106. Ja – ich will! Gespräch mit IAM

Nachts: Mari schreibt in ihrem Tagebuch mit IAM, ihrem inneren Meister

Nachdem Joel sich vor einigen Tagen plötzlich und unerwartet von Mari verabschiedet hatte, weil er beruflich dringend für längere Zeit weg musste, konnte sie abends schwer einschlafen. Es fiel ihr schwer, diese unvorhergesehene Wendung in ihrem Leben zu verarbeiten. Szenen von vergangene Erlebnissen mit Joel und Gesprächsfetzen tanzten ungerufen immer mal wieder durch ihren Kopf. Die Frage, warum das mit so einem totalen Kontaktabbruch einher ging, schmerzte sie.
Sie wollte loslassen, aber die sehr persönlichen und besonderen Erfahrungen des vergangenen Jahres bewegten sie ungerufen immer wieder. Sie verstand nicht, warum dieser Abschied so plötzlich gekommen war, und in solch einer umfassenden Weise ohne jegliche Kontaktmöglichkeit…
Ja, auf der äußeren Ebene hatte es wie er erklärt hatte, unvorhersehbar schnell eine Notwendigkeit gegeben, dass er weg musste – aber was ihr Lebensdrehbuch, ihr Schicksal anbelangte… musste dieses schnelle plötzliche Ende ja einen Sinn haben. Vielleicht würde sie   wieder mehr Ruhe finden, wenn sie darüber etwas erfahren könnte.

Aufzeichungen-So nahm sie ihr Tagebuch hervor, schloss für einen Moment die Augen und wandte sich nach innen, ihrem inneren Licht zu…
Schließlich begann sie zu schreiben:

Hallo, DU – mein innerer Meister – mein inneres Licht – mein tiefstes ICH BIN… 

Yeah , yes – I AM ! Hallo, meine liebe Mari! Wie schön, dass du dich an mich wendest! 

Du weißt ja, dass Joel plötzlich abgesaust ist… Warum so plötzlich? Was hat das für einen Sinn?

Es ist an der Zeit ein neues Kapitel in deinem Lebensbuch zu beginnen. Aber bevor wir darüber weiter reden… komm, mein Schatz, setz dich erst einmal in meinen Lichtschoß und tanke auf. Schließ mal deine Augen und fühle meine Liebe, spüre das Licht, das du bist, das dich niemals verlässt und dich mit allem und allen verbindet – letztendlich auch mit Joel. Aber das ist jetzt zweitrangig. Jetzt geht´s erstmal einfach ums Wohlfühlen, darum dich und dein wahres SEIN wieder zu spüren.

Mari schloss ihre Augen wieder und ließ sich in ihrer Vorstellung hinunter sinken… ganz tief in sich hinein… dorthin, wo es warm und hell war.  Sie sank tiefer und tiefer und fand sich schließlich in einer Badewanne aus flüssigem warmen Licht wieder. Die Grenzen ihres Körpers verschwammen und sie war eins mit dem Licht um sie herum. Wärme. Geborgenheit. Frieden. Liebe… Wow ! War DAS schön!

Und das ist immer in dir, hier kannst du jederzeit eintauchen, hörte sie IAM lächelnd in sich reden. Und ICH BIN auch hier in dieser Badewanne. Wenn du magst, liegst du auf mir und ich halte dich mit meinen Lichtarmen liebevoll umarmt hier in diesem herrlichen Lichtbadewasser. 

Mari nickte und ließ sich ganz auf diese wunderschöne Vorstellung ein. Gehalten sein… baden in Wärme und Wohlgefühl… einfach sein… über nichts mehr nachdenken… 

Und das kannst du immer wieder tun, So oft und so lange wie du magst. Ich halte dich hier in einer absolut bedingungslosen, liebevollen Umarmung mitten im Licht.

Und wenn wir dann irgendwann noch einen Schritt weiter gehen wollen, bin ich auch gern bereit, dich zu führen und zu leiten in jeder Stunde deines Tages.
So bist du nie allein – bestenfalls ALL-EIN mit MIr, deinem ICH BIN , also I AM in dir.

Weißt du, IAM, ich wünsche mir schon so lange so sehr das Gefühl, in all den Höhen und Tiefen meines Lebens geführt zu sein, mit nichts wirklich allein da zu stehen 

Ja, Mari, mein lieber Schatz, das weiß Ich.  Deshalb hat dich deine innere Schöpferkraft ja auch für ein ganz besonderes Jahr deines Lebens diese Erfahrung immer mal in kleinen Portionen verkörpert in einem menschlichen Gegenüber – du weißt schon: ich meine Joel – real erleben lassen. 
Nun aber willst du das in einer Weise entwickeln, die dir niemand mehr nehmen kann, weil sie unabhängig ist von einem anderen Menschen. Es ist jetzt an der Zeit, dass du diese Erfahrung ausdehnen kannst auf das große Ganze, aufs Leben an sich in seiner gesamten Totalität. Und dabei werde Ich dir gerne helfen…sofern du das willst, Mari.
Willst du?

Ja, IAM, ich will!Ja_ich_will

Willst du Mich als deinen Meister anerkennen und mit Mir jeden Tag an meiner meist unsichtbaren, ab und zu aber auch in verschiedenen Menschen symbolisch verkörperten Hand, die dir gereicht wird, durch den Tag gehen?

Ja, ich will!

Willst du unter meiner Führung eine Denkweise entwickeln, die dich alles aus einer Perspektive sehen lässt, die Frieden, Liebe und Hingabe ans Leben über alles andere setzt?

Ja, ich will, so gut ich es immer kann…

Mari, deine Bereitschaft und dein Wille dazu ist völlig ausreichend.

Ja! Ja ich will das!

Okay, du bist also bereit, den inneren Frieden, der unabhängig ist von dem, was im Außen geschieht, über alles zu setzen und mit meiner Hilfe eine Art von Hingabe zu entwickeln, die dir ermöglicht, in diesem Frieden mehr und mehr verankert zu sein – und damit in eine Liebe hinein zu wachsen, die alles aus einer erweiterten Perspektiver sieht?

Ja, dazu bin ich bereit, IAM, mit deiner Hilfe…

Ja, Mari – mit Meiner Hilfe! DIE ist dir immer gewiss!

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105. Joel verabschiedet sich

Telefongespräch zwischen Maria und Mari

Maria: „Hi, Mari! Stell dir vor, dein Chef, also Frank, war gestern bei mir in der Praxis… und… wir haben anschließend noch ein sehr persönliches Gespräch miteinander gehabt. Wir werden uns privat treffen!“

Mari: „O, da freue ich mich sehr für dich.“

Maria: „Du, sag mal… deine Stimme klingt ja so traurig. Was ist los???“

Mari: „Joel ist weg geflogen!“

Maria: „Wie jetzt… weg geflogen?“

Mari: „Er hat sich gestern plötzlich von mir verabschiedet, hat mir alles Gute gewünscht und erklärt, dass er beruflich dringend sofort zu einem unerwarteten Einsatz weg muss. Wir hatten ja nie darüber gesprochen, was er eigentlich genau macht. Und auch jetzt hat er mir nichts Näheres darüber gesagt. Er meinte, er sei froh, dass er sich durch meine Hilfe nun in Englisch besser verständigen könne und das jetzt brauchen würde. Dafür und für alles, was wir gemeinsam erlebt haben, hat er sich sehr herzlich bedankt und mir gesagt, dass ihm jedes Treffen mit mir viel gegeben hat und in seinem Herzen bleibt. Und nun… nun ist er weg…“

Maria: „O Mensch, Mari! Das ist sicher hart für dich. Ihr habt euch ja fast genau ein Jahr lang jede Woche gesehen und hattet so persönliche, besondere Erlebnisse miteinander. Wie lange bleibt er denn weg?“

Mari: „Das wusste er selbst nicht einmal. Er meinte auch, dass es so sein wird, dass er sich nur sehr selten und sporadisch melden können wird. Ich habe keine Ahnung warum, kann nur Vermutungen anstellen, aber das hilft mir nicht weiter. Es tut weh.. Ich werde unsere Treffen so vermissen… Und die Ungewissheit, wann er wieder kommt, und was dann sein wird… oh Mensch… “ Mari kamen die Tränen.

Maria: „Oh jeh… ich versteh dich so gut. Das tut weh! Darf ich zu dir kommen? Ich nehme mir gleich ein Taxi und bin in einer Viertelstunde bei dir!“

Mari: „Das wäre schön.“

Eine Viertelstunde später war Maria bei Mari:

Sie nahm Mari innig in die Arme. „Ich bin da für dich! Ich kann natürlich Joel nicht ersetzen, aber du sollst spüren, dass du damit nicht allein bist!“ Eine ganze Weile hielt sie ihre weinende Freundin fest im Arm und strich ihr dabei sanft über den Rücken. Schließlich löste sich Mari langsam aus der Umarmung und begann zu reden: „Ich hatte mich ihm so geöffnet… Na ja, du weißt ja, dass mir das nicht leicht fiel… Nach und nach ist immer mehr Vertrauen gewachsen – und jetzt… urplötzlich ist er weg! Darauf war ich einfach nicht vorbereitet. Wir hatten uns ja nie irgendwelche Versprechungen oder Zusagen gemacht. Hab auch über so was gar nicht nach gedacht – und nun… 
Er hat gesagt, ich solle nicht auf sein Wiederkommen warten, das könne lange dauern. Und er wisse auch nicht, was dann sei… Er wünschte mir, dass ich aus unseren Erlebnissen und aus meinem gewachsenen Vertrauen den Mut entwickeln kann, neue interessante, erfüllende Erfahrungen zu machen… Aber jetzt muss ich dieses plötzliche Ende erstmal verdauen!“

Maria nickte verständnisvoll: „Ja, das kann ich mir vorstellen! Ich glaube, jetzt geht es erstmal darum, dich mit der Quelle deiner eigenen inneren Kraft zu verbinden. Hattest du nicht bereits Kontakt mit deiner inneren  weisen Stimme  und sogar Gespräche?“
I_AM
Mari nickte: „Ja, ich habe diese Instanz meinen „inneren Meister“ genannt. Er hat sich in einem unserer Gespräche den Namen IAM gegeben. Ist allerdings schon ein Weilchen her… Einmal habe ich gedanklich und einmal schriftlich ein Gespräch mit Ihm geführt. Es stimmt, ich glaube, ER ist jetzt der richtige Ansprechpartner für mich. Komischerweise werde ich schon bei dem Gedanken an Ihn ruhiger, und es fühlt sich leichter an, damit umzugehen, dass Joel so plötzlich und unerwartet einfach „weg“ ist. Gerade jetzt… nach fast genau einem Jahr… wo ich mich ihm auf der kleinen Reise, die wir zusammen gemacht hatten, endlich auch erotisch mehr geöffnet hatte. Ich frag mich, warum sein Abflug gerade jetzt kommt. Meinst du, er wusste es auf der Reise schon, dass er danach weg fliegt? Dass die Reise so eine Art Höhepunkt und gleichzeitig Ende unserer Beziehung sein sollte?“
Maria antwortete nachdenklich: „Wie fühlen sich diese Gedanken an?“
„Schmerzlich!“ antwortete ihre Freundin sofort. 
„Warum willst du dich dann damit beschäftigen? Warum dich weiter mit etwas quälen. worauf du keine Antwort hast und was sich nicht gut anfühlt?“
„Stimmt, hast ja Recht!“
„Es hat sicher einen Sinn, warum das alles gerade jetzt so kommt… und ich bin sicher: Es ist ein guter Sinn. Vielleicht magst du ja mal mit IAM darüber schreiben oder sprechen.“
„Ja, das ist eine gute Idee, aber nicht jetzt. Jetzt gehen wir in die Küche, und ich schau mal, was der Kühlschrank hergibt!“
„Na, das hört sich doch gut an!“ antwortete Maria lächelnd, und freute sich darüber, dass ihre Freundin aus ihrer Kummerwelle erst mal wieder aufgetaucht war.

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101. Neue Gestalten werden eingeführt (Maria + Frank)

Liebe Gäste im Blog von Maris Meister,
nachdem Mari und Joel inzwischen ein Jahr lang miteinander Erfahrungen gemacht haben innerhalb ihrer gewählten Macht- und Vertrauensspiele, wird es künftig in diesem Blog zwei weitere Personen geben, die miteinander einen ähnlichen Weg von Vertrauenserfahrungen in freundlicher Dominanz beginnen werden…
Da der Blog den Namen trägt „Maris Meister der sanften Dominanz“ soll der Name der Frau, die hier bald auftaucht, sich nur geringfügig ändern. Sie wird Maria heißen (um zum Namen des Blogs weiterhin zu passen) – nicht zu verwechseln mit unserer uns nun schon seit einem Jahr bekannten Mari. Das kleine „a“ am Ende des Namens unterscheidet die beiden: Mari und ihre Freundin Maria.
In der nächsten Zeit wird es dann hauptsächlich um Maria und Frank gehen, wenn auch Mari und Joel ab und zu immer mal auftauchen werden. Aber ich will nicht zu viel verraten…

Gespräch im Gartenrestaurant über Mari´s Chef Frank, der gleichzeitig Joels Freund ist –
und über Mari´s Freundin Maria 

Zwei_Erdbeereisbecher-Mari und Joel hatten beschlossen, ihre bewegende Wochenendreise, in der sie ihr einjähriges Miteinander gefeiert hatten, in dem Gartenrestaurant ausklingen zu lassen, in dem ihr gemeinsamer Weg vor einem Jahr begonnen hatte.
Sie saßen in der angenehmen Sommerabendstimmung an einem der kleinen Tische dort und ließen sich Eis mit frischen Erdbeeren schmecken.
Plötzlich fiel Joel etwas ein:
„Sag mal, Mari, wir haben ja noch nie explizit über deinen Arbeitsplatz geredet. Arbeitest du vielleicht in der Firma Lichtgeist und hast einen Chef, dessen Vorname Frank ist?“
Verwundert nickte Mari.
„…Und hast du eine Freundin, die Maria heißt und dich vor kurzem an deinem Arbeitsplatz besucht hat?“ fragte er weiter.
Erstaunt nickte Mari. „Woher weißt du das alles?“
„Weil ich von meinem Freund Frank vor kurzem Augen zwinkernd gefragt worden bin, ob meine Freundin Mari Heimrath heißen würde. Ich hatte im Zusammenhang mit unserer Fahrt deinen Vornamen ihm gegenüber neulich erwähnt. Und er meinte:  Dann wäre seine Sekretärin Mari und meine Freundin Mari nämlich die gleiche Person. ALs ich ihn fragte, wie er darauf gekommen war, erzählte er mir folgendes: Vor kurzem hatte er, weil der Lautsprecher wohl versehentlich angeschaltet geblieben war, ein Gespräch zwischen seiner Mitarbeiterin Mari und ihrer Freundin Maria, die in der Mittagspause zu Besuch kam, mitgehört, in dem auch mein Name fiel und die Reise am Wochenende erwähnt wurde.
Er konnte den Ton nicht abschalten, weil das ja vom Vorzimmer aus eingeschaltet war. Den Raum verlassen wollte er auch nicht, weil die beiden Frauen dann wahrscheinlich mitbekommen hätten, dass ihre Stimmen in seinem Zimmer deutlich zu hören waren, und in diese peinliche Situation wollte sie nicht bringen. So hatte er vermutet, dass du die Mari bist, von der ich ihm neulich im Zusammenhang mit der Wochenendfahrt erzählt hatte. Er erfuhr in dem Gespräch einiges Privates von den beiden Frauen.  Nun möchte er  jene Maria, die  wohl deine Freundin ist, möglichst gern kennen lernen, will dich aber nicht selbst nach ihren Kontaktdaten fragen, um dich nicht in eine unangenehme Situation zu bringen.“

„Das ist ja abgefahren! Ja, ich habe eine Freundin namens Maria. Sie kam mich letzten Mittwoch in meinem Büro besuchen, und wir hatten tatsächlich ein sehr persönliches Gespräch in der Mittagspause geführt. Dann ist dein Freund Frank und mein Chef Frank also die gleiche Person! Uff! So ein Mist! Das hat er also mitgehört… O jeh… ist das peinlich! Das war für keine Männerohren bestimmt. Was mach ich jetzt?“

„Am besten erst einmal gar nichts! Frank bringt niemanden in eine peinliche Situation, Er wird das für sich behalten. Er machte nur die Andeutung mir gegenüber, dass seine Neigung zu Marias Bedürfnissen eventuell passen würde und er sie gern kennenlernen wollte.“ 

„Schätzt du Frank als vertrauenswürdigen Mann ein, Joel?“

„Ja, unbedingt! Ich kenne ihn schon lange, und weiß, dass er achtsam und warmherzig ist und nach dem Tod seiner Frau sehr getrauert hat, Inzwischen würde er aber schon seit einiger Zeit gern wieder eine Partnerin kennenlernen wollen, die zu ihm passen würde. Weißt du, er hatte damals mit seiner Frau ähnliche Spiele gemacht, wie wir beide sie machen.“

Mari sagte nachdenklich: „Vielleicht ist das ein besonderer, ein hilfreicher Zufall gewesen. Meine Freundin Maria täte es sicher ganz gut, einen Mann zu finden, dem sie vertrauen könnte, der sie ein bisschen liebevoll an die Hand nimmt, wenn es um körperliche Nähe geht. Aber sie ergreift keine Initiative, jemanden kennen zu lernen, weil ihre Angst, an einen falschen zu geraten, verständlicherweise sehr stark ist.“

„Also Frank ist auf jeden Fall ein einfühlsamer Mann und würde behutsam mit ihr umgehen! Du hast ihn als Chef ja auch schon etwas kennengelernt. Wie ist dein Eindruck von ihm?“
Mari nickte. „Ja, er ist fast immer gelassen, geduldig und verständnisvoll – und geht auf alle Mitarbeiter freundlich ein.“
Joel schaute sie nachdenklich an. „Darf ich ihm ihre Kontaktdaten geben? Würdest du sie mir dafür anvertrauen?“

Mari überlegte ein Weilchen, legte schließlich eine Hand auf ihr Herz, schloss die Augen und stellte diese Frage nach innen. Ja, sie hatte ein ruhiges, gutes Gefühl dabei, Vielleicht würde beiden geholfen werden und sie würden füreinander das sein, was sie sich schon länger mehr oder weniger bewusst gewünscht hatten.
„Das Leben hat durch diesen Zufall ein Zeichen gesetzt, denke ich. Ja ich gebe dir Marias Anschrift und Telefonnummer zum Weitergeben an Frank. Sie ist ja Therapeutin und ist sowie im Netz zu finden. Vielleicht könnte er ja mal als Klient in ihre Praxis gehen, um mit ihr unauffällig ins Gespräch zu kommen…  Joel, es ist mir ein bisschen peinlich, dass mein Chef jetzt auch um meine Neigung weiß und eine Ahnung davon hat, was wir beide in unseren Treffen tun.“

„Er wird dich darauf sicher nicht ansprechen, Mari, und dieses Wissen ganz bei sich behalten. Da er ähnlich tickt wie ich, also sich zu dem Thema der sanften Dominanz auch hingezogen fühlt, wird er daran nichts Seltsames finden. Ich glaube, deine Freundin könnte sich mit ihm, falls die Chemie zwischen beiden  stimmt und daraus ein privates Miteinander werden sollte, sicher und in guten Händen fühlen.“

Nachdenklich sagte Mari: „Möglicherweise wird Maria damit ein Mann in den Weg gestellt, den sie selbst zwar nicht gewagt hätte zu suchen, der nun aber durch diesen seltsamen Zufall von allein bei ihr anklopft. Das Leben schreibt manchmal die seltsamsten Geschichten…“

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100. Wochenend und Sternenschein (6): Ein Jahr lang gewachsenes Vertrauen

Liebe Gäste hier im Blog,
in diesem Kapitel erscheint die Fortsetzung des Abends, an dem Mari und Joel ihr einjähriges Miteinander feiern. Viele Schritte sind sie inzwischen miteinander gegangen, seit sie vor einem Jahr ganz vorsichtig und behutsam „Erste Schritte miteinander“ getan haben.  

Jetzt begleiten wir Mari und Joel weiter durch den letzten Abend ihrer Wochenendreise im Hotel…

Nach einem ganz besonderen, vorzüglichen Abendessen, das diesmal Mari und Joel in ihrer Suite genossen haben, sagte Joel zu Mari: „So, Mari, der Meister möchte heute auch bei diesem besonderen Tag in Erscheinung treten… Das Spiel beginnt!“
834878gifmmueuatMit diesen Worten nahm er die Rolle des Meisters ein, reichte ihr galant den Arm mit den Worten: „Jetzt schließe bitte deine Augen so lange, bis ich dir sage, dass du sie wieder öffnen kannst, und achte mal auf dein hübsches und, wie ich weiß, sehr feines Näschen. Was nimmst du wahr?“
Mari schärfte ihre Sinne – und sie roch einen Hauch von Rosenduft.
„Genau“, bestätigte er, das hast du richtig wahrgenommen, Wir werden jetzt diesem Duft folgen – und du lässt die Augen noch geschlossen. Langsam und bewusst auf jeden Schritt achtend ging sie an seinem Arm weiter bis sie bei der geöffneten Badezimmertür angelangt waren, die sie ja nicht sehen konnte. Sie nahm lediglich die Zunahme der Temperatur und der Duftintensität wahr. „Drei Schritte noch…“ hörte sie ihn sagen, „und nun darfst du die Augen wieder auf machen.“
Mari tat das gerne, öffnete ihre Augen und nahm wahr, dass sie im Badezimmer gelandet waren und dass einige Kerzen und viele Rosen im Raum verteilt waren. Wo es nur möglich war, standen Rosen – und in der Badewanne war ein Schaumbad eingelassen, in dem viele Rosenköpfe schwammen. Fasziniert nahm sie die schönen Eindrücke in sich auf…
Joel lies ihr Zeit…

Dann wurde ihr klar, dass es sicher nicht nur darum gehen würde, das schöne Badezimmerambiente optisch zu bestaunen. Fragend schaute sie ihn an…

Er nickte ihr ermutigend zu. „Ja, nachdem du heute morgen mit Joel das so herrliche Beisammensein im Bett ohne Kleidung genossen hast, werden nun wir beide die Ehre haben, uns ganz unverhüllt nahe zu sein. Auch wenn ich jetzt die Meisterrolle innerhalb unseres Spiels inne habe, und du zu mir in dieser Rolle ja meist etwas andere Gefühle hast, als außerhalb des Spiels, glaube ich, dass du es schaffen wirst, heute ganz nackt auch mit mir als Meister zusammen zu sein.“

Er schloss die Tür, so dass kein Licht mehr von außen ins Bad fiel und dadurch, dass hier nur einige Kerzen ihr sanftes Licht verbreiteten, es deutlich dunkler wurde. Mari schluckte… Warum nur fühlte es sich jetzt so viel schwieriger an als heute morgen…

„Wir drehen uns jetzt beide um 180 Grad herum, so dass wir mit dem Rücken zueinander stehen und ziehen uns aus“, fuhr er ruhig fort, ohne eine Antwort von ihr zu erwarten. „Dann setzt du dich zuerst in die Wanne. Wenn nötig, kannst du die Wassertemperatur gern noch regulieren, damit sie dir absolut angenehm ist. Ich werde so lange mit dem Blick wie jetzt zur Wand hier so stehen bleiben bis du ganz in Ruhe in den herrlichen Schaum eingetaucht bist. Wenn du dann in der Wanne sitzt, lasse bitte hinter dir etwas Platz und gib mir Bescheid. Ich werde mich dann hinter dich setzen. Okay?“

Uff! „Ja“, antwortete Mari leise und begann sich mit dem Blick zu der wunderschön gestalteten Wanne auszuziehen. Und tatsächlich… noch ganz im Eindruck dieser magischen Situation folgte sie seinen Anweisungen ohne allzu lange zu zögern, und schlüpfte, als sie ganz ausgezogen war, in die Wanne.
Hmm war das ein wundervoller Duft.
„Ich bin im Wasser“, erklärte sie ihm, worauf er sich umdrehte und auch in die Wanne stieg. Sie hielt die Luft an… Langsam ließ er sich hinter sie ins Wasser gleiten und legte seine Beine um sie herum nach vorn.
„Einfach weiter atmen…“ flüsterte er ihr ins Ohr und legte sanft seine Hände auf ihre Schultern. „Meine Hände auf deinen Schultern kennst du ja inzwischen schon ein ganzes Jahr lang.“ Langsam begann er, etwas von dem feinporigen Schaum auf ihren Schultern zu verteilen und sie sanft zu massieren. Und wie schon so oft konnte sich Mari durch die Wirkung seiner Schultermassage leichter entspannen. Tief atmete sie den wundervollen Duft ein und nahm die Massage dankbar an.

„Nun lehne dich einfach zurück, Mari, mein Oberkörper freut sich darauf, gleich die Bekanntschaft mit deinem Rücken zu machen.“
Langsam ließ sich Mari zurück sinken. Er hatte seine Hände inzwischen bequem auf den Rändern der Wanne abgelegt. Und als sie an ihrem Rücken den Kontakt zu seinem Oberkörper bemerkte und etwas zusammenzuckte, legte er wieder seine Hände auf ihre Schultern und zog sie ganz sanft noch etwas dichter an sich heran. „Lehn dich einfach an, Mari, du bist angekommen. Das, was du dir schon so lange gewünscht hast, ist nun eingetreten – du kannst dich einfach anlehnen und in Wärme und Geborgenheit baden.“
Diese herzlich gesprochenen Worte verfehlten ihre Wirkung nicht, und Mari gab den letzten Rest an Widerstand auf und legte sich ganz zurück. Sanft umschloss er ihren Oberkörper mit seinen Armen und hielt sie für eine lange Zeit einfach nur fest… bis die restliche Anspannung von ihr wich und sie das Gefühl, sich ganz bei ihm anzulehnen und von hinten von ihm gehalten zu werden genießen konnte… Beide atmeten im selben Rhythmus und eine Welle von Geborgenheit strömte durch Mari.
„Danke, Meister!“ sagte sie leise.
„Ich danke dir für dein Vertrauen, Mari – jetzt hier und das ganze Jahr über! Und wenn du dich ganz satt gefühlt hast an dieser Erfahrung, kannst du darauf vertrauen, dass ich, falls du das möchtest, die Augen geschlossen halten werde, bis du ganz in Ruhe die Wanne wieder verlassen hast. Dann kannst du es dir im Bett gemütlich machen und dort auf Joel warten. Denn außerhalb des Badezimmers ist das heutige Spiel dann vorbei.“

Mari verweilte noch ein Weilchen nahezu bewegungslos in diesem herrlichen Gefühl des Gehalten-seins, was tiefe Geborgenheit in ihr auslöste. Sie fühlte, wie sie die Grenzen, wo ihr Körper aufhörte und wo das Wasser und Joels Körper begann, nicht mehr wahrnahm, wie alles sich auflöste in einem Gefühl seligen Eins-seins…
Und als sie sich dann schließlich bewegte, um die Wanne zu verlassen, war in ihr ein solcher Frieden, dass sie leise zu ihm sagte: „Du musst die Augen nicht geschlossen halten…“
Lächelnd stieg sie aus der Wanne, hüllte sich in ein flauschiges Badelaken, verließ das Badezimmer und kuschelte sich mit einem tiefen Glücksgefühl ins Bett, um dort auf Joel zu warten, der ihr in diesem Jahr so innig vertraut geworden war…

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99. Wochenend und Sternenschein (5) – Ein Jahr mit Mari und Joel

Liebe Gäste hier im Blog
genau vor einem Jahr am 17.8.2021 begegneten sich Mari und Joel zum ersten Mal in dem Kapitel „Erste Schritte miteinander“.
Viele Schritte sind sie inzwischen – genau ein Jahr lang – miteinander gegangen, und ihr habt sie unsichtbar begleitet. Dafür möchte ich mich als ihre „Gestalt-Erfinderin“ herzlich bedanken.


Heute begleiten wir Mari und Joel an ihrem letzten Abend ihrer Wochenendreise im Hotel…

„Für heute Abend brauchen wir uns zum Essen nicht umzuziehen, Mari“, erklärte Joel lächelnd.
Mari schaute ihn verwundert an.
„Ich habe uns ein Menü hier aufs Zimmer bestellt, es wird in Kürze serviert werden.“
In diesem Moment klopfte es bereits an der Tür und ein üppig beladener Servierwagen wurde hineingeschoben. Joel bedankte sich und gab dem Ober ein gutes Trinkgeld, Nachdem dieser das Zimmer verlassen hatte, hielt er Mari seinen Arm hin und geleitete sie galant zu ihrem Stuhl. Eine langstielige rote Rose stand in der Mitte und ihr fiel jetzt auf: Auf jedem Gericht, in jeder Schüssel war die Zahl 1 unübersehbar als Garnierung eingebettet.

„Was bedeutet das?!“ fragte sie Joel verwundert.
„Nun…“ Joel lächelte…“wir haben etwas zum Feiern. Wir kennen uns genau ein Jahr heute. Vor genau einem Jahr am 17.August sind wir uns das erste Mal im Gartenrestaurant begegnet.“
Nun lächelte auch Mari. „Wie schön, dass du dir das Datum gemerkt hast, mir war das gar nicht so bewusst.“
Sie tippte sich an den Kopf. „Ach deshalb hast du mich zu diesem schönen Wochenende hierher eingeladen… um unser einjähriges Miteinander zu feiern!“
„Die Kandidatin hat 100 Punkte!“ bestätigte er lachend. „Nun lassen wir es uns erst einmal schmecken!“
Mari fiel auf, wie er die Worte „erst einmal“ betonte…

Sie zelebrierten das wunderbare Essen in aller Ruhe und voller Genuss. Dabei erinnerten sie sich an verschiedene Situationen, die im zurückliegenden Jahr besonders intensiver Gefühle erzeugt hatten.

„Weißt du noch, wie ich im ersten Besuch bei dir Panik bekam und aus deiner Wohnung geflohen bin?“ erinnerte sich Mari.
„Ja“, ich musste all mein Einfühlungsvermögen anwenden, um dich wieder zurück zu holen und dir deine erste Angst zu nehmen“, lächelte Joel. „Es hat ein Weilchen gedauert, bis du dich bei mir einigermaßen wohl gefühlt hast und dein Vertrauen nach und nach gewachsen ist.“
„Du hast es mir in deiner Rolle als Meister ja manchmal auch nicht so leicht gemacht und mich mit meinen Ängsten und Grenzen oft in überraschender Weise konfrontiert“, gab Mari zu bedenken. „Aber der Meister in dir hat mir auch immer wieder die Hand gereicht und mir den nächsten Schritt machbar gestaltet und erleichtert. Oft habe ich gedacht: Jetzt werfe ich das Handtuch! Und dann ging es Dank deiner sanften Unterstützung und deines Einfühlungsvermögens doch immer wieder gut weiter. Herausforderung und Entgegenkommen waren immer in guter Balance… „
„Ja, genau so war und ist es ja gewollt von dir, nicht wahr? Oder hat sich da etwas verändert?“ fragte Joel, sie ernsthaft anschauend. „Sollen die Spiele mit dem Meister im nächsten Jahr mit neuen Herausforderungen an dein Vertrauen weiter gehen?“
Gedankenvoll schaute Mari ihm in die Augen… „Ja, Joel! Das ist eine ganz besondere Ebene, die wir mit den Spielen miteinander betreten, und ich möchte sie weiter mit dir erleben, auch wenn sich das oft nicht so behaglich anfühlt. Ich habe mit dir in der Meisterrolle so viele wunderbare, intensive Erfahrungen machen dürfen, die ich auf das ganze Leben übertragen konnte. Dafür danke ich dir von Herzen!“
„Und ich danke dir für deine Bereitschaft, mir diese Macht zu geben, über die der Meister in unseren Spielen verfügen darf. Und für dein Vertrauen danke ich dir, liebe Mari! Das ist sehr gewachsen in diesem Jahr. Bei deiner Vorgeschichte ist das etwas ganz besonderes! Aber nun lass uns erstmal noch den leckeren Nachtisch genießen…“

Ein zweites Mal an diesem Abend fiel Mari auf, wie er die Worte erstmal betonte.
Und sie lag gar nicht so falsch mit ihrer Aufmerksamkeit, denn nach diesem besonderen leckeren Abendessen, das auch ein herrlicher Augenschmaus war, meinte Joel: „So, Mari, der Meister möchte auch heute an diesem besonderen Tag in Erscheinung treten… Das Spiel beginnt!“

Und auch in dieser Funktion hatte er heute abend eine ganz besondere Erfahrung für sie vorbereitet…
Davon wird im folgenden Kapitel zu lesen sein…

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98. Wochenend und Sonnenschein (4) – „…Na und?!!“

Joel und Mari verbringen ein Wochenende im zauberhaften Ambiente eines schönen Hotels

Fenster_MorgensonneDurch das offene Fenster strahlte die frühe Morgensonne und herrlicher Vogelgesang weckte Mari.
Sie hatte wunderbar geschlafen und musste erst einmal in die Realität zurück finden, als sie sich angekuschelt an Joel in dem breiten Bett ihrer schönen Suite, die sie in diesen zwei besonderen Tagen ihrer Kurzreise bewohnten, wieder fand.
Ganz still lag sie, um dieses Gefühl von Nähe und Geborgenheit in sich bewusst wahrzunehmen und noch ein wenig auszudehnen. Sie wollte ihn nicht wecken, denn es gab auch andere Gefühle in ihr…

Sie konnte ihm zutiefst vertrauen – das spürte sie immer deutlicher und das wurde in ihr besonders nach dem letzten Abend und dieser Nacht besonders spürbar… Er überschritt keine Grenze, die für sie nicht stimmig war, gab ihr die Nähe, die sie zulassen konnte und forderte nie mehr. Und heute – gerade in diesem Moment spürte sie: Etwas in ihr wollte inzwischen weiter gehen, wollte sich ausdehnen, wollte irgendwie mehr… und gleichzeitig waren immer noch Barrieren und Ängste da. Doch der Wunsch nach Lebendigkeit, nach mehr Intensität in ihren Berührungen, nach zunehmender Intimität wurde stärker.
Sie würde dazu einen Schritt auf ihn zu machen müssen, damit Joel die Veränderung ihrer Bedürfnisse und ihrer Bereitschaft wahrnehmen konnte. Aber wie?

Sein Arm lag entspannt auf ihrer Hüfte, zwischen ihnen war immer noch etwas von der Bettdecke, wenn diese auch in der Nacht etwas verrutscht war, aber sie bot genug Wärme und „Schutz“.
Brauchte… ja wollte… sie diesen Schutz eigentlich? fragte sie sich gerade.
Sanft legte sie ihre Hand auf seine.
„Na, meine süße Träumerin?“ fragte er – und sie hörte sein Lächeln in der Stimme, die so gar nicht verschlafen klang.
„Bist du schon länger wach?“ fragte sie ihn erstaunt.
„Ja, lange genug.“
„Wofür?“
„Um unsere Nähe bewusst genießen zu können… um dich zu spüren… um mich daran zu freuen, wie entspannt du ganz nah bei mir liegst.“

Sie drehte sich um, schaute ihm in die Augen. Und wieder ging eine Welle von Vertrauen und von… einem neuen, kribbelnden, reizvollen Gefühl durch sie hindurch. Dann erst wurde ihr bewusst, dass sie ja nackt waren und nun die Decke nichts mehr verbarg.
Joel bemerkte ihren Blick und meinte lächelnd: „Na und?!“
Sie lachte etwas verlegen und gab zurück: „Hm ja, …na und!!“
„Komm her, mein zartes Rehlein, lass uns ganz fest umarmen. Im Liegen ist das noch inniger und entspannter.“

Diese liebevolle Einladung nahm Mari an und atmete ganz tief, als er sie in seinen Armen hielt und für eine ganze Weile die Zeit still stand. Tief nahmen beide das wunderbare Gefühl von Nähe und Wärme in sich auf, eine Wärme, die Körper und Seele wohlig durchströmte. Sie nahm seinen Körper wahr… überall… seine Wärme… und… seine Härte, die nicht zu auszublenden wahr. Dennoch lag er ganz still.
„Du musst gar nichts tun, Liebes. Fühle einfach nur.  Sei einfach nur da. Ich erwarte nichts von dir,“ antwortete Joel auf ihre unausgesprochene Frage, die sein Körper, der nicht lügen konnte und auch nicht wollte, in ihr ausgelöst hatte.

Langsam begann seine rechte Hand über ihre Haut zu wandern, während die linke fest an ihrem Rücken blieb und sie weiterhin hielt.
Sehr bewusst nahm sie seine gleitenden Berührungen wahr, spürte wie ihr Körper erst wohlig, dann nach und nach immer bewegter auf ihn reagierte. Seine Berührungen wurden immer zarter… nahezu elektrisierend…  Als unwillkürlich ein Zucken durch sie hindurch pulste, und sie einen erschrockenen, etwas peinlich berührten Laut von sich gab, strich er beruhigend mit der flachen Hand und etwas mehr Druck über ihren Rücken und flüsterte ihr ins Ohr: „Lass deinen Körper ruhig zucken und tun, was er will… ich finde das wundervoll…“
Kurz rückte sie etwas von ihm ab, damit sie ihm in die Augen sehen konnte. Und spürte, als sie in ihnen versank, nur Annahme und Freude.
Ganz offen begegnete er ihrem Blick und ließ sie erkunden, was immer sie sehen wollte in ihnen – bis an den Grund seiner Seele öffnete er sich ihr und genauso offen ließ sie ihn eintauchen mit seinem Blick in ihre Gefühlswelt. Sie brauchte nichts zu sagen, wurde ihr in diesem Moment klar. Er kannte sie mittlerweile so gut, dass er anhand ihrer Körpersprache spüren konnte und in ihrem Blick lesen konnte, was sie mit Worten nicht zu formulieren vermochte. Er sah und fühlte tief in sich: ihren Wunsch nach mehr… ihre noch vorhandene, immer kleiner werdende Angst… ihr Vertrauen zu ihm als Mann… ihre Unsicherheit, mit der sie sich ihm jetzt anvertraute… ihr noch zögerliches Begehren… Und er sagte mit seinem ganzen Sein „JA“ zu ihr. Auch er sprach es in diesem magischen Moment nicht mit Worten aus, sondern ließ seine Augen sprechen. Und sie verstand sein JA und antwortete mit einem ganz zarten Nicken. Daraufhin zog er sie wieder fest in seine Arme und ließ sie dort wieder ankommen, Halt finden, die Sicherheit seiner absoluten Annahme fühlen.
Und als er spürte, dass sie mit all ihren Gefühlen bei ihm angekommen war, begannen seine Hände erneut auf die Reise zu gehen… Lust zu wecken… Geborgenheit zu schenken… zu reizen und zu besänftigen… zu locken und Halt zu geben… Er wusste, sie brauchte immer wieder zwischendurch den ruhigen Hafen seiner festen Umarmung, um dann wieder neue bewegende Berührungswellen zulassen zu können.  Nach und nach wurde sie lebendiger in seinen Armen, berührte und streichelte auch ihn und genoss den Tanz der Berührungen, die sie miteinander teilten, zunehmend.
„Es ist wunderschön mit dir, Mari…“ sagte er leise, als sie wieder einmal inne hielten, bevor eine neue Welle von Empfindungen durch sie hindurch strömte…
Es war ein wie ein Tanz: ein Hin und Her im gemeinsamen Aufeinander-Eingehen im Auf- und Abschwellen der Intensität ihrer Lustempfindungen… Und als sich die Berührungen immer mehr intensivierten und Mari spürte, dass sie nun keine besänftigende Welle mehr haben wollte, im Gegenteil, dass sie nichts mehr abflauen lassen wollte… mehr wollte… die Intensität steigern… bewegte sich alles auf einen Höhepunkt zu, mit dem sie ihren ersten sinnlichen gemeinsamen Tanz vollendeten.

Diese Reise der Berührungen war für Mari eine so intensive Erfahrung, dass ihr bei den Nachbeben ihres Körpers die Tränen kamen. Es zuckte in ihr und sie brachte mit ihrem Weinen all die lange aufgestauten Gefühle aus sich heraus: die Erfüllung ihrer Sehnsucht, ihre Lust, ihre Angst, ihre Freude, die Auflösung ihrer Zerrissenheit, ihre Fassungslosigkeit, wie ungebremst sie sich schließlich in seinen Armen hatte fallen lassen…
„Entschuldige, Joel, mein Weinen ist….“
„…nichts wofür du dich entschuldigen müsstest, mein Schatz! Ich weiß doch, wie viele Gefühle sich da in dir bewegen. Die wollen raus… Und dafür hat der Mensch das Gefühlswasser, das sich „Tränen“ nennt. Lass sie einfach fließen, ich halte dich!“
Liebevoll gehalten in seinen Armen ließ sie ihren Tränenstrom frei fließen in der Sicherheit, dass sie angenommen wurden, dass all ihre Gefühle, alles was sie ausmachte, angenommen war.
Welch größere Erfüllung konnte es geben…

Sie fühlte , wie eine Welle von Geborgenheit und  Frieden durch sie hindurch floss, in der ihre Tränen   auch eingebettet waren. Langsam wurde sie ruhiger und genoss voll Dankbarkeit das warme Gefühl, in ihrem ganzen Sein angenommen und gehalten zu werden.

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97. Wochenend und Sternenschein (3) – Nähe ist schön

Joel und Mari verbringen ein Wochenende im zauberhaften Ambiente eines schönen Hotel

Abends:
Nach einem delikaten 4-Gänge-Menü Joel unterschrieb Joel die Rechnung und gab der freundlichen Kellnerin ein großzügiges Trinkgeld. „Das Essen war wirklich hervorragend“, sagt er, und Mari nickte zustimmend. „Ja, das war etwas ganz besonderes! Ich habe es sehr genossen!“
Nachdem die Kellnerin weg gegangen war, fragte Joel: „Und? Bereit für die Nacht?“

Laterne_Tun.Mari schlug vor, noch einen kleinen Verdauungsspaziergang zu machen, bevor sie sich zur ersten gemeinsamen Nacht in ihr Hotelzimmer zurück zogen, was für sie eine gewisse Herausforderung darstellte.

„Gerne! Das ist eine gute Idee“ antwortete er und führt sie hinaus in den Garten.
Es war noch relativ warm, und der Garten war wunderschön beleuchtet. Sie gingen zunächst schweigend. Mari war in Gedanken versunken…
Schließlich fragte Joel: „Was ist denn, Mari, du wirkst so nachdenklich?“
Mari fühlte sich etwas unbehaglich. Es fiel ihr schwer, in Worte zu fassen, was sie bewegte. Sie schaute Joel kurz von der Seite an, und meinte dann: „Ist schon ein etwas seltsames Gefühl, die Nacht mit dir in einem Zimmer zu verbringen.“

Er versuchte mit einem scherzhafte Ton ihre angespannte Stimmung etwas aufzulockern: „Wie jetzt… wirke ich so gefährlich?“
Mari lachte, aber so richtig fröhlich klang das nicht. „Nein, Joel, und das weißt du auch. Und das weiß ich auch, dass mir von dir keine Gefahr droht. Ich habe nur schon ganz lange mein Zimmer nicht mit irgendeinem Menschen geteilt in der Nacht – erst recht nicht mit einem Mann.“
Er fragte weiter: „Okay, und was fühlt sich daran so seltsam an?“
Unschlüssig zuckte sie mit den Schultern: „Kann ich dir gar nicht so genau sagen, vielleicht weil… Ach ich weiß nicht!“ Verlegen wandte sie sich ab.
Joel wandte sich ihr im Gehen deutlich zu und drehte sie mit sanftem Druck mit dem Arm, den er ihr die ganze Zeit um die Schultern gelegt hatte, so  wieder so zu sich herum, dass sie sich beide anschauen konnten: „Hey, da muss dich doch gerade irgendetwas sehr beschäftigen. Magst du es mir nicht sagen?“ fragte er freundlich.
Sie fühlte sich so blockiert, dass ihr nichts einfiel, was sie hätte erklären können. Sie konnte ihre beklommenen Gefühle ja selbst nicht so richtig fassen. Hätte sie bloß nicht davon angefangen…

Er unterbrach die Stille: „Mari – hast du Angst?“
Sie versuchte das Thema zu wechseln und meinte: „Es ist auf jeden Fall schön, dass wir noch ein bisschen diesen lauen Sommerabend genießen.“  Und dann ganz unvermittelt sagte sie etwas heftig: „Ja, ich glaube, du hast recht. Es fühlt sich irgendwie wie Angst an, aber ich weiß nicht genau wovor , und ich weiß auch, dass das Quatsch ist, aber da ist irgendwie einfach ein unbehagliches, ängstliches Gefühl in mir!“
Joel nickte. „Und was kann ich tun, um dir die Angst zu nehmen? Was würde dir helfen?“ fragte er anteilnehmend.
„Kannst du mir sagen, dass du mich jetzt nicht blöd findest?!“
Erstaunt fragte er zurück: „Warum sollte ich das tun?! Ich finde dich nicht blöd. Ich versuche zu verstehen, was dich blockiert, damit wir es vielleicht gemeinsam auflösen können.“
Bei dem warmen, mitfühlenden Klang seiner Stimme gelang es ihr, sich zu öffnen: „Da ist die Sache mit dem Ausziehen… Du weißt ja, das fällt mir schwer. Dann ist die Frage, wie nah wir uns sein werden… Und das Schwierige dabei ist, da sind auch ganz unterschiedliche, sich widersprechende Teile in mir, die laut in meinem Kopf reden und alle was anderes wollen…“

Joel nickte und antwortete ruhig: „Naja, ich werde dir beim Ausziehen nicht zuschauen. Das kannst du ja im Bad tun. Und dann… genau genommen, hat ja jeder sein Bett –  nur dass sie  nebeneinander stehen.
„Hmm … ja…“  Mari fühlte ein seltsames Gemisch von Gefühlen: Einerseits fühlte sie sich entlastet durch Joels Worte, dass ja jeder sein Bett habe, aber es gab auch noch ein anderes diffuses Gefühl… Ja, es gab, wie sie zu ihrem eigenen Erstaunen feststellte in diesem Moment auch einen Gedanken, der mit der Frage spielte, wie es sich wohl anfühlen würde, sich an Joel an zu kuscheln in dem gemeinsamen Bett.
Mitten in dem Wust ihrer Gedanken nahm sie nun seine Worte wahr: „Ich werde den Abstand respektieren, den du brauchst, aber du darfst gern jederzeit die Distanz verändern.“
Das war ja fast, als hätte er ihre Gedanken gelesen, dachte sie verwundert. Inzwischen waren sie wieder im Hotel angelangt. Er redete weiter: „…von daher gibt es nichts zu befürchten. Wenn du es so willst, werde ich weder etwas sehen noch dir zu nahe sein. Es liegt bei dir, wie du es möchtest – so wird es sein.“
Mari nickte und sagte leise: „Danke!“

Inzwischen kam der Fahrstuhl und brachte sie in ihre Etage.
„Ach, es gibt noch eine Nachricht vom Meister“, sagte Joel an der Tür.
Mari schaute ihn erstaunt an. „Wie… Jetzt? Vorm schlafen gehen? Was meinst du denn für eine Nachricht?!“
„Naja, genau da gehört sie hin: Geschlafen wird nackt!“ sagte Joel und öffnete die Zimmertür.
Mari blieb unvermittelt stehen, ihr Herz klopfte, und im Magen setzte der Fahrstuhl seine Fahrt fort, obwohl sie ja bereits ausgestiegen waren.
Er drückte ihr kurz sanft die Hand: „Aber keine Sorge! Ich werde nicht hinsehen, wenn du dich ausziehst und ins Bett gehst.“
Das Gedankenkarussell in Mari ging wieder los: Worauf hatte sie sich mit dieser Reise bloß eingelassen… Wie sollte sie da ein Auge zu bekommen… Was, wenn Sie zwischendurch aufstehen musste um ins Bad zu gehen…
Eine andere Stimme in ihr flüsterte: Und was, wenn das alles gar nicht schlimm wäre?
Diese Stimme war aber viel leiser als ihre anderen Gedanken.

Joel führte sie mit sanftem Druck an den Schultern ins Zimmer und öffnete die Balkontür, um noch etwas Nachtluft herein zu lassen.
Mari ging ins Bad, machte sich für die Nacht fertig, zog sich ihren Bademantel an und ging schließlich zum Bett. Sie würde im Bademantel warten bis Joel ins Bad ging und sich dann ins Bett legen.
„Auf welcher Seite möchtest du schlafen?“ fragte er und stand auf, um ins Bad zu gehen.
„Hier an der Seite, die dem Badezimmer am nächsten ist“, antwortete Mari wohlüberlegt.
„Sehr gerne“, sagte er und verschwand im Bad.
Mari zog geschwind ihren Bademantel aus und legte sich, entsprechend der abendlichen Nachricht vom Meister (dessen Rolle Joel sonst innerhalb ihrer Rollenspiele einnnahm)  nackt ins Bett, und deckte sich zu.
Auch Joel kam im Bademantel zurück und ging zu seiner Bettseite. Aufgeregt lag sie auf dem Rücken und schaute zur Zimmerdecke. Er zog ganz in Ruhe den Bademantel aus, legt ihn über einen Stuhl und stieg ins Bett.
Mari hatte ihre Nachttischlampe schon ausgemacht, und wartete bis Joel sich zugedeckt hatte. Dann drehte sie sich um zu der Seite hin, wo er lag, und schaute ihn nachdenklich an.
Er löschte nun auch sein Licht. „So Mari, ich wünsche dir eine gute Nacht.“

Nun, wo die schützende Dunkelheit sie umgab, rang Mari mit sich, ob sie sich trauen sollte, ihren Wunsch auszusprechen. Sie nahm all ihren Mut zusammen:  „Joel….?“.
„Ja, Mari?“ fragte er ins Dunkel.
Dies ist eine ganz besondere Gelegenheit, meinte eine Stimme in ihr, um sie zu ermutigen.
Und Mari fasste sich ein Herz und sagte: „Meinst du… äh… ich würde so gerne… Könnten wir… uns vielleicht ein bisschen aneinander kuscheln? Einfach nur so…“
„Aber sicher!“ sagte er und drehte sich sofort zu ihr. Er rutschte bis ganz an den Rand der Matratze
Sie kam ihm entgegen und fragte. „Würdest du mich in deine Arme nehmen?“
Er legt seine Arme um sie – nur die Decke war noch zwischen ihnen. Maris Herz klopfte, aber es fühlte sich einfach nur gut an, ihm so nahe zu sein. Er drückte sie sanft an sich.
Zwar noch immer aufgeregt und aufgewühlt von ihrem eigenen Mut legte sie ihren Kopf an seine Schulter und spürte seine Arme um sie herum. Er atmete sehr langsam und tief – und hielt sie ganz ruhig fest in seinen Armen.
Es fühlte sich so gut an, seine Gelassenheit zu spüren, seine Arme um sie herum, seinen Atem, nur die Bettdecke war das einzige, was noch zwischen ihnen war. Eng aneinander gekuschelt lagen sie beieinander.
Nach und nach wurden Maris Atemzüge weniger aufgeregt, und sie sagte leise: „Das fühlt sich gut an, Joel!“
„Ja, ein schönes Gefühl“, sagte er leise und ganz ruhig.
Ihre Aufregung und Nervosität nahm ab, und sie begann, sich langsam zu entspannen. Dabei wurde ihr spürbar warm. Auch Joel entspannte sich noch mehr. Die Umarmung wurde etwas lockerer, aber die Nähe blieb.
„Eigentlich ist es gar nicht so schlimm, nein, falsch, eigentlich ist es sogar sehr schön“, flüsterte sie ins Dunkel. „Meinst du, ich kann noch ein bisschen hier in deinen Armen liegen bleiben?“ fragte sie vorsichtig
Joel lächelte, und das war sogar in seiner Stimme zu spüren: „Na sehr gerne!  Ja und siehst du… Überleg mal, wie es dir vorhin zumute war. Da hättest du alles am liebsten abbrechen wollen.“
„Das hast du gemerkt?“ fragte sie etwas erstaunt, aber nur etwas…“
„Ja sicher, dein Widerstand war sichtbar und spürbar.“
„Aber dass ich am liebsten die ganze Sache hingeschmissen hätte, und dein  Angebot erwogen habe anzunehmen, dass ich zur Not ein eigenes Zimmer bekommen könnte, habe ich dir nicht gesagt! Jetzt bin ich aber froh, dass ich es nicht getan habe.“
„Nein“, lächelte er. „gesagt nicht… aber das war deutlich in deinem Gesicht zu lesen.“
„Hm okay… Hatte ich dich damit genervt oder enttäuscht?“
„Weder noch, aber du hättest dich um diese schöne Erfahrung gebracht.“
„Wie gut, dass du mehrmals nachgefragt hast, bis ich es schließlich in Worte fassen konnte, was mich verunsichert hat, und du mir dann entgegenkommen und Lösungen finden konntest. Ich danke dir.“
Joel strich sanft über ihren Kopf. „Ich danke dir auch für diese schöne Erfahrung, Mari!“
Langsam wurden ihre Augen schwer und die Atemzüge ruhiger…
Wie gut dass ich mich getraut habe, dachte Mari noch, bevor ihre Augen ganz zu fielen.
Und so schliefen sie gemeinsam ein…

Dies Kapitel wurde gestaltet von Raffael und Miriam

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96. Wochenend und Sonnenschein (2) – Egal was andere denken…

Joel und Mari verbringen ein Wochenende im zauberhaften Ambiente eines schönen Hotels

Mari und Joel waren vor kurzem angekommen in dem schönen Hotel, das sie für zwei Tage und zwei Nächte beherbergen würde. Sie wollten damit Maris inzwischen gewachsenes Vertrauen feiern, und es sollte gleichzeitig auch ein paar Sessions dort geben, Rollenspiele, in denen er wie schon so oft die Machtrolle als „Meistergestalt“ übernahm und sie sich seiner Führung anvertraute.
Gerade hatten sie beschlossen, einen ersten Erkundungsspaziergang durch die parkähnliche Hotelanlage zu machen.

Nach einigen Schritten im herrlichen Sonnenschein fragte Joel unvermittelt:
„Na, Mari – bereit für eine Herausforderung?“
Überrascht blieb sie stehen. „Hmm… ja… Es gehört ja dazu, hatten wir ja vereinbart. Also okay!“
„Okay, das Spiel beginnt. Ich möchte dich durch den Garten führen“, erklärte Joel lächelnd.
„Ja gerne“, antwortete Marie verwundert und dachte dabei: Wenn es weiter nichts ist… Vielleicht sind ja auch die Herausforderungen urlaubsmäßig, und kicherte leise in sich hinein.
„…mit verbundenen Augen“, fügte er ganz nüchtern hinzu.
Mari blieb abrupt stehen. „Ohhh… Hier, vor den anderen Gästen?“ Sie schluckte.
Das war ein Dejavue: Vor einiger Zeit hatte sie dieses peinliche Gefühl schon einmal empfunden, als er sie im Park ihrer Wohngegend mit verbundenen Augen herum führen wollte… Dabei hatte er damals darauf geachtet, dass sie allein waren. Aber sie hatte das nicht gewusst und die Situation abgebrochen, weil sie das Gefühl sich lächerlich zu machen vor anderen Menschen als zu unangenehm empfunden hatte. 
Joel holte sie mit einem kurzen sanften Druck an der Schulter wieder in die Gegenwart zurück, schaute sich um und sagte: „Ich sehe gerade niemanden.“
Sie gab sich einen Ruck und sagte: „Okay, hoffen wir, dass nicht bald jemand vorbeikommt!“
Daraufhin zog er ein schwarzes Seidenband aus der Tasche, trat hinter sie und verband ihr die Augen.
Mari  stand ganz still und dachte dabei: Ich will Joel jetzt vertrauen, dass er aufpasst und mich nicht lächerlich macht. Ich schaffe das. Diesmal laufe ich nicht davon!
 „Keine Sorge. Es wird nichts Unangenehmes passieren,“ sagte er, als er ihr das Band auf die Augen legte.
„Danke“, sagte sie leise, „es ist schon eine ganz besondere Situation hier draußen im Hotel Park…“
Nachdem Joel das Band verknotet hatte, nahm er ihre Hand. „Bereit?“ fragte er leise.
 „Ja, bin ich!“ antwortete sie entschlossen.

Er zog sie ganz leicht an der Hand und begann, sie über den Kiesweg zu führen. Die sich bewegenden kleinen Steinchen bereiteten ihr ein unsicheres Gefühl beim Laufen, so dass sie sich deutlich festhalten musste an seinem Arm. Er führte sie ruhig und langsam durch den Park. Nach einigen Schritten fühlte sie sich etwas sicherer und begann langsam, diese ungewöhnliche Erfahrung etwas zu genießen.  Plötzlich stoppte er und sagte: „Einen Moment! Riech mal…“
Ein süßer Blumenduft zog ihr in die Nase.

rosa_Blüten
„Hmmm… ist das ein zauberhafter Duft!“ Mari lächelte. „Danke dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast, ich war so mit dem Gehen beschäftigt, dass ich ihn sonst gar nicht so bewusst wahrgenommen hätte.“
So führte er sie noch zu zwei weiteren Stellen mit herrlichen Blütendüften. Immer mehr begann Mari die Frage zu vergessen, ob eventuell andere Menschen in der Nähe sein und sie beobachten könnten.
Joel freute sich, als er wahrnahm, dass sie ganz in diesen Moment eingetaucht war und begonnen hatte, diese Erfahrung, ohne weiter darüber nachzudenken, was geschehen könnte, zu genießen.

Immer wieder einmal gingen sie zusammen weiter, blieben erneut stehen, um etwas wahrzunehmen und setzten dann langsam den Weg fort, den Joel sie noch immer mit verbundenen Augen entlang führte.
Als sie wieder einmal stehen blieben, hörte Mari, wie sich Schritte näherten. Krampfhaft hielt sie sich an Joel fest. Sie wollte nicht den gleichen Fehler machen wie damals, und die Situation abbrechen, aber der Schreck war ihr deutlich in die Glieder gefahren.
Er hielt ihre Hand spürbar fester und strich ihr beruhigend über den Rücken.
„Bitte… Joel… Das ist so peinlich… Ich höre Schritte… Was sollen die denn von mir denken…“
Aber sie blieb trotz aller Aufregung, die in ihr war, stehen und nahm die Augenbinde diesmal nicht ab.
Joel antwortete gelassen: „Bleib ganz ruhig. Was soll denn da jemand denken? Wir machen doch nichts Schlimmes! Es ist einfach… ein Spiel.“
Mari atmete tief durch. Dann sagte sie: „Na, ich benehme mich doch hier wie ein Kind, das blinde Kuh spielt – und das in so einem vornehmen Ambiente!“
„Ich glaube nicht, dass dich jemand für ein Kind hält“, scherzte Joel.
„Na eben! Wenn ich ein Kind wäre, dann wäre es ja okay, aber eine erwachsene Frau, die sich mit verbundenen Augen herumführen lässt… Da mache ich mich doch zum Gespött!“
„Warum sollte man über dich spotten?“ fragte er erstaunt.
„Na, weil das völlig unüblich ist!“
„Na und…“ kicherte Joel, „dann machen wir eben was Unübliches. Wir erregen gewiss kein Ärgernis damit! Und hat es nicht bis eben Spaß gemacht? Wir tun keinem weh, wir verhalten uns nicht unsittlich und wir haben Freude. Was soll daran schlimm sein?“

Langsam begann Marie nachzudenken… Und ein kleines feines Stimmchen in ihr begann zu kichern: Na und? Dann machen wir eben mal was ganz Unübliches, ist schließlich nichts Schlimmes…
Dieses Stimmchen gewann an Kraft, und Mari begann zu grinsen…  Okay, machen wir weiter! Ja, es mag nicht üblich zu sein, aber was ist schon üblich? Und was der normalen, üblichen Dinge machte schon so viel Spaß? Und warum will ich immer, dass andere Menschen mich für üblich und normal halten?
Spontan antwortet ein anderes Stimmchen
in ihr: Na damit wir keinen Ärger kriegen!!!
Aber Mari spürte, dass das nicht ihre Hauptstimme war und sagte: „Ich bin gerade dabei, darüber nachzudenken, Joel.“

Die Schritte gingen an ihnen vorbei, es war nichts weiter geschehen.
Mari wurde ruhiger, nachdenklich meinte sie: „Es war immer das Hauptanliegen meiner Bezugspersonen, dass ich normal, üblich und angepasst bin , aber eigentlich macht das nicht wirklich Spaß. Was wir in all unseren Treffen machen, ist ja wirklich nicht so ganz üblich, oder?“ Sie kicherte leise. „Aber es fühlt sich höchst lebendig an! Ich glaube, ich will nicht mehr normal sein… angepasst, üblich, sittsam und brav!“
„Tja…“antwortete Joel lächelnd, „vielleicht hat sich gerade jemand von den vorbei gehenden Personen gewünscht, so etwas auch mal zu erleben.“
„Und du hast diesen Wunsch gehört?“
Er schüttelte den Kopf. „Nein. Ich sage ja nur vielleicht… Du denkst, dass das jemand komisch finden könnte. Vielleicht ist das so, vielleicht auch ganz anders, es wird sicher unterschiedliches bei den verschiedenen Menschen auslösen.“
„Meinst du, es könnte sein, dass das sogar jemand anders auch toll gefunden hätte? Aber letztlich ist es auch egal, denke ich gerade. Hauptsache wir finden gut, was wir gerade hier tun! Oh Mensch, das fühlt sich gerade so super an!!!“
„Ja,“ bestätigte Joel, „ich glaube, dass es einigen gefallen würde, aber die meisten kommen nicht auf solche spielerischen Ideen oder sie trauen sich nicht, so etwas umzusetzen.“
„Hi hi, aber wir trauen uns!!! Wow, it’s great!!! Ich mache nicht nur das, was ich gerade soll, weil es meiner heutigen Aufgabe und Herausforderung entspricht, sondern ich genieße es sogar, dass ich mich mal unüblich verhalte. Das ist etwas völlig neues!!!“
Joel gab ihr schmunzelnd einen zarten Kuss auf die Nasenspitze und nahm dann wieder ihre Hand. „Dann lass uns weitergehen!“

 Sie gingen ein Stück und erneut kamen ihnen Schritte entgegen. Uff, dachte Mari, die sehen mich ja nun noch deutlicher. Egal, kichert das neu entdeckte Stimmchen in ihr, und entschlossen ging sie mit ihrem neu entdeckten Gefühl von Selbstsicherheit weiter. Ein leises Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus.
Die Schritte gingen direkt an ihnen vorbei und entfernten sich wieder.
„Joel, es war mir eben das erste Mal egal, was die Leute denken!“ Flüsterte sie beglückt. „Und das hat sich soo gut angefühlt!“
Joel lachte. „Ich fand, das Paar sah ein wenig neidisch aus.“ Dann nahm er ihr die Augenbinde ab.
Sie standen wieder vor dem Hotel. Mari wunderte sich. Sie hatte gedacht, viel weiter vom Hotel entfernt zu sein.
„Zeit, um uns aufs Essen vorzubereiten. Das Spiel ist vorbei. Freut mich, dass es dir zunehmend Spaß gemacht hat!“
Lachend umarmte Mari ihn. „O ja, das hätte ich anfangs nicht für möglich gehalten. Und jetzt freue ich mich riesig auf das Essen, habe einen Bärenhunger!!!“

Dies Kapitel wurde gestaltet von Raffael und Miriam – vielen Dank, Raffael, für die gute Zusammenarbeit.

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95. Wochenend und Sonnenschein (1) – eine spannnende Auszeit

Joel und Mari verbringen ein Wochenende im zauberhaften Ambiente eines schönen Hotels

An diesem Tag begann die Wochenendreise, die Joel Mari als Anerkennung geschenkt hatte für ihr in letzter Zeit deutlich gestiegenes Vertrauen. Die Reise sollte sowohl eine Auszeit voll Freude und Genuss werden, als auch einen anderen besonderen Rahmen darstellen für ihre Vertrauensspiele und Rituale, in denen er für sie die Meisterrolle einnahm.

Er hatte Mari abgeholt und fuhr mit ihr in ein nicht allzu weit gelegenes Hotel. Als sie vor dem großen weißen Gebäude vor fuhren, kam sofort ein Page und übernahm ihr Gepäck.
Das Hotel lag inmitten einer wunderschönen Parkanlage, und Mari genoss den zauberhaften Anblick. Freude und Aufregung mischten sich in ihr. Was würde diese Reise wohl bringen?

Joel hatte ihr die Eingangstür zur Hotelhalle geöffnet.
„Mensch, Joel, ich kann es noch gar nicht fassen, dass wir nun wirklich hier sind“, sprudelte Mari mit strahlenden Augen heraus
Sie betraten die riesige Halle des Hotels. Es sah alles sehr edel aus, gestaltet mit vielen Pflanzen. Die hellen Farben und die leise, sanfte Musik vermittelten Leichtigkeit und Urlaubsstimmung und doch wirkte die Einrichtung auch etwas traditionell.
Das Ambiente…  faszinierend und beeindruckend… eine richtige Auszeit aus dem Alltag, dachte Mari entzückt, während Joel zur Rezeption ging um einzuchecken.
„Ah, sie hatten die Suite bestellt – herzlich willkommen“, sagte die Dame dort.
Das Gepäck war mittlerweile schon nach oben gebracht worden.  Joel nahm den Schlüssel und ging mit Mari in dem bespiegelten Fahrstuhl. Während sie nach oben fuhren stieg in Mari die Aufregung…  Jetzt gleich würde sie das Zimmer betreten, in dem sie mit Joel das Wochenende verbringen wird, 2 Tage und 2 Nächte…

Joel ging voran und öffnete eine große Doppeltür. „Darf ich bitten?“ fragte er lächelnd.
Mari trat ein und blieb zunächst an der Tür stehen…. Alles wirkte schön und hell – beeindruckend…
Ein großes Zimmer wartete auf sie mit einem riesigen Sofa und einer großen Fensterfront.
Auf der rechten Seite gab es eine weitere Tür.
Langsam ging Mari weiter in den Raum hinein und sah dann durch die geöffnete Tür in das Schlafzimmer, dass sie nun für zwei Nächte gemeinsam mit Joel beherbergen würde.
Ihr Gepäck hatte der Page schon dort abgestellt.
Das große Bett – weiß mit hellblauen Akzenten – darin nahm ihren Blick gefangen.
Wenigstens wird in dem Bett genügend Platz sein für uns beide, dachte sie etwas beklommen…
Joel stellt sich hinter sie – ganz dicht – und flüsterte in ihr Ohr: „Na, das sieht doch sehr gemütlich aus, oder?“
„Hmm ja…“ murmelt sie leise. Worauf hatte sie sich nur eingelassenWürde das gut gehen?
„Da werde ich ja gleich müde…“ sagte er und schmunzelte dabei.
Wollte er sich jetzt etwa schon ins Bett legen? Mari drehte sich um, schaute ihn unschlüssig an, und nahm dann sein deutliches Schmunzeln war. Nun lachte er richtig, und das war so ansteckend, dass sie mit lachen musste.
„Was hältst du von einem Spaziergang durch den Park, bevor wir uns zum Essen fertig machen?“
„Das ist eine tolle Idee,“ antwortete Mari, „ich würde nur gern etwas Leichteres anziehen.“
Sie öffnete ihre Reisetasche und nahm ein Sommerkleid heraus, mit dem sie im Bad verschwand, sich kurz frisch machte, und es anzog.  Joel ging zum Fenster und genoss den Blick auf den zauberhaften Park hinter dem Hotel.

Als Mari aus dem Bad kam und sah wie er am Fenster stehend auf sie wartete, meinte sie fröhlich: „So, von mir aus kann es losgehen!“ Er drehte sich um und schaute sie an. „Du siehst ja umwerfend aus!“ sagte er,“ und ging auf sie zu. „Da werden die Blumen im Garten ja neidisch.“
Mari kicherte: „Oh danke schön, Gott sei Dank sind die Blumen über solche Gefühle von Neid erhaben.“
Er lächelte, bot ihr seinen Arm an und führte sie in den Garten hinaus.

Parkweg-Es war ein herrlicher Anblick und das Wetter spielte gut mit: wunderschöner Sonnenschein empfing die beiden, als sie gut gelaunt die ersten Schritte miteinander nach draußen traten und einen schmalen Weg entlang liefen.

„Das Spiel beginnt.“ sagte Joel plötzlich.
Ups… Mari zuckte etwas zusammen, das hatte sie in diesem Moment nun überhaupt nicht erwartet, gerade fühlte sich alles so leicht und schön an…
„Bereit für eine Herausforderung?“ fragte er lächelnd…

Worin diese Herausforderung besteht, erscheint im nächsten Kapitel

Dies Kapitel wurde gestaltet von Raffael und Miriam

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94. Anerkennung und Herausforderung in einem

Bei Joel – ein spannendes Angebot

„Oh, du hast ja heute Kaffee und Tee schon fertig“, sagte Mari und setzte sich auf die Couch.
Joel setzte sich ihr gegenüber. „Das Spiel beginnt“, sagte er.
Mari schaute ihn gespannt an. Was wohl heute kommen würde… Sie hatte keinen blassen Schimmer.

„Nun Mari, wir haben ja schon einiges zusammen erlebt… Und du hast große Fortschritte gemacht!“
Erstaunt schaute Mari ihn an. „Ja, es stimmt, wir haben schon viel erlebt inzwischen. Aber dass du von großen Fortschritten redest, …hmm na ja, das wundert mich ein bisschen, die Angst kommt mir ja doch immer mal wieder dazwischen… und andere schwierige Gefühle wie Peinlichkeit und Scham ja auch.“
Joel nickte bedächtig: „Ja, aber du bist schon ein großes Stück weiter gekommen, finde ich.“
„Das freut mich, dass du es so empfindest.“ Mari lächelte.
„Um diese Entwicklung miteinander zu feiern, hab ich mir etwas ausgedacht“, fuhr Joel fort.
Ihr Lächeln vertiefte sich… „Wie jetzt… Was denn? “ fragte sie erfreut und verwundert zugleich.
Es macht er ihr ein ganz seltsames und besonderes Gefühl, von ihm diese Anerkennung zu bekommen…

Er gab ihr einen Umschlag, aus dem sie ein wunderschönes Hotelprospekt hinaus beförderte und erklärte dann: „Ich lade dich ein, mit mir ein Wochenende in diesem Hotel zu verbringen.“
Ihre Augen weiteten sich… In diesem schönen Hotel… Wow! Du willst, dass wir beide zusammen ein Wochenende dort verbringen? Das ist ja eine zauberhafte Idee!“

„Ja… Dazu lade ich dich ein…“ sagte er ganz langsam mit einer seltsamen Betonung.
Der Ton, in dem er sprach, ließ sie etwas stutzig werden… „Das klingt so eigenartig, wie du das sagst…
Gibt es dabei irgendeinen Haken?“
Joel schaute sie ernsthaft an. „Einen Haken… nun wie man es nimmt. Ich würde dazu sagen: Es gibt auch Herausforderungen dabei!“

Mari spürte ein bekanntes Kribbeln, das sich ihre Wirbelsäule hinauf schlängelte in den Kopf hinein. „Kannst du dich bitte ein bisschen genauer ausdrücken?“ bat sie Joel.
Er nickte: „Nun, das Wochenende wird Anerkennung und Herausforderung gleichzeitig sein, wenn du zusagst.“
„Worin besteht denn die Herausforderung ?“ wollte sie wissen.
„Es wird wohl mehr als eine sein, aber die vermutlich wichtigste ist quasi die Voraussetzung, unter der wir fahren würden.“

„Fahre ich mit dir als Meister? Oder einfach mit dem Menschen Joel?“
Er lächelte: „Mit beiden. Es wird solche und solche Zeiten geben.“
„Okay“, nickte Mari, „da bin ich aber froh! Ein ganzes Wochenende durchgehend mit dir als Meister wäre schon sehr heftig. Dann ist die Voraussetzung also schon mal geklärt?“
„Nein noch nicht. Die Voraussetzung ist: Wir nehmen ein gemeinsames Zimmer.“
„Ohhh! Darüber hatte ich bisher noch gar nicht nachgedacht“, bemerkte Mari leise.

Er sagte nichts, wartete einen Moment.
Mari war der Konflikt deutlich in den Gesichtszügen abzulesen. In ihrem Magen fuhr es Fahrstuhl.
Was bezweckte er mit einem gemeinsamen Zimmer? Wie sollte das gehen… abends… nachts…?
Sollte das vielleicht… Hm…


„Kannst du mir bitte noch mehr über die Voraussetzungen und Herausforderungen sagen?“ fragte sie aufgeregt.

„Nun, das mit dem Zimmer ist die wichtigste. Wir werden uns das Bett teilen. Du weißt, dass ich dir nichts tun werde, was du nicht auch willst,“ antwortete er ruhig, „aber wir wissen auch beide, dass das eine echte Herausforderung ist!“
„Danke, dass du das noch mal so ausdrücklich sagst. Ich war mir nicht sicher, ob das gemeinsame Zimmer eventuell eine Andeutung sein sollte zu… mehr… Darauf kann ich mich doch auch dort verlassen, dass du nichts tust was ich nicht will oder kann?“
Joel nahm ihre Hand und nickte: „Ja, so wie schon die ganze Zeit. Das ist Teil unserer Vereinbarung.“
„Okay! Und du hast Recht: Es ist auch so schon herausfordernd genug. So… und nun meintest du noch, das sei noch nicht alles?“
„Nein. Das ist noch nicht alles. Es wird auch solche Sessions wie wir sie hier auch machen.“
Mari überlegte, wie sie sich nun entscheiden sollte, vermutlich würde er ihr über die anderen Herausforderungen nicht mehr viel erzählen…

„Ich weiß, das klingt etwas heftig, aber es ist Zeit, einen Schritt weiter zu gehen – und hier bietet sich eine große Chance.“

Einen Moment fühlte sie in sich hinein. Wie würde sie sich fühlen, wenn sie ja sagen würde: Das wäre sicher sehr aufregend und spannend, würde die Intensität der Herausforderungen und der damit verbundenen schwierigen Gefühle stärker machen als sonst, weil sie ja nicht weg konnte…
Und wie würden Sie sich fühlen, wenn sie nein sagen würde: Sie wäre mit Sicherheit traurig und frustriert, eine bestimmt sehr intensive und wahrscheinlich auch wenigstens teilweise schöne Erfahrung nicht gemacht zu haben…
So wanderten ihre Gedanken hin und her…

Joel, der ein guter Beobachter war, verstand in ihr zu lesen wie in einem offenen Buch und sagte: „Mari, du weißt: Ich werde jedes Stopp von dir achten. Und ich werde mein Bestes tun, dass es ein aufregendes und schönes Wochenende sein wird.“
„Ja, dass das ein sehr aufregendes Wochenende wird, das steht außer Frage!“ bestätigte Mari, „aber was ist, wenn ich es nicht packe? Wenn ich zwischendurch so heftige Angst bekomme, dass ich mit den Herausforderungen nicht klar komme? Ich könnte ja nicht mal nach Hause fahren so schnell…“

Joel nahm wahr, dass sie wirklich an einem Punkt angekommen war, an dem sie eine Entlastung brauchte, und sagte zu ihr: „Nun, ich verspreche dir, wenn es wirklich nicht mehr geht, bekommst du ein eigenes Zimmer.“
Mari fiel ein Stein vom Herzen. „Puh! Damit hatte ich jetzt nicht gerechnet, aber ich danke dir von ganzem Herzen für diese beruhigende Zusage. Ich hoffe, dass das nicht nötig werden wird, aber alleine schon zu wissen, dass diese Möglichkeit besteht, hilft mir sehr!!! Na und außerdem gibt es ja immer noch die Möglichkeit, um eine Umarmung zu bitten, wie hier auch, oder?“
„Ja sicher! Jederzeit! Mari“, bestätigte Joel. „Nun was sagst du zu meiner Einladung?“
„Ich sage Ja!“ strahlte Mari. „Ich freue mich riesig über dein Angebot. Ja, ich komme mit!“
Er lächelte „Ich freue mich sehr, dass du dich darauf einlässt Mari.“
„Das ist wirklich etwas ganz besonderes, in beiderlei Hinsicht: So schön wie auch so herausfordernd,“ meinte Mari und wollte wissen: „Wann soll es denn losgehen?“
„Nun, ich schlage vor: am kommenden Wochenende. Da soll es warm und sonnig sein.“
Mari bekam große Augen. „So bald schon! Na Gott sei Dank, dann ist die Aufregung nicht allzu lange vorher! Ja, am kommenden Wochenende habe ich nichts weiter vor – das geht. Das war ja eine Überraschung heute!“
„Ich freue mich sehr, dass du ja gesagt hast. Das Spiel ist vorbei.“

Erleichtert atmete Mari auf. „Das war genug Aufregung für diesen Nachmittag“, sagte sie zu Joel. „Es ist so schön, dass du dir da so etwas besonderes ausgedacht hast, vielen Dank. Ich bin jetzt gar nicht dazu gekommen, mich beim Meister auch zu bedanken, aber du kannst ihm das sicherlich ausrichten“, sagte sie augenzwinkernd.“
„Ja, na klar, „nickte er gut gelaunt. Der Meister und ich dachten, das wäre eine schöne Idee, und freuen uns sehr, dass du zugesagt hast.“
„Aber mal ehrlich… Das ist schon eine irre Kombi aus beidem, und ich bin sehr froh, dass er mir dieses entlastende Notlösungs-Angebot mit dem Einzelzimmer gemacht hat, wobei ich hoffe sehr, es wird nicht nötig sein. Aber zu wissen, dass es eine Hintertür gibt, das tut unendlich gut.“
„Ja“, bestätigte Joel. „Es sollte immer die Möglichkeit geben, dass du stopp sagst, auch wenn wir hoffen, dass es nicht passiert.“
„Das ist das, was ich an unserem Miteinander so schätze, und was es mir erst möglich macht… mich einzulassen… Danke! Du kennst mich halt schon sehr gut…“
„Nun lass uns auf die aufregenden und sicher auch sehr schönen Tage freuen.“
„Ich freue mich ganz besonders auf die Zeiten zwischen den Herausforderungen“, lachte Mari, „aber gespannt wie ein Flitzebogen bin ich auf alles, was kommt. Wie wäre es jetzt mit einer Umarmung?“
„Na aber sehr gerne“, sagte er und nimmt sie ganz tief in seine Arme.
Ihr Herz klopft immer noch heftig, und jetzt so wohltuend festgehalten zu werden, das tat Maris aufgewühltem Gemüt sehr gut.
„Und zur Not kann ich das ganz oft haben?“
„Ja sicher“, lächelte Joel. „der Vorrat an Umarmungen ist unbegrenzt!“
Da musste Mari lachen. „Dann wird das schon alles gut gehen! Ich danke dir und freue mich riesig!“

Dies Kapitel wurde gestaltet von Raffael und Miriam

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93. Sechs Runden

Bei Joel: Stück für Stück

Heute begann Joel, der für Mari wieder die Meisterrolle eingenommen hatte, ihr gemeinsames Rollenspiel bereits im Flur, nachdem sie ihren Mantel aufgehängt hatte. Er sah ihr in die Augen und sagte: „Das Spiel beginnt.“
Ups, das ging ja schnell heute, dachte Mari, während er in Richtung Schlafzimmer voran ging und beiläufig zu ihr sagte: „Folge mir.“
Etwas beklommen ging sie hinter ihm her.
„Heute kommt eine Übung zum Thema „Auflösen von Verboten und Scham, wir hatten ja letztens darüber geredet, dass es vieler neuer Gelegenheiten bedarf. Bist du bereit, Mari?“
„Ja, das ist jedoch ein schweres Thema“, meinte Mari.
Joel schaute sie verständnisvoll an und sagte sanft: „Ich werde versuchen, es so leicht wie möglich zu machen.“
„Gut, ich bin bereit“, antwortete sie und atmete tief ein, als er ihr den Arm um die Schulter legte und sie ins Schlafzimmer führte. Die Vorhänge waren zugezogen und er schaltete das Licht an.

„Ich möchte heute sehen, wie weit du dich traust, dich auszuziehen“, erklärte er, „und damit es einfacher wird, lösche ich gleich das Licht. So werden wir fast nichts sehen, und du wirst mir deshalb jedes Kleidungsstück geben, damit ich merke, was du ausgezogen hast.“
Mari stieg das Blut in den Kopf. „Und wie genau soll das ablaufen? Ich alleine? Oder wirst du dich auch ausziehen?“
Joel lächelte sie freundlich an: „Wenn du das möchtest, würde ich mich gleichen Maße ausziehen.“
Mari war einen Moment zögerlich, aber die Vorstellung dass sie nackt wäre und er angezogen, fühlt sich gar nicht gut an. Also sagt sie: „Ja, das würde ich, glaube ich, schon wollen.“
Er nickte: „Okay, das ist fair. Also? Bist bereit?“
In Mari fühlte es sich ziemlich schwierig an. „Du hast gesagt, so weit, wie ich mich traue? Also nicht ganz und gar?“
„Du bestimmst, wie weit es geht“, bestätigte er. „Bitte zähle doch mal, wie viele Kleidungsstücke du trägst, und verrat mir das.“
Mari dachte einen Moment nach…“Sechs.“


„Okay, danke, Mari.“ Er nickte, schaltete das Licht aus und stellte sich dann vorsichtig wieder vor sie. Es war so dunkel, dass man nur leichte Umrisse im Raum erkennen konnte.
„Beginnen wir. Runde eins, Mari!“
„Okay“, nickte sie, zog ihr T-Shirt aus und gab es ihm.
Mit einem freundlichen „Dankeschön“ legte er es auf das Bett, zog sein Hemd aus und reichte es ihr.
In der zweiten Runde folgte ein Strumpf und in der dritten Runde der zweite. Worauf auch er ihr jeweils einen seiner Socken reichte.
„Na, da haben wir ja schon drei Runden geschafft. Halbzeit!“ meinte er. „Dann auf zu Runde vier.“
Mari nahm einen tiefen Atemzug. Jetzt beginnt es, schwieriger zu werden“, sagte sie leise
„Nimm dir ruhig Zeit“, antwortete er ruhig ins Dunkle hinein.
Jetzt hatte sie nur noch ihren Rock, einen Slip und ein dünnes Top an.
„So, jetzt. Entschlossen zog sie ihren Rock aus und gab ihn Joel.
„Sehr gut!“ sagt er und gab ihr seine Hose.
„Auf zu Runde fünf. Bist du bereit?“
Mari stand wie eine Salzsäule auf der Stelle und kämpfte mit sich, was wäre jetzt leichter? Slip oder Top? Oder soll sie unterbrechen und aufhören? Es ging hin und her in ihrem Kopf.
„Nimm dir so viel Zeit, wie du brauchst“, sagt er.
„Danke“, flüsterte sie, aber leichter wird es dadurch auch nicht, dachte sie dabei … ich muss jetzt eine Entscheidung treffen...
Und schließlich entschied sie sich, ihr Oberteil auszuziehen. Das fühlte sich ziemlich schwierig an. Aber es ist ja dunkel, redete sie sich gut zu und gab ihm ihr Top schließlich.
„Sehr gut, Mari!“ sagte er, legte es behutsam auf das Bett und reichte ihr seine Unterhose mit den Worten: „Da ich kein Unterhemd drunter hatte, ist es bei mir ein Kleidungsstück weniger und ich bin jetzt fertig mit dem Ausziehen.“
Sie versuchte ruhig und tief zu atmen, aber es war ein ziemlich heftiger Aufruhr in ihr.
„Wie geht es dir, Mari?“ fragte er leise.
„Ich fühle mich ziemlich durcheinander, es fühlt sich fast wie Angst an: Herzklopfen, Vibrieren in Armen und Beinen, wackelige Knie – und gleichzeitig ist es mir peinlich, dass ich mich so anstelle.“
„Sag das nicht so abwertend, Liebes. Du gehst mutig ran an deine Schamgrenzen, das verdient unsere Anerkennung“, kommentierte er freundlich mahnend. Was genau bringt dich denn durcheinander?“
„Ich kann das gar nicht so genau orten, das ist so ein Gefühlswirrwarr und Knoten in mir, und irgendwie… ach ich weiß auch nicht… Es ist eigentlich Quatsch, nicht notwendig, nicht hilfreich und nicht angemessen, aber dennoch… eben da…“
„Und wie fühlt es sich an, wenn du an Runde 6 denkst?“
„Ziemlich schwer.“
„Kann ich etwas tun, damit es leichter wird?“
Mari kämpfte mit sich, normalerweise, wenn sie sich so zerrissen und aufgeregt fühlte wie jetzt, würde sie sich eine Umarmung wünschen, aber das auszusprechen traut sie sich jetzt in dieser Situation, wo er nackt war auch nicht.
Er stand ruhig nackt im Dunkeln vor ihr.
„Wir stehen vor Runde sechs“, sagte er leise, „bist du bereit dazu? Lass dir Zeit und spüre nach… Wenn es nicht geht, ist es auch okay, aber triff die Entscheidung ganz in Ruhe.“
Sie zögerte: „Darf ich dich was fragen?“
„Aber ja!“ antwortete er sofort.
„Wie geht es danach weiter? Wirst du dann das Licht anmachen?“
„Nein. Wir werden noch eine Weile so stehen, ganz nackt voreinander, ohne uns wirklich erkennen zu können im Schutz der Dunkelheit. Dann würde ich aus dem Raum gehen, und du kannst dich in Ruhe anziehen. Fürs erste ist das genug, denke ich.“
„Okay“, Mari nickte. „Danke dass du mir das gesagt hast.“
Und kurz danach: „Ich bin bereit für Runde 6.“
„Prima, Mari!“ Seine warme, ruhige Stimme tat ihr gut.
Schnell zog sie sich ihren Slip aus. Es fühlt es sich komisch an, auch diesen an ihn weiter zu geben, aber sie tat es.
„Vielen Dank für deinen Mut und dein Vertrauen, Mari“, sagte er und legte ihn aufs Bett.

Mari fühlte ihre Nacktheit jetzt sehr deutlich und war froh, dass es so dunkel war.
Als wenn er ihre Empfindungen spüren konnte, fragte er: „Wie fühlt es sich an, nackt zu sein?“
Sie suchte nach Worten… „Ich fühle mich sehr unsicher, habe das Bedürfnis irgendetwas Schützendes um mich herum zu haben…“
„Halt es noch etwas aus, es sieht ja keiner.“
Leider… dachte er dabei.
Sie standen noch ca. eine Minute so voreinander – es war die längste Minute, die sie bisher erlebt hatte.
„Wie ist es jetzt, Mari?“
Wie aus einem Nebel hörte sie seine Stimme und rang mit sich, ob sie das, was sie gerade fühlte aussprechen wollte oder lieber doch nicht. Schließlich entschloss sie sich dazu, es zu tun: „Es gibt neben den ganzen schwierigen Gefühlen auch noch etwas anderes in mir“, sagte sie leise.
„Ja? Nur raus damit! Was ist es denn?“
Sie nahm allen Mut zusammen. Ich würde dich gerne fühlen, also so ein bisschen umarmen…“
„Gern, sagte er. Ich stehe direkt vor dir, ganz nackt…“
Sie nickte und nahm einen tiefen Atemzug. „Kannst du mich ein bisschen vorsichtig in den Arm nehmen?“ fragte sie leise.
Er kam näher, und sie spürte ihn ganz nah. Seine Arne legen sich sanft um sie. Sie fühlte seine Haut, die Wärme, spürte die Nähe und sagte: „Joel, es ist… Es ist wie immer… Von dir umarmt zu werden, und dich zu umarmen, tut gut! Sogar auch nackt!“
Er hielt sie vorsichtig und sanft in seinen Armen. Sie hielt ganz still und spürt diesen Kontakt zum ersten Mal Haut an Haut. Es ist abenteuerlich, aber irgendwie schön, verwunderlich schön, dachte sie. Er drückte sie ganz behutsam an sich und erfreute sich auch an diesem für ihn unerwarteten Hautkontakt.
„Wie ist das für dich, Mari? Wie geht es dir in meinen Armen, so nackt?“ wollte er vorsichtig wissen.
„Auf jeden Fall ist es viel schöner, als nackt in Abstand vor dir zu stehen“ antwortete sie. „Es ist, als würde ich mich irgendwie beschützt fühlen.“
„Wie schön zu erfahren, dass du dich in meiner Körpernähe beschützt fühlst! Du weißt ja, ich würde dir nie etwas tun, was du nicht willst. Aber dich beschützt zu fühlen ist noch mehr als dieses Wissen. Darüber freue ich mich sehr! Du warst sehr mutig heute!“
Mari nickte: „Ja, das stimmt. Das hat mich ganz viel Kraft und Mut gekostet! Wie gut, dass du es mir durch die Dunkelheit leichter gemacht hast.“ Langsam löste sie sich aus seinen Armen.
„Das war auch meine Absicht. Ich weiß ja, wie sehr dir Scham noch zu schaffen macht“, erklärte er verständnisvoll.
„Ich bin fast selber erstaunt, dass ich die Runde 6 auch noch geschafft habe, gab sie zu. Und dich zu fragen ob du mich umarmst, war auch nicht leicht, aber ich wollte dann wissen wie es sich anfühlt, und hatte auch das Bedürfnis danach, nicht so allein dort nackt zu stehen.“
„Das verstehe ich gut“, nickte Joel, „aber diese Frage nach Körpernähe in dieser Situation musste von dir kommen, ganz frei und ohne Impuls von mir. So, und jetzt werde ich den Raum verlassen, so dass du dich ganz in Ruhe anziehen – und auch das Licht dabei anmachen kannst.“
Und als er an der Tür war, sagte er: „Ach ja, das Spiel ist vorbei.“

Und als Mari sich in aller Ruhe wieder angezogen hatte, schaute sie in den Spiegel, lächelte sich an und flüsterte sich selbst zu: „Wow, das habe ich geschafft heute!“

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92. Die Kraft der Gewohnheit

Bei Mari: Neue Gewohnheitsstraßen wollen gebildet werden

Joel hielt Mari entspannt in seinen Armen, nachdem sie ein intensives Erlebnis längeren Augenkontaktes beendet hatten und Mari den Entschluss gefasst hatte, sich künftig nicht mehr nach alten verinnerlichten Verboten richten zu wollen, die ihre Lust und ihre innere Freiheit einschränkten, das zu tun, was sich locker und frei anfühlte Sie sprach ihre soeben getroffene Entscheidung aus: „Ich will der Stimme in mir folgen, die sich weit, aufgeschlossen und lebendig anfühlt.“
„Das ist ein kraftvoller Entschluss, Mari!“ hatte Joel ihr bestätigt.

Nachdem sie eine Weile entspannt die Umarmung genossen hatten, redete er weiter: „…Es kann allerdings geschehen, dass du trotz deines Beschlusses weiterhin immer wieder einmal mit den alten einengenden Verbotsgefühlen zu tun hast, weil sie über die vielen Jahre eine fest sitzende Gewohnheitsbahn in deinem Gehirn gebildet haben, die so breit ist wie eine Autobahn. Da hilft es nur, anhand neuer bewusst gewählter Entscheidungen und Erfahrungen neue Gewohnheitsstraßen in dir zu bilden – so wie wir es ja auch schon seit geraumer Zeit tun. Und jetzt, wo  du das so bewusst entschieden hast, wird es sich als Thema wahrscheinlich in der nächsten Zeit noch deutlicher  zeigen. Immer wenn du die alten automatisierten Verbotsgefühle in dir wahrnimmst hast du die Gelegenheit, das alte                       Muster durch neue Erlaubnis-Strategien zu zu entkräften. Gern werde ich dich darin unterstützen, deinem getroffenem Beschluss zu folgen und dir dazu Gelegenheiten geben.“

„Gelegenheiten?“ fragte Mari, löste sich aus seinen Armen und drehte sich etwas zur Seite, um ihm ins Gesicht schauen zu können.
Ernsthaft nickte er. „Ja – Gelegenheiten, anhand derer du mit den alten Verbotsgefühlen in Berührung kommen wirst und sie nach und nach entkräften kannst.“
Ohne dass sie es merkte rückte Mari ein wenig von ihm ab und errichtete dadurch eine kleine Distanz zwischen ihnen.

„Mari, merkst du , was du tust?“
Erstaunt schaute sie ihn an. „Was meinst du?“
„Du ziehst dich etwas zurück.“
„Nein, das habe ich nicht beabsichtigt und auch nicht bewusst getan.“
„Das vermute ich auch, aber dein Körper spricht eine eigene Sprache. Wenn du eine Herausforderung witterst, gehst du, ohne es zu merken, als erste Reaktion in Abstand von mir.“
„Tut mir leid, Joel!“
„Das braucht dir nicht leid zu tun. Ich wollte es dir nur bewusst machen. Dann hast du nämlich auch eine bewusste Wahl. Schau, Mari…“ liebevoll lächelnd schaute er sie an, „Dein Körper und dein Unterbewusstsein betrachtet mich immer noch manchmal als Feind, weil ich öfter mal etwas in deinem inneren alten Wertesystem durcheinander bringen will. Aber ich bin nicht dein Feind! Ich tue das, worum du mich einst gebeten hast…“  Sanft nahm er ihre Hand in seine und schaute sie ernst an.
Betroffen nickte Mari: „Hm, ich weiß ja, aber meine Körperzellen scheinen das nicht ganz zu kapieren oder es zumindest immer mal wieder zu vergessen.“
Geduld_Annahme_Ermutigung_Bestaetigung„Deshalb wollen wir sie ja viele neue Erfahrungen machen lassen – und dies immer und immer wieder, damit neue Gewohnheitsstraßen entstehen können. Einverstanden?“
Mari zögerte einen Moment lang; nickte dann und sagte: „Ja, ich bin einverstanden! Aber sei nicht enttäuscht, wenn sich nicht so schnell alles verändert!“
„Ich bitte dich nur um eines, Mari: Sei von dir selbst nicht enttäuscht! Denn die von dir so ersehnte tiefe Veränderung braucht unser beider Geduld, Annahme, Ermutigung und Bestätigung!“

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91. Sehen und sich sehen lassen

Bei Mari

Joel, der inzwischen wieder in die Meisterrolle geschlüpft war, saß Mari in ihrer heutigen Session sehr nah gegenüber, hielt ihre Hände in seinen und hatte sie angewiesen, den Augenkontakt mit ihm so lange  wie möglich zu halten, egal was er fragen oder sagen würde.

Der Blickkontakt hatte begonnen und Mari fühlte sich damit etwas unbehaglich.
„Sprich alles aus, was du denkst und fühlst“, ermutigte sie Joel leise.  „Ich weiß, dass das hier keine rosa-Bonbon-Übung wird, aber sie wird dich dir selbst näher bringen. Und das ist doch das wertvollste Geschenk, das du dir machen kannst, oder?“
Mari nickte. „Ja, ich weiß auch nicht, warum ich es so schwierig finde, diesen Blickkontakt zu halten. Es ist so ein intensives Gefühl.“
„Ja, Mari, das ist es. Für mich auch. Sanft drückte er ihre Hände, um ihr zu signalisieren, dass alles, was auch immer sie empfand und empfinden würde, von ihm absolut angenommen werden würde. Und diese nonverbale Botschaft kam an… erreichte ihre aufgewühlte Gefühlswelt. Ein unwillkürlicher tiefer Atemzug von ihr zeigte ihm das.
„Guuut… Mari, gut so… Alles ist in Ordnung…. Alles darf sein.“
Sie nickte. Die Worte taten ihr spürbar gut.
„Alles ist willkommen, was auch immer du denkst, fühlst und sagst. Und auch das nicht Ausgesprochene. Du darfst alles sagen, aber du musst nicht alles sagen, verstehst du? Du bist frei. Ich sehe dich, und du siehst mich. Du siehst und wirst gesehen. Wie fühlt sich das an?“
„Es ist so ähnlich wie nackt sein“, antwortete Mari leise. „Nur in der Seele.“
„Ja, wir schauen uns durch die Augen direkt in die Seele.“ bestätigte Joel. „Und welche Art des Gesehen-werdens fällt dir leichter, Mari? Wenn wir uns in unsere Seele schauen oder wenn wir uns unsere Körper unverhüllt zeigen ?“
Mari überlegte… „Jetzt – das fühlt sich… intensiv an und irgendwie nicht leicht, aber nicht so peinlich wie die körperliche Nacktheit.“ Ihr Blick wurde unruhig, die Augen begannen zu wandern.
„Bleib, Mari… weich nicht aus. Bleib im Kontakt, auch wenn das Thema sich gerade etwas brisant anfühlt. Du schaffst das…“
Ihr Blick fokussierte sich wieder auf seine Augen.
„Gut so… Sag, was ist am körperlichen Nackt-sein so schwierig für dich?“
Sie zuckte mit den Schultern und schwieg.
„Oder anders herum gefragt: Was macht es dir leichter, in deiner Seele gesehen zu werden?“
„Das ist nicht so peinlich, so… verboten…“ flüsterte sie.
„Und wenn es nicht verboten wäre?“ fragte Joel ebenso leise.
„Dann wäre es trotzdem schwierig, weil alle Unzulänglichkeiten meines Körpers zu sehen wären.“Alles_was_echt_istl
„Na und…? Meine wären auch zu sehen. Unsere Körper sind genau so, wie unser Leben sie geformt hat. Ich würde jeden Centimeter willkommen heißen, meine Liebe!“
Immer noch den Blickkontakt haltend streichelte er zart ihre Wange und fuhr mit dem Zeigefinger ihren Hals hinunter. „Ich mag dich genau so wie du bist – deinen Körper und deine Seele. Da bin ich mir hundertprozentig sicher! Du bist so schön in deiner Echtheit! Alles was echt ist, ist schön!“

Mari empfand die Wahrheit in seinen Worten wie eine wärmende Wolke, in die er sie beide einhüllte.
„Ich glaube, du hast recht, Joel. Ich fühle das gerade. Ich fühle die Tiefe und die Weisheit in deinen Worten…“
Er lächelte: „Das ist das schönste Geschenk, das gerade passieren kann“, gab er zurück.
Und wenn du von dieser Wahrheit ausgehst – was ist mit dem Gefühl des Verboten-seins sich zu zeigen? Wie weise ist diese Stimme in dir, die es verbietet, uns so echt, wie wir sind, zu zeigen? Ist es eine Stimme der Angst oder des Vertrauens?“
„Es ist eine von Angst geprägte Stimme.“
„Und meinst du, es ist sinnvoll  im Sinne von Kraft und Lebendigkeit, dieser Stimme zu gehorchen?“
Mari schüttelte den Kopf. „Sinnvoll ist es nicht, aber trotzdem nicht leicht, sich ihr zu widersetzen.“
Joel schaute sie verständnisvoll an. „Ja, das kann ich mir vorstellen. Wie lange ist sie schon in dir und bestimmt dein Verhalten?“
„Sehr lange… seit ich Kind bin und so viel Ärger und Scham vermittelt bekam zu dem Thema.“

„Meinst du, das war weise, was dir da als Mädchen vermittelt worden ist?“
Sie schüttelte den Kopf. Tränen traten ihr in die Augen. Joel beugte sich vor und nahm sie in die Arme. Nah an ihrem Ohr flüsterte er: „So lange richtest du dich nun nach diesen Verboten… Jahrzehnte… Willst du das immer weiter tun?“
Mari rückte etwas von ihm ab und sagte plötzlich klar und entschlossen: „Nein! Ich will der Stimme in mir folgen, die sich weit, aufgeschlossen und lebendig anfühlt.“
„Das ist ein kraftvoller Entschluss, Mari!“ bestätigte Joel. „Und damit ist unser Spiel für heute beendet. Lass uns einfach noch ein Weilchen ganz in Ruhe in der Umarmung verweilen…“

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90. Die Magie der Drucklosigkeit

Bei Joel: Eine entspannte Erfahrung

Joel, der im gemeinsamen Rollenspiel bereits seine Meisterrolle eingenommen hatte, saß hinter Mari auf der Couch, als sie sich vorsichtig nach hinten gleiten ließ. Sie spürte seine Hände erst an ihrem Rücken und dann anKissen ihrem Kopf. Sicher hatte er ihn in seine Hände genommen und dirigierte ihn behutsam so, dass sie auf einem weichen Kissen zu liegen kam, das sich in seinem Schoß befand. Mari lag nun auf dem Rücken  auf der Couch mit ihrem Kopf in seinen Händen.
Joel ermutigte sie:
„Schließe deine Augen und lass deinen Kopf ganz schwer werden, Mari, du brauchst jetzt keinen Muskel selbst zu halten. Ich halte deinen Kopf ganz sicher in meinen Händen.“ 

Mari folgte seinen Worten und gab Gewicht ab, ließ ihren Kopf tiefer in seine Hände hinein sinken. Ganz langsam drehte er ihn mal ein wenig nach links, mal ein wenig nach rechts – dann wieder in die Mittelposition. Ließ ihn tiefer in das Kissen hinein sinken, hob ihn wieder etwas höher.  

Mari begann die Situation zu genießen. Leise summte er Töne vor sich hin, die ihre Seele berührten…
Tiefer glitt sie in eine wundervolle Entspannung hinein. Leise drangen nun Worte an ihr Ohr…
„Alles ist gut, Mari…
alles in bester Ordnung…
du kannst einfach sein…
es gibt nichts zu tun…
nichts zu können…
nichts zu leisten…
nichts zu vollbringen…
nichts zu kontrollieren…
nichts zu wissen… 
nichts zu denken…
du kannst in aller Ruhe einfach sein…
Auch dein Atem fließt ganz von allein, so wie dein Körper es will…
Es atmet dich…
Das Leben trägt dich…
Meine Hände halten dich…
Du bist getragen… gehalten… vom Leben geliebt…
Du bist ganz sicher…
behütet…
geborgen…
beschützt…
gewollt…
genau so wie du bist…
Dessen kannst du dir ganz sicher sein…
Jetzt, hier und wo auch immer du bist.“

Mari atmete tief und nahm diese Worte in sich hinein.
Sie erinnerte sich nicht, sich jemals so geborgen gefühlt zu haben wie jetzt.

Alles Denken hörte auf, sie drehte sich zur Seite, und Joel nahm ihre Hand in seine.
„Was auch immer noch geschehen mag, Mari, denke daran, was du jetzt gerade fühlst:
Du bist in Ordnung und vom Leben gewollt, genau so wie du bist.“

Langsam strich er mit seiner anderen Hand über ihren Rücken, knete sanft ihren Nacken, strich ihr das Haar aus der Stirn und ließ seine Hand auf ihrem Kopf ein Weilchen ruhig liegen.

Nach einigen Minuten legte sie ihre Hand auf seine, nahm sie dann in ihre Hand und führte sie langsam zu ihrer Herzgegend, legte sie an den magischen Ort in der Mitte ihrer Brüste, während er sich langsam zu ihr hinab beugte, ihre Augen sich begegneten und ihre Blicke für einen Moment ineinander flossen in einem Gefühl grundloser, wortloser, Harmonie…

Mari legte ihre Arme um seinen Nacken, zog ihn langsam zu sich hinunter, bis ihre Lippen sich zart berührten. Joel veränderte seine Lage,  um sie fester in seine Arme ziehen zu können, und sie schmiegte sich an ihn. Beide schlossen ihre Augen und waren sich so nah wie noch nie bisher.
Ihr Atem, der an Tiefe gewann, fand in einen gemeinsamen Rhythmus. Für heute waren sie angekommen und ruhten sich miteinander aus.

„Immer mit der Ruhe“, flüsterte Joel, „für heute steigen wir aus unseren Rollen aus und bleiben miteinander noch in dieser schönen Energie. wir haben alle Zeit der Welt.“

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89. Anspannung und Entspannung zugleich – der Kopf wird frei

Bei Joel: Gedankenruhe

Mari war wie so oft gespannt, was Joel gleich mit ihr vor hatte. Sie hatten das Spiel bereits begonnen.

Mit verbundenen Augen hatte er sie mit den verschiedensten Koste-Häppchen überrascht, die sie sich auf der Zunge zergehen ließ.

Nun, als sie gesättigt war und immer noch auf der Kante der Couch saß, sagte Joel in seiner Rolle als Meister zu ihr: „Und jetzt, Mari, dreh dich auf der Sitzfläche der Couch um eine Viertel Drehung herum, und lass dich dann auf die ganze Länge der Liegefläche langsam hinab sinken. Leg dich hin, und entspann dich – so gut es dir möglich ist. Jetzt lasse ich dich gleich andere Erfahrungen kosten. Und auch das werden keine leberwurstähnlichen Erlebnisse sein. Wir wissen ja beide, dass du die nicht magst! Er schmunzelte Und, Mari… glaubst du mir das?“


Mari musste unwillkürlich lachen…
„Ja, ich glaub dir das, aber…“

„Kein Aber, Mari!“ Joel nahm ihre Hand und hielt sie mit sanftem Druck in seiner. „Sollte dir etwas unangenehm sein, sagst du es mir genau dann, wenn du es so empfindest, aber nicht vorher die Erfahrung zerreden…“

Mari nickte. Was würde nun kommen?

Joel berührte sie mit einem zitronig duftenden Wattebäuschchen ganz sanft an der Stirn. Sie atmete erleichtert aus, das fühlte sich einfach nur gut an.

Plötzlich schabte ein Bürstchen sacht an ihrem Unterarm, auch das war ganz okay.

Leicht erschrak sie sich, als er ihre Füße abwechselnd mit einem kühlen und einem warmen nassen Waschlappen berührte, nachdem er ihr davor die Socken ausgezogen hatte.

Danach schob er ihr das T-Shirt etwas höher und kitzelte sie kurz am Bauch und in der Rippengegend – erschrocken musste sie lachen.

Nach diesem kurzen Moment süßen Qual zog er das Shirt wieder hinunter und massierte sanft ihre Schultern. Welch Wohltat!

Dann fühlte sie für ein kleines Weilchen gar nichts, konnte auch nicht wahrnehmen, an welcher Stelle Joel sich nun befand. War er überhaupt noch da???
Leise fragte sie :“Joel…?“
Seine Stimme war näher als sie gedacht hatte, als er ihr antwortete : „Ich bin da Mari.“

Kurz darauf spürte sie seine warmen Hände angenehm ihre Arme hinauf und hinunter streichen.

Etwas später fuhr Joel mit einem winzig kleinen Auto an ihrem Schienbein entlang aufwärts.

Und so kamen die verschiedensten Sinneseindrücke, mal ganz sanft und zart, mal intensiver spürbar, aber immer so, wie es für sie noch an der Grenze des Angenehmen bis Neutralen war, wobei jedoch immer mal wieder ein paar kleine unerwartete Schreckmomente enthalten waren. Von Berührung zu Berührung schienen sich ihre Sinne zu schärfen, und sie war ganz präsent in jedem einzelnen Augenblick.

Wie gut tat es ihr doch, angeregt durch diese Vielfalt sinnlicher Erfahrungen, für eine kurze Zeit gänzlich aus ihrem sonstigen Gedankenkarussell auszusteigen…

Nahezu bewegungslos lag sie auf der Couch. In einer seltenen Mischung aus wacher Anspannung und Entspannung seufzte sie leise… Das war für Joel ein Zeichen, dass es ihr gut ging , und er freute sich darüber. Schließlich legte er sich zu ihr, nahm sie in seine Arme und streichelte sie dabei über den Rücken.
´Wie schön ist DAS denn?!´ dachte Mari und streichelte ihn auch sanft an den Stellen, die sie in diesem Moment gut erreichen konnte. Und während sie sich noch näher an ihn heran kuschelte, flüsterte er ihr ins Ohr: „Das Spiel ist vorbei, Mari. Wir können es uns aber gern noch weiter hier auf der Couch miteinander gut gehen lassen…“

„Sehr gerne“, gab sie leise zurück…

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88. Das Leben schmeckt oft ganz unterschiedlich

Bei Joel – Erfahrungen für die Sinne

Mari klingelte, und Joel öffnete wie so oft lächelnd die Tür. Die vertrauten Worte „Schön, dass du da bist, Mari!“ und ein freundliches Lächeln empfingen sie. Und gleich nachdem er die Wohnungstür hinter ihr geschlossen hatte, breitete er seine Arme aus zu einer Geste des Willkommens.

Mari liebte es, von ihm umarmt zu werden, und er wusste das. Ganz fest hielt er sie in seinen langen Armen. Unwillkürlich wurde ihr Atem tiefer, die Atemzüge länger und ruhiger… ihr Körper weicher… Sie spürte seine  starken Arme, die sie hielten, sich in angenehmer Weise um sie legten und ihr mit sanftem Druck Halt gaben. Die Aufregung ließ etwas nach, aber nicht völlig – schließlich geschah mit Joel als Meister immer irgendetwas Herausforderndes, Spannendes, Aufregendes. Und das war gut so – das war es ja, was sie so anzog an der besonderen Art ihres  Miteinanders, dass es sich einerseits spannend und lebendig, andererseits auch geborgen und behütet anfühlte – eine ganz besondere Mischung…
Genau in dem Moment, in dem sie den Impuls spürte, sich langsam aus der diesmal so ausgiebigen Begrüßungsumarmung zu lösen, gab er ihr einen zarten Kuss auf ihr Haar, schaute ihr in die Augen und sagte: „Es ist schön, dass du da bist, Mari.“

Er legte ihr einen Arm um die Schulter und führte sie ins Wohnzimmer. 
Die Couch war ausgezogen und davor stand ein gedeckter Tisch.
„Wow! Schokoladentorte!!! Das sieht ja lecker aus!“ Überrascht von diesem nicht alltäglichen Anblick schaute Mari Joel an, und sein Schmunzeln vertiefte sich zu einem breiten Grinsen. 
„Hmm, du weißt ja, ich bin immer mal für eine Überraschung gut… aber bevor du dich setzt: Das Spiel beginnt!“ Mit diesen Worten zog er ein Tuch hervor und verband ihr die Augen. „Du überlässt dich jetzt in allem einfach nur meiner Führung, okay?“
„Okay“, sagte sie leise. 

Er trat hinter sie und legte mit sanftem Druck die Hände auf ihre Schultern, schob sie vorwärts, drehte sie etwas und sie spürte die Couch hinter sich. Der Druck auf ihre Schultern verstärkte sich, und sie sank etwas unkontrolliert nach unten, aber bevor sie ganz das Gleichgewicht verlor, waren seine Hände unter ihren Armen und dirigierten sie so, dass sie in eine sitzende Position kam. Sie saß vorn auf der Couch, und er setzte sich neben sie, legte ihr einen Arm um die Schulter, zog sie seitlich an sich.

Nun saß sie gespannt neben ihm auf dem Sofa. Auf ihre Frage, was sie trinken möchte, antwortete sie: „Am liebsten schwarzen Tee mit Honig und Zitrone.“
Überrascht hörte sie das Plätschern des Tees, denn sie hatte nicht damit gerechnet, dass Tee schon fertig sein würde…

„Ich war mir ziemlich sicher, dass du zu Schokotorte gern Tee mit Honig und Zitrone trinkst“, antwortete er. Dann hörte sie den Löffel in der Tasse klimpern und war gespannt darauf, die Mischung zu kosten. Sanft und achtsam hielt er ihr die Tasse an die Lippen. „Perfekt! Danke! Die Menge an Zitronensaft und Honig ist genau richtig!“
Sie hielt ihm die Tasse wieder hin und er nahm sie ihr ab. „Und nun, meine Liebe, darfst du einfach nur genießen…“
Einen Moment später fühlte sie Schokoladencreme an ihrer Lippe, sie öffnete den Mund und fand erlesene Schokotorte zwischen ihren Gaumen. „Hmm…“ Sie kostete diesen Genuss aus, öffnete wieder den Mund und spürte eine runde feste Kugel zwischen den Lippen, gerade wollte sie ihre Hand zu Hilfe nehmen und die Kugel erstmal vom Mund nehmen, als Joel nach ihrer Hand griff und sie in der Bewegung zum Mund hin stoppte.
„Nein, Mari. Die Hände bleiben unten. Du ahnst es schon richtig, das was ich dir jetzt gerade an die Lippen halte , hat mit süßer Torte nichts zu tun, jetzt kommen ganz verschiedene Probierhäppchen. Vertraust du mir so weit, dass ich dir kein Leberwurstschnittchen in den Mund stecke?“

Mari nickte lächelnd. „Gut, dass du dich erinnerst, dass ich Leberwurst absolut nicht leiden kann! Und… ja, ich vertraue dir auch dahin gehend.“

Abwechselnd bekam sie Süßes, Saures, Salziges, Weiches, Knuspriges, Flüssiges, Festes, Saftiges und Trockenes zu kosten. Es war seltsam, auf nichts vorbereitet zu sein, aber jedes einzelne Stückchen schmeckte ihr gut nach einem kurzen Moment, in dem sie es auf der Zuge wälzte.

„So ist es auch im Leben“, hörte sie Joel sagen, „die Vielfalt ist es, die es reich und lebendig macht. Und darüber nicht zu denken, sondern sie zu erfahren, die einzelnen Erlebnisse zu kosten, ohne sie vorher in Kategorien einzuordnen wie schwer, leicht, süß, bitter, hart, weich, macht sie zu etwas Besonderen und lässt sie anders erscheinen… gibt ihnen einen viel höheren Wert an Intensität, als alles Nachdenken darüber es je tun könnte.“

Als Mari ein Sättigungsgefühl spürte, beendete Joel diese besondere kulinarische Erfahrung.
„Und jetzt, meine Liebe, dreh dich auf der Sitzfläche der Couch um eine Viertel Drehung und lass dich …

Wie es an diesem Abend weiter geht, erscheint im nächsten Beitrag…

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87. Wer bin ich, wer sind wir – ohne unsere Rollen?

Bei Mari – Joel und Mari treffen sich zum ersten Mal „einfach so“

Kann man eigentlich noch aufgeregter als aufgeregt sein? fragte sich Mari am Morgen des vereinbarten Besuches von Joel, der diesmal – so wie sie es sich gewünscht hatte – nicht als Meister, sondern „einfach so“ – unabhängig von ihrem Deal  „Englisch-Unterricht als Ausgleich für  Vertrauens- und Machtspiele“ zu ihr kam.
Heute würde es keine vorher vereinbarten Rollen geben. Auch das fühlte sich – neben allem anderen – verunsichernd für Mari an. Wer bin ich, wenn ich nicht bin, wie ich sonst bin in unserem Miteinander? fragte sie sich. Was will ich? Was kann ich? Was werden wir tun miteinander? Hoffentlich fällt mir irgendetwas zu sagen ein. Denn nun liegt die Gesprächsführung ja nicht nur bei ihm. Hoffentlich findet er mich nicht langweilig, wenn ich einfach nur ich selber bin…
Socher Art Gedanken gingen zu Hauf durch Maris Kopf. Und wenn alle Sorgen und Unsicherheiten für einen Moment still waren, flackerte ein Hauch von Freude auf – bis die Verunsicherungs-Gedanken wieder kamen und schließlich beide Pole Vorfreude und angstvolle Aufregung einen beunruhigenden Tanz tanzten im Kopf und im Bauch von Mari, so dass es ihr heute sogar schwer fiel etwas zu essen, so flau war ihr im Magen.

Ob ich, wie in letzter Zeit auch, die Couch ausziehe oder nicht? fragte sie sich bereits zum zehnten Mal.  Diesmal war es ja  nicht so vereinbart… Sie hatte keine diesbezügliche Vorgabe erhalten. Wenn ich fühlen möchte, wie es sich anfühlt, Joel nahe zu sein, wie ich es ihm ja schon geschrieben habe, dann wäre allerdings mehr Fläche dazu sicher bequemer

Ja, ich werde die Couch aufklappen, entschied sie.

Schließlich war es soweit und Joel klingelte, trat ein, nahm sie zur Begrüßung in den Arm und ging dann erstmal ins Bad.
Mari setzte sich etwas nervös in die hinterste Ecke der Couch.
Fröhlich betrat er das Wohnzimmer, setzte sich zu ihr und legte seinen Arm um ihre Schulter.

Couech_mit_kissen

Ob er spürt, WIE unsicher und aufgeregt ich mich fühle? fragte sie sich und sah ihn an. Konnte sie in seinem Gesicht etwas finden, das ihr Auskunft darüber gab, was in ihm vorging…?
Er schaute sie offen an,  freundlich wie sie ihn auch sonst kannte.
„Ich fand es gemütlicher und praktischer, ein bisschen mehr Fläche zu haben“, erklärte sie. Joel bestätigte das: „Da hast du gut mitgedacht, Mari.“

Dann nahm er ihre Hand und bewegte sie sanft, streichelte sie, bog sie, hob sie hoch und bewegte sie in der Luft weiter. Es begann ein Tanz ihrer beider Hände, der sich gut anfühlte…

Mari begann sich etwas zu entspannen. Es war still zwischen ihnen, während sie die Aufmerksamkeit auf die Hände richteten. Als Joel ihre Hand wieder los ließ, zog er Mari etwas fester in seine Arme. Mari atmete tief… Das fühlte sich gut an. Sie konnte diese intensive Nähe gut annehmen, merkte sie erstaunt. Ja, sie fühlte sich sogar sicher in diesen starken Armen. Als hätte sie schon sehr lange Sehnsucht danach gehabt, so gehalten zu werden…  Joel strich ihr wohltuend über den Rücken. Ganz bewusst achtete sie auf jede Bewegung, auf jeden Millimeter, den seine Hände weiter wanderten. Leise sagte er zu ihr: „Du weißt, du kannst jederzeit Stopp sagen, ich werde mich sofort danach richten.“

Mari nickte… und fragte: „Ja, ich weiß, aber ich hätte Angst, dich damit zu frustrieren.“

„Nein, das brauchst du nicht, Mari, ganz sicher nicht!“ beruhigte er sie. „Mir macht es Freude, wenn es dir gut geht mit dem, was wir hier tun. Das ist mir das aller wichtigste!

Joels Hände begannen ganz langsam auf ihrem Rücken zu wandern – mal mit etwas mehr Druck, mal ganz zart, was kleine Schauer in ihr auslöste. Langsam, ganz langsam, um ihr jederzeit die Gelegenheit zu geben, Stopp zu sagen, bewegte er seine Hand über ihren Körper. Mari war höchst wach und beobachtete seine Bewegungen und die Gefühle, die sie in ihr auslösten aufmerksam. Zwischendurch tauchten immer mal wieder Zweifelstimmen in ihr auf, ob das jetzt in Ordnung sei. Und immer wieder schickte Mari die Botschaft nach innen: Alles okay, ganz ruhig – wir dürfen das!

Langsam rutschte Joel mit ihr tiefer auf der Couch, in eine halb liegende Position. Sie nahm es wahr und ließ es zu – immer wieder ganz bewusst nach spürend, will / kann ich da noch mitgehen? Sie wollte und sie würde achtsam mit ihren körperlichen Signalen umgehen und nichts zulassen, wobei sie spürte, dass ihre Körperzellen noch nein sagten. Und sie wollte darauf vertrauen, dass Joel wirklich meinte, was er sagte, dass es für ihn tatsächlich in Ordnung sei, wenn sie ihre Grenzen rechtzeitig und deutlich aufzeigte. Und wie zur Bestätigung ihrer Gedanken flüsterte er ihr ins Ohr: „Alles in Ordnung? Zeig mir oder sag mir, wenn was nicht geht. Ich will, dass es dir gut geht!“

„Danke, Joel, ja, es ist alles in Ordnung“, antwortete sie ihm leise. Ein Weilchen hielt er sie ganz einfach nur fest in seinen Armen und sie genoss diesen   Halt, den ihr seine Arme vermittelten. Noch ein Stückchen tiefer rutschte er mit ihr, und langsam setzten seine Hände die Wanderung fort, immer mal wieder kleine Schauer auslösend, die er mit Freude wahrnahm.
Auch dass sie schließlich ihre Bluse auszog, freute ihn, zeigte es ihm doch, dass sie sich sicher und wohl genug dazu fühlte, von sich aus einen kleinen Schritt zu tun.

Millimeter um Millimeter wanderten seine Hände nun auch unter ihre Kleidung. Als er jedoch an ihrer Brust angelangt war, schüttelte sie leicht den Kopf und nahm seine Hand, um sie in eine andere Richtung zu lenken. Sie war erstaunt, wie schnell und wie leicht er sich in diesem Moment von ihr führen ließ. Sein leise geflüstertes: „Ja, okay!“ bestätigten das.

Wieder einmal hielten sie inne, als er spürte, dass sie sich bei ihm fester hielt als vorher.  In diesem Moment fühlte sie sich gefordert, bewegt, beklommen, etwas ängstlich, aber nicht so ängstlich, dass sie dieses wundervolle Erlebnis abbrechen wollte. Sie war über sich selbst erstaunt. Ja, sie wollte… sie wollte… wollte sie tatsächlich? Ja, sie wollte….!
Wir dürfen das geschehen lassen und genießen, redete sie wieder gedanklich ihren inneren Stimmen zu, die sie immer wieder einmal zwischendurch Zweifel fühlen ließen, ob diese ganze Situation so in Ordnung war. Wie gut, dass Joel ihr Zeit ließ, nach innen zu spüren, und dass er ihr mit seiner Umarmung Sicherheit vermittelte.

Ja, er wollte und er würde ihr den Halt geben, den sie brauchte, um sich auf dieses für sie so wackelige und gefährlich erscheinende Land des Neuen einlassen zu können…. Als seine Hand sich wieder bewegte, fühlte sie wieder, dass sie damit einverstanden war, dass es aufregend schön war… Aber dann, als er langsam ihren Rock hochschob und seine Hand langsam weiter wanderte, war es genug. Das spürte sie ganz deutlich und nahm seine Hand dort weg. Er nickte und zog als Zeichen, dass er verstanden hatte, ihren Rock wieder  hinunter.

Wieder hielt er sie ganz fest und flüsterte „Alles in Ordnung! Ich hab verstanden… Wir wollen nichts überstürzen.“

Er hielt sie noch ein Weilchen in den Armen bis Mari sich wieder entspannen konnte… Dann fragte er: „Wie wäre es, wenn wir uns jetzt gemütlich einen Film anschauen? Ich hab ein paar DVDs zur Auswahl mitgebracht.“

„Überrascht und erfreut nickte Mari. „Welch schöne Idee! Gerne!“ 

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86. Joels Antwort

Joel antwortet auf die Mail von Mari

Liebe Mari,
          Einfach_mal_so_hab Dank für deine Offenheit in der letzten Mail mit der Frage, ob wir uns nicht manchmal auch ganz persönlich „einfach mal so“ als ich und du – jenseits unserer Rollenspiele – begegnen wollen.
Ja! Sehr gern! Und keine Sorge, das ist bei mir total gerade angekommen – hi hi , will sagen, gar nicht schief oder irgendwie befremdlich. Diese Angst darf sich gleich wieder schlafen legen. Deshalb antworte ich auch so schnell wie möglich. Denn ich könnte mir vorstellen, dass du vielleicht etwas unruhig bist, bis du meine Antwort lesen kannst.

Ich lese aus deinen Zeilen auch, dass wir nicht nur Kaffee trinken wollen… ? Denn du möchtest mit mir Dinge erleben, die du mit dem Meister erlebt hast und vielleicht noch erleben wirst…

Darauf freue ich mich ganz besonders. Ich habe große Lust dazu, dich in meinen Armen zu halten, und wer weiß… Doch du sollst dich bitte (!) frei fühlen, jederzeit zu sagen, wenn sich für dich etwas nicht oder noch nicht passend anfühlen sollte. Gern würde ich ein bisschen mit dir gemütlich zusammen liegen und dich dabei in meinen Armen halten. Ich hoffe, ich habe dich so richtig verstanden, dass du das ausprobieren möchtest?

Und noch etwas ist mir wichtig: Du darfst mich jederzeit alles fragen – und was immer dir gerade einfällt ganz offen mit mir besprechen. Alles ist willkommen – jeder Gedanke, jedes Gefühl…
Mir ist bewusst, dass du dich wahrscheinlich fühlst, als würdest du dich auf etwas wackeligem Boden bewegen – und auch ich bin etwas aufgeregt, wenn wir uns außerhalb des bisher vereinbarten Rahmens begegnen.

Dann bis zum kommenden Samstag, an dem ich dich gern – diesmal außerhalb der Spielebene -besuchen werde. Ich freu mich darauf!

Solltest du inzwischen irgendetwas auf dem Herzen haben – kannst du mir jederzeit gerne schreiben oder mich anrufen, liebe Mari! 

Sei in Gedanken umarmt von 

Joel

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85. Mari äußert eine Bitte

Eine Mail an Joel

Lieber Joel, 
da für mich manches leichter ist, schriftlich auszudrücken, möchte ich dich auf diesem Weg etwas fragen:

Unser Kennenlernen stand ja unter dem Stern des gegenseitigen Austausches, in dem ich die Funktion der Englischlehrerin für dich verkörpere und du für mich die Rolle des Meisters in den Spielen zum Thema Macht und Vertrauen.

Ich spüre, dass der „Meister“, den du für mich verkörperst, in unseren Spielen durch seine Machtrolle für mich stets mit mehr Distanz verbunden ist, als ich sie fühle, wenn wir uns davor  und danach als Joel und Mari begegnen, also so wie wir sind – ohne die vereinbarten Rollen als „Meister“ und „Schülerin“.

Einfach_mal_so

Manchmal frage ich mich, wie es wäre, mit dir ab und zu auch mal jenseits der Spiele zusammen zu sein und vielleicht auch manches zu erleben, was ich mit dir als „Meister“ bereits erlebt habe, (wie zum Beispiel das Zusammen-auf-der-Couch-liegen bei dem schönen Filmabend) oder vielleicht auch noch erleben werde… einfach mit dir als Joel, ganz ohne Regeln, ohne das leicht beängstigende Gefüge, das diese Machtrolle mit sich bringt, die du – und das möchte ich an dieser Stelle mal sagen – wirklich brillant verkörperst.

Also versteh mich richtig: Ich würde gern auch weiterhin dem Meister begegnen, der mir in seiner Machtposition viele Dinge verdeutlicht, die mir bisher nicht oder nur halb bewusst waren, und mich durch seine ganz besondere Art der Autorität an und manchmal auch über Grenzen und in Räume führt, die ich sonst nicht betreten hätte.
Aber zwischendurch würde ich mich gern auch mal mit dir ganz persönlich treffen mit der Frage, die mich bewegt, ob ich mit dir als ganzem Joe vielleicht mehr Nähe empfinden und zulassen könntel als innerhalb der Spiele.
Vielleicht mal so und mal so – wäre meine Idee…

Ich hoffe, diese Frage ist okay für dich? Sag mir  bitte ganz offen, was du dazu denkst – deine Antwort darauf, ob ja oder nein, wie du es auch immer siehst, respektiere ich selbstverständlich in jedem Falle, und ich hoffe, dass ich dir mit dieser Idee nicht zu nahe getreten bin, keine Grenze überschreite oder irgendwie befremdlich auf dich wirke. Ich habe ein Weilchen überlegt, ob ich die Mail so abschicke, fällt mir nicht so leicht, aber jetzt klicke ich auf 

                                                                                         Senden

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84. Darf ich bitten?

Bei Joel – Führen lassen

Mari hatte eine ziemlich anstrengende Woche hinter sich und freute sich darauf, zusammen mit Joel wahrscheinlich auf ganz andere Gedanken zu kommen

Als sie eintrat, nahm sie wahr, dass die Möbel alle an die Wand geschoben waren.

„Ups, hier sieht es ja heute so anders aus…“ wunderte sie sich
„Komm herein“, sagte er zu ihr, und dann dimmte er das Licht. Leise flüsterte er ihr ins Ohr: „Das Spiel beginnt.“
Mari stand etwas unschlüssig im Zimmer – eine sanfte Klaviermusik erklang. Sie hüllte Mari ein in eine angenehme, besondere Stimmung.
Er kam auf sie zu, lächelte. „Darf ich bitten?“ fragte er und hielt ihr beide Hände hin.
Überrascht ging auch sie einen Schritt auf ihn zu und ergriff seine Hände.

Sich an den Händen haltend schwangen sie etwas zur Musik. Ein leises Lächeln entstand auf Maris Zügen, sie fühlte sich ganz seltsam berührt von der Musik und diesem sanften hin und her Schwingen mit Joel.
Mit leichtem Druck begann er, sie durch das Zimmer zu führen. Es war ein ganz eigenartiges Gefühl, sich so durch den Raum zu bewegen, aber irgendwie schön… fand Mari. Er dreht sie sorgsam links und rechts herum, führte sie tanzend durch den Raum.
Erst noch ziemlich kontrolliert, möglichst nichts falsch zu machen, aber nach einem kleinen Weilchen schon sorgloser begann sie die Situation zu genießen. Bald wurden die Bewegungen etwas schwungvoller. Mari hatte Freude daran – das war deutlich zu spüren. Nach und nach fühlte sie sich immer leichter.

„Und jetzt, Mari, schließ bitte deine Augen“, kam freundlich die Aufforderung von Joel.
„Oh, okay…“ Mari folgte seiner Anweisung, fühlte sich sofort unsicher und stolperte etwas, doch er hielt sie fest, gab ihr Halt.
Es war ihr etwas peinlich, dass sie jetzt nicht den Rhythmus hatte halten können und gestolpert war.
„Sorry“, sagte sie zu ihm.
„Psst. Nichts passiert“, sagte er und führte sie nun vorsichtiger durch den Raum.

Sie ließ die Augen zu, obwohl sie ab und zu den Impuls widerstehen musste zu blinzeln.
Es war irgendwie ein schönes Gefühl, von ihm durch den Raum geführt zu werden, allerdings wollte sie nicht noch einmal stolpern, so setzte sie nächsten Schritte sehr vorsichtig. Es gelang, und sie gewann wieder an Sicherheit, atmete etwas langsamer und kam wieder zur Ruhe.

Als beide den Rhythmus wieder hatten, wurden die Schritte größer, die Bewegungen runder… und es fühlte sich in Mari lockerer an als davor. Sie vermochte wieder, die Freude an der Bewegung und der Musik gemeinsam mit Joel zu fühlen.

Es war eine ganz neue, unerwartete Erfahrung, spannend und sehr hingegeben an seine Führungsimpulse und an die Musik. Nichts anderes war mehr in ihrem Kopf, nur diese Erfahrung, die sich mit jedem Schritt ausdehnte.

Nun begann er den Abstand zwischen ihnen zu verringern. Mari kam ihm entgegen und mit jeder Drehung verringerte sich der Abstand.

Dadurch dass Mari die Augen geschlossen hatte, konnte sie das ja nicht sehen, aber sie fühlte deutlich die sich intensivierende körperliche Nähe. Sein rechter Arm griff nun direkt an ihre Hüfte.
Sie spürte es, und empfand es als angenehm. So führte er sie weiter. Dann berührte er mit dem anderen Arm ihre Hüfte.
Sie fühlte sich einerseits durch die geschlossenen Augen etwas unsicher, spürte aber andererseits auch den Halt, den er ihr gab – eine Gefühlsmischung, die sie berührte und von innen heraus bewegte.
Bald kam er noch etwas näher. Seine Hand glitt etwas mehr auf ihren Rücken. Sie fühlte seine Nähe nun sehr intensiv… Es war ein faszinierendes und irgendwie angenehmes Gefühl. Inzwischen war nur noch ein kleiner Spalt zwischen ihnen. So tanzten sie weiter. Das fühlt sich so gut an, dachte Mari.

Wieder einmal drehten sie sich sanft einige Male. Das mit geschlossenen Augen zu tun, war schon eine kleine Herausforderung, und wieder kam Mari in Versuchung, die Augen zu öffnen, aber sie achtete darauf, es nicht zu tun.
Wieder kam er näher, und schließlich berührten sie sich – dicht an dicht…
Eine leise Aufregung floss durch Mari, während er seine Arme um sie schlang und sie, auf diese Weise gehalten, sanft weiter tanzten – eng aneinander geschmiegt im Rhythmus der Musik.
Das fühlte sich gut und aufregend gleichzeitig an. Mari atmete etwas tiefer und fühlte sich immer weicher werdend in Körper und Seele. Sie genoss diese Nähe zu Joel und mit ihm die gemeinsame Bewegung zur Musik sehr. Schließlich nahm er sie nun richtig in den Arm und tanzte mit ihr durch das ganze Zimmer.

Das fühlt sich wunderbar an, und das Denken in ihrem Kopf hörte ganz und gar auf…
Seine Hand lag fest auf ihrem Rücken. Bald hatte sie das Gefühl, sich gar nicht wirklich selbst zu bewegen sondern dass Bewegung einfach geschah. Seine Hand begann, etwas über ihren Rücken zu streicheln, während er sie sanft an sich drückte. Welch schönes Gefühl… Sie gab diesem Druck nach und schmiegte sich an ihn. Die Bewegungen wurden kleiner, und ganz eng aneinander gekuschelt gaben sie sich den herrlichen Klängen der Musik hin.

Wie schön diese Nähe doch ist… dachte Mari und hatte den Eindruck, sich lange nicht so wohl gefühlt zu haben… so weich zu werden… so innig berührt zu sein… Dadurch, dass sie die Augen immer noch geschlossen hatte, wusste sie gar nicht, an welcher Stelle des Raumes sie sich jeweils befand – und sie hatte nicht mal mehr den Drang es zu wissen, so schön war es, sich einfach Joels Führung zu überlassen.
Sie bewegten sich noch ein ganzes Weilchen gemeinsam nach den herrlichen Tönen durch den Raum, und schließlich verklang die Musik.

„Das Spiel ist vorbei“, flüsterte er und löste sich etwas.
„Das war wunderschön, Joel“, antwortete Mari leise.
„Freut mich, dass dir die Session heute so gut gefallen hat“, lächelte er.
„Ja! Das tat so gut heute, so ohne irgendetwas, was Angst gemacht hat. Na ja, also Angst ist zu viel gesagt, aber du weißt schon, was ich meine… ohne große Herausforderung.“
„Na ja, aber du musstest dich schon drauf einlassen!“
„Ja, stimmt, war am Anfang nicht ganz leicht, als ich gestolpert war, aber ich habe mir Mühe gegeben… Und du hast mich ganz wunderbar geführt.“
„Und du hast dich führen lassen!“
„Das hat sich sooo gut angefühlt! Ich wünschte, so ein Gefühl hätte ich öfter!“
„Tja mal sehen, was sich machen lässt,“ sagte Joel lächelnd.
„In deinen Armen habe ich mich heute sehr sicher gefühlt. Ich danke dir für diese schöne, besondere Erfahrung!“
„Sehr gerne!“ antwortete er mit einem Lächeln.
Sie schaute ihn an und wünschte sich, dass er sie noch einmal ganz fest in die Arme nehmen würde. Nur allzu gern folgte er ihrem Wunsch, nahm sie noch einmal in seine Arme und hielt sie darin bis sie sich von selbst daraus löste.

„Das war ein ganz besonderer Abend…“ flüstert sie ihm dabei ins Ohr.

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