10. Worte vom Geist der Liebe : Du bist in MIR geborgen

Der innere Meister flüstert Mari und allen, die es sonst noch hören wollen zu:

ICH BIN der Stoff, aus dem das Leben gewebt ist.Kind in Hand
ICH BIN das, womit du eins bist.
ICH BIN der Raum, in dem du lebst.
ICH BIN der Ausgangspunkt deines Weges,
das Ziel deiner Reise
und alles, was dazwischen liegt.
 Und deshalb mach dir keine Sorgen:
Du kannst nie außerhalb von MIR sein.

Zu allen Posts von –> IAM (die Stimme der inneren Meister-Instanz)

80. Druck – selbstgemacht

Bei Joel – Alles findet im Kopf statt

Als Mari auf dem Weg zu Joel war, dachte sie an das letzte Gespräch der beiden, indem sie ihm von ihren in letzter Zeit häufig auftretenden Träumen erzählt hatte, in denen es immer wieder um Prüfung und Versagensangst ging. Er hatte eine Andeutung gemacht dass er das im nächsten Treffen zum Thema machen würde.
Joel hat ein wenig umgeräumt und wartete auf sie.
„Hallo Mari, schön dich zu sehen, komm herein“, begrüßte er sie freundlich wie immer.
Und als sie eintrat, sagt er gleich: „Das Spiel beginnt.“
Ups, dachte Mari, das ging ja schnell heute, ohne Vorgespräch, ohne etwas zu trinken, da bin ich ja gespannt, was jetzt kommt…“
Im Raum stand ein Tisch und davor und dahinter ein Stuhl. Unschlüssig betrachtete sie dieses Setting und schaute ihn fragend an.
„Setz dich“, sagte er in seiner Meisterrolle sanft und brachte ihr ein Glas Wasser, ein paar weiße Blätter Papier und einen Kugelschreiber.
Das scheint tatsächlich mit dem Prüfungsthema zu tun zu haben, dachte Mari etwas beklommen.
Er setzte sich auf den anderen Stuhl ihr gegenüber hinter dem Tisch und fragte: „Bereit für heutige Lektion?“
„Ja, okay, ich bin bereit“, antwortet Mari.
„Ich werde Dir ein paar Fragen stellen“, erklärte er, „bitte schreibe die Antwort auf und lies sie mir dann vor, verstanden?“
Sie nickte: „Ja.“
„Ich werde dir auf jede Frage eine Punktanzahl sagen, und du schreibst sie dann auf das Papier unter die jeweilige Frage.“
„Hm, ja, in Ordnung. Wie viel sind denn die maximale Punktzahl?“
„Aufgabe 1“, sagte er und schaute sie an.
„Sie nickte.“
„Nenne drei Assoziationen zum Thema Vertrauen.“

Krampfhaft überlegte sie,. Warum fällt ihr nur so schnell gar nichts ein? Vertrauen… vertrauen… vertrauen… kann gelingen oder auch nicht… Dachte sie. Und dann schrieb sie auf:
– Selbstvertrauen
– Gottvertrauen
– Vertrauen ins Leben
Und dann las sie ihm die 3 Begriffe vor.
Er nickte nachdenklich. „Ok, 2 Punkte. Schreib sie dazu.“
So schrieb sie die Zahl 2 und fragte sich: Welcher der drei Begriffe war wohl falsch? Warum habe ich nicht die vollen 3 Punkte erhalten.
„Die nächste Aufgabe“, kündigte er an, „vervollständige den Satz: Wenn ich meinem Meister nicht vertraue, dann …
Und sie antwortete spontan: „… dann habe ich es schwer in dem, was wir hier tun.“ Auch das las sie laut vor.
„3 Punkte“, sagte er.
Das scheint so eine Art Zwischenprüfung zu sein, die sich auf unsere Thematik hier bezieht, dachte Mari beklommen. So gut fühlt sie sich mit ihrem Vertrauen noch nicht…
„Nenne drei Dinge, die es dir schwer machen zu vertrauen.“
„Angst zu versagen, Angst vor unangenehmen Erfahrungen, Angst vor peinlichen Momenten.“ „Hmmmm,“ sagte er, „notiere einen Punkt.“
Traurig schrieb sie einen Punkt auf und ein unangenehmes, heißes Gefühl kroch ihr den Rücken hinauf. Weiter ging es. „
„Nenne drei Dinge die dir peinlich sind.“
Oh jeh, dachte Mari, diese Fragen werden ja immer unangenehmer… Und sie schrieb nach einiger Überlegung auf und las dann vor:
Wenn mir nichts einfällt zu sagen auf eine Frage…
Wenn ich unangemessen oder spärlich angezogen bin…
Wenn ich Fehler mache…“
„Einen Punkt“, sagte Joel. Sie schrieb die Eins hin und überlegt, was wohl passieren würde, wenn das Gesamtergebnis dieser Prüfung ungenügend wäre. Was hätte das wohl zur Konsequenz? Wenn sie doch wenigstens wüsste, was für ein System dieser Bewertung zugrunde liegt.
Weiter fragte er: „Nenne drei Dinge, die dir Lust bereiten und gut tun.“
Für diese Frage brauchte sie nicht allzu lange nachzudenken: „Umarmen, Streicheln, Kopfmassage.“
„Zwei Punkte“, sagte er. Sie schrieb die Zahl zwei auf und überlegte, welcher von den drei Begriffen für ihn wohl nicht einen Punkt wert waren.
Weiter ging es: „Nenne drei Dinge die erregend sind für dich.“
Mari saß vor ihrem Papier… Was könnte sie nur aufschreiben? Es war nicht so, dass ihr nichts einfiel, aber alles in ihr sperrte sich dagegen, diese Gedanken aufzuschreiben und ihm anschließend vorzulesen. Die Frage war einfach zu peinlich… Der Widerstand zu groß…
Er schaute auf die Uhr.
Schließlich sagte sie: „Ich kann dazu nichts aufschreiben, entschuldige bitte.“
Er nickte und meinte: „Null Punkte.“
Ihr fällt zwar ein dass es sie erregt an der Brust berührt zu werden, aber sie bringt es nicht fertig das aufzuschreiben
Das war klar, sie schrieb die Null hin und kämpfte mit den Tränen.
„Dann schauen wir mal. Zähl mal alles zusammen. Wie viele Punkte hast du insgesamt?“
„15“ antwortete sie.
„Und? Was glaubst du, hat es gereicht?“
Was würde das denn jetzt bedeuten? Und welche Folgen würde es haben? überlegte sie in Gedanken und antwortete: „Ich weiß es doch nicht. Ich hoffe zumindest, dass ich nicht durchgefallen bin, auch wenn ich die letzte Frage gar nicht beantworten konnte.“
„Hm, du meinst du hast bestanden?“
So wie er das fragt, klingt es eigentlich nicht so. Drängte sich ein unangenehmer Verdacht auf. Aber tapfer vertrat sie sich: „Wenn ich selbst jetzt meine eigene Lehrerin wäre, dann würde ich schon meinen ich hätte bestanden, ich habe, so meine ich, jede Frage bis auf die letzte beantwortet.“ Und so bekräftigte sie noch einmal: „Ja, ich glaube ich habe bestanden.“
„Und wie fühlt sich das an?“ fragte er mit undurchdringlichem Blick.
„Im Moment noch sehr unsicher, weil ich ja nicht weiß ob es stimmt. Kannst du mir nicht bitte sagen, was du darüber denkst? Wie dein Urteil ist?“
Er redete weiter, ohne ihre Frage zu beantworten. „Und was könntest du wohl bestanden haben?“
Mari zuckte mit den Schultern. „Ja, wenn ich das wüsste… Diese ganze Situation ist irgendwie so undurchschaubar
Geht es vielleicht darum, wie zufrieden du mit mir hier bist?“
„Und? Wie wirke ich? Bin ich zufrieden?“ fragte er weiter.
Unschlüssig scheute sie ihn an. „Auch du wirkst ziemlich distanziert und undurchschauber, also ich neige dazu zu sagen, du wirkst nicht sehr zufrieden.“ Traurig schaute Mari an ihm vorbei aus dem Fenster.
„Das ist eine Interpretation – in einer Situation, die du, wie du sagst, nicht durchschaut hast. Eben warst du noch der Meinung bestanden zu haben. Warum sollte ich dann unzufrieden sein?“
„Du wirkst auf mich irgendwie so… Und meine Einschätzung, kann ja abweichend sein von dem sein, was du denkst.“
„Kann… aber muss nicht! Gerade warst du noch von dir überzeugt. Warum jetzt so unsicher?“
„Ich weiß nicht… Deine Fragen und dein Auftreten verunsichern mich.

Er begann, etwas zu lächeln. „Das war eine schwierige Prüfung, oder?“
Jetzt kamen Mari die Tränen tatsächlich, sie konnte sie nicht mehr zurückhalten. „Ja, das war wirklich eine schwere und unangenehme Prüfungssituation!“
Er ergriff sofort ihre Hand, drückte sie sanft und nickte. „Waren das so ähnliche Gefühle, wie du sie in deinen Träumen hast, die dich so belasten?“
„Ja stimmt, so ähnlich…, aber sag mir doch jetzt bitte mal, was du über mich denkst?“ brachte sie aufgeregt heraus.
Er lächelte: „Ich finde, du hast du gut behauptet in einer merkwürdigen Situation…, die… du viel zu ernst genommen hast.“
„Wie meinst du das?“ Fragend schaut Mari ihn an.
Er antwortete gelassen: „Na, was bringt mich denn im eine Position dich zu prüfen? Und was hätte es für einen Sinn, Vertrauen zu bewerten? Und was hätte es darin für eine Konsequenz oder für einen Abschluss geben sollen? Aber die Situation hat dich sofort gefangen genommen…“
„Ja, das stimmt, ich habe mich durch das Setting in einer ziemlich heftigen Drucksituation gefühlt. Ich dachte nach und nach immer mehr, dass es darum geht, wie zufrieden du mit mir bist hier in unserem Miteinander – grundsätzlich, und speziell heute in dieser Prüfungssituation ganz besonders.“
„Meinst du echt, über Vertrauen und ähnliches würde ich eine schriftliche Prüfung machen? Schon sehr unwahrscheinlich, oder?“
„Darüber habe ich gar nicht nachgedacht. Das hat mich gefühlsmäßig alles tatsächlich sehr an meine Träume erinnert…“
Joel nickte. „Ja, ich wollte dich diese Gefühle bewusst spüren lassen und sehen, wie du reagierst. Du hast nicht gezögert, nichts in Frage gestellt, warst sofort drin.“
Sie entgegnete: „Ganz am Anfang habe ich eine Frage nach dem Bewertungssystem gestellt, aber die hast du ignoriert, und dann traute ich mich nicht weiter zu fragen. Und stimmt… dann war ich in der Situation gefangen.“
„Wie geht es dir jetzt?“ fragte er.
„Naja, noch ziemlich durchgerüttelt. Das waren ja auch Fragen, die mich tief innen betroffen haben. Und ich wüsste immer noch gern, was du über meine Antworten gedacht hast.“
„Ich habe allem einfach nur interessiert zugehört ohne es wirklich zu bewerten. Das war nur Show, um es prüfungsähnlich zu machen. Ich habe bewusst einfach nur Zahlen genannt, die eigentlich gar keinen Sinn ergaben.“
Mari schüttelte verwundert den Kopf. „Es waren ja immer drei Dinge, nach denen du gefragt hast. Deshalb dachte ich, dass die Zahlen je nach deiner Zufriedenheit eine eins, zwei oder drei ergeben müssten, also drei wenn alles top war und eins ziemlich mangelhaft. Na ja und 0 war ja sowieso klar am Ende. War es nicht so?“
„Nein, das hast du dir nur so ausgedacht. Du kanntest die Kriterien nicht… weil… es keine gab!“
„Es gab absolut keine??? Und dabei hast du manchmal so ausgesehen, als würdest du genau nachdenken.“
Er lachte. „Ich wusste nicht einmal, wie die nächste Frage lauten würde, das ergab sich nach und nach aus dem, was du sagtest.“
„Das ist ja dann eine seltsame Prüfung… Was war deine Absicht dabei?“
„Ich wollte dich mit den Gefühlen deines Traumes konfrontieren und dir die Gelegenheit geben, sie bewusst in einer sicheren Situation wahrzunehmen, in der du zum Beispiel auch hättest aussteigen oder die Prüfung verweigern können, oder sie mit Humor nehmen… Wie auch immer – ich wollte kein Wissen, sondern Reaktionen wahrnehmen und heraus kitzeln. Die Situation war eigentlich ganz harmlos.“
„Aber angefühlt hat sie sich nicht so harmlos!!! Du hast sie so gestaltet dass sie schon ziemlich bedrückend für mich war.“
„Der Druck passierte aber nur in deinem Kopf. Ich habe dir keine negative Folge angedroht oder auch nur irgendwie angedeutet und in den Raum gestellt.“
„Ja das stimmt, gab Mari zu, „aber wenn du ehrlich bist, hast du schon einiges dazu getan, dass ich mich so verunsichert gefühlt habe, oder?“
„Ja, aber du hast dich sofort einfach darauf eingelassen.“
„Du hast mich, glaube ich, absichtlich in eine Drucksituation gebracht – und ja ich habe mich einfach darauf eingelassen das stimmt.“
„Ja, und den Druck hast du dir selbst gemacht, „ich habe keine Erwartung gestellt, keine Anforderung, keine mögliche Konsequenz genannt, ja, ich habe nicht mal das Wort Prüfung erwähnt.“
„Hast du nicht??? Das ist mir gar nicht mehr ganz präsent. Für mich war die Situation so eindeutig… Aber sag doch mal ehrlich, das hast du doch erwartet oder?“
„Ein Stück weit schon, aber ich habe ganz bewusst auf jede Formulierung verzichtet, die mit Prüfung zu tun hat, um dir zu zeigen, dass du dir den meisten Druck ganz alleine in dir selbst machst.“
„Na das ist dir gelungen!“
„Und was denkst du jetzt darüber?“
„Es passiert ziemlich von alleine, und das leider sehr oft, dass ich mir Druck mache, meine ich. Ich würde mir von mir selber wünschen, dass ich nicht so schnell in solche Fallen tappe.“
„Wichtig ist, dass du erkennst, dass du selbst dir den Druck machst!“
„Das hilft mir aber, glaube ich nicht, dass ich beim nächsten Mal nicht wieder in diesen Automatismus hinein gerate. Das passiert irgendwie ganz von alleine, ohne dass ich mir dessen bewusst bin.“
„Du wirst dich an diese Situation heute sicher öfter erinnern, wenn wieder solche Gefühle in dir entstehen, und dann ist der wichtigste Schritt zu prüfen, wer in der Situation die Erwartung hat.“
Mari wiederholte die Worte: „… wer in solchen Situationen die Erwartung hat. …Du meinst, das bin meistens ich selbst – und ich projiziere dann meine Erwartungshaltung in den anderen hinein…?“
Joel nickte. „Ja, vermutlich ist das oft so – auf jeden Fall zwischen uns beiden, aber wahrscheinlich auch öfter mal in deinem täglichen Leben. Du machst dir den meisten Druck selbst – und nur du kannst dann den Druck such verringern.“
Mari nickte nachdenklich – Ja, da ist was dran, aber im Außen können andere Menschen schon verstärkend auf den Druck einwirken oder entlastend. Allein schon ein Lächeln oder ein distanzierter Blick können ein subjektives Druckgefühl verstärken oder lindern, finde ich.“
„Ja sicher können andere dein Druckgefühl erhöhen oder lindern, aber frage dich immer, ob die anderen wirklich bestimmte Erwartungen an dich haben, oder ob du das nur vermutest. Und selbst wenn sie welche an dich haben, wäge für dich ab, ob du sie erfüllen willst, oder nicht. Es ist immer deine Wahl.“
„Ja das stimmt, das ist meine Verantwortung, da hast du recht. Und selbst wenn sie Erwartungen haben und sich so verhalten dass sie den Druck erhöhen, ist es ja meine Entscheidung, ob ich mich von ihnen abhängig machen will oder nicht…“
Joel nickte bestätigend. „Ja genau. Und welche Situation könnte es schon geben, wo du wirklich unter Druck kommen könntest? Wie viele Prüfungen willst du denn machen?“ Dabei lächelte er.
„Aber auch ohne reale Prüfungen erscheint mir das Leben oft wie eine grpße Prüfung. Ich habe Angst davor, dass andere von mir enttäuscht sind. Frage mich immer, ob ich mich angemessen verhalten habe, ob ich etwas vermasselt habe ohne es zu merken… Es geht glaube ich darum, mich von ihrer Erwartungshaltung unabhängig zu machen.“
„Ja, denn nur in echten Ptüfungssituationen ist ihr Urteil wirklich entscheidend.“
„Stimmt, der wichtigste Mensch in meinem Leben bin ich – und entscheidend ist was ich selber von mir denke.“
„Jeah! Das ist der Punkt! Damit ist das Spiel fast zu Ende… Eine Frage noch.“
„Ja ??? Mari nahm wahr, wie ihr Herz schon wieder unwillkürlich zu klopfen begann.“
„Gibt es wirklich nichts, dass dich erregt?“
Mari antwortete etwas verlegen: „Doch, natürlich gibt es Dinge, die mich erregen, aber ich war einfach nicht in der Lage sie aufzuschreiben.“
„Nun dann freue mich darauf, sie nach und nach zu erfahren.“ Er lächelte. „Das ist Spiel ist vorbei.“

„Kannst du mich jetzt bitte mal ganz fest in die Arme nehmen?“ fragte sie erschöpft.
„Aber gerne doch!“ Er kam zu ihr, und sie schmiegte sich in seine Arme. „Das tut jetzt sooo gut,“ flüsterte sie.
Er drückte sie sanft und eng an sich.
Sie atmete ganz tief. „Gott sei Dank ist diese Situation vorbei!“
„Du hast sie gut gemeistert!“ sagt er leise in ihr Ohr.
Erstaunt schaute sie ihm in die Augen: „Das meinst du nicht wirklich?! Ich habe mich ja richtig gefangen nehmen lassen. Habe das alles nicht durchschaut und einfach mitgespielt. Aber eins sage ich dir: Daraus will ich wirklich was mitnehmen!!!“
Er nickte: „Na, dann hat es doch einen Sinn gehabt! Und ich muss schon sagen: Du hast dich tapfer da durchgekämpft und warst sogar der Meinung dass du es geschafft hast. Das ist schon nicht so leicht gewesen!
Du hättest auch viel früher aufgeben und scheitern können.“
Mari lächelte: „So habe ich das noch gar nicht gesehen, da hast du auch wieder recht. Jetzt habe ich noch eine Bitte an dich.“
„Welche?“ fragte er interessiert.
„Könntest du bitte sagen: Mari, du hast die nicht stattgefundene Prüfung bestanden!“
Er lächelte und sagte laut und deutlich: „Mari, du hast die nicht stattgefundene Prüfung bestanden!“
„Danke!“ Jetzt lächelte auch Mari 😊 und fühlte sich richtig froh.

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Zu allen Kapiteln der –> Geschichte von Mari und ihrem Meister in chronologischer Reihenfolge

17. Eine utopische Heilungsreise: ZÖGERN    und   MUT, einen neuen Raum zu betreten

Joel hatte sich für die Weihnachtszeit eine Fortsetzungsgeschichte von wohlwollenden außerirdischen Meistern zum Thema „Macht – Angst – Vertrauen – Hingabe“ für Mari ausgedacht, das er ihr in Form eines Adventskalenders geschenkt hatte.

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Mari freute sich morgens schon immer darauf, ihren nächsten Umschlag zu öffnen. Sie nahm einen Schluck aus ihrer Teetasse, wickelte das kleine Schokostückchen aus dem Umschlag ihres Adventskalenders aus und las gespannt wie es Carinas weiter erging im Raumschiff mit ihrem Meister…

Nach ihrem gemeinsamen Urlaubs-Aufenthalt auf dem Planeten Lux Natura, hat Carina zu ihrem Meister eine viel vertrautere Ebene gefunden, die es ihr erlaubt, mehr Nähe zuzulassen als vorher. Es ist für sie natürlich geworden, von ihm gesehen und berührt zu werden. Auch in der Wahrung ihrer körperlichen Grenzen ist sie etwas freizügiger geworden.

Eines Morgens blinkt wieder einmal ein Röllchen auf. Sie liest:

Liebe Carina,
bisher hast du dein Leben in einem Raum verbracht,
dessen Grenzen noch erweitert werden könnten.
Es gibt Türen, die hast du dir noch nicht erlaubt zu öffnen.
Du wirst staunen über die Größe deines wahren Reiches,
wenn wir erst alle Pforten durchschritten haben.
Ich gehe mit dir und helfe dir,
dich vertraut zu machen mit dem,
was du bisher noch vermieden hast. 
In Liebe Ramon

An diesem Morgen spricht René Carina nach all der Zeit, die inzwischen vergangen ist, auf das Thema “Gruppe” an: “Carina, heute möchte ich dich nun einladen, an meiner Gruppe teilzunehmen. Wie sieht es aus? Meinst du, du könntest es dir vorstellen, dabei zu sein?” Prüfend schaut er sie an. Carina senkt etwas verlegen ihren Blick.

Weißt du was, sag mir doch deine Bedenken, und lass uns ganz offen darüber reden. Komm mal mit in mein Zimmer – am besten sofort,  bevor es wieder zu Angst und Schmerz in dir kommt.”

Carina schaut René unsicher an. War das eine Kritik? Aber sein Blick ist freundlich und zugewandt. Mit klopfendem Herzen begleitet sie ihn in sein Zimmer. Er bietet ihr etwas zu trinken an, und sie nimmt es dankbar an. So hat sie etwas in der Hand, woran sie sich festhalten kann. ´Nun muss ich mich vor dem Kommandanten verantworten`, denkt sie beklommen und spürt wieder ihre alten Autoritätsängste.

So, Carina, frei von der Leber weg, was macht dir deinen Einstieg in die Gruppe so schwer?” Carina druckst herum – René wartet… Schließlich redet sie und erklärt ihre Angst und ihren Widerstand, sich vor mehreren Menschen, besonders Männern offenbaren zu müssen in ihren Gefühlen von Peinlichkeit, Scham und Selbstzweifel. Sie könne das einfach nicht. Sie hatte schon immer in Gruppen Schwierigkeiten.

René nickt verstehend. “Gerade deshalb ist eine neue, völlig anders geartete Gruppenerfahrung für dich wichtig und heilsam. Du bekommst dort einfach nur die Möglichkeit – nicht mehr und nicht weniger – über das, was dich bewegt, zu reden, aber du wirst ganz sicher nicht dazu gezwungen. Außerdem hast du Gelegenheit zu hören, wie es anderen geht, um vielleicht festzustellen, dass du gar nicht so allein bist in deinen Gefühlen von Scham und Selbstzweifel, wie du bisher glaubtest. Übrigens erhalten die Frauen auch Gelegenheit, sich ohne die Anwesenheit der Meister untereinander auszutauschen, alle zusammen oder auch in kleinen Gruppen. Wie wäre es, wenn du einfach dazu kommst und dir das Ganze einmal anschaust? Sei einfach nur dabei… Du hast mein Versprechen, dass du nichts sagen oder tun musst, wozu du keine Bereitschaft in dir fühlst.”

Carina hört sich sagen: “Okay, ich komme!” Freundlich lächelt ihr René zu: “Das freut mich, Carina, bis heute Nachmittag also!”

Carina wird ganz entgegen ihrer Erwartung von allen sehr freundlich angenommen, und ihr anfängliches Schweigen wird total respektiert. Da sie etwas später dazu kommt, weiß sie nicht, dass es anderen Frauen anfänglich ähnlich ging, aber das wird ihr dann bald erzählt. 

Zunehmend fühlt sie sich in dieser Gruppe wohl, hat manchmal sogar Freude an den Spielen und Übungen und beginnt, sich nach und nach mehr zu öffnen. Wieder hat sie sich einen neuen Raum eröffnet.

Morgen wird die Geschichte fortgesetzt und läuft voraussichtlich bis Weihnachten

Hier geht es zu allen bisher erschienenen Kapitel zu dieser Geschichte, die Joel Mari in der Advents- und Weihnachtszeit erzählt –> Eine utopische Heilungsreise (Märchen) 

4. Eine utopische Heilungsreise: Panik und Hilfe


Joel hatte sich für die Weihnachtszeit eine Fortsetzungsgeschichte von wohlwollenden außerirdischen Meistern zum Thema „Macht – Angst – Vertrauen – Hingabe“ für Mari ausgedacht, das er ihr in Form eines Adventskalenders geschenkt hatte.

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Mari freute sich, dass die Adventszeit dadurch einen so märchenhaften Zauber erhielt.
Morgens öffnete sie nun den vierten Umschlag, gespannt darauf, wie es mit Carinas Heilungsreise im Raumschiff der außerirdischer Meister weiter gehen wird. Sie liest…

Als Ramon am Nachmittag nach dem Gespräch, für das sie sich inzwischen schämt, noch einmal bei Carina hereinschaut, stellt sie sich schlafend – sie fühlt sich nicht in der Lage, ihm zu begegnen. Leise verlässt er den Raum wieder. Genauso verhält sie sich am Abend, als er ihr eine gute Nacht wünschen will. Sie versucht weiterhin den Kontakt mit ihm zu vermeiden, weil sie keine Möglichkeit sieht ihren Konflikt, den sie mit ihm hat, zu lösen.
Irgendwie spürt sie schon, dass alle es auf diesem Ausbildungsschiff mit ihr gut meinen, ganz besonders Ramon, und sie weiß auch, dass es so nicht weiter gehen kann. Aber sie fühlt sich wie in einem inneren Käfig und weiß nicht, wie sie ihn verlassen kann.

Obwohl sie sich schlafend stellt, setzt sich Ramon zu ihr ans Bett, streichelt ihr lange Zeit sanft über`s Haar, summt dabei eine angenehme ruhige Melodie vor sich hin und vermittelt ihr damit einen Hauch von Erleichterung und Geborgenheit, was ihr schließlich hilft, tatsächlich einzuschlafen.

Sie schläft tief die ganze Nacht hindurch. Am nächsten Morgen geht es ihr jedoch nur geringfügig besser. Sie liest heute folgende Worte von ihm:

Liebe Carina,
verstecke dich nicht vor mir,
wenn du verzweifelt oder traurig bist.
Lass dich von mir halten und trösten in deinem Kummer.
Deine Tränen wollen gesehen und getrocknet werden.
 In Liebe Ramon

Langsam wird ihr dieser Adventskalender unheimlich. Die Botschaften stecken für sie sichtbar schon seit einer Woche darin und passen immer haargenau zu ihrer Situation. Woher konnte er vorher schon gewusst haben, an welchem Tag welche Worte für sie wichtig sind?

Plötzlich wird ihr bewusst, dass er also gemerkt hatte, dass sie nicht wirklich geschlafen hatte, als er bei ihr war. Wieder verstärkt sich ihr Peinlichkeitsgefühl und damit ihre Übelkeit.

So kann das nicht weitergehen’, denkt Carina. ‘Ich verstehe das alles hier nicht so recht, aber ich spüre sein Wohlwollen. Ich will es schaffen, wieder mit ihm zu sprechen.’

Nach dem Mittagessen kommt sie in Kontakt mit der jungen Frau, die das Zimmer neben ihr bewohnt. Und – war in ihr nun schon eine leise Bereitschaft gewachsen – Ramon zu vertrauen, so wird diese sofort wieder restlos zerstört. Denn auch diese Frau ist in großer Verzweiflung. Sie kann über das, was sie bedrückt, nicht konkret sprechen, erklärt Carina aber, dass sich ihr Meister in den ersten Tagen auch sehr sanft und rücksichtsvoll ihr gegenüber gezeigt habe, aber daß er gestern diese “Maske” fallen ließ und sie nun glaube zu wissen, dass all die Freundlichkeit nur am Anfang gewesen sei, um die Frauen zu täuschen. Und so denke nicht nur sie. Auch von einer anderen Frau habe sie bereits das Gleiche gehört. Als Carina vorsichtig erklärt, dass sie ihren Meister bisher als verständnisvoll erlebt habe, lacht ihre Gesprächspartnerin spöttisch und hart und meint: “Du hast dich also genauso hereinlegen lassen wie ich. Warte nur, bis er dich das erste Mal in sein Zimmer bestellt und die Maske fallen lässt!”

Carina wird ganz unruhig, als sie diese Worte hört. “Ich weiß ja nicht, was er dir angetan hat, aber kannst du dich denn nicht an den Kommandanten wenden und ihn um Hilfe bitten? Er scheint mir bisher sehr fair und uns wohlgesonnen zu sein. Er hat zu mir gesagt, wenn es Probleme gibt, können wir uns auch an ihn wenden”, versucht Carina zu helfen. Fassungslos schaut die junge Frau Carina an. “Ja, weißt du denn nicht…? Das ist doch der Schlimmste von allen. Der ist doch ein Sadist! Ich habe von einer Frau gehört, die von einer anderen Frau gehört hat, dass er Jennifer geschlagen hat. Nein! Der hilft uns bestimmt nicht. Ich bin froh, solange ich mit dem nichts zu tun habe. Nein, nein, wir müssen uns damit abfinden, dass wir hier restlos verloren sind!”

Mit diesen Worten lässt sie die fassungslose Carina stehen. Am ganzen Körper zitternd geht Carina in ihr Zimmer. Kurze Zeit später erscheint Ramon bei ihr. “Nun bist du schon zwei Tage an Bord und kennst meinen Raum noch gar nicht. Komm, Carina, ich möchte dir mein Reich zeigen.” Carina erstarrt. In ihr klingen noch die Worte der jungen Frau “Warte nur, bis er dich das erste Mal in sein Zimmer bestellt”.  Eine Welle von Panik jagt durch ihren Körper. Ramon geht einen Schritt auf sie zu, um ihr seine Hand auf ihre Schulter zu legen. Diese Geste aber erscheint Carina wie eine Bedrohung. ‘Nur weg’, denkt sie, und wie von Furien gehetzt stürzt sie an ihm vorbei, rennt, so schnell sie kann, die Gänge hinunter, ohne nach links und rechts zu sehen – nur weg! Völlig außer Atem bleibt sie irgendwann stehen, blickt sich hastig um, kann aber niemanden hinter sich sehen. ‘Er ist nicht da’, denkt sie erleichtert. Dann schaut sich um. ‘Wo bin ich hier eigentlich? Ich bin einfach nur gerannt und habe dabei ganz die Orientierung verloren. Egal – ich bin hier erst einmal in Sicherheit. Nein, niemals werde ich seinen Raum betreten!’

Nachdem sie sich eine Weile ausgeruht hat und wieder zu Atem gekommen ist, beginnt sie nachzudenken. ‘Was soll ich nun tun? Ich kann ja nicht ewig hier im Gang hocken…’, als sie plötzlich Schritte hört. Erneut schießt die Panik durch ihren Körper, doch dann sieht sie, dass es nur eine Schülerin ist. Carina fragt die Vorbeikommende, wo sie sich hier eigentlich befände?

Die beiden Schülerinnen kommen ins Gespräch. Carina erzählt kurz, wie sie hier her gekommen ist. Voll Mitgefühl und Anteilnahme bietet die andere Carina an, erst einmal mit zu ihr zu kommen und sagt hilfsbereit: “Hier im Gang wirst du eher gefunden, als in meinem Zimmer.” Carina ist etwas erleichtert, erst einmal zu wissen, wohin sie jetzt gehen kann, und einen Menschen gefunden zu haben, in dessen Nähe sie keine Angst hat.

Erst viel später wird Carina erfahren, dass Ramon es war, der diese Schülerin zu Carina geschickt hatte, mit der Bitte sich um sie zu kümmern. Auch, dass es sich hierbei um die    angeblich so gepeinigte Jennifer handelt, weiß sie noch nicht.

Jennifer bietet der völlig verstörten Carina an, sich in ihrem Bett erst einmal auszuruhen. Später könnten sie dann gemeinsam versuchen, eine Lösung zu finden. Aber erst einmal musste Carina  zur Ruhe kommen und neue Kräfte sammeln.

Zum Abendessen geht Carina nicht mit. Jennifer bringt ihr einen liebevoll zusammengestllten Teller mit leichten leckeren Speisen mit und erzählt: „Bitte, sag Carina einen lieben Gruß von mir. Es ist in Ordnung, wenn sie erst einmal bei dir bleibt. Ich werde euch nicht stören. Carina soll sich bei dir von mir ungestört wissen – auf jeden Fall erst einmal für den heutigen Tag. Sag ihr, sie soll nicht verzweifeln, das alles ist kein Drama.”

Angstvoll hört Carina den Gruß ihres Meisters. Jennifer betrachtet nachdenklich und voll Mitgefühl ihre vor Angst bebende neue Freundin und bietet ihr schließlich an, bei ihr auf der Couch schlafen zu können, bis sie eine Lösung gefunden haben werden. Liebevoll nimmt sie Carina in die Arme und sagt leise in ihr Ohr: “Dann bist du in deiner Angst nicht so allein.” Carina nimmt das liebe Angebot dankbar an. Fast fühlt sie sich ein bisschen geborgen, als sie am Abend auf Jennifers Couch liegt. Endlich hat sie hier einen Menschen gefunden, zu dem sie ein Gefühl von Vertrauen hat. So schläft sie schließlich nach diesem anstrengenden Tag ein wenig erleichtert ein.

Morgen wird die Geschichte fortgesetzt und läuft voraussichtlich bis Weihnachten

Hier geht es zu allen bisher erschienenen Kapitel zu dieser Geschichte, die Joel Mari in der Advents- und Weihnachtszeit erzählt –> Eine utopische Heilungsreise (Märchen)