr!“

Liebevoll nickte die Oma ihrer Enkelin zu, ein Strahlen breitete sich auf ihrem Gesicht aus und ihre grauen Löckchen wackelten ein bisschen.
Sie erhob sich aus ihrem Sessel und breitete ihre Arme aus. Mari ließ sich hinein fallen und beide drückten sich ganz herzlich.
Voller Liebe hielt die Oma Mari zusammen mit dem kleinen Linchen, das alles aufmerksam im Herzen von Mari mitverfolgt hatte, in ihren Armen.
Lange verweilten sie in einer so innigen Umarmung, wie sie heilender und liebevoller nicht hätte sein können. Irgendwann lösten sich alle Grenzen auf, und die Energie der erlaubenden, segnenden Oma floss in Mari hinein.

Glücklich und entspannt fand sie sich zuhause in ihrem Bett wieder und fühlte eine wunderbare Ruhe in sich.

Ja, sie würde sich trauen, Neues zu erleben! Den Segen der Oma hatte sie – er würde ihr nun Kraft geben. Und wann immer sich die alten Verbote meldeten, die möglicherweise aufgrund der Jahrzehnte alten Gewohnheit, in diesen Verneinungs-Bahnen zu denken und zu fühlen, noch immer in ihren Hirnwindungen eingewoben waren, würde sie sich sagen:

Ich habe Omas Segen!
Ich will und darf Neues zulassen.
Ich bin es wert, das zu tun und zu empfinden,
was sich gut und lebendig anfühlt.
Nur mein inneres Empfinden ist mein Kompass
für mein Ja und mein Nein.
Alles darf sein!

Ich erlaube mir,
mich auch mit Neuem gut zu fühlen. 
Ich bin es wert!
Nichts, was ich fühle, ist verkehrt.
Ich entscheide das allein –
und so soll es sein!

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25. Bei Angst um eine Umarmung bitten

Bei Mari – Angst kommt und Angst geht

„Bevor wir mit dem beginnen, was ich heute vor habe, möchte ich deine Hausaufgaben sehen, Mari. Es sind ja nun schon einige Wochen vergangen, seit ich sie dir gegeben hatte.“

„Ja, Meister.“ Aufgeregt verließ Mari das Zimmer, um das schwarze Gewand, in das sie bunte Ornamente sticken sollte, zu holen. Würde es ihm gefallen? Hatte sie genügend gestickt? Hatte sie es gut genug gemacht? Plötzlich fühlte sie sich wie ein kleines Schulmädchen…
Nervös hielt sie es ihm hin, und er betrachtete es in Ruhe.

„Das hast du gut gemacht, Mari. Dafür dass du meintest, nicht sticken zu können, ist es doch schon sehr schön geworden. Ich sehe, dass du dir Mühe gegeben hast. Weiter so!
Und was ist mit deiner anderen Hausaufgabe?

„Oh, daran habe ich nicht gleich gedacht. Entschuldigung. Ich hole es sofort!“

„Ganz in Ruhe, Mari.“

„Ja, Meister.“

Gehorsam verließ sie den Raum, um das Gewünschte zu holen, und Joel lächelte…
Immer mehr fand seine Schülerin in ihre Rolle hinein, ohne anfangs vor Angst zu erstarren.
Mari kam wieder mit einem schön verzierten Blatt Papier, auf dem die Worte der für sie wertvollsten Regel stand, die er ihr in ihrem ersten gemeinsamen Spiel gegeben hatte:

F E H L E R   D Ü R F E N   S E I N !

„Hast du täglich etwas hinzu gefügt von diesen schönen Verzierungen, die ich da sehe?“

„Ja, Meister, ich habe an jedem Tag etwas gemalt und etwas gestickt.“

„Und wie ging es dir damit?“

„Es hat mir Spaß gemacht. Selbst das Sticken, das bisher gar nicht so mein Ding war, machte mir irgendwie Freude.“

„Das freut mich zu hören, Mari!
Auf das Blatt mit der Fehler-Regel passt ja inzwischen kaum noch etwas drauf. Das hast du schön gestaltet in all den Wochen – damit darf es nun genug sein. Es gefällt mir gut. Und vielleicht ist ja dadurch, dass du dich jeden Tag mit diesen drei so wichtigen Worten beschäftigt hast, deine Angst, Fehler zu machen, schon etwas gesunken? Wir werden sehen…
Wo hängst du es auf?“

„Ich habe einen Rahmen besorgt und in meinem Schlafzimmer einen Nagel in die Wand gehauen dafür.“

„Schön, Mari!
An dem Gewand wirst du weiter sticken, immer wenn du etwas erlebst, was unerwartet kam und gut geworden ist, oder wenn du irgendetwas erlebst, wofür du dankbar bist, was auch immer es sein mag, sticke etwas kleines Buntes hinein – so wie du es bisher ja schon gemacht hast. Wenn du zu mir kommst, möchte ich, dass du es immer dabei hast. Und wenn ich zu dir komme, sollte es schon immer unaufgefordert hier in deinem Wohnzimmer liegen, damit ich es mir anschauen kann. „

„Ja, Meister.“

„So weit so gut.
Jetzt wiederhole mal die Regeln, die ich dir bisher gegeben habe.“

„Fehler dürfen sein.
Ich rede dich mit Meister an.
Wenn du zu mir kommst, soll ich vorher nicht aufräumen und putzen.
Den Beginn und das Ende einer Übung und des gesamten Spiels bestimmst du.“

„Diese Regeln hast du dir gut gemerkt, Mari…“

Mari lächelte.

„… es gibt aber noch eine.“

Mari überlegte… Mist! Es wollte ihr nicht einfallen, welche Regel es noch gab…

Nervös sah sie Joel an. Er wartete, schaute sie einfach nur an.

„Entschuldige bitte, Meister, ich weiß jetzt nicht, welche du meinst.“

Joel malte lächelnd ein Fragezeichen in die Luft.

„Ach ja! Ich soll keine vermeidbaren Fragen stellen.“

„Ja Mari, na da hast du doch noch gut die Kurve gekriegt!
Ich möchte dir zu dieser Regel noch etwas mit auf den Weg geben. Ich beschreibe meine Anordnungen stets so klar wie möglich. Dennoch kann es sein, dass zwischendurch mal eine Situation entsteht, wo es dir unvermeidbar erscheint, mich etwas zu fragen. Wenn du nicht weiter weißt, und unbedingt eine Frage stellen musst, dann bitte darum mit dem Satz: `Meister, ich bitte darum, eine Frage stellen zu dürfen´. Bedenke dabei: Prüfe vorher genau, ob die Frage unvermeidbar war – denn ich werde das auch tun. Lege deinen Fokus darauf, möglichst gar keine Fragen zu stellen. Auch wenn du nicht sicher bist, ob du eine Aufgabe richtig verstanden hast, ist das kein Grund nach zu fragen. Dann erfülle sie so, wie du es meinst verstanden zu haben und wie du es kannst. Sollte daran etwas nicht so sein, wie ich es meinte, dann werde ich dich korrigieren, daran ist nichts Schlimmes! Ich möchte, dass du dich daran gewöhnst, nicht perfekt sein zu können, und dass das kein Problem darstellt.“

Mari nickte beklommen. Gerade mit dieser Regel hatte sie am meisten Probleme.

„Nun beginnen wir mit einem Gedankenspiel,“ fuhr Joel fort.
„Was würdest du sagen, wenn ich jetzt von dir verlangen würde, dich nackt auszuziehen?“

Mari erstarrte.
Jetzt geht es los! Dachte sie. Jetzt muss ich… O Gott, ich kann das nicht… Dabei habe ich es doch irgendwie selbst gewollt, aber jetzt… es geht einfach nicht! Was soll ich bloß tun…?!

„Mari, schau mich an.“

Sie konnte sich nicht bewegen, nicht mal den Kopf heben…

Ihr Meister machte einen Schritt auf sie zu, legte behutsam eine Hand unter ihr Kinn und hob ihren Kopf etwas hoch, so dass sie ihn anschauen musste.
„Mari, ich verlange das doch jetzt gar nicht von dir.
Soweit sind wir noch nicht – das ist mir doch klar.
Ich habe dich lediglich gefragt, was wäre wenn…
Was würdest du dann sagen?
Und so wie es jetzt aussieht, würde es dir schwer fallen, überhaupt etwas zu sagen, stimmt´s?“

Mari nickte. Er öffnete einladend seine Arme für sie. „Möchtest du?“
Sie atmete erleichtert aus. Tatsächlich konnte sie sich in seiner Umarmung etwas entspannen…
Wie gut es tat, wenn er sie in seinen Armen hielt. Ihr Stress wurde weniger, die Angst beruhigte sich…

„So ist es gut,“ flüsterte er. „Du brauchst keine Angst zu haben, alles ist gut. Du musst niemals etwas tun, was dir absolut widerstrebt, Mari – niemals! Das verspreche ich dir!“
Mit diesen Worten setzte er sich mit ihr auf die Couch und legte seinen Arm um sie.
Ich wollte dich nicht so sehr erschrecken.
Es sollte lediglich ein Gedankenspiel sein: „Was wäre wenn…“

„Ich dachte, ich sollte jetzt gleich…“

„Beschreibe mir jetzt mal, was bei diesen Worten in dir passiert ist.“

„Alles in mir verkrampfte sich. Ich konnte mich nicht bewegen und auch nichts sagen. Es ging nicht. Und es dachte in mir immer nur: Ich kann nicht! Jetzt geht´s los! Was mach ich bloß?!!!

„Mari, du hast jederzeit die Möglichkeit zu sagen: „Die Ampel ist rötlich orange oder gar rot, dann brechen wir das Spiel ab oder unterbrechen es, bis es dir wieder besser geht und wir einen Konsens gefunden haben, ob und wie es weiter gehen könnte. Insofern behältst du in Wahrheit immer die Kontrolle über das, was du zulassen möchtest und was nicht. Gerade in deiner tiefen Verletzlichkeit musst du immer eine Tür zum kurzfristigen Ausstieg oder Abbruch haben.“

Marie nickte erleichtert: „Danke, dass du mich daran erinnerst, manchmal vergesse ich diese Möglichkeit in all der Aufregung.“

„Das war eben kurz vor einer Panikattacke, stimmt´s?“

„Ja, aber durch deine Umarmung und das Gespräch jetzt ist sie wieder abgeflaut.“

„Das freut mich sehr, Mari! Wie geht es dir jetzt körperlich?“

„Mir ist kühl und ich zittere.“

Fürsorglich legte er eine Decke um sie.

„Lass es ruhig zittern, Mari, das hört von allein wieder auf. Die Angst zittert sich aus…
Das darf sie.“

Sie lehnte sich an seine Schulter und ließ ihren Körper machen, was er machen musste…
Obwohl das Zittern und das damit verbundenen Schwächegefühl nicht angenehm war, fühlte sie sich seltsam geborgen. Es tat gut, sich anzulehnen. Sie musste ihren Körper einfach nur machen lassen… Es war nicht schlimm… Sie durfte so sein, wie sie sich fühlte…
Ihr Meister nahm sie an so wie sie war.
Und diese Angstattacke ging schneller vorüber als beim letzten Mal.

„Schau mal, Mari, es wird schon langsam dunkel draußen. Hast du eigentlich Kerzen im Haus?“ fragte ihr Meister und holte sie damit in die Gegenwart zurück.“

„Ja, hab ich.“

„Das ist schön,“ nickte Joel, „hol uns mal eine Kerze hierher, stell zwei andere dort drüben auf das Regal und zünde sie an. Sofort stand Mari von der Couch auf, um die Kerzen aus dem Schrank zu holen.“

„Bitte hole uns doch auch eine neue Wasserflasche, diese ist schon fast leer.“

„Ja, gern.“ Sie holte die gewünschte Flasche.
Als sie sie auf den Tisch stellte, fiel ihr auf, dass das Zittern sich gelegt hatte.
„Es geht mir wieder besser, Meister.“

„Das freut mich, Mari. Du siehst, die Angst kommt und geht auch wieder.
Ich glaube fest, dass sie nach und nach weniger schlimm werden wird und du dich mit der Zeit mehr entspannen kannst. Und weißt du, was mich freut?“

Mari schüttelte den Kopf.

„Dass meine Arme dir anscheinend Wärme und Sicherheit vermitteln können und du dich in unserer Umarmung inzwischen so geborgen fühlst, dass dein Bedrohungsgefühl darin nach lässt.
Das ist etwas, das wir ganz leicht tun können – und immer zur Verfügung haben.“

Mari nickte… „Ja, irgendwie stimmt es. Wenn du mich in deinen Armen hältst, wird mein Körper ruhiger und der Stresspegel sinkt.“

„Wunderbar! Daraus wird jetzt die nächste Regel, Mari:

BEI ANGST UM EINE UMARMUNG BITTEN.


„Ich hoffe bloß, das gelingt mir in dieser Starre, in der ich mich dann, wenn die Angst mich derartig überfällt, meist befinde. Ich kann es dir nicht versprechen, dass ich das immer schaffe, auch wenn ich es grundsätzlich gerne will, aber ich will mein Bestes tun, es umzusetzen.“

„Gut, Mari, deine Bereitschaft ist da. Und ich bin ja auch präsent und erkenne meistens schnell, wenn du in Angstzustände kommst. Wenn ich sehe, dass du nicht um eine Umarmung bitten kannst, dann umarme ich dich, ohne dass du darum bittest, so wie bisher ja auch. Aber wenn du es kannst, dann sprich es aus. Hast du das verstanden?“

„Ja, Meister!“

„Diese Regel wird zu deiner nächsten Hausaufgabe: Ich möchte, dass du sie auch auf ein großes Blatt Papier schreibst und sie täglich anschaust und farbig gestaltest.“

BEI ANGST UM EINE UMARMUNG BITTEN.

„Ja, gern Meister!“

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23 Der „innere Meister“ bringt Klärung

Bei Mari zuhause – eine entscheidende Antwort

Still und gedankenverloren saß Mari Joel gegenüber. Es war ein entscheidender Schritt, den sie nun tun musste… Dabei konnte er ihr nicht helfen. Er konnte einfach nur da sein und warten – ihr in seiner Präsenz zeigen, dass alles okay ist.
Okay wäre es, wenn sie nein sagte.
Okay wäre es, wenn sie ja sagte.
Und okay war es, wie lange sie auch immer zu ihrer Entscheidung brauchen würde.

Auf dem Spaziergang, von dem sie gerade zurück gekommen waren, hatte Joel sie gefragt, ob sie diesen Weg der Machtspiele und Vertrauensübungen mit ihm weitergehen wolle, und ob sie noch immer das Anliegen hatte, dabei auch den Bereich der Erotik einzubeziehen, wohl wissend, wie stark ihre Ängste in diesem Bereich waren.
Ja, genau aus diesem Grund brauchte er und brauchte vor allem sie selbst es, dass sie sich noch einmal bewusst und deutlich dazu bekannte und ihren Wunsch diesbezüglich bekräftigte.

Joel würde mit ihr weitergehen, das hatte er ihr deutlich gesagt.
Aber er wollte, dass sie sich ihrer eigenen Entscheidung ganz bewusst war, dass sie noch einmal ganz klar die Verantwortung dafür übernahm, um dann einen Teil dieser Verantwortung in seine Hände legen zu können.
„Nur von dem, was du bewusst in der Hand hältst, kannst du etwas abgeben,“ hatte er ihr erklärt.

Jetzt war es an ihr, JA oder NEIN dazu zu sagen.
Sie spürte nach innen… War diese Stimme, die sie ab und zu mal in ihren Gedanken vernahm, jetzt auch da?
Sie hatte ihn ihren „inneren Meister“ genannt.

Meister in mir, was sagst du zu dieser Frage?
Kurz nachdem sie die Frage nach innen gerichtet hatte, „hörte“ sie diese Stimme, die sie fragte:
Wie würde es sich anfühlen, wenn du den Weg abbrichst an dieser Stelle?
Sie hatte ein trauriges, leeres, graues Empfinden.
Wie würde es sich anfühlen, jetzt JA zu sagen?
Etwas in Mari kribbelte aufgeregt lebendig.
Sie war schon so lange in ihrem Leben vernünftig und vorsichtig gewesen.
Jetzt wollte sie etwas anderes. Sie wollte das Lebendige, das Abenteuer, die Herausforderung – mit allen Ängsten, die auch dabei waren. Das spürte sie jetzt ganz deutlich.

Ja, du mein innerer Meister, mein Ratgeber, ich bin bereit!  hörte sie sich denken.
Und:
„Ja, Joel,“ hörte sie sich sagen, „ja, ich stehe zu dem, was ich anfangs vor einigen Wochen sagte: ja ich bin bereit!“

Joel nickte lächelnd, reichte Mari die Hand und antwortete ihr: „Ja, Mari, und ich bin an deiner Seite!“

Als sie seine angebotene Hand nahm, gab er ihr einen hauchzarten Kuss darauf, ließ sie wieder los und sagte: „Das Spiel beginnt.“

Nun war es der Meister, der ihr gegenüber saß, und sie fragte: „Gilt dein Ja auch für mich?“

Mari schaute ihn an, sah in seine klaren, kraftvollen Augen, spürte das ihr nun schon bekannte Gefühl der Aufregung, das sich in ihr ausdehnte und nahm allen Mut zusammen: „Ja, Meister, mein Wunsch gilt auch für dich.“

Ihr Meister nickte lächelnd: „Was ist dein Wunsch, Mari? Was genau möchtest du mit mir erleben?“

Uff, dachte Mari, warum muss er es mir immer so schwer machen???
Was sollte, was wollte sie dazu sagen? Wie diese Frage beantworten?
„Ich möchte mit dir lernen, meine Ängste vor Männern und vor Körpernähe zu verlieren.“

„Und wenn du auf diesem Weg bist, und die Ängste wären weg oder – sagen wir weitaus weniger einschränkend – was wäre dann? Was wäre, wenn du keine Angst mehr hättest? Was würdest du dann wollen?“

„Ich würde gern Erotik ohne Angst erfahren wollen.“

„Und wenn du das „würde“ und „wenn“ wegließest und es positiv formulierst?
Was willst du Mari?“

„Ich will, dass es mir gelingt, Erotik voller Vertrauen genießen zu können.“

„Das war klar,“ lächelte er zufrieden.

„Und was ist mit der Erfahrung von Macht und Hingabe? Willst du durch mich weiterhin die Erfahrung machen, von einer wohlwollenden Autorität geführt zu werden?“

„Ja, Meister, das will ich. Ich möchte weiterhin von dir geführt werden und will dir folgen so gut ich kann – du weißt ja… nach meinen Möglichkeiten.“

Joel lächelte :
„Ja, Mari, ich weiß!
Alles nach deinen Möglichkeiten und in deiner Zeit!

Und das ist völlig in Ordnung!
So sei es!“

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21. Ein Ritual für´s innere Kind

Bei Mari – Eine Erfahrung von Geborgenheit

„Ich möchte heute etwas für dein inneres Kind tun, Mari,“ sagte Joel, der für Mari wieder die Rolle des Meisters eingenommen hatte nach seiner Begrüßung zu Mari, die er zuvor angewiesen hatte, heute ihr liebstes Stofftier auszuwählen und im Wohnzimmer bereit zu halten. Sie hatte sich darüber gewundert und sich für ihren alten Stoffaffen entschieden, der schon als Kind ihr Gefährte war. Nun saß dieser auf  ihrem Regal. Joel nahm mit ihr auf der Couch Platz. Gespannt sah Mari ihn an. Was würde nun kommen?

„Nimm bitte dein Äffchen und setze es zwischen uns – hier auf das gelbe Kissen, Mari.“
Sie folgte wortlos der Anweisung ihres Meisters. Joel lächelte.

„Lass uns zur Einstimmung ein paar Töne summen.“ Leise begann er zu summen und Mari verlor ihre anfängliche Scheu und summte mit. ALs die Töne verklungen waren, sagte Joel: „Stell dir jetzt vor: dieses Tierchen bist du, noch genauer: Es sitzt hier stellvertretend für dein inneres Kind. Erinnere dich daran, wie du früher genannt wurdest, vielleicht gab es ja einen Kosenamen, eine Abkürzung oder Abwandlung deines Namens und sprich ihn damit an. Sag: „Du bist jetzt…“

„Linchen,“ flüsterte Mari bewegt.

Joel berührte das Äffchen mit einer liebevollen Geste. Der Zauber dieses Abends begann. Mari setzte ihren Gefährten aus der Kinderzeit auf das Kissen vor sich und sagte zu ihm: Du bist jetzt ich als das kleine Linchen.

Dann bat Joel Mari, zu dem alten Stofftier, das sie nun als „Linchen“ begrüßt hatte, in der Weise zu sprechen, wie sie es sich gewünscht hätte, dass man als Kind zu ihr gesprochen hätte. Sie sollte ihm alles sagen, was sich das kleine Mädchen von damals, das noch heute mit all den alten Gefühlen in ihr lebte, gewünschte hätte zu hören.

Mari überlegte einige Augenblicke lang. Dann begann sie leise zu dem Affen zu reden: „Liebes kleines Linchen, du bist ein so wertvolles Wesen, alles an dir ist richtig. Ich habe dich lieb genauso wie du bist. Du brauchst dich um niemanden zu kümmern, außer um dich selbst. Trau dich, all‘ deine Wünsche zu äußern. Das darfst du!  Wenn ich sie auch nicht alle erfüllen kann, so dürfen sie aber doch da sein. Du kannst mir alles sagen, aber du musst es nicht. So wie du es machst, so ist es in Ordnung – immer! Ich sorge für dich! Du bist in mir ganz sicher… ganz geborgen und behütet…. Du bist ein so liebenswertes Mädchen, so zart – und manchmal auch so wild. Du darfst dich fühle, wie auch immer du dich fühlst. Du darfst auch wild sein… und neugierig! Auch das ist in Ordnung! Und du musst nicht bescheiden sein. Greif ruhig nach den Sternen. Du darfst alles wollen – und dein Wollen und Nicht-Wollen zum Ausdruck bringen. Ich habe dich so sooo lieb mit all‘ dem…“

Nachdem Mari alles gesagt hatte, was für sie wichtig war, vergingen einige Minuten liebevollen Schweigens, in denen die Worte im Raum ihres Herzens nachklangen. Sie spürte die Kraft, die von ihrem Herzen ausging, das das, was gerade geschah, in Liebe annehmen konnte. Joel begleitete sie in den Ritual still mit geschlossenen Augen und seinem offenen Herzen. Nach einigen Minuten bat er sie leise, nun in die Rolle ihres inneren Kindes zu schlüpfen und das kleine Mädchen von damals, das noch heute in ihr wohnte, zu Worte kommen zu lassen.

Und Mari wurde zu Linchen. Mit leiser, dünner Stimme sagte sie: „Ich habe immer so große Angst etwas falsch zu machen. Ich fühle mich oft so klein, so unzulänglich und unsicher. Dabei sehne ich mich danach, irgendwo ganz sicher zu sein, gehalten zu werden, ganz lange in liebenden Armen. Und dass jemand zu mir sagt: `Du musst überhaupt keine Angst haben… auch nicht fürchten, dass du was falsch machst. Du kannst sein wie du bist – wie auch immer.` Und ich möchte irgendwo bei einem  liebevollen Menschen geborgen und gut aufgehoben sein, der so stark ist, und so lieb, dass ich nie wieder Angst haben muss… Ich will nicht mehr dauernd überlegen müssen, was richtig ist was falsch, was ich sagen darf und was nicht, und ob ich vielleicht irgendetwas Wichtiges versäumt habe oder was gemacht habe, was jemanden nicht gefällt oder traurig macht. Ich will endlich die Angst los sein, immer irgend etwas falsch zu machen… Dieses Hin- und Her-denken, ob alles, was ich gesagt und getan habe in Ordnung war, ist so quälend. Jeden Tag überlege ich, ob alles okay war, ob ich nichts falsch gemacht habe. Und ich bekomme so schnell ein schlechtes Gewissen, was mich plagt. Ich wünsche mir, dass jemand, dem ich glauben und vertrauen kann, zu mir sagt: „Es ist alles in Ordnung. Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben, nie, nie mehr…“

Tränen rannen über ihr Gesicht, und heftiges Schluchzen ließ ihren Körper erbeben. Joel rückte  nahe an sie heran, schaute sie kurz fragend an – und auf ihr Nicken hin nahm er sie in den Arm während sie weinte. All den angestauten Druck konnte sie an seiner Schulter herausbringen. Und sie dachte in diesem Moment nicht darüber nach, ob das so in Ordnung wäre oder nicht… Sie war das kleine Mädchen, das das zum Ausdruck brachte, was es fühlte – hemmungslos – unkontrolliert…

Er streichelte dabei sanft ihren Kopf und ließ sie spüren, dass er annahm, was sie ihm offenbarte. Eine lange Weile saßen sie so beieinander. Als ihr Weinen langsam nachließ, sprach er zu ihr wie zu einem Kind:

„Du Liebes, es ist gut – alles ist gut.
Auch deine Tränen sind willkommen.
Hier mit mir, in diesem geschütztem Raum, darfst du einfach so sein wie du bist.
Du musst nicht mehr darüber nachdenken, was richtig und was falsch ist, denn es gibt gar kein falsch.
Du darfst alles sagen und zeigen, was du fühlst.
Ich mag dich so wie du bist! Immer – ganz egal, was du tust oder nicht tust!
Ich mag dich, auch wenn du einen Fehler machst!
Ich mag dich, auch wenn du eine Regel brichst…
Ich mag dich unabhängig von dem, was du sagst oder tust.
Ich mag dich immer – so wie du bist!“

Bei diesen Worten begannen ihre Tränen erneut zu fließen – sie drückten das aus, was ihrer tiefsten Sehnsucht entsprach – endlich angenommen zu sein – sogar von einem Mann. Diese Sicherheit hatte ihr ihr Vater niemals vermitteln können und auch kein anderer Mann bisher in ihrem Leben. Vorsichtig öffnete das innere kleine Mädchen von Mari ihr Herz.

Wieder sagte Joel: „Ich mag dich so wie du bist, darauf kannst du dich immer verlassen, kleines Linchen, immer!“

Nahezu fassungslos schaute sie ihn mit tränennassen Augen an. Er nickte und erwiderte ihren Blick offen und liebevoll.

Dann sagte er leise zu ihr: „Und jetzt gehe mit deinem Bewusstsein wieder in die erwachsene Mari hinein. Schließe deine Augen und stell dir vor, wie du das kleine Linchen in dich hinein nimmst und es mit deiner ganzen Liebe erfüllst. Vielleicht magst du das mit einer kleinen symbolischen Geste auch richtig tun. Und dann stell dir vor, wie du es in deine Liebe einhüllst wie mit einem wunderschönen Licht – bis es strahlt, bis es das glücklichste Kind ist, dass du dir nur vorstellen kannst. Dabei kannst du ihr noch einige liebe Worte sagen, die dir jetzt besonders am Herzen liegen.“

Mari schloss ihre Augen und stellte sich tief in ihrem Inneren sich selbst vor, wie sie als kleines Mädchen war, legte sich die Hände auf den Bauch und ließ ihre Liebe wie einen Lichtstrahl, den sie sich vorstellte, durch die Bauchdecke hindurch strahlen….

Nach einer kleinen Weile begann sie zu lächeln. Dabei sagte sie zu Linchen leise:
“Du bist in mir ganz sicher, du mein kleines Mädchen.
Ich behüte dich und schütze dich so gut ich kann, und was ich nicht allein vermag, das kann eine größere Kraft, die in unserem Herzen wohnt.
Wir sind nicht allein.
Und du kannst ganz sicher sein: Ich liebe dich so wie du bist – immer!
Du mein kleines inneres wunderbares Mädchen, ich hab dich so lieb!“

Ganz ruhig wurde Mari bei den Worten, und diese liebevolle Ansprache für ihr inneres Kind, sowie ihre Liebe, die sie sich als einen Lichtstrahl vorgestellt hatte,  verliehen ihr eine friedvolle Kraft, die sich sehr gut anfühle. Schließlich öffnete sie ihre Augen. Als sie sah, dass Joel seine Augen noch geschlossen hatte, fühlte sie sich irgendwie beruhigt. Es war ihr angenehm, dass er sie während ihrer inneren Zwiesprache nicht beobachtet hatte. Sie empfand es als einen Ausdruck von Diskretion und Respekt ihr gegenüber.

Schließlich beendeten sie das Ritual, indem sie gemeinsam wieder einige Töne summten. Als der letzte Ton verklungen war, öffnete Joel die Augen, lächelte Mari an und meinte: „Jetzt würde ich dich gern noch ein wenig in meinen Armen halten, aber zuvor sollten wir deinem Äffchen noch ein gutes warmes Plätzchen bereiten. Entlasse ihn bitte aus der Rolle von Linchen, das ja in dir wohnt.“
„Du bist jetzt wieder mein Äffchen,“ sagte Mari lächelnd. „Mein Linchen wohnt in mir.“
Joel nicke holte aus einer Schublade eine buntes weiches Tuch und reichte es Mari. „Wie wär’s, wenn du deinen Freund jetzt mit seinem Kissen in die Sofaecke legst, und ihn vielleicht noch in dieses Tuch hüllst, um ihn richtig schön einzukuscheln?“

Mari folgte seiner Idee, legte ihren Affen auf das Kissen und drapierte das flauschige Tuch so um ihn herum, dass er gut eingekuschelt in der Sofaecke lag. Das behütete Bild, das daraus entstand, berührte ihr Herz und sollte sich tief in ihr Unterbewusstsein einprägen.

Es mutete sie seltsam schön an, mit Joel als ihrem Meister eine solch verspielte kindliche Erfahrung geteilt zu haben – auf seine Anregung hin! Das war ein ganz besonderer, zauberhafter Moment, als sie beide – ganz nah beieinander – dieses berührende Bild des wohlig eingekuschelten Stofftiers in sich aufnahmen. Joel ließ ihr Zeit, es in sich wirken zu lassen. Behutsam legte er seinen Arm um Mari, die sich ohne nachzudenken an ihn anlehnte und die Magie dieser ganz besonderen Situation tief einatmete…
In diesem Moment war ihre Angst ganz still und sie fühlte sich auf wundersame Weise geborgen…

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25. Bei Angst um eine Umarmung bitten

Bei Mari – Angst kommt und Angst geht

„Bevor wir mit dem beginnen, was ich heute vor habe, möchte ich deine Hausaufgaben sehen, Mari. Es sind ja nun schon einige Wochen vergangen, seit ich sie dir gegeben hatte.“

„Ja, Meister.“ Aufgeregt verließ Mari das Zimmer, um das schwarze Gewand, in das sie bunte Ornamente sticken sollte, zu holen. Würde es ihm gefallen? Hatte sie genügend gestickt? Hatte sie es gut genug gemacht? Plötzlich fühlte sie sich wie ein kleines Schulmädchen…
Nervös hielt sie es ihm hin, und er betrachtete es in Ruhe.

„Das hast du gut gemacht, Mari. Dafür dass du meintest, nicht sticken zu können, ist es doch schon sehr schön geworden. Ich sehe, dass du dir Mühe gegeben hast. Weiter so!
Und was ist mit deiner anderen Hausaufgabe?

„Oh, daran habe ich nicht gleich gedacht. Entschuldigung. Ich hole es sofort!“

„Ganz in Ruhe, Mari.“

„Ja, Meister.“

Gehorsam verließ sie den Raum, um das Gewünschte zu holen, und Joel lächelte…
Immer mehr fand seine Schülerin in ihre Rolle hinein, ohne anfangs vor Angst zu erstarren.
Mari kam wieder mit einem schön verzierten Blatt Papier, auf dem die Worte der für sie wertvollsten Regel stand, die er ihr in ihrem ersten gemeinsamen Spiel gegeben hatte:

F E H L E R   D Ü R F E N   S E I N !

„Hast du täglich etwas hinzu gefügt von diesen schönen Verzierungen, die ich da sehe?“

„Ja, Meister, ich habe an jedem Tag etwas gemalt und etwas gestickt.“

„Und wie ging es dir damit?“

„Es hat mir Spaß gemacht. Selbst das Sticken, das bisher gar nicht so mein Ding war, machte mir irgendwie Freude.“

„Das freut mich zu hören, Mari!
Auf das Blatt mit der Fehler-Regel passt ja inzwischen kaum noch etwas drauf. Das hast du schön gestaltet in all den Wochen – damit darf es nun genug sein. Es gefällt mir gut. Und vielleicht ist ja dadurch, dass du dich jeden Tag mit diesen drei so wichtigen Worten beschäftigt hast, deine Angst, Fehler zu machen, schon etwas gesunken? Wir werden sehen…
Wo hängst du es auf?“

„Ich habe einen Rahmen besorgt und in meinem Schlafzimmer einen Nagel in die Wand gehauen dafür.“

„Schön, Mari!
An dem Gewand wirst du weiter sticken, immer wenn du etwas erlebst, was unerwartet kam und gut geworden ist, oder wenn du irgendetwas erlebst, wofür du dankbar bist, was auch immer es sein mag, sticke etwas kleines Buntes hinein – so wie du es bisher ja schon gemacht hast. Wenn du zu mir kommst, möchte ich, dass du es immer dabei hast. Und wenn ich zu dir komme, sollte es schon immer unaufgefordert hier in deinem Wohnzimmer liegen, damit ich es mir anschauen kann. „

„Ja, Meister.“

„So weit so gut.
Jetzt wiederhole mal die Regeln, die ich dir bisher gegeben habe.“

„Fehler dürfen sein.
Ich rede dich mit Meister an.
Wenn du zu mir kommst, soll ich vorher nicht aufräumen und putzen.
Den Beginn und das Ende einer Übung und des gesamten Spiels bestimmst du.“

„Diese Regeln hast du dir gut gemerkt, Mari…“

Mari lächelte.

„… es gibt aber noch eine.“

Mari überlegte… Mist! Es wollte ihr nicht einfallen, welche Regel es noch gab…

Nervös sah sie Joel an. Er wartete, schaute sie einfach nur an.

„Entschuldige bitte, Meister, ich weiß jetzt nicht, welche du meinst.“

Joel malte lächelnd ein Fragezeichen in die Luft.

„Ach ja! Ich soll keine vermeidbaren Fragen stellen.“

„Ja Mari, na da hast du doch noch gut die Kurve gekriegt!
Ich möchte dir zu dieser Regel noch etwas mit auf den Weg geben. Ich beschreibe meine Anordnungen stets so klar wie möglich. Dennoch kann es sein, dass zwischendurch mal eine Situation entsteht, wo es dir unvermeidbar erscheint, mich etwas zu fragen. Wenn du nicht weiter weißt, und unbedingt eine Frage stellen musst, dann bitte darum mit dem Satz: `Meister, ich bitte darum, eine Frage stellen zu dürfen´. Bedenke dabei: Prüfe vorher genau, ob die Frage unvermeidbar war – denn ich werde das auch tun. Lege deinen Fokus darauf, möglichst gar keine Fragen zu stellen. Auch wenn du nicht sicher bist, ob du eine Aufgabe richtig verstanden hast, ist das kein Grund nach zu fragen. Dann erfülle sie so, wie du es meinst verstanden zu haben und wie du es kannst. Sollte daran etwas nicht so sein, wie ich es meinte, dann werde ich dich korrigieren, daran ist nichts Schlimmes! Ich möchte, dass du dich daran gewöhnst, nicht perfekt sein zu können, und dass das kein Problem darstellt.“

Mari nickte beklommen. Gerade mit dieser Regel hatte sie am meisten Probleme.

„Nun beginnen wir mit einem Gedankenspiel,“ fuhr Joel fort.
„Was würdest du sagen, wenn ich jetzt von dir verlangen würde, dich nackt auszuziehen?“

Mari erstarrte.
Jetzt geht es los! Dachte sie. Jetzt muss ich… O Gott, ich kann das nicht… Dabei habe ich es doch irgendwie selbst gewollt, aber jetzt… es geht einfach nicht! Was soll ich bloß tun…?!

„Mari, schau mich an.“

Sie konnte sich nicht bewegen, nicht mal den Kopf heben…

Ihr Meister machte einen Schritt auf sie zu, legte behutsam eine Hand unter ihr Kinn und hob ihren Kopf etwas hoch, so dass sie ihn anschauen musste.
„Mari, ich verlange das doch jetzt gar nicht von dir.
Soweit sind wir noch nicht – das ist mir doch klar.
Ich habe dich lediglich gefragt, was wäre wenn…
Was würdest du dann sagen?
Und so wie es jetzt aussieht, würde es dir schwer fallen, überhaupt etwas zu sagen, stimmt´s?“

Mari nickte. Er öffnete einladend seine Arme für sie. „Möchtest du?“
Sie atmete erleichtert aus. Tatsächlich konnte sie sich in seiner Umarmung etwas entspannen…
Wie gut es tat, wenn er sie in seinen Armen hielt. Ihr Stress wurde weniger, die Angst beruhigte sich…

„So ist es gut,“ flüsterte er. „Du brauchst keine Angst zu haben, alles ist gut. Du musst niemals etwas tun, was dir absolut widerstrebt, Mari – niemals! Das verspreche ich dir!“
Mit diesen Worten setzte er sich mit ihr auf die Couch und legte seinen Arm um sie.
Ich wollte dich nicht so sehr erschrecken.
Es sollte lediglich ein Gedankenspiel sein: „Was wäre wenn…“

„Ich dachte, ich sollte jetzt gleich…“

„Beschreibe mir jetzt mal, was bei diesen Worten in dir passiert ist.“

„Alles in mir verkrampfte sich. Ich konnte mich nicht bewegen und auch nichts sagen. Es ging nicht. Und es dachte in mir immer nur: Ich kann nicht! Jetzt geht´s los! Was mach ich bloß?!!!

„Mari, du hast jederzeit die Möglichkeit zu sagen: „Die Ampel ist rötlich orange oder gar rot, dann brechen wir das Spiel ab oder unterbrechen es, bis es dir wieder besser geht und wir einen Konsens gefunden haben, ob und wie es weiter gehen könnte. Insofern behältst du in Wahrheit immer die Kontrolle über das, was du zulassen möchtest und was nicht. Gerade in deiner tiefen Verletzlichkeit musst du immer eine Tür zum kurzfristigen Ausstieg oder Abbruch haben.“

Marie nickte erleichtert: „Danke, dass du mich daran erinnerst, manchmal vergesse ich diese Möglichkeit in all der Aufregung.“

„Das war eben kurz vor einer Panikattacke, stimmt´s?“

„Ja, aber durch deine Umarmung und das Gespräch jetzt ist sie wieder abgeflaut.“

„Das freut mich sehr, Mari! Wie geht es dir jetzt körperlich?“

„Mir ist kühl und ich zittere.“

Fürsorglich legte er eine Decke um sie.

„Lass es ruhig zittern, Mari, das hört von allein wieder auf. Die Angst zittert sich aus…
Das darf sie.“

Sie lehnte sich an seine Schulter und ließ ihren Körper machen, was er machen musste…
Obwohl das Zittern und das damit verbundenen Schwächegefühl nicht angenehm war, fühlte sie sich seltsam geborgen. Es tat gut, sich anzulehnen. Sie musste ihren Körper einfach nur machen lassen… Es war nicht schlimm… Sie durfte so sein, wie sie sich fühlte…
Ihr Meister nahm sie an so wie sie war.
Und diese Angstattacke ging schneller vorüber als beim letzten Mal.

„Schau mal, Mari, es wird schon langsam dunkel draußen. Hast du eigentlich Kerzen im Haus?“ fragte ihr Meister und holte sie damit in die Gegenwart zurück.“

„Ja, hab ich.“

„Das ist schön,“ nickte Joel, „hol uns mal eine Kerze hierher, stell zwei andere dort drüben auf das Regal und zünde sie an. Sofort stand Mari von der Couch auf, um die Kerzen aus dem Schrank zu holen.“

„Bitte hole uns doch auch eine neue Wasserflasche, diese ist schon fast leer.“

„Ja, gern.“ Sie holte die gewünschte Flasche.
Als sie sie auf den Tisch stellte, fiel ihr auf, dass das Zittern sich gelegt hatte.
„Es geht mir wieder besser, Meister.“

„Das freut mich, Mari. Du siehst, die Angst kommt und geht auch wieder.
Ich glaube fest, dass sie nach und nach weniger schlimm werden wird und du dich mit der Zeit mehr entspannen kannst. Und weißt du, was mich freut?“

Mari schüttelte den Kopf.

„Dass meine Arme dir anscheinend Wärme und Sicherheit vermitteln können und du dich in unserer Umarmung inzwischen so geborgen fühlst, dass dein Bedrohungsgefühl darin nach lässt.
Das ist etwas, das wir ganz leicht tun können – und immer zur Verfügung haben.“

Mari nickte… „Ja, irgendwie stimmt es. Wenn du mich in deinen Armen hältst, wird mein Körper ruhiger und der Stresspegel sinkt.“

„Wunderbar! Daraus wird jetzt die nächste Regel, Mari:

BEI ANGST UM EINE UMARMUNG BITTEN.


„Ich hoffe bloß, das gelingt mir in dieser Starre, in der ich mich dann, wenn die Angst mich derartig überfällt, meist befinde. Ich kann es dir nicht versprechen, dass ich das immer schaffe, auch wenn ich es grundsätzlich gerne will, aber ich will mein Bestes tun, es umzusetzen.“

„Gut, Mari, deine Bereitschaft ist da. Und ich bin ja auch präsent und erkenne meistens schnell, wenn du in Angstzustände kommst. Wenn ich sehe, dass du nicht um eine Umarmung bitten kannst, dann umarme ich dich, ohne dass du darum bittest, so wie bisher ja auch. Aber wenn du es kannst, dann sprich es aus. Hast du das verstanden?“

„Ja, Meister!“

„Diese Regel wird zu deiner nächsten Hausaufgabe: Ich möchte, dass du sie auch auf ein großes Blatt Papier schreibst und sie täglich anschaust und farbig gestaltest.“

BEI ANGST UM EINE UMARMUNG BITTEN.

„Ja, gern Meister!“

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11. Ein Brief ans Leben – Auftakt zu etwas Neuem…

Am Abend nach dem 2. Spiel – Mari denkt nach über das Spiel und das Leben

Obwohl es schon spät war, fand Mari noch immer keine Ruhe.
Sie holte ihr Stickgarn hervor und stickte eine kleine gelbe Blüte in den schwarzen Stoff des Gewandes, das ihr Joel vorhin im Rollenspiel als ihr „Meister“, gegeben hatte. Obwohl sie normalerweise überhaupt keine Lust zu Handarbeiten hatte, erfüllte sie jetzt gern seine Hausaufgabe, diesen besonderen Stoff nach und nach mit kleinen bunten Ornamenten zu besticken. 
Dass ich mal mit Freude sticken würde, hätte ich ja nie für möglich gehalten, dachte sie und grinste in sich hinein. Es ist aber schon was ganz anderes, es als Aufgabe vom Meister zu erhalten.
Das ist schon ein besonderer Mann… 

Eine tolle Idee von ihm, sich hinzustellen und „das Leben“ zu verkörpern.
Das war echt ein interessantes Gespräch! 

Spannend… da hatte ich doch vor kurzem selber auch schon die Idee, mit dem Leben zu kommunizieren… und hab ihm diesen Brief über meine Sehnsucht und Angst geschrieben. Was hatte ich eigentlich genau in diesen Brief ans Leben geschrieben…?

Mari holte ihr Tagebuch.

Da will ich doch gleich mal zurück blättern und nachschauen:

Aus Mari´s Tagebuch:

Du mein liebes Leben,
du kennst meine Fantasien, dass jemand, an den ich ganz bewusst für eine begrenzte Zeit meine Macht abgegeben habe, mir zum Beispiel sagt: „Du gibst jetzt mal für eine Weile alles in meine Hände. Du tust entweder gar nichts oder genau das, was ich dir sage! “

Leben, Du weißt ja, dass ich im täglichen Leben in meinem Beruf als Lehrerin viel Verantwortung übernehme. Es wäre vielleicht – wenn ich mich das trauen würde – ein guter Ausgleich für mich, wenn ich für gewisse Zeiten in Spiele eintauche, in denen ich mal die Verantwortung abgeben darf .

Du weißt auch, dass mir das sicher gar nicht leicht fallen würde, und dass ich mich dennoch danach sehne, mich in die Hände eines Menschen zu geben, der es gut mit mir meint, und diese von mir gewollte Führungsrolle mit Liebe und Einfühlungsvermögen gestaltet.

Natürlich müssten wir vorher viel abgesprochen haben, freundlich und klar miteinander kommunizieren können und uns grundsätzlich auf Augenhöhe begegnen. Das ist mir wichtig!


Aber vielleicht ist das auch eine absolute Schnapsidee, denn eigentlich weiß ich gar nicht so recht, wie und ob das überhaupt gehen kann…
Einerseits ist da so eine Sehnsucht danach, mich an so eine liebevolle Macht hingeben zu können, andererseits hab ich wiederum große Angst… und es fällt mir so schwer, die Kontrolle abzugeben – Sehnsucht und Angst zu dem gleichen Phänomen…


Leben, meinst Du, es könnte solch einen Menschen überhaupt geben, der tatsächlich Lust hat, diese zarten Nuancen einer Führungsenergie für mich zu verkörpern und der meine Ängste, die ja auch dabei sind, annehmen und dem entsprechend flexibel und behutsam mit mir umgehen könnte?
Jemand, der seine Anweisungen, die er mir in seiner Führungsrolle erteilt, wenn nötig auch variieren oder gar zurücknehmen kann, ohne es als „Gesichsverlust“ in seiner Meisterrolle zu werten, falls ich es nicht packe, und mir dabei die Wärme gibt, die ich bräuchte, um mich überhaupt weiter auf dieses Spiel einlassen zu können…?

Wenn es solch einen „Jemand“ gibt, der es auch selbst spannend fände und Freude an dieser Gradwanderung hätte, mich auf freundliche, wohlwollende Weise zu führen und im Rahmen von Rollenspielen über mich bestimmen zu dürfen, dann führe diesen Menschen bitte in meinen Weg. Ich weiß nicht wie, aber du weißt es in deiner allumfassenden Intelligenz.

Es wäre schön, wenn ich endlich Vertrauen fassen könnte und vielleicht durch diese Art liebevoller Führung mit der Zeit die Angst vor der Nähe zu Männern – und die Angst vor meinen eigenen Gefühlen – verringern oder gar verlieren könnte.
Derjenige müsste allerdings viel Geduld haben, nicht sauer sein, wenn es manchmal nicht so klappt… und selbst Lust dazu haben, solch eine Führungsrolle zu verkörpern.

Mensch, irgendwie wär das KLASSE?!!
Hey DU, mein Schicksal, du Schreiberin meines Lebensbuches, wie wäre es mit der Verwirklichung einer solchen Geschichte in meinem Leben?! Aber nur, wenn das gut geht!
Ich öffne mal symbolisch eine neue Seite in meinem Tagebuch dafür…

Hm… das hab ich vor gut drei Wochen geschrieben – und…wow, nun ist dieser Mensch schon da!
Und er hat gesagt, dass er behutsam sein will…
Liebes Leben, danke! Du hast ja echt schnell geantwortet. Ich bitte dich inständig darum, lass es nicht so sein, dass ich mich in Joel täusche! Ich habe immer wieder einmal Angst, dass es eine Seite in ihm gibt, die gefährlich sein könnte, die er bisher verborgen hat.
Mein Vater war auch manchmal ziemlich lieb und dann so ganz… na du weißt schon! So, dass es mir Angst gemacht hat.
Bitte lass Joel anders sein – so dass ich mit ihm wirklich sicher bin.
Lass das bloß alles gut gehen!!!
Nächstes Mal gehe ich zum ersten Mal zu ihm nach hause…
Bitte lass mich beschützt sein, liebes Leben!!!

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Und wenn du zitterst, dann halte ich dich

Was mich bewegt, die Geschichte von Mari und Joel zu schreiben…

Willkommen, lieber Gast!

als Miriam schreibe ich über  die Idee, in Rollenspiele einzutauchen, in denen ich meine Kontrolle für eine begrenzte Zeit abgeben kann – in wohlwollende Hände. Der Hintergrund dafür ist der Wunsch, wiederholt die heilsame Erfahrung zu machen, auch in Situationen der Hilflosigkeit gut aufgehoben zu sein und dem Leben, symbolisch personifiziert durch eine Machtperson, die es gut mit mir meint, vertrauen zu können.
Die Gestalt, die das erlebt, was ich mir für sie ausdenke, trägt den Namen „Mari“.

Begriffe wie „Rollenspiele, Macht, Dominanz, Hingabe“ sind ja Bestandteil der BDSM-Szene. ich frage mich, ob diese sehr zarte Variante von Dominanz, die in meinen Fantasien lebt, auch hier hinein gehört…  Das, was mich bewegt, ist das Machtgefälle – und auch das Spiel mit der Angst, mit dem Wunsch, Vertrauen zu vertiefen. Spiele, die mit dem Zufügen von körperlichen oder seelischen Schmerzen einher gehen, sind nicht mein Ding. 

Ein Mann, der eine freundliche Dominanz ausstrahlt, führt eine Frau, die sich gern führen lassen will, aber auch Angst davor hat, wohlwollend und geduldig an ihre Ängste heran und durch sie hindurch in die Erfahrung von Geborgenheit und Hingabe. 

Es geht um das Sich-anvertrauen… davor Angst zu  haben, und dabei die Erfahrung zu machen, dass  die Angst sich nach und nach legt… 

Es geht mir wie gesagt nicht um Schmerz, Strafen oder Demütigungen, wohl aber um die Macht, das Charisma, die Dominanz eines Menschen, der in diesen Spielen die Rolle des Meisters bekommt, der Freude daran hat, seine Spielpartnerin in liebevoller, aber bestimmter Weise zu führen und über sie im Rahmen des Spiels bestimmen zu dürfen

Diese Erfahrungen lasse ich hier lebendig werden in der Geschichte von Mari und Joel.

Mari hat Angst vor Körpernähe und Sexualität – und sie hat Fantasien des Sich-Anvertrauens, auch in Situationen, in denen sie sich machtlos fühlt.
Ihr Wunsch ist es, nach und nach durch eine liebevolle Führung Berührung und irgendwann auch Sexualität leben und genießen zu können. Dazu braucht sie vor allem  Annahme, Geduld, und Geborgenheit und dass ihre Grenzen respektiert werden, die sich erst dadurch, dass sie geachtet werden, nach und nach ausdehnen können.

In einem Leben voll Verantwortung ist es ein Ausgleich für Mari, in Spiele und Rituale einzutauchen, in denen sie die Verantwortung mal abgeben darf – in die Hände von Joel, mit dem sie vorher viel abgesprochen und geklärt hat. Beide begegnen  sich grundsätzlich auf Augenhöhe, erzählen sich anfangs viel über ihre Wünsche und ihre Schwierigkeiten und beschließen, sich gegenseitig zum Lehrer zu werden. 

Mari wird für Joel, dessen Problem es ist, die englische Sprache nie gelernt zu haben, zur Lehrerin darin.

Joel übernimmt für Mari wiederum die Rolle des Meisters, der Lust daran findet, sie zu führen, Regie in Spielen zu übernehmen, in denen er ihr hilft, sich fallen zu lassen… Er vermittelt ihr immer wieder, dass er ihre Gefühle und ihren Körper annimmt und dass sie keine Angst haben muss, wenn sie die Kontrolle in seine Hände gibt. Dazu müssen natürlich erst einmal Situationen geschaffen werden, in denen Kontrollverlust entsteht und die Macht abgegeben wird. 

Dadurch, dass sie sich gegenseitig zum Lehrer werden, entsteht eine Win-Win-Situation für beide…

Wenn du, lieber Gast auf meinem Blog, Lust hast, mitzuerleben, wie Joel seine Spielpartnerin Mari geduldig, fantasievoll, mit einer guten Portion Humor und Einfühlungsvermögen auf Wege führt, die sie sich bisher nicht getraut hat zu gehen, sei herzlich willkommen. 

Es würde mir selbst auch Gänsehaut bereiten, wenn ein wohlwollender „Meister“ mir sagt: „Du gibst jetzt mal für eine Weile dein Wollen in meine Hände und tust gar nichts – oder genau DAS, was ich dir sage. Lass geschehen, was geschehen will! Ich gebe dir, was du brauchst. Und wenn du zitterst, dann halte ich dich…“

Es  bewegt mich, meine Träume in Form von Szenen und Dialogen hier auszudrücken, sie virtuell in diesem Feld lebendig werden zu lassen…
Und wer weiß… vielleicht… gibt es ja eines Tages auch eine solche Begegnung in kleinen Nuancen „in echt“…

Zu allen Kapiteln der –> Geschichte von Mari und ihrem Meister in chronologischer Reihenfolge