113. Mit dem Gedanken ins neue Jahr: Leben ich vertrau DIR

Bei Maria – ein Jahreswechsel mit einem besonderen Brief

Maria und Frank hatten Mari eingeladen, mit ihnen gemeinsam das neue Jahr zu betreten. 
Nachdem sie zu dritt lecker gegessen hatten und nun bei Kerzenschein gemütlich in Marias  Wohnzimmer saßen, sagte Frank lächelnd zu Mari: 
„Ich habe eine Überraschung für dich…“
Erstaunt sah sie ihn an. „Aha…?“
Er zog einen Briefumschlag hervor und sagte dazu: „Bevor ich dir das übergebe, sollst du wissen, dass ich jemanden kenne, der jemand kennt, dem du sehr am Herzen liegt, der dir aber zur Zeit nicht schreiben kann – weder per Handy, noch per Post.

Maris Herz  begann schneller zu schlagen.

Frank nickte ihr zu: „Ja, ich glaube, du vermutest es schon richtig: Dieser Brief hier ist von Joel, und es war ein ganz besonderer Zufall, dass es ihm gelungen ist, ihn dir über den Umweg unseres gemeinsamen Bekannten zukommen zu lassen.“ 
Mit diesen Worten überreichte Frank ihr den kostbaren Brief.
Maria, die neben ihr auf der Couch saß, legte ihren Arm um die Schulter ihrer aufgeregten Freundin. „Möchtest du ihn allein öffnen, dann gehen wir ins Nebenzimmer, oder tut es dir gut, wenn wir hier sind?“
Maria bat darum, einen Moment damit allein sein zu können. Verständnisvoll antwortete Maria ihr: „Wir sind nebenan, ruf einfach oder komm rüber, wenn du soweit bist…“

Aufgeregt öffnete Mari den Brief ihres ihr im letzten Jahr so vertraut gewordenen und seit Monaten abwesenden Freundes Joel, der in gemeinsamen Rollenspielen für sie vor einiger Zeit schon oft die Rolle eines Meisters übernommen hatte und las:

Geliebte Mari,
du hast dich sicher schon mehrmals gefragt, warum ich so plötzlich verschwunden bin und dir nur so kurz „Auf Wiedersehen“ sagen konnte. Ich darf es dir noch immer nicht erklären, es hängt mit meinem Beruf und meiner leitenden Funktion darin zusammen. Mehr darf ich dir nicht mitteilen. Doch schon lange suche ich nach einem Weg, dir zumindest so viel sagen zu können, dass es für mich selbst überraschend kam, wie schnell ich plötzlich gebraucht wurde und abreisen musste.
Wir hatten ja nie darüber gesprochen, was ich beruflich tue, und ich war froh, dass du das Gespräch darüber auch nie gesucht hattest. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass es so wie es dann gekommen war, so plötzlich und ohne dich darauf vorbereiten zu können, nicht hätte sein müssen.

Ein gutes Jahr sind wir gemeinsam einen sehr persönlichen Weg gegangen, der immer vertrauensvoller wurde, wofür ich mich nochmals von ganzem Herzen bei dir bedanken möchte. Ich kenne dich denke ich soweit, dass ich weiß, dass dir dieser plötzliche Abschied nicht nur Abschiedsschmerz, sondern auch einige offene Fragen, die dich wahrscheinlich gequält haben, mit sich gebracht haben, was ich zutiefst bedaure. Glaub mir bitte, ich war darüber auch sehr traurig, doch es ging nicht anders. 
Das wichtigste, was mir am Herzen liegt, dir zu sagen ist dies: Bitte sei dir ganz sicher, dass mir jede Stunde, die wir gemeinsam hatten, jedes Wort und jede Berührung sehr, sehr wertvoll war und ist. Du hast mir so viel von dir geschenkt, so viel Mut, soviel Vertrauen, so viel Offenheit… und das gerade in deiner besonderen Verletzlichkeit. Du bist ein Schatz, den ich immer in meinem Herzen tragen werde. Und es hat absolut und ganz sicher gar nichts mit dir zu tun, dass unser gemeinsamer Weg so abrupt auseinander geführt hat. Mir ist bewusst, dass es gerade nach unserer gemeinsamen Reise für dich so ausgesehen haben muss, als hätte ich das schon vorher so angelegt… Dem war aber nicht so. Das war tatsächlich eine Art „Zufall“, oder sagen wir besser: Es war eben so im kosmischen Zeitplan bestimmt. Und ist es nicht schön, dass das Leben uns kurz vor dem von uns beiden noch nicht gewussten Abschied so wundervolle Erlebnisse geschenkt hat? 
Ich hoffe und wünsche mir sehr, dass es mir mit diesem Brief gelingen möge, in deine Traurigkeit und in die mit meiner Abreise sicher verbundenen schmerzlichen Vermutungen und Fragen wenigstens ein wenig Licht und Linderung hinein zu bringen zu können. 

Wenn ich könnte, würde ich mich verdoppeln, und der eine Teil von mir würde gewissenhaft in meiner aktuellen Funktion beruflich weiter das tun, was hier zu tun ist, während der andere Teil in deiner Nähe weilen würde und gern weiterhin mit dir Zeit und Raum hätte für unsere Spiele und Rituale, unsere  Berührungen und Reflexionen… und die so wunderbaren Umarmungen, die wir beide so genossen haben. 
Weil ich das mit dem Verdoppeln aber noch nicht kann, bleibt es uns nur, das im Geiste zu tun – und ich weiß: DAS KÖNNEN WIR!!!

Ich weiß nicht, ob und wann ich wiederkehren werde, liebe Mari. Deshalb ist es mir ein Anliegen, dir zu sagen: Wenn du jemanden finden solltest, mit dem du gefühlsmäßige Nähe und körperliche Nähe fühlen magst, dann tu das bitte! Erlaube dir zu tun, was immer sich gut anfühlt, und wisse, dass ich darüber sehr froh wäre! 
Ich könnte mir vorstellen, unser gemeinsamer Weg hat dir vielleicht manches ein wenig leichter gemacht für die nächsten Schritte mit einem anderen Freund oder Partner…  Das würde ich mir jedenfalls sehr wünschen – und ich traue es dir zu, mutig deinen Weg weiter zu gehen. 

Für´s neue Jahr wünsche ich dir ein dickes Kuschelkissen an Selbstliebe, einen riesen Sack an stärkenden Gedanken, wunderbare berührende Begegnungen, Menschen, mit denen du dich wohl und geborgen fühlst (und ich glaube, Maria und Frank gehören auf jeden Fall dazu) und in allem den tiefen Frieden, der unabhängig ist von allem , was im Äußeren geschieht. 

Uns bewegt sicher beide die Frage: Ob wir uns wohl (bald) wieder sehen…
Ich weiß es leider nicht, Mari.
Es wird so kommen, wie das Leben es will. Vielleicht ist es mir  möglich, früher wieder zurück zu kommen, als es jetzt aussieht, dann sei sicher: Mein Weg wird mich sofort zu dir führen, wenigstens für eine Umarmung und die Worte: „Ich bin wieder im Lande!“
Sollte es dann für dich noch passen, werden wir noch viel Schönes, Spannendes und Berührendes miteinander erleben. Solltest du bis dahin jemanden gefunden haben, mit dem du dich in intimer Weise wohl fühlst, werde ich einfach ein guter Freund für dich sein, ein Gesprächspartner, falls du das dann noch willst…

Und bis es so weit ist, bin ich
        dein sich dir innig verbunden fühlender guter Freund, der in Gedanken bei dir ist –                                                                                                                                                       Joel

Es war Joel gelungen, mit diesem Brief Ruhe in Maris immer wieder einmal auftretenden Fragen und Unsicherheiten über den Grund seiner plötzlichen Abreise einkehren zu lassen. 
Bewegt feierte sie mit Maria und Frank diesen Jahresausklang und ging mit dem Gedanken ins neue Jahr: 

Ich vertraue dem Leben.
So wie es kommt, so ist es gut.
Meine tiefste Hingabe gilt dem, was das Leben mir an Geschenken bringt.
Ich weiß: Es bringt nie nichts!

Und ein kleines  Liedchen entstand in ihr:
„Leben, ich vertrau DIR, DU meinst es gut mit mir.
Und ich baue auf die Liebe überall und jetzt und hier!“

Lieber Gast hier,                        2022
zusammen mit Mari, Joel, Maria und Frank wünsche ich uns allen für´s neue Jahr:
 ein dickes Kuschelkissen an Selbstliebe,
einen riesen Sack an stärkenden Gedanken,
wunderbare berührende Begegnungen,
Menschen, mit denen wir uns wohl und geborgen fühlen
und in allem den tiefen Frieden, der unabhängig ist von allem, was im Äußeren geschieht. 

Von Herzen alles Gute 
eure Miriam

58. Erstes Spiel im neuen Jahr (1)

Bei Joel – erstes Treffen im Januar 

Heute besuchte Mari ihren Spielpartner Joel zum ersten Rollenspiel im neuen Jahr. Aufgeregt stand sie vor seiner Tür und klingelte.
Fröhlich öffnete er die Tür, nahm ihr die Jacke ab und meinte dann im Wohnzimmer zu ihr: champagner_0011„Weißt du was, bevor wir mit dem Spiel beginnen, lass uns nochmal auf das neue Jahr anstoßen.“
„Gerne“, lächelte Mari und nahm das gefüllte Sektglas entgegen.
„Auf viele spannende und… schöne Erlebnisse, Mari!“
Vorsichtig stieß sie an das Glas, das er ihr entgegen hielt und nickte.
„Was wünschst du dir für unsere Spiele im neuen Jahr?“ fragte er sie.
Mari überlegte… Schließlich antwortete sie: „Dass es uns beiden gut geht damit.“
Aufmerksam schaute er sie an. „Was brauchst du, damit es dir gut geht, wenn wir spielen?“
Was sollte sie dazu sagen…
Er half ihr: „Wann fühlt es sich richtig gut an für dich, Mari?“
„Wenn es mir gelingt, so viel Vertrauen zu fühlen, dass die Angst nur klein ist.“
„Wie wäre es, wenn du dir wünschtest, gar keine Angst zu haben?“ wollte er wissen, zwinkerte und sagte: „Übrigens: das Spiel beginnt.“
„Das kann ich mir kaum vorstellen“, bekannte sie.
„Kannst du nicht, oder willst du nicht?“ fragte er und sah sie prüfend an.
„Warum fragst du das?!“ mit einem leisen Klirren stellte sie das Sektglas auf den Tisch.
„Meine Frage ist durchaus ernst gemeint“, erklärte er ihr, nahm ihr Hand und setzte sich mit ihr auf die Couch. „Gehört eine Spur von Angst nicht zu unseren Spielen dazu?“ Er machte eine beschwichtigende Geste… „Keine wirkliche, keine belastende Angst meine ich, sondern eine, die  leicht auszuhalten ist, die die Spannung steigert und die Entspannung danach, wenn das Spiel sich dem Ende zuneigt,  deutlicher fühlbar macht – nennen wir sie „Aufregung“ oder „Kribbel“, ist das besser annehmbar?“
Mari fühlte sich ein bisschen wie ertappt. „Ja, ich glaube, da ist schon was dran“, gab sie zu.
„Siehst du, Mari, das wollte ich hören! Es ist gut, wenn dir bewusst ist, dass du es bist, die das so will, damit es spannend und aufregend wird. Deshalb würdest du mich in der Rolle des „Meisters“ in unseren Spielen doch gar nicht immer nur butterweich und gähnend berechenbar haben wollen, richtig?“ Er wartete auf ihre Antwort.
Sie nickte.
„Ich will eine Antwort von dir hören, Mari.“
„Ja…“
„Wozu sagst du ja?“
Es fiel ihr schwer, es auszusprechen, sie suchte nach Worten… „Ja, ich bin bereit für etwas Aufregung in unseren Spielen.“
„Mari, es geht darum, dass du vor dir selbst und vor mir dazu stehst, dass du das willst.“
„Okay! Ja, ich will ein gewisses Maß an Aufregung, und ich will mich mit meiner Angst konfrontieren in unseren Spielen! Aber ich will auch immer wieder dabei erleben, dass meine Angst sich auflöst!!!“
„So soll es sein!“ bestätigte Joel. „Und daran, dass du das so willst, denke auch dann, wenn du die Angst oder sagen wir die Aufregung etwas intensiver spüren solltest.“

Mit einem Ruck zog er ihre Hand, die er bis eben ruhig in seiner gehalten hatte, um ihren Körper herum, so dass sie sich nach einer viertel Drehung ihres Oberkörpers plötzlich mit ihrem eigenen Arm, der um sie selbst herum lag, fast bewegungsunfähig, dicht an ihn gelehnt, wieder fand.  Und sie vernahm dicht an ihrem Ohr die Worte: „Nun bist du meine Gefangene! Na, wie fühlt sich das an?“

Was Mari darauf antwortet, und wie das Spiel weitergeht, erscheint übermorgen.

Zu allen Kapiteln der –> Geschichte von Mari und ihrem Meister in chronologischer Reihenfolge

Was möchtest du für den ersten Tag dieses Jahres zaubern?

Wie ein Buch mit unbeschriebenen Seiten…

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liegt das neue Jahr noch vor uns.
Möge es ein wundervolles, zauberhaftes Buch werden, mit 365 Seiten mit lebendigen, berührenden und vertrauensstärkenden Eintragungen – und möge am Ende der jeweiligen Tages-Seite eine bunte Dankbarkeitsliste stehen.

Möge sich das, was auf den Seiten geschrieben steht, wie eine spannende, tolle Geschichte lesen, die an etlichen Stellen des Tages und vor allem am Ende immer wieder mit Liebe und Freude einhergeht.

Und mögen die Herausforderungen und Spannungsbögen, ohne die ja keine Geschichte auskommt, gut und am besten mit Lust, Freude und Erfolg zu bewältigen sein.

Na ja… und sollten manche Tage sich nicht ganz so von Freude erfüllt anfühlen, dann lasst uns auf diesen Seiten (und vielleicht nicht nur auf diesen Seiten 😉 ? ) Geschichten erfinden, die so toll sind, dass sie sich am liebsten verwirklichen möchten…

Denn unser Unterbewusstsein kennt ja nicht den Unterschied zwischen vorgestellten Erlebnissen und der Wirklichkeit und fühlt das, was wir uns „ausdenken“, als echtes Gefühl…

Und was wir denken und fühlen – strebt dazu, Realität zu werden…
Ups – könnte man das nicht zaubern nennen, wenn wir uns erlauben, ein bisschen märchenhaft zu denken?

Viel Spaß bei der „täglichen Magie“
und ein zauberhaftes, kraftvolles Jahr 2021 voll Freude, Wohlbefinden und Liebe
wünscht euch
eure Miriam
sowie die beiden „Märchenhelden“ dieses Blogs: Mari und Joel

57. Die Kraft fürs neue Jahr: Der Beschluss zu vertrauen siegt über die Angst

In einem Ferienhaus für ein Vertrauensritual zum Jahreswechsel

Nach einem Ritual mit den vier Naturelementen, denen Mari jeweils einen Wunsch und eine Angst übergeben hatte, erklärte ihr Joel, der hier im Haus, in dem sie kurzzeitig wohnten, für sie in diesem Rollenspiel die Meisterrolle übernommen hatte: „Ein Schritt fehlt noch.“
Mari schaute ihn fragend an.

„Bist du bereit für die letzte Sequenz dieses Rituals?“
„Ja“, antwortete Mari etwas zögernd. Was sollte jetzt noch kommen?

Joel nahm sie bei der Hand und führte sie zum Sofa.
„So, Mari, leg dich jetzt bitte auf den Rücken, schließe deine Augen, und nimm die Arme hinter deinen Kopf.“
Mari schaute ihn nervös an.
Er wusste, dass es ihr nicht leicht fallen würde, seiner Anweisung zu folgen. Deshalb fügte er hinzu: „Du brauchst keine Angst zu haben, dass ich etwas tue, was für dich irgendwie schlimm oder grenzüberschreitend wäre. Auch wenn du dich in einer für dich nicht so behaglichen Weise hin legst, bist du ganz sicher, Mari, darauf kannst du vertrauen.“

Seine Aufforderung erinnerte sie an ein für sie sehr herausforderndes Spiel, das noch gar nicht so lange war. Darin hatte sie sich bereit erklärt sich von ihm an den Händen fesseln zu lassen. Es war ihr nach einigen Hürden gelungen, das zuzulassen, und er war mit ihren Ängsten und Widerständen sehr geduldig und ermutigend umgegangen. Sie wollte so gern dieses Mal wenigstens etwas besser vertrauen können… So fasste sie sich ein Herz und legte sich hin. Würde er sie heute hier an diesem unbekannten Ort etwa auch fesseln wollen? Doch wahrscheinlich würde er ihr keine Antwort geben, wenn sie ihn danach fragen würde…

Joel nahm ihr inneres Ringen wahr, hockte sich vor die Couch, um ihr durch seine Nähe Halt zu geben, und wartete ab.
Sie lag auf dem Rücken und hatte inzwischen die Augen geschlossen. Ihre Arme lagen allerdings noch immer seitlich neben ihr…
Er ließ ihr Zeit und wartete weiter, ohne etwas zu sagen.
Sie hatte so stark den Wunsch, es heute anders zu machen als beim letzten Mal, aber es fiel ihr sehr schwer, die Arme nach hinten zu legen… Und schließlich gelang es ihr, sich dazu überwinden.

„Sehr gut Mari, das hast du toll gemacht!“ lobte er sie. Er wusste, dass es eine Herausforderung wahr und schenkte ihr Anerkennung, dass sie die Hürde diesmal aus eigener Kraft genommen hatte. „Und nun entspann dich, es wird dir nichts geschehen.“

Mari blieb zwar liegen, aber von Entspannung konnte keine Rede sein.
Er legte ganz sanft eine Hand auf ihren Bauch. Als sie das wahrnahm, stieg ihr Aufregung.
Noch heftiger wurde sie, als er ihr T-Shirt etwas nach oben schob, so dass ein Teil ihres Bauches frei wurde.

Es kostet sie starke Überwindung, aus der Position nicht auszusteigen und aufzuspringen von der Couch. Angstvoll hielt sie die Luft an. „Ganz ruhig, Mari“, redete er ihr zu. „Alles ist gut. Du kannst zwar nicht sehen, was ich tue, aber du kannst fühlen, dass ich dir nicht weh tue und auch nichts Übergriffiges tue, oder?“
„Ja“, flüsterte sie und dachte …noch! Wer weiß, was noch kommt…
„Und so wird es auch bleiben, selbst, wenn ich deinen Bauch berühre.“

Er legte tatsächlich wirklich nur ihren Bauch frei, alles andere blieb gut bedeckt.
Sie fragte sich: Was wird jetzt kommen? Was wird er hier mit mir machen,? Und hier sind wir ganz allein, ich kann ja nicht weg, habe kein Geld, kein Handy…
Sie griff mit ihrer Hand nach seiner Hand. Er nahm sie und drückte sie beruhigend. „Alles ist gut, Mari! Jetzt nicht erschrecken… Was ich jetzt tue, könnte sich gleich etwas feucht an fühlen, aber es ist ganz harmlos“, versicherte er ihr.
Ihre Atmung beschleunigte sich…
Etwas Kühles berührte nun ihren Bauch. Es fühlte sich tatsächlich ganz weich und soft an und glitt mehrmals in Kurven über ihre Haut.
Mari spannte ihren Bauch an und setzte ihre ganze Willenskraft ein, liegen zu bleiben und nicht auf zu springen und ihrem Fluchtimpuls zu folgen. Was mochte das sein auf ihrem Bauch?
Es fuhr in sanften Kurven mehrmals über ihren Bauch. Manchmal nahm er es kurz weg und setzte wieder neu an. Mari richtete ihre ganze Aufmerksamkeit auf ihren Bauch. Gerade als sie dachte: Lange kann ich das nicht mehr aushalten, gleich sage ich Ampel ROT!  hörte sie, wie er sagte: „So, fertig! Nun darfst du deine Augen wieder öffnen.“

Erleichtert nahm sie einen tiefen Atemzug und öffnete die Augen. Da sie ja auf dem Rücken lag, konnte sie nicht sehen, was da auf ihrem Bauch vor sich ging.
„Jetzt kannst du dich aufsetzen und darfst dich frei bewegen“, sagte Joel und gab ihr seine Hand zum leichteren Aufrichten.“
Sofort setzt sie sich, schaute auf ihren Bauch und war erstaunt und berührt von dem Anblick:
Er hatte ihr das von ihr gezeichnete Symbol, das alle vier Wünsche, die sie den Elementen übergeben hatte, in sich vereinte, auf den Bauch gemalt. Jetzt erklärte er ihr: „Keine Angst, es sind Lebensmittelfarben. Die sind nach zwei bis dreimal duschen wieder verschwunden.“

Bewegt strich sie sanft über ihren Bauch und meinte: „O Joel, dass du mir mein Wunscherfüllungssymbol auf den Bauch gemalt hast… das ist eine wunderbare Überraschung! Und  ich war so angespannt… Da hätte ich ja wirklich keine Angst haben müssen! Du hast mir mein  Symbol auf dem Bauch gemacht… Wow!“
„Ja“, lächelte er. Jetzt trägst du es ins neue Jahr hinein, eine Kraft, die dich vom Alten ins Neue begleitet.“
Plötzlich durch strömte sie ein tiefes Glücksgefühl, und sie umarmt ihn
„Das ist so wunderbar, Joel! Ich bin so froh, dass ich liegen geblieben bin, obwohl es meine ganze Überwindung gekostet hatte.“
„Ja, das war ein großer Schritt, und du warst sehr mutig, wenn wir betrachten, wie groß deine Angst in dieser Berührungsthematik ist. Das finde ich großartig!“ meinte er. „Und so wie heute wird es immer sein innerhalb dessen, was wir miteinander erleben. Es mag sich vieles erst verunsichernd, seltsam und so manches Mal auch herausfordernd anfühlen, aber es wird immer wieder mit dem Ergebnis enden, dass du, so wie eben gerade, feststellen wirst ´…eigentlich hätte ich gar keine Angst haben müssen´. Dadurch wird dann die Angst nach und nach immer weniger werden. Und vielleicht kannst du das irgendwann auf´s ganze Leben übertragen. Dafür haben wir ja mit dem Ritual auch viele gute Kräfte mobilisiert.“

Lächelnd öffnete er seine Arme und Mari folgte dieser einladenden Geste. Sie drückte ihn ganz fest an sich, und fühlt eine  tiefe Dankbarkeit für dieses tiefe Erlebnis. „Jetzt habe ich das Kraftsymbol für die Erfüllung aller meiner vier Wünsche vereint auf meinem Bauch… Und selbst wenn es irgendwann abgewaschen ist, diese Erinnerung daran wird bleiben – gerade weil sie mit so intensiven Gefühlen verbunden ist!“

„Ja, so kann das neue Jahr kommen“, sagte er mit einem Blick auf die Uhr, denn in ein paar Minuten wurde es Mitternacht…
Langsam lösten sie sich aus der Umarmung. Und während Mari ihr T-Shirt wieder in die Hose steckte, ging er in die Küche, um kurze Zeit später, gerade rechtzeitig bevor die Uhr Mitternacht schlug, mit zwei Sektgläsern wieder zu kommen.

„Auf ein liebevolles Jahr 2021!“

2021

Geschrieben von Rafael und Miriam

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