58. Erstes Spiel im neuen Jahr (1)

Bei Joel – erstes Treffen im Januar 

Heute besuchte Mari ihren Spielpartner Joel zum ersten Rollenspiel im neuen Jahr. Aufgeregt stand sie vor seiner Tür und klingelte.
Fröhlich öffnete er die Tür, nahm ihr die Jacke ab und meinte dann im Wohnzimmer zu ihr: champagner_0011„Weißt du was, bevor wir mit dem Spiel beginnen, lass uns nochmal auf das neue Jahr anstoßen.“
„Gerne“, lächelte Mari und nahm das gefüllte Sektglas entgegen.
„Auf viele spannende und… schöne Erlebnisse, Mari!“
Vorsichtig stieß sie an das Glas, das er ihr entgegen hielt und nickte.
„Was wünschst du dir für unsere Spiele im neuen Jahr?“ fragte er sie.
Mari überlegte… Schließlich antwortete sie: „Dass es uns beiden gut geht damit.“
Aufmerksam schaute er sie an. „Was brauchst du, damit es dir gut geht, wenn wir spielen?“
Was sollte sie dazu sagen…
Er half ihr: „Wann fühlt es sich richtig gut an für dich, Mari?“
„Wenn es mir gelingt, so viel Vertrauen zu fühlen, dass die Angst nur klein ist.“
„Wie wäre es, wenn du dir wünschtest, gar keine Angst zu haben?“ wollte er wissen, zwinkerte und sagte: „Übrigens: das Spiel beginnt.“
„Das kann ich mir kaum vorstellen“, bekannte sie.
„Kannst du nicht, oder willst du nicht?“ fragte er und sah sie prüfend an.
„Warum fragst du das?!“ mit einem leisen Klirren stellte sie das Sektglas auf den Tisch.
„Meine Frage ist durchaus ernst gemeint“, erklärte er ihr, nahm ihr Hand und setzte sich mit ihr auf die Couch. „Gehört eine Spur von Angst nicht zu unseren Spielen dazu?“ Er machte eine beschwichtigende Geste… „Keine wirkliche, keine belastende Angst meine ich, sondern eine, die  leicht auszuhalten ist, die die Spannung steigert und die Entspannung danach, wenn das Spiel sich dem Ende zuneigt,  deutlicher fühlbar macht – nennen wir sie „Aufregung“ oder „Kribbel“, ist das besser annehmbar?“
Mari fühlte sich ein bisschen wie ertappt. „Ja, ich glaube, da ist schon was dran“, gab sie zu.
„Siehst du, Mari, das wollte ich hören! Es ist gut, wenn dir bewusst ist, dass du es bist, die das so will, damit es spannend und aufregend wird. Deshalb würdest du mich in der Rolle des „Meisters“ in unseren Spielen doch gar nicht immer nur butterweich und gähnend berechenbar haben wollen, richtig?“ Er wartete auf ihre Antwort.
Sie nickte.
„Ich will eine Antwort von dir hören, Mari.“
„Ja…“
„Wozu sagst du ja?“
Es fiel ihr schwer, es auszusprechen, sie suchte nach Worten… „Ja, ich bin bereit für etwas Aufregung in unseren Spielen.“
„Mari, es geht darum, dass du vor dir selbst und vor mir dazu stehst, dass du das willst.“
„Okay! Ja, ich will ein gewisses Maß an Aufregung, und ich will mich mit meiner Angst konfrontieren in unseren Spielen! Aber ich will auch immer wieder dabei erleben, dass meine Angst sich auflöst!!!“
„So soll es sein!“ bestätigte Joel. „Und daran, dass du das so willst, denke auch dann, wenn du die Angst oder sagen wir die Aufregung etwas intensiver spüren solltest.“

Mit einem Ruck zog er ihre Hand, die er bis eben ruhig in seiner gehalten hatte, um ihren Körper herum, so dass sie sich nach einer viertel Drehung ihres Oberkörpers plötzlich mit ihrem eigenen Arm, der um sie selbst herum lag, fast bewegungsunfähig, dicht an ihn gelehnt, wieder fand.  Und sie vernahm dicht an ihrem Ohr die Worte: „Nun bist du meine Gefangene! Na, wie fühlt sich das an?“

Was Mari darauf antwortet, und wie das Spiel weitergeht, erscheint übermorgen.

Zu allen Kapiteln der –> Geschichte von Mari und ihrem Meister in chronologischer Reihenfolge

22. Mari entdeckt ihren „inneren Meister“

Spaziergang mit einer zentralen Frage

„Guten Abend, Mari“, Joel trat lächelnd ein, blieb aber anders als bisher im Flur stehen.

„Grüß dich, Joel, komm doch rein!“  Mari spürte wieder dieses Gefühlsgemisch aus Freude und Aufregung, so wie es meistens  war, wenn die beiden sich trafen.

„Heute würde ich gern einen kleinen Spaziergang mit dir machen, okay?“

„Ja, klar, können wir machen…“ antwortete Mari verwundert. 
„Äh – gehe ich mit dir als Joel oder als dem Meister spazieren?“ fragte sie etwas verunsichert.

Joel lachte und gab die Frage zurück. „Mit wem würdest du denn gern spazieren gehen?“

„Mit dir, Joel!“ kam prompt die Antwort, während Mari sich Jacke und Handtasche schnappte.

Unten angelegt, nahm er ihre Hand und führte sie in Richtung des nahegelegenen Parks.

„Hier ist es schön ruhig,“ meinte er, und sie freute sich über diesen besonderen Auftakt ihrer heutigen Begegnung. 

„Weißt du noch, Joel, hier sind wir vor etlichen Wochen auch spazieren gegangen, als wir uns kennengelernt haben…“

„Ja, daran erinnere ich mich noch sehr gut, Mari“, antwortete er nachdenklich. „Ich habe nicht ganz ohne Grund diesen Weg eingeschlagen für unseren kleinen Spaziergang…“

Gespannt und nun etwas unruhig geworden schaute Mari ihn von der Seite an und wartete darauf, dass er weiter sprach.

„Es war ja ein ganz besonderer Deal, den wir miteinander besprochen hatten…“

Mari wurde nervös… Was würde jetzt kommen? Der Deal war Englisch-Unterricht gegen Lektionen in Selbsterfahrung und Vertrauen… So fasste sie es kurz für sich zusammen.

Dear teacher, do you think that I am a good student by learning the English language?“ brachte Joel+ langsam heraus.

„O yes, Joel, you are a very good and hardworking student in learning the english language“ bestätigte sie, lächelnd den kleinen Fehler korrigierend.

„Ich freue mich jedes Mal, wenn ich wieder etwas mehr bei dir gelernt habe,“ erklärte Joel. „Hab vielen Dank, dass du mir das möglich gemacht hast, denn wie du ja weißt, hatte ich in den Jahren davor schon mehrere Anläufe gemacht, die Sprache zu lernen und es hat nie geklappt. Du bist echt eine super Lehrerin! Nur deiner Geduld und deiner speziellen Lehrmethoden habe ich es zu verdanken, dass ich nun den Einstieg ins Englische geschafft habe.“

Mari schaute ihn nachdenklich an. Er hatte in der kurzen Zeit viel gelernt – und konnte sich auf die Schulter klopfen. Dass er mit ihr als Lehrerin zufrieden war, freute sie.
Aber was war umgekehrt…? Dass sie als Lehrerin einiges in Gang bringen kann – ja, das wurde ihr schon oft signalisiert und dessen war sie sich inzwischen dankbar bewusst. Aber in der Rolle der Schülerin? Da empfand sie sich mit Abstand als nicht so gut wie Joel als Schüler…
Sie wurde traurig…. Ja, es war ihr gelungen, etwas Vertrauen zu fassen zu Joel und sogar auch zu dem „Meister“, dessen Rolle er für sie in ihren besonderen Spielen verkörperte… Aber das war noch sehr wackelig und sie stürzte immer wieder einmal in heftige Ängste. Dabei war das, was hinter ihr lag noch vergleichsweise harmlos im Vergleich zu dem, was sie noch vor sich hatte. 

Ich hätte inzwischen mehr schaffen sollen… mich mehr zusammen nehmen müssen… lockerer werden… mir mehr Mühe geben…  Ich hätte ihm meine vielen Ängste vielleicht nicht so deutlich zeigen sollen… Aber – anders geht es doch gar nicht – gerade nicht auf diesem Weg, in dieser Thematik… jedenfalls nicht für mich… Deshalb habe ich mich ja auf diesen Weg begeben…

„Mari, was geht in dir vor? Du wirkst plötzlich weit weg – und… irgendwie niedergeschlagen.“ fragte Joel. Ich dachte, es wäre gut, dir zwischendurch mal ein Feedback zu geben und habe heute morgen sogar Tante Google gefragt, wie ich das in Englisch hervor bringen könnte!“
Etwas schelmisch lächelten seine Augen, doch war auch die Betroffenheit über ihr Befinden deutlich spürbar.

„Na ja…“, druckste Mari herum, „ach, Joel… Du bist ein wunderbarer Schüler! Trotz deiner anfänglichen Hemmungen im Lernen dieser Sprache bist du schon so weit gekommen in der kurzen Zeit! Und ich… ich bin ja in unseren Spielen auch eine Art Schülerin…“

„Ja,“ bestätigte Joel, „ich würde sagen, du bist eine Schülerin im Fach „Vertrauen“ – was meinst du dazu?“

„Hmm, das trifft es wohl genau. Und ich habe längst nicht so viele Fortschritte gemacht wie du. Ich schäme mich meiner Ängste, die immer wieder so häufig und so heftig aufflackern und es dir und mir oft so schwer machen. Eben dachte ich darüber nach, wie unangenehm sich das wohl für dich anfühlen mag… Ich könnte verstehen, wenn du keine Lust mehr hast, mit mir diesen Deal weiter zu verfolgen… Vielleicht ist es ja das, was du mir sagen willst auf diesem Spaziergang?!“

Joel blieb stehen, drehte sich so zu Mari, dass sich beide gegenüber standen, und sah ihr in die Augen.
„Nein, Mari, das ist es keinesfalls, weshalb ich dieses Gespräch mit dir begonnen habe. 
Und es ist keinesfalls wahr, dass du so wenig Fortschritte gemacht hast!
Und selbst wenn es stimmen würde, wäre es für mich überhaupt kein Grund, abzubrechen. Im Gegenteil, ich würde nach neuen Möglichkeiten und Chancen suchen… aber…
und Jetzt kommt das große „Aber“…

Mari senkte den Kopf.

„Schau mich bitte an, Mari,“ bat er sie freundlich, „aber es funktioniert nur, wenn du es weiterhin willst – und dir dessen bewusst bist, dass du es bist, die letztendlich all das selbst möchte, was dir so oft wie eine große Hürde erscheint. Und diese Frage ist es, die ich dir heute stellen wollte. Sei sicher, ich möchte dich weiter auf diesem Weg führen, begleiten, unterstützen, annehmen und wenn nötig auch trösten, wenn die Gefühle mal wieder aus dem Ruder laufen. Es ist mir jedoch wichtig, dass dir immer bewusst bleibt, oder – wenn du es zwischenzeitlich vergisst, dass dir immer wieder bewusst wird, dass ich die Dinge – besonders wenn ich in der Meisterrolle bin – tue, weil du mir den Auftrag dazu gegeben hast.“

Mari schaute ihm forschend in die Augen… Ja, es ist wahr, was er sagt, dachte sie. Er meint wirklich, was er sagt. Er will es! Und ich? Wie sieht es in mir aus unter all diesen schwierigen Gefühlen? Was will ich? Was will ich wirklich?

Trau dich!  hörte und fühlte sie eine klare Stimme in sich. War das eine Ratgeber-Stimme? So etwas wie ihr „innerer Meister“?
Ja, ein guter Begriff, flüsterte es in ihr. Du kannst mich alles fragen! Gern kannst du mich als deinen „inneren Meister“ bezeichnen. Das passt!

Joel zog sie auf eine Bank und sagte zu ihr: „Wir haben inzwischen einiges miteinander erlebt . Mein Eindruck ist, dass dein Vertrauen sowohl zu mir als auch zu der Meisterrolle, die ich verkörpere, ein schönes Stück gewachsen ist. Wir haben dazu Rituale und Vertrauensübungen gemacht, und du kannst inzwischen einiges mehr annehmen als am Anfang. Weißt du noch, wie du bei unserem ersten Treffen bei mir aus der Wohnung gerannt bist…?“

Beide lachten. Es stimmte, sie hatten schon einiges miteinander erlebt und durchgestanden.

„Und nun ist die Frage, Mari, willst du weiter gehen? Du hattest mir anfangs gesagt, dass du mit  einem Mann auch auf der erotischen Ebene angstfreier als bisher umgehen würdest. Wenn wir uns künftig auch an dieses Thema, das ja bisher von mir kaum berührt wurde, heran tasten wollen, muss dir bewusst sein, dass du es willst, damit die Voraussetzung gegeben ist, dass du dich von mir weder als Joel noch als Meister bedrängt oder gar benutzt fühlst. 
Und diese Frage ist es, die ich dir heute stellen möchte und stellen muss. 

Gilt dein Auftrag an mich immer noch? Willst du mit mir in welcher Rolle und in welcher Weise auch immer diesen Weg der Vertrauensübungen und Machtspiele weiter gehen, der ja irgendwann dann, so wie du es dir gewünscht hast, auch ins Land der Erotik führen wird?

  zum nächsten Kapitel:  –> 23 Der „innere Meister“ bringt Klärung

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13. Ein Hauch von Geborgenheit

In Joels Wohnung kurz nachdem Mari einen Panikanfall hatte…

Nachdem Mari vor einer halben Stunde fluchtartig auf die verregnete Straße gelaufen war, glätteten sich langsam die Wogen.  Joel hatte sie in ihrer plötzlich auftretenden Panik begleitet bis sie sich etwas beruhigen konnte und wieder in der Lage war, mit ihm nach oben zu gehen.

Als beide – durchnässt von ihrem Aufenthalt auf der verregneten Straße – wieder in Joels Wohnung angekommen waren, schlug er Mari vor, ihre nasse Kleidung gegen trockene Sachen von ihm auszutauschen. So kam sie nun mit einem zu großen T-Shirt und einer Jogging-Hose von ihm aus dem Badezimmer und setzte sich in die Couchecke, während ihre Sachen auf der Heizung trockneten.

Jetzt erst spürte Mari, wieviel Kraft sie der plötzlich ausgebrochene Panikanfall gekostet hatte. 
Sie fror und zitterte.

Fürsorglich legte ihr Joel eine Decke um die Schultern, in die sie sich gern einkuschelte – ein Hauch von Geborgenheit…

„Magst du Tee, Mari?“

„Gern“, antwortete sie befangen. Was war nur wieder mit ihr los gewesen…?!

„Mach dir keine Sorgen, Mari, das wird schon wieder…“ 

 Der heiße Tee tat gut.

Von dem Gebäck und dem Obst konnte sie im Moment nichts anrühren, ihr Magen war zu. 

„Joel, das ist mir furchtbar peinlich. Du hast mir ja gar nichts getan…“

„Nein, das habe ich wirklich nicht. Aber in deinem Inneren muss es irgendeinen Auslöser gegeben haben, der deine Angst an getriggert hat. Was war das Mari? Womit ging es los?“

Mari überlegte… 
„Eigentlich bin ich schon mit einer kleinen Angst im Bauch hierher gekommen.
Ich wollte es mir selbst nicht so recht eingestehen, aber ich glaube, ich war noch nicht so weit, hatte noch nicht genügend Sicherheit und Vertrauen… So lange kennen wir uns ja noch nicht. Aber andererseits kam ich mir wegen meiner Bedenken auch so blöd vor…“

Joel schaute sie ruhig an: „Mari, du Liebe! Es ist doch ganz verständlich, dass du diese Bedenken hattest. Deshalb hatte ich dich ja gefragt, ob du bereit wärest, zu mir zu kommen. Du hättest auch nein sagen können, das hätte ich ganz sicher akzeptiert und wir hätten uns noch weiter bei dir getroffen, wo du dich ja etwas sicherer fühlst.“

„Erst dachte ich wirklich, es ist okay. Aber je näher unser Treffen rückte, umso mehr Zweifel bekam ich, umso mulmiger wurde es in mir.“

„Es wäre gut gewesen, wenn du mich angerufen hättest. Wir hätten in Ruhe drüber geredet und gemeinsam überlegt, wie wir es machen.“

„Stimmt, ich wollte aber nicht schon wieder so schwächelnd da stehen.“

„Du, Mari, das wird sicher immer mal wieder vorkommen, dass die Angst in Wellen hin und her schwappt, dass manchmal was geht, was sich ein paar Tage später wieder anders anfühlen mag. Wenn das so ist, bitte: Rede mit mir darüber! Schon indem es da sein darf, und von uns beiden freundlich angeschaut wird, verliert es möglicherweise an Schrecken. Und ich kann besser darauf eingehen. 
Gerade in den Spielen, die wir miteinander planen, ist es so wichtig, dass ich einschätzen kann, was dir gerade Angst macht. Und wenn schon im Vorfeld etwas da ist, lass es mich künftig wissen! Deine Angst ist wie ein Kind, und wir beide wollen doch als Erwachsene fürsorglich mit ihr umgehen, zumal sie unser gemeinsames Spiel-Projekt ja bestimmt ohnehin schon als heftige Herausforderung erlebt.
Also nochmal: Du kannst mir immer sagen, wenn sich etwas für dich schwierig anfühlt oder nicht geht, auch wenn du vorher „Ja“ gesagt hast und sich dann in der Zwischenzeit bis es soweit ist, ein „Nein“ daraus entwickeln sollte. Wenn deine Angst immer und immer wieder erlebt, dass wir auf sie eingehen, wird sie nach und nach leiser werden. Sie soll, wenn sie schon durch unsere Spiele auf den Plan gerufen wird, einen geschützten Raum bekommen – und das geht nur, wenn sie offen da sein darf. „

„Das ist eine so tolle Einstellung, Joel. Ich danke dir sehr!!!

„Gab es denn dann, als du bei mir warst, noch einen ganz konkreten Auslöser?“

Mari überlegte… „Ja, die Panik kam mir voller Wucht in dem Moment, als du die Tür zugemacht hattest. Ich fühlte mich plötzlich wie gefangen… Dann kamen Bilder und Szenen aus Filmen, die ich mal gesehen habe, wie ein Mann plötzlich, als die Tür zuschnappte, plötzlich wie verwandelt war, ein hämisches Gesicht zeigte und einer Frau, die zu seinem Opfer geworden war, etwas antat…
Männern kann man nicht vertrauen, hatte meine Oma mir beigebracht. In jedem Mann würde ein wildes Tier leben, das über einen herfällt, wenn es die Gelegenheit bekäme…
Entschuldige bitte, Joel, du bist damit nicht gemeint. Du hast dich bisher so prima mir gegenüber benommen – und ich verlier hier die Fassung!“

„Mari, du brauchst dich nicht zu entschuldigen, ich nehme das nicht persönlich. Ich spürte, dass du mich, den Joel, gar nicht mehr gesehen hast. Da war nur noch ein riesiges Angstgebäude und ich stand für das, was dich scheinbar bedrohte.
Hat dir deine Oma das mit der Gefährlichkeit der Männer öfter gesagt?“

„Ja, schon als ich klein war – und als ich zu einem Teeni heran wuchs, immer und immer wieder. Sie war als junge Frau vergewaltigt und später auch von ihrem Ehemann hintergangen worden und hatte daher einen Hass auf alle Männer.
Na ja, und mein Vater bestätigte in seinem Verhalten auch mir gegenüber dieses Männerbild. Er war Alkoholiker und in seinen Rauschzuständen unberechenbar. Nüchtern war er ganz lieb, aber dann, wenn er trank…  Ich hatte Angst vor ihm, jedoch nicht immer… aber oft… Er hatte…
Ich will darüber jetzt nicht weiter reden, okay?“

„Das brauchst du auch nicht, Mari. Ich dachte mir schon länger, dass du eine ganze Menge Gepäck mit dir rum schleppst. Aber keine Sorge, davon lassen wir uns nicht unterkriegen! Wir sind jetzt zwei, die sich um deine Angst kümmern… 
Und jetzt geht es erst einmal darum, dass du wieder warm wirst und dich besser fühlst.
Weißt du was?
Wir tanzen!“

Er legte eine CD ein, zog sie von der Couch und die rhythmische Musik tat ihre Wirkung…
Sie brachte beide in Bewegung, und durch das Tanzen konnte die Anspannung in Maris Körper sich nach und nach lösen.

Als dann schließlich der Hunger kam, kochten sie sich Spaghetti mit Tomatensauce, schnipselten gemeinsam Salat und spielten danach Mikado.
Joel beobachtete lächelnd, welch ruhige Hand Mari dabei hatte. Das Zittern hatte sich gelegt… 

Es wurde auf ganz einfache Weise ein schöner, gemütlicher Abend und Joel war froh, dass Mari bei dem ersten Besuch in seiner Wohnung – gerade nach diesem heftigen Beginn – doch noch angenehme Erfahrungen mitnehmen konnte…

Zum nächsten Kapitel:  –> 14. Joel als Stellvertreter für die „Die Männer“

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Willkommen als unsichtbarer Zeuge…

Hallo, tritt ein, lieber Gast,
schön, dass du da bist!

Wie immer du hierher gefunden hast, irgendetwas… ein Wort, ein Bild… ein Gedanke… hat dir den Impuls gegeben, dich für einen kurzen Moment oder vielleicht auch eine etwas zeitlosere Weile hier einzuklicken.
Vielleicht hast du ja Lust, dich von den Szenen und Dialogen berühren zu lassen?
Vielleicht magst du dich fragen:
WAS würde ich an Mari´s Stelle fühlen?
WIE würde ich mich als Meister fühlen?
WELCHE Zusagen und Anweisungen würde ich Mari geben, damit sie einerseits leichter vertrauen kann und andererseits die (liebevoll ausgeübte) MACHT spürt?
WELCHE Rolle würde ich in diesem Moment lieber einnehmen – die von Mari oder die des Meisters?
WIE würde ich sie gern spielen?


Fühle dich eingeladen in der Geschichte von Mari und ihrem Meister, in ihrem Spiel-Raum als unsichtbarer Zeuge dabei zu sein und – wenn du das willst – die Szene auf die dir eigene Weise in deiner Fantasie mit zu erleben oder auch anders zu erleben und sie für dich „rund“ zu gestalten...

Gern kannst du mir von deinen Eindrücken, Gedanken und Gefühlen erzählen – hier im Kommentarfeld oder per Mail.

Meine Mailadresse : miriam28358 ät web.de

Sollte dir ein Satz, ein kurzer Dialog oder ein Erlebnis für Mari und Joel einfallen, sei herzlich eingeladen, sie mir als Mail zu schicken. Möglicherweise baue ich das dann in die Geschichte ein, wenn die Schwingung dazu passt. Auf jeden Fall würde ich es mit viel Interesse lesen und dir eine Antwort darauf schreiben.

Herzlich grüßen dich Miriam (die Geschichtenerzählerin)
und auch Mari und Joel

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