88. Das Leben schmeckt oft ganz unterschiedlich

Bei Joel – Erfahrungen für die Sinne

Mari klingelte, und Joel öffnete wie so oft lächelnd die Tür. Die vertrauten Worte „Schön, dass du da bist, Mari!“ und ein freundliches Lächeln empfingen sie. Und gleich nachdem er die Wohnungstür hinter ihr geschlossen hatte, breitete er seine Arme aus zu einer Geste des Willkommens.

Mari liebte es, von ihm umarmt zu werden, und er wusste das. Ganz fest hielt er sie in seinen langen Armen. Unwillkürlich wurde ihr Atem tiefer, die Atemzüge länger und ruhiger… ihr Körper weicher… Sie spürte seine  starken Arme, die sie hielten, sich in angenehmer Weise um sie legten und ihr mit sanftem Druck Halt gaben. Die Aufregung ließ etwas nach, aber nicht völlig – schließlich geschah mit Joel als Meister immer irgendetwas Herausforderndes, Spannendes, Aufregendes. Und das war gut so – das war es ja, was sie so anzog an der besonderen Art ihres  Miteinanders, dass es sich einerseits spannend und lebendig, andererseits auch geborgen und behütet anfühlte – eine ganz besondere Mischung…
Genau in dem Moment, in dem sie den Impuls spürte, sich langsam aus der diesmal so ausgiebigen Begrüßungsumarmung zu lösen, gab er ihr einen zarten Kuss auf ihr Haar, schaute ihr in die Augen und sagte: „Es ist schön, dass du da bist, Mari.“

Er legte ihr einen Arm um die Schulter und führte sie ins Wohnzimmer. 
Die Couch war ausgezogen und davor stand ein gedeckter Tisch.
„Wow! Schokoladentorte!!! Das sieht ja lecker aus!“ Überrascht von diesem nicht alltäglichen Anblick schaute Mari Joel an, und sein Schmunzeln vertiefte sich zu einem breiten Grinsen. 
„Hmm, du weißt ja, ich bin immer mal für eine Überraschung gut… aber bevor du dich setzt: Das Spiel beginnt!“ Mit diesen Worten zog er ein Tuch hervor und verband ihr die Augen. „Du überlässt dich jetzt in allem einfach nur meiner Führung, okay?“
„Okay“, sagte sie leise. 

Er trat hinter sie und legte mit sanftem Druck die Hände auf ihre Schultern, schob sie vorwärts, drehte sie etwas und sie spürte die Couch hinter sich. Der Druck auf ihre Schultern verstärkte sich, und sie sank etwas unkontrolliert nach unten, aber bevor sie ganz das Gleichgewicht verlor, waren seine Hände unter ihren Armen und dirigierten sie so, dass sie in eine sitzende Position kam. Sie saß vorn auf der Couch, und er setzte sich neben sie, legte ihr einen Arm um die Schulter, zog sie seitlich an sich.

Nun saß sie gespannt neben ihm auf dem Sofa. Auf ihre Frage, was sie trinken möchte, antwortete sie: „Am liebsten schwarzen Tee mit Honig und Zitrone.“
Überrascht hörte sie das Plätschern des Tees, denn sie hatte nicht damit gerechnet, dass Tee schon fertig sein würde…

„Ich war mir ziemlich sicher, dass du zu Schokotorte gern Tee mit Honig und Zitrone trinkst“, antwortete er. Dann hörte sie den Löffel in der Tasse klimpern und war gespannt darauf, die Mischung zu kosten. Sanft und achtsam hielt er ihr die Tasse an die Lippen. „Perfekt! Danke! Die Menge an Zitronensaft und Honig ist genau richtig!“
Sie hielt ihm die Tasse wieder hin und er nahm sie ihr ab. „Und nun, meine Liebe, darfst du einfach nur genießen…“
Einen Moment später fühlte sie Schokoladencreme an ihrer Lippe, sie öffnete den Mund und fand erlesene Schokotorte zwischen ihren Gaumen. „Hmm…“ Sie kostete diesen Genuss aus, öffnete wieder den Mund und spürte eine runde feste Kugel zwischen den Lippen, gerade wollte sie ihre Hand zu Hilfe nehmen und die Kugel erstmal vom Mund nehmen, als Joel nach ihrer Hand griff und sie in der Bewegung zum Mund hin stoppte.
„Nein, Mari. Die Hände bleiben unten. Du ahnst es schon richtig, das was ich dir jetzt gerade an die Lippen halte , hat mit süßer Torte nichts zu tun, jetzt kommen ganz verschiedene Probierhäppchen. Vertraust du mir so weit, dass ich dir kein Leberwurstschnittchen in den Mund stecke?“

Mari nickte lächelnd. „Gut, dass du dich erinnerst, dass ich Leberwurst absolut nicht leiden kann! Und… ja, ich vertraue dir auch dahin gehend.“

Abwechselnd bekam sie Süßes, Saures, Salziges, Weiches, Knuspriges, Flüssiges, Festes, Saftiges und Trockenes zu kosten. Es war seltsam, auf nichts vorbereitet zu sein, aber jedes einzelne Stückchen schmeckte ihr gut nach einem kurzen Moment, in dem sie es auf der Zuge wälzte.

„So ist es auch im Leben“, hörte sie Joel sagen, „die Vielfalt ist es, die es reich und lebendig macht. Und darüber nicht zu denken, sondern sie zu erfahren, die einzelnen Erlebnisse zu kosten, ohne sie vorher in Kategorien einzuordnen wie schwer, leicht, süß, bitter, hart, weich, macht sie zu etwas Besonderen und lässt sie anders erscheinen… gibt ihnen einen viel höheren Wert an Intensität, als alles Nachdenken darüber es je tun könnte.“

Als Mari ein Sättigungsgefühl spürte, beendete Joel diese besondere kulinarische Erfahrung.
„Und jetzt, meine Liebe, dreh dich auf der Sitzfläche der Couch um eine Viertel Drehung und lass dich …

Wie es an diesem Abend weiter geht, erscheint im nächsten Beitrag…

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78. Ein Ostergeschenk

Bei Joel – die Herausforderung findet einen wohltuenden Ausklang

Joel hatte Mari mit zwei Osterkörbchen voller bunter Eier überrascht. In einem Körbchen gab es Eier, die mit einer Herausforderung verbunden waren, und im anderen waren Eier, die je ein Geschenk für sie beinhalteten.

Nachdem Mari mit Angst, aber auch langsam wachsendem Vertrauen durch eine herausfordernde, aber von Joel gut unterstützte Übung, in der ihr die Hände hinter dem Stuhl gefesselt worden sind, gegangen war, meinte er zu ihr: „So, wir haben noch eine zweite Runde!“
„Ach so??? Noch mal???“ fragte sie erstaunt. Dabei war sie doch gerade so erleichtert, dass sie ihre Fessel-Erfahrung, die diesmal deutlich fester war, als beim Mal davor, überstanden hatte.

Joel erinnerte sie lächelnd:
„Na… es gibt doch noch ein zweites Ei!“
„Ach ja! Mari fasste sich an den Kopf, und ihr Blick fiel auf das gelbe Osterei, das noch unausgewickelt auf dem Tisch lag. 
 „Aufmachen und vorlesen“, sagte er Augen zwinkernd.
Neugierig wickelt sie das gelbe Papier ab, strich es glatt und las vor: „Du darfst dir von mir etwas wünschen.“
Er strahlte sie an: „Ein Hauptgewinn!“

Fragend schaute sie ihn an. „Was für eine Art Wunsch darf ich denn äußern? „
„Ich würde sagen, bis auf Geld so ziemlich alles“, sagt er grinsend.
„Na das ist ja wirklich wie das große Los! “ bestätigt sie lächelnd
Er lachte. „Und? Was darf es sein?“
„Ich wünsche mir… Ich wünsche mir… eine Kopf-, Nacken-, und Schultermassage von dir.“
„Da hast du aber gleich richtig zugegriffen“, meinte er schmunzelnd. „Dann setz dich bitte auf den Stuhl…- oder….“
Joel überlegte… „Was würdest du davon halten, wenn ich dir die Massage am Ostersonntag gebe?“

Mari nickte. „Das ist eine gute Idee! Dann wartet auf mich zu Ostern etwas, worauf ich mich einfach nur freuen kann.“

„Genau!“ bestätigte Joel. „Heute haben wir ja schon einiges erlebt, und am Sonntag ist mehr Ruhe – auch innere Ruhe in dir. Damit ist das Spiel für heute beendet. Lass uns jetzt einfach noch ein bisschen gemütlich auf der Couch sitzen und Musik hören…“ So fand diese heftige Herausforderung einen ruhigen und harmonischen Ausklang.

********************************

Am Sonntag setzte sich Mari dann nach einem gemütlichen gemeinsamen Osterkaffee auf jenen Stuhl, auf dem sie zwei Tage vorher zu Karfreitag so schwierige Gefühle gehabt und bewältigt hatte.

„Gibt es heute einfach nur eine Massage von dir?“ wollte sie vorher wissen, „ohne… äh…“

Joel lächelte: „Ja, ohne…! Ohne irgendetwas, was sich für dich schwierig anfühlen könnte! Keinerlei Herausforderungen! Heute feiern wir Ostern und wollen es uns einfach nur gut gehen lassen. Das Spiel beginnt.“
Mit diesen Worten krempelte er sich seine Ärmel hoch und legte seine Hände sanft auf ihre Schultern.

„Ach ist das schön, deine Hände auf meinen Schultern zu spüren, und diesmal nicht dabei gefesselt zu sein“, freute sie sich.

Mit sanftem Druck begann er, ihr die Schultern zu massieren. Mari schloss die Augen und nahm diese angenehmen Berührungen dankbar war. Seine Hände kneteten und massierten wohltuend den hinteren Teil der Schulter. Dabei wanderten sie leicht hin und her.

Mari dachte dabei: Welch Geschenk! Ist das toll, dass jetzt etwas geschieht, das einfach nur schön ist, ohne mit irgendeiner Angst oder Herausforderung verbunden zu sein.

Seine Daumen massierten den Nackenansatz. Dort tat es ihr besonders gut. Sie spürte wie ihre Nackenmuskulatur langsam weicher wurde.
Er nahm wahr, wie sie reagierte und erhöhte ganz leicht den Druck so weit wie es noch angenehm war. Seine Finger massierten nun den Nacken. Dabei gab sie leise , wohlige Laute von sich. Oh, war das schön!
Die Finger strichen den Nacken auf und ab, und dadurch dass sie ihre Herausforderung ja schon seit Freitag hinter sich hatte, konnte sie diese Massage gerade ganz besonders genießen.

Nun ließ er seine Fingerspitzen über ihren Kopf gleiten und massierte sanft die Kopfhaut
Hmm, ist das schön… Der Kopf entspannte sich fühlbar unter den mit sanftem Druck langsam kreisenden Bewegungen seiner Finger, die auf diese Weise langsam über den ganzen Kopf wanderten.

Das fühlte sich an, als würde die Kopfhaut sich weiten und der ganze Druck, der sich vorhin angestaut hatte, durch alle Poren langsam und stetig nach außen fließen und in ihrem Kopf entstand eine wunderbare Leere. Ganz langsam reduzierte er den Druck, glitt immer langsamer durch die Haare, und schließlich löste er allmählich seine Finger von ihrer Kopfhaut, so sacht, dass sie noch ein Weilchen das Wohlgefühl seiner Massage spüren konnte.
Dann nahm er seine Hand ganz weg.

„Und? Wie war es?“ fragte er lächelnd.
„Das war wunder-, wunderschön, Joel, „ich danke dir! Und dadurch dass die Herausforderung schon vorbei war, konnte ich es besonders gut annehmen und genießen. „

„Weißt du, das waren in diesem Jahr ganz besondere Ostertage. Der Meister hat mich echt durch Berg und Tal geschickt zu Karfreitag und Ostersonntag.

„Ja, das waren zwei sehr unterschiedliche Überraschungen“, bestätigte Joel.

„Es wäre interessant, was in den anderen Überraschungen gewesen wäre. Darf ich die Zettel nun abwickeln?“ fragte Mari interessiert

„Nein!“ sagte er streng, aber lachend.
Sie grinste: „Ehrlich gesagt, das dachte ich mir auch schon!“

Dann wurde sie still und schaute nachdenklich auf die Osterkörbchen. „Diese beiden Erfahrungen passen irgendwie auch zu Ostern, überlegte sie… Das Fesseln, die Angst und die Bewegungslosigkeit zu Karfreitag – und die wunderschöne Massage war ein richtiges Ostergeschenk.“

Er lächelte: „Siehst du, am Ende wird immer alles gut. Frohe Ostern, Mari!“
Sie stand von ihrem Stuhl auf und umarmte ihn: „Frohe Ostern, Joel!“

Geschrieben von Raffael und Miriam

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Liebe lesende Gäste,
FROHE , MAGISCHE OSTERN mit wachsendem Mut und Vertrauen für alles Neue, was sich lebendig und gut anfühlt, wünschen euch von Herzen
Mari, Joel, Raffael und Miriam

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44. Eine Wanderung mit kleinen Schritten an der Grenze entlang

Mari geht spazieren

Gedankenversunken lief Mari durch den nahegelegenen Park, in dem sie inzwischen auch schon einige Male mit Joel spazieren gegangen war.

Ihre Gedanken wanderten zurück zum gestrigen Spiel mit dem Meister, den Joel wieder für sie dargestellt hatte. Diesmal fand sie einen Stuhl vor, der in der Mitte des Zimmers stand… Jedes Mal, wenn sie eine überraschende Anordnung der Möbel im Zimmer vor fand, rätselte sie, was das wohl für sie zu bedeuten haben möge. Bisher hatte sie es nie vorher rausfinden können.

Gestern sollte sie sich auf den Stuhl setzen, ihr wurden die Augen verbunden, und ihre Aufgabe bestand lediglich darin zu spüren. Na ja, klang erst mal nicht so schlimm… War eigentlich auch nicht wirklich „schlimm„, dachte sie jetzt im Nachhinein, schlimm nicht, aber ziemlich bewegend und herausfordernd…

Es war ein angenehmes Gefühl, als der Meister anfangs ihre Hand nahm und streichelte… Auch als er ganz langsam den Arm immer ein Stückchen aufwärts wanderte und wieder zurück kehrte zur Hand… Als er dann am Oberarm angelangt war und ein kleines Stückchen unter den Saum ihrer Ärmel wanderte, entstand ein spannendes Gefühlsgemisch, das sie in Aufregung versetzte. Mari dachte an diesen fortwährenden fast rhythmischen Wandel ihres Gefühlszustandes innerhalb der verschiedenen Berührungen… Irgendwann hatte sie die steigende Anspannung in diesen Wellen kaum noch aushalten können.
In solch einem Moment fragte Joel sie nach der Farbe ihrer Gefühlsampel.
Kann er Gedanken lesen? fragte sie sich gerade…“ rötliches Orange“, gab sie zur Antwort.

Eigentlich gut, dass er meine Körpersprache so gut wahrnehmen kann, aber irgendwie… auch seltsam, so durchschaubar zu seinDas ist, als würde es seine Macht verstärken, überlegte sie.
Er hatte freundlich geantwortet, er würde sich freuen, wenn er sie wieder auf „gelb“ zurück führen könnte, und hatte ihr erlaubt, einen Wunsch zu äußern.

Mari bewegte jetzt im Park beim Laufen unwillkürlich ihre Schultern, denn ihr Wunsch war eine Schulter- und Nackenmassage gewesen, denn sie hatte schon erlebt, wie gut es ihr tat, wenn Joel sie dort massiert hatte. Und so hatte die Erfüllung dieses Wunsches ihr auch gestern geholfen, wieder mehr entspannen zu können. Ihr war schließlich so warm geworden, dass sie ihn fragte, ob sie ihre kurzärmelige Jacke ausziehen könne.

Mari verzog ihren Mund zu einem verunglückten Grinsen in der Erinnerung daran, dass sie mit dieser Frage wieder die Regel verletzt hatte, nur absolut unvermeidbare Fragen zu stellen, um sich daran zu gewöhnen, auch Risiken einzugehen und zu vertrauen, dass nichts Schlimmes geschieht, wenn sie etwas anders machte, als er es gemeint hatte. Sie hätte die Jacke einfach ausziehen können, ohne zu fragen. Also ihr „Absichern wollen“ anhand von Fragen führte in diesen Spielen gerade dahin, wo sie nicht hin wollte, nämlich zur Verletzung dieser für sie so ungewohnten Nicht-Frage-Regel. Würde sie weniger Fragen stellen und sich einfach trauen, Dinge zu tun, wie sie ihr einfielen, würde sie die Regel weniger verletzen und sich damit nicht so oft auf Glatteis begeben. Wieder mal ein Paradoxon!

Ich frage, um nichts falsch zu machen und keine negative Sanktion zu bekommen und genau durch das Fragen erhalte ich sie.
Ich hätte gestern die Jacke einfach ausziehen sollen, ohne zu fragen, dann hätte ich auch keine Regel verletzt. So wollte ich vorher seine Zustimmung erhalten, um wie immer nichts falsch zu machen, und hab´s gerade damit wieder mal versemmelt.

Na ja, es war kein Verhängnis draus geworden – das war es ja eigentlich nie in den Sitzungen mit dem Meister! Aber es hatte sich durchaus unangenehm angefühlt, als er fragte: „Bereit für deine Strafe?“ Aber – und nun war Mari ein bisschen stolz auf sich – diesmal hatte sie gleich „Ja!“ gesagt, anders als in den Anlässen davor, in denen sie so starke Angst davor hatte, dass es ihr erstmal nicht so schnell möglich war, ihre Bereitschaft zu bekunden und sie mit allen Mitteln versucht hatte, das Blatt zu wenden, was ihr natürlich nie gelungen war. Doch wenn sie zurück dachte, war ihr Meister in der Auswahl seiner Sanktionen stets so achtsam gewesen, dass dadurch nie eine Angst verstärkt oder neu entstanden war – im Gegenteil, zurück blieb immer eine Erleichterung, erstens es geschafft zu haben und zweitens, dass es nie wirklich schlimm war.

So auch gestern: Nachdem sie diesmal, ohne lange zu zögern und zu diskutieren „Ja, ich bin bereit“ gesagt hatte, sollte sie ihm in die Augen schauen und ihm sagen: „Ich will meine Bereitschaft vertiefen, bei dir Risiken einzugehen.“ Allerdings nur dann, wenn sie dazu wirklich ja sagen könne, ansonsten würde er sich eine andere Sanktion einfallen lassen.
Und Mari bekundete diese Bereitschaft gerne. Sie wünschte es sich ja tatsächlich, mutiger, spontaner und risikobereiter zu sein.
Dankbar dachte Mari: Ich merke immer wieder, dass ich ihm vertrauen kann und er es mir so leicht macht, wie es im Rahmen dieser doch herausfordernden Machtspiel-Situationen möglich ist.

Nachdem diese Klippe umschifft war, wendete er sich wieder ihren Schultern zu und massierte sie bis in den Nacken hinein. War das gut… ! Sie fühlte jetzt noch das wunderbare Gefühl, wie sich ihre Anspannung wieder langsam gelöst hatte.

Doch als er sich dann langsam unter ihr Top vortastete und gar nicht mal unangenehm über die Schlüsselbeine strich, spürte Mari eine deutliche innere Grenze. Sie begann leicht zu zittern und wäre am liebsten aufgestanden, um die Situation sofort zu beenden. So schnell entstanden

in ihr Verknüpfungen, die alte Übergriffs-Situationen an triggerten.
Ihr Meister spürte ihre Anspannung, hielt in diesem Moment mit seinen Berührungen inne und fragte: „Mari, welche Farbe hat unsere Ampel?“ Als sie „Hellrot“ flüsterte, nahm er ruhig seine Hände dort weg, legte ihr eine Hand an ihre Stirn und die andere an den unteren Hinterkopf. Ihren heißen Kopf auf diese Weise in Joels Hände abgeben zu können, tat ihr sehr gut und ihr Stresspegel sank überraschend schnell. Als würde meine ganze Anspannung durch seine Hände abgeflossen sein – erinnerte sie sich. Danach hatte er das Spiel beendet, so dass sie in diesem angenehm entspannte Zustand hatte bleiben können.



Warum nur vergesse ich in solchen Momenten immer wieder die Möglichkeit, anhand der Ampel zu kommunizieren, wie es mir geht? fragte sie sich. Und gestern hatte er mich zu Beginn des Spieles sogar noch dran erinnert. Ich will künftig versuchen, das mehr im Auge zu behalten! Wie gut, dass er mich ein paar Mal von sich aus nach der aktuellen Ampelfarbe gefragt hat – das hätte sonst fast wieder zu einem Abbruch führen können, so wie neulich, als ich das Tuch bei unserem Blind-durch-den-Park-geh-Spiel abrupt abgerissen hatte. Doch auch danach war es dann wieder gut weiter gegangen, erinnerte sie sich dankbar.

Und wie schön war es gestern am Ende, als er mich umarmte, mir sagte, dass er sich gefreut habe, wie viel ich zulassen konnte, und dann ziemlich bald das Spiel beendete, und mich in Joels Armen zurück ließ… Mit ihm selbst, außerhalb der Meisterrolle fühlt es sich viel leichter und angenehmer an für mich!

Seltsam…, überlegte sie schon zum wiederholten Male, dass ich diese Spiele trotzdem auch immer wieder will…

Dieses Kapitel wurde gemeinsam geschrieben von Rafael und Miriam.

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44. Eine Wanderung mit kleinen Schritten an der Grenze entlang

Mari geht spazieren

Gedankenversunken lief Mari durch den nahegelegenen Park, in dem sie inzwischen auch schon einige Male mit Joel spazieren gegangen war.

Ihre Gedanken wanderten zurück zum gestrigen Spiel mit dem Meister, den Joel wieder für sie dargestellt hatte. Diesmal fand sie einen Stuhl vor, der in der Mitte des Zimmers stand… Jedes Mal, wenn sie eine überraschende Anordnung der Möbel im Zimmer vor fand, rätselte sie, was das wohl für sie zu bedeuten haben möge. Bisher hatte sie es nie vorher rausfinden können.

Gestern sollte sie sich auf den Stuhl setzen, ihr wurden die Augen verbunden, und ihre Aufgabe bestand lediglich darin zu spüren. Na ja, klang erst mal nicht so schlimm… War eigentlich auch nicht wirklich „schlimm„, dachte sie jetzt im Nachhinein, schlimm nicht, aber ziemlich bewegend und herausfordernd…

Es war ein angenehmes Gefühl, als der Meister anfangs ihre Hand nahm und streichelte… Auch als er ganz langsam den Arm immer ein Stückchen aufwärts wanderte und wieder zurück kehrte zur Hand… Als er dann am Oberarm angelangt war und ein kleines Stückchen unter den Saum ihrer Ärmel wanderte, entstand ein spannendes Gefühlsgemisch, das sie in Aufregung versetzte. Mari dachte an diesen fortwährenden fast rhythmischen Wandel ihres Gefühlszustandes innerhalb der verschiedenen Berührungen… Irgendwann hatte sie die steigende Anspannung in diesen Wellen kaum noch aushalten können.
In solch einem Moment fragte Joel sie nach der Farbe ihrer Gefühlsampel.
Kann er Gedanken lesen? fragte sie sich gerade…“ rötliches Orange“, gab sie zur Antwort.

Eigentlich gut, dass er meine Körpersprache so gut wahrnehmen kann, aber irgendwie… auch seltsam, so durchschaubar zu seinDas ist, als würde es seine Macht verstärken, überlegte sie.
Er hatte freundlich geantwortet, er würde sich freuen, wenn er sie wieder auf „gelb“ zurück führen könnte, und hatte ihr erlaubt, einen Wunsch zu äußern.

Mari bewegte jetzt im Park beim Laufen unwillkürlich ihre Schultern, denn ihr Wunsch war eine Schulter- und Nackenmassage gewesen, denn sie hatte schon erlebt, wie gut es ihr tat, wenn Joel sie dort massiert hatte. Und so hatte die Erfüllung dieses Wunsches ihr auch gestern geholfen, wieder mehr entspannen zu können. Ihr war schließlich so warm geworden, dass sie ihn fragte, ob sie ihre kurzärmelige Jacke ausziehen könne.

Mari verzog ihren Mund zu einem verunglückten Grinsen in der Erinnerung daran, dass sie mit dieser Frage wieder die Regel verletzt hatte, nur absolut unvermeidbare Fragen zu stellen, um sich daran zu gewöhnen, auch Risiken einzugehen und zu vertrauen, dass nichts Schlimmes geschieht, wenn sie etwas anders machte, als er es gemeint hatte. Sie hätte die Jacke einfach ausziehen können, ohne zu fragen. Also ihr „Absichern wollen“ anhand von Fragen führte in diesen Spielen gerade dahin, wo sie nicht hin wollte, nämlich zur Verletzung dieser für sie so ungewohnten Nicht-Frage-Regel. Würde sie weniger Fragen stellen und sich einfach trauen, Dinge zu tun, wie sie ihr einfielen, würde sie die Regel weniger verletzen und sich damit nicht so oft auf Glatteis begeben. Wieder mal ein Paradoxon!

Ich frage, um nichts falsch zu machen und keine negative Sanktion zu bekommen und genau durch das Fragen erhalte ich sie.
Ich hätte gestern die Jacke einfach ausziehen sollen, ohne zu fragen, dann hätte ich auch keine Regel verletzt. So wollte ich vorher seine Zustimmung erhalten, um wie immer nichts falsch zu machen, und hab´s gerade damit wieder mal versemmelt.

Na ja, es war kein Verhängnis draus geworden – das war es ja eigentlich nie in den Sitzungen mit dem Meister! Aber es hatte sich durchaus unangenehm angefühlt, als er fragte: „Bereit für deine Strafe?“ Aber – und nun war Mari ein bisschen stolz auf sich – diesmal hatte sie gleich „Ja!“ gesagt, anders als in den Anlässen davor, in denen sie so starke Angst davor hatte, dass es ihr erstmal nicht so schnell möglich war, ihre Bereitschaft zu bekunden und sie mit allen Mitteln versucht hatte, das Blatt zu wenden, was ihr natürlich nie gelungen war. Doch wenn sie zurück dachte, war ihr Meister in der Auswahl seiner Sanktionen stets so achtsam gewesen, dass dadurch nie eine Angst verstärkt oder neu entstanden war – im Gegenteil, zurück blieb immer eine Erleichterung, erstens es geschafft zu haben und zweitens, dass es nie wirklich schlimm war.

So auch gestern: Nachdem sie diesmal, ohne lange zu zögern und zu diskutieren „Ja, ich bin bereit“ gesagt hatte, sollte sie ihm in die Augen schauen und ihm sagen: „Ich will meine Bereitschaft vertiefen, bei dir Risiken einzugehen.“ Allerdings nur dann, wenn sie dazu wirklich ja sagen könne, ansonsten würde er sich eine andere Sanktion einfallen lassen.
Und Mari bekundete diese Bereitschaft gerne. Sie wünschte es sich ja tatsächlich, mutiger, spontaner und risikobereiter zu sein.
Dankbar dachte Mari: Ich merke immer wieder, dass ich ihm vertrauen kann und er es mir so leicht macht, wie es im Rahmen dieser doch herausfordernden Machtspiel-Situationen möglich ist.

Nachdem diese Klippe umschifft war, wendete er sich wieder ihren Schultern zu und massierte sie bis in den Nacken hinein. War das gut… ! Sie fühlte jetzt noch das wunderbare Gefühl, wie sich ihre Anspannung wieder langsam gelöst hatte.

Doch als er sich dann langsam unter ihr Top vortastete und gar nicht mal unangenehm über die Schlüsselbeine strich, spürte Mari eine deutliche innere Grenze. Sie begann leicht zu zittern und wäre am liebsten aufgestanden, um die Situation sofort zu beenden. So schnell entstanden in ihr Verknüpfungen, die alte Übergriffs-Situationen an triggerten.
Ihr Meister spürte ihre Anspannung, hielt in diesem Moment mit seinen Berührungen inne und fragte: „Mari, welche Farbe hat unsere Ampel?“
Als sie „Hellrot“ flüsterte, nahm er ruhig seine Hände dort weg, legte ihr eine Hand an ihre Stirn und die andere an den unteren Hinterkopf. Ihren heißen Kopf auf diese Weise in Joels Hände abgeben zu können, tat ihr sehr gut und ihr Stresspegel sank überraschend schnell. Als würde meine ganze Anspannung durch seine Hände abgeflossen sein – erinnerte sie sich. Danach hatte er das Spiel beendet, so dass sie in diesem angenehm entspannte Zustand hatte bleiben können.



Warum nur vergesse ich in solchen Momenten immer wieder die Möglichkeit, anhand der Ampel zu kommunizieren, wie es mir geht? fragte sie sich. Und gestern hatte er mich zu Beginn des Spieles sogar noch dran erinnert. Ich will künftig versuchen, das mehr im Auge zu behalten! Wie gut, dass er mich ein paar Mal von sich aus nach der aktuellen Ampelfarbe gefragt hat – das hätte sonst fast wieder zu einem Abbruch führen können, so wie neulich, als ich das Tuch bei unserem Blind-durch-den-Park-geh-Spiel abrupt abgerissen hatte. Doch auch danach war es dann wieder gut weiter gegangen, erinnerte sie sich dankbar.

Und wie schön war es gestern am Ende, als er mich umarmte, mir sagte, dass er sich gefreut habe, wie viel ich zulassen konnte, und dann ziemlich bald das Spiel beendete, und mich in Joels Armen zurück ließ… Mit ihm selbst, außerhalb der Meisterrolle fühlt es sich viel leichter und angenehmer an für mich!

Seltsam…, überlegte sie schon zum wiederholten Male, dass ich diese Spiele trotzdem auch immer wieder will…

Dieses Kapitel wurde gemeinsam geschrieben von Rafael und Miriam.

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30. Ein altes Schmerzpaket öffnet sich

Bei Mari – nach einem abgeklungenen Migräneanfall

Mari hatte sich mit Hilfe einer wunderbar entspannenden Massage, die Joel ihr gegeben hatte, von Migräne erholt und saß innerhalb des nun doch stattfindenden Rollenspiels mit ihm als „Meister“ zusammen bei Kaffee und Croissants, die er als zur Stärkung und als süßes Trostpflaster mit gebracht hatte.

„Wie geht es dir jetzt, Mari?“ fragte er und goss beiden Kaffee ein.

„Es fühlt sich ehrlich gesagt seltsam gut an, mit dir einfach mal Kaffee zu trinken, wenn ich das so sagen darf. Mein Kopf tut kaum noch weh, und ich habe jetzt einen Riesen-Appetit! Hab Dank für deine hilfreiche Kopf-Massage!“

„Warum darf es sich nicht auch mal einfach nur gut anfühlen mit mir?“ Er zwinkerte ihr zu.
Wir wollen doch die Migräne heute nicht noch einmal herauf beschwören, oder? Da lassen wir es uns gut gehen und du erzählst mir ganz nebenbei, was dich so stark belastet hat, dass dein Inneres nur noch die Qual der Migräne als Ausweg gefunden hat, okay?“

Beklommen nickte Mari. 
„Es war die Angst vor den „Übungen„, die du mir angekündigt hattest.“

Erstaunt schaute er sie an. „Ach sooo?“ Er nahm ihre Hand in seine und streichelte kleine Kreise auf den Handrücken… „Erzähl mir mehr darüber, Mari!“

„Deine Nachricht, dass ich leichte Kleidung anziehen sollte für „Übungen“ , die du mit mir vor hattest, haben mich an all die Demütigungen und das furchtbare, immer wieder zwei mal pro Woche ausgelöste Gefühl von Scham und Unzulänglichkeit meiner Schulzeit im Sport-Unterricht erinnert. Und die Vorstellung mit dir oder unter deinen Augen Übungen machen zu müssen, war schier unerträglich. Absagen wollte ich aber auch nicht. Dann rollte die Migräne wie ein nicht zu stoppender Zug in meinen Kopf, und ich beschloss, mich ein Weilchen hinzulegen. Dass ich derartig lange schlafen würde, hatte ich nicht gedacht. Normalerweise kann ich mit diesen Schmerzen kaum ein wenig dösen am Tag. Ich hatte nicht damit gerechnet, so fest einzuschlafen. Es tut mir echt leid, dass ich nicht rechtzeitig angerufen habe.“

„Das ist doch schon Schnee von gestern, Mari!“ Joel in seiner Meisterrolle lächelte ihr zu. „Oder brauchen wir eine kleine Strafe, damit du das loslassen kannst?“

Etwas unsicher schaute Mari ihn an, aber als sie sein überdeutliches Zwinkern bemerkte, konnte sie sich wieder entspannen. 

„Wenn es mal wieder im Vorfeld etwas gibt, was dich derartig belastet, dann rufst du mich an, okay? Joel wird den Anruf bestimmt gern an mich weiterleiten“, scherzte er weiter, sah sie dann aber ernsthaft an… „Weißt du, Mari, unsere Spiele sind nicht nur Spiele, sie gehen oft ganz tief und berühren alte Wunden. Ja, sie können sie regelrecht an die Oberfläche bringen. Deshalb ist es wichtig, dass du mir mitteilst, wenn so etwas geschieht. Dann kann ich darauf eingehen und du musst dich nicht allein damit herum quälen bis wir uns sehen.“

Dankbar nickte Mari, während ihr die Tränen kamen, die sie verstohlen wegwischte. So viel Freundlichkeit und Annahme… Und das in diesem peinlichen Thema… 

„Nun erzähl mir mal von deinem Sportunterricht, was war darin so furchtbar schlimm für dich?“

Mari öffnete ihr Schmerzpaket von damals, das sich über viele Jahre ihrer Schulzeit prall gefüllt hatte mit demütigenden und beschämenden Erfahrungen, die ihr von der Sportlehrerin und den Mitschülerinnen zugefügt worden waren. So oft wurde sie von dieser Frau im Kasernenhof-Ton vor der ganzen Klasse nieder gemacht, bloß gestellt, beschämt, angebrüllt und fertig gemacht, dass sie schon mit innerem Zittern und Bangen in jede Sport-Stunde ging. 

Joel dachte voll Mitgefühl: Kein Wunder, dass sie so voller Scham ist, was ihren Körper anbelangt. Hatte sie ihn doch über viele Jahre voller Verunglimpfungen als etwas erlebt, das als kritikwürdig, schwach, instabil und unwürdig dargestellt wurde und sie auch in der Gemeinschaft der Gleichaltrigen ins Aus katapultiert hatte und ihr Spott und Ablehnung einbrachte.

Ihm wurde noch klarer, wie vorsichtig er mit den von ihm angedachten „Übungen“ sein müsste, dass er sie modifizieren müsste und sie gut in leicht annehmbare Situationen „einbetten“ würde. Er wollte Mari jede Hilfe geben, um dieses Thema zu bewältigen. Aber auslassen würde er es nun ganz sicher nicht.

„…als der Schulsport endlich für mich vorbei war, machte ich drei Kreuze! Seit dem mache ich einen großen Bogen um alles, was mit Sport zu tun hat!“ schloss Mari ihre Erzählungen.

„Das kann ich gut verstehen,  Mari! Du hast über so viele Jahre schmerzhafte Erfahrungen der Ablehnung im Sport und dadurch deines ganzen Körpers erlebt – und das in einer Zeit, wo Heranwachsende es mit ihrem Körper ohnehin schon nicht so leicht haben. Das hat sich tief eingebrannt in dein Denken und Fühlen, und in deine Körperzellen.“

Gott sei Dank! Er versteht mich, dachte Mari. Da wird er dieses Thema nun wohl fallen lassen.

„Ich werde mir etwas einfallen lassen, wie wir uns um dieses für dich so schwierige Thema kümmern können.“

Er bemerkte sofort, wie sich ihr Gesicht verdunkelte und ihr Körper leicht in sich zusammen sackte.

„Bitte, erspar mir das! Das ist so schlimm für mich!“

Joel nahm beide Hände und schaute ihr in die Augen. „Bitte schau mich an, Mari. Vertrau mir.“

Als sie ihren Blick hob und in seine freundlichen warmen Augen sah, sprach er weiter: „Du hast mich bisher als jemand erlebt, der auf deine Gefühle eingegangen ist – oder habe ich bisher irgendetwas übersehen oder übergangen?“

Mari schüttelte den Kopf und flüsterte „Nein, Meister!“

„Wir werden uns auch an dieses Thema gemeinsam ganz behutsam heran tasten, denn es hat so viel mit deinen quälenden und belastenden Schamgefühlen zu tun, dass wir nicht drum herum kommen, wenn wir weiterhin darin etwas auflösen wollen. Und du hast mein Versprechen, dass ich dich zu nichts zwingen werde, zu gar nichts!  Sollte es zu Schamgefühlen oder anderen schmerzhaften Gefühlen kommen, dann sind das alte Dinge, die ans Licht kommen und von dir gesund geliebt werden wollen, weil sie dich sehr, sehr einschränkt haben – nicht nur, dass sie keine sportlichen Aktivitäten zulassen… Ich glaube damit hast du bisher gut leben können, sondern, was viel mehr wiegt… Sie sind wahrscheinlich auch eine große Quelle belastender und unnötiger Scham- und Peinlichkeitsgefühle.“

Unglücklich schaute Mari ihn an. Hätte sie ihm nur nicht davon erzählt…

„Liebes, das gehen wir mit viel Zeit und Ruhe an. Wann wir damit beginnen, weiß ich noch nicht. Und…,“ er lächelte, „was die von mir angedachten Übungen anbelangt – ich hatte die Idee, dass wir ab und zu gemeinsam einige leichte Lockerungs- und Entspannungsübungen ausprobieren. Mach dir bitte keine Sorgen, wir bekommen das hin! Bring beim nächsten Mal, wenn du zu mir kommst, ein paar leichte Sachen zum Umziehen mit zu mir, die wir bei mir aufbewahren für die Situationen, in denen wir sie vielleicht (!) – vielleicht auch nicht – brauchen werden.“
Und wenn ich es vorhabe, einige leichte Übungen zu machen, werde ich es diesmal sicher nicht vorher ankündigen, dachte er, sprach es jedoch nicht aus.

Erleichtert schaute Mari ihren Meister an, nickte und schöpfte wieder etwas Vertrauen. Sie würde es wie immer an sich heran kommen lassen müssen, und er würde nichts erzwingen! Das hatte er ihr versprochen. Wieder einmal hatten seine Worte einen Weg in ihr Herz gefunden…

–> Zum  nächsten  Kapitel:  31. Eine heilende Übung (1)  

 Zu allen Kapiteln der –> Geschichte von Mari und ihrem Meister in chronologischer Reihenfolge

 

29. Migräne…

Bei Mari: Druck erzeugende Erinnerungen

Mari erwachte mit einem schmerzhaften Pochen im Kopf und spürte zum ersten Mal eine starke Unlust zu spielen. Am liebsten wäre sie gar nicht erst zu dem verabredeten „Meister-Spiel“ mit Joel erschienen – so groß war ihr Widerstand…
Er hatte ihr am Tag davor eine Nachricht geschickt, dass sie lockere, leichte Kleidung tragen solle, weil er ein paar Übungen mit ihr machen wollte. Das klang nach Sport!
Übungen... dachte Mari, schon allein das Wort löste einen enormen Widerstand in ihr aus, erinnerte sie an ihren Sport-Unterricht in der Schule, der für sie mehr als belastend war.
Sollte / konnte sie ihm sagen, dass sie keine „Übungen“ machen wollte? Dass sie sich diese damit für sie verbundene Demütigung ersparen wollte? Dass die Ampel bereits rot war, bevor sie überhaupt begonnen hatten? Wie konnte sie damit umgehen?

Sie dachte zurück an die vielen demütigenden Erfahrungen im Schulsport. Sie war die jüngste in ihrer Klasse, hatte die kürzesten Bein, hatte Angst vor vielen Geräten – und damit schlechte Karten für die Anforderungen im Sport-Unterricht. Ihre Sportlehrerin stellte sie bei vielen Gelegenheiten vor allen Kindern bloß und brüllte sie durch die ganze Halle an, wenn sie dran war: „Jetzt reiß doch endlich mal deine Hammelbeine auseinander und stell dich nicht so an!“
Wenn Mannschaften gewählt wurden, blieb sie immer übrig und war dann erst erlöst, wenn eine der Mannschaftsführerinnen sich ihrer erbarmt hatte. Meistens hieß es: „Wenn ihr die nehmt, bekommt ihr noch die … (eine gute Sportlerin) dazu, die gleicht das wieder aus, was Mari verbockt.“

Nein, dachte Mari, das halte ich nicht aus, mit diesen Gefühlen durch sportliche „Übungen“ mit Joel – egal ob in seiner Meisterrolle oder als er selbst – konfrontiert zu werden. .

Ihr Kopfschmerz wurde heftiger und sie spürte, dass eine Migräne am Anrollen war. Wenn ich jetzt nicht mein Migränemittel nehme, mich hinlege und die Vorhänge zuziehe, dann geht sowieso gar nichts mehr heute nachmittag, dachte sie und legte sich mit einem kühlen Lappen auf der Stirn auf die Couch. Nach einem Weilchen legte sich der Druck soweit, dass sie einschlafen konnte.

Sie schlief bis 16 Uhr, was genau der Zeitpunkt war, an dem sie bei Joel hätte vor der Tür stehen sollen. Mist! Sie griff zum Smartphone. Akku leer! Wo war nur das Ladekabel… Sie ließ Licht ins Zimmer…Autsch – das biss in die Augen, und der Kopf zog sich wieder schmerzhaft zusammen. So richtig gut wirkt das Mittel heute nicht, stellte Mari fest. Der Stress, dass sie ihren Termin mit Joel verschlafen hatte, ohne ihn wenigstens rechtzeitig absagen zu können, tat ein übriges und verstärkte den Druck. Endlich hatte sie das Ladekabel gefunden und konnte anrufen, 15 Min, nach der verabredeten Zeit. Aufgeregt entschuldigte sie sich bei ihm, erzählte ihm von ihrer Migräne und fragte sich, wie sauer er nun sein würde…

„Mari, mach dir nichts draus, sowas kann passieren. Bleib einfach gemütlich auf dem Sofa liegen… Und… wenn du magst, komme ich jetzt zu dir und wir schauen mal, ob ich für deinen Kopf etwas tun kann, was hältst du davon?“

Einen Moment zögerte Mari, sie hatte sich den ganzen Kopf mit Pfefferminzöl eingerieben, durch den nassen Lappen auf der Stirn sah ihr Pony ganz verwuschelt aus und zum Duschen oder auch nur Haare-waschen fehlte ihr die Kraft… Dennoch war das Angebot so liebevoll rübergebracht, dass sie es gern annehmen würde…

„Joel, ich bin gerade ziemlich zerknittert… und so sehe ich auch aus“, antwortete sie etwas zögerlich.

„Ich käme auch gern zu dir, wenn du zerknittert bist,“ antwortete Joel, „aber nur, wenn du das möchtest. Vielleicht können meine Zauberhände den Druck in deinem heißen Köpfchen ja ein wenig lindern…?“

„Da sage ich nicht nein“, antwortete Mari, und eine halbe Stunde später war er auch schon bei ihr.

„Leg dich einfach wieder hin“, empfahl er, setzte sich hinter sie und begann sanft und angenehm, ihren Kopf, ihren Nacken und auch ihr Gesicht zu massieren. Das war so wohltuend und entspannend, dass sie dabei in einen Halbschlaf sank. Er wartete lächelnd bis sie nach einigen Minuten die Augen wieder öffnete und erfreut feststellte, dass es ihrem Kopf nun viel besser ging.

„Das freut mich, Mari!“ Dann kannst du ja jetzt mit deinem Meister darüber reden, was in dir einen solchen Druck erzeugt hat, dass dein Körper mit Migräne reagiert hat.“ Galant reichte er ihr die Hand, während sie sich aufrichtete, um von der liegenden in eine sitzende Position zu gelangen, und flüsterte: „Das Spiel beginnt!“

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3. Bei dir oder bei mir ?

Mari saß auf der Parkbank und genoss Joels Hände auf ihren Schultern. Sie massierten ihre verspannte Schulter- und Nackenmuskulatur und übten dabei jenen besonderen Druck aus, der deutlich spürbar war, die Muskeln weicher werden ließ, aber nicht weh tat.

„Deine Massage tut gut, Joel. Nicht zu fest und auch nicht zu zart – meine Anspannung wird weniger. Dank dir!“

„Ist es nicht ähnlich wie du es dir für die Spiele wünschst?“ fragte Joel
„Ein kleines bisschen wohl dosierten Druck, der zu Entspannung führt, aber nicht weh tut?“

„Ui… ja, so könnte man es formulieren. Und sollte es doch zu viel werden… würdest du den Druck reduzieren?“

„Anfangs würde ich sofort den Druck wegnehmen oder abmildern.
Irgendwann einmal, wenn wir uns besser kennen, würde ich dich fragen, ob du noch zwei bis drei Sekunden in der Situation bleiben könntest, um zu sehen, wie es sich in dir entwickelt. Denn so wie harte Muskeln nach einer kurzen Zeit des Druckes weicher werden, könnte auch dein Gefühl sich durch eine kleine Gewöhnungszeit verändern. Das würde ich aber nur mit deinem Einverständnis tun.“

Mari holte Luft, und er spürte, wie ihr Verspannung wieder zunahm.

„Soweit sind wir aber längst noch nicht. Und wie gesagt, wir können immer über alles reden.
Ich würde gern die Ampelfarben als Stimmungsindikator nutzen, dass du mir schnell und ohne lange nach Formulierungen suchen zu müssen, mitteilen kannst, wie es dir geht und was du brauchst.
Grün heißt: Alles paletti, weiter im Spiel.
Gelb  bedeutet: Es geht gerade noch so… Ich bin an meiner Grenze des Erträglichen, bitte keine Steigerung! Ich brauche Unterstützung, um in der Situation bleiben zu können.
Rot bedeutet: Sofort Stopp! Ohne Diskussion. Abbruch dieser Situation.
Solltest du „Rot!“ sagen, werde ich mich absolut danach richten, und wir steigen sofort aus der Situation oder aus dem gesamten Spiel aus.
Und scheue dich bitte niemals, „Rot!“ zu sagen, wenn du es so empfindest.“

„Joel, ich brauche nur daran zu denken, und ich habe Bammel.“

Er legte die Hände auf ihren Kopf und massierte in langsam kreisenden Bewegungen ihre Kopfhaut. „Wie fühlt sich das an?“

„Herrlich!“

„Mari, ich werde tun, was ich kann, dass solche herrlichen Momente wie jetzt dir über schwierige Gefühle wie Angst, Scham und Unsicherheit hinweg helfen.“

„Danke Joel… Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich schon ein wenig Vertrauen zu bekomme.“

„Das freut mich, Mari!“

„Hmm… ich überlege: Wir haben uns jetzt dreimal irgendwo draußen getroffen…. Vielleicht wäre es ganz gut, wenn wir uns das nächste Mal bei dir oder mir zuhause treffen  würden?“

„Ja, das denke ich auch“, stimmte Joel zu, „aber ich hätte es nicht ausgesprochen. Diesen Schritt, ein erstes Treffen in der Wohnung vorzuschlagen, wollte ich dir überlassen, damit du dich nicht überrumpelt fühlst.“
Langsam kam er um die Bank herum und setzte sich neben sie.
„Wo wollen wir uns treffen, Mari? Möchtest du zu mir kommen, oder soll ich zu dir kommen? Wo würdest du dich sicherer fühlen?“

Mari dachte nach… „Ich glaube, bei mir zuhause würde ich mich etwas wohler fühlen. Möchtest du mich am nächsten Samstag besuchen kommen?“

„Gern, Mari! Und jetzt holen wir uns ein Eis!“

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2. Ein verletztes Vögelchen braucht eine sichere und behutsame Hand…

Mehr von Mari´s Fantasien:
Hilflos
sein und dabei getröstet, ermutigt und liebevoll berührt werden…

Hand in Hand gingen Mari und Joel durch den Park, während sie über das sprachen, was sie gemeinsam vorhatten.

„Bitte beschreib doch mal, was du dir von mir in meiner Rolle wünschst, Mari. Je mehr ich davon weiß, umso leichter wird es für uns beide, das zu verwirklichen, was dir gut tut in diesem sensiblen Thema.“

Mari überlege… wie sollte sie beginnen?
„Es sind ja immer nur Fragmente, Ausschnitte, kleine Szenen, kurze Sätze, die in mir aufploppen…“

„Na ja, ich will auch nicht, dass du mir ein ausgearbeitetes Drehbuch auftischst,“ lachte er. „Dann wäre ja auch keine Spannung mehr da. Die Gestaltung des Ablaufs unserer Sessions überlässt du ruhig mir. Regie ist schließlich meine Aufgabe in dem Spiel.
Wenn ich dich richtig verstanden habe, geht es dir ja gerade darum, die Erfahrung zu machen, dich gut aufgehoben zu fühlen, wenn du NICHT weißt, was kommt, wenn eine anfängliche Ungewissheit dein Adrenalin ins Fließen bringt und du dann erlebst, dass dir nichts Schlimmes geschieht. Habe ich dich so richtig verstanden?“

„Besser hätte ich es nicht formulieren können,“ bestätigte Mari. „Du hast gut zugehört.“

„Zuhören ist die Voraussetzung für Verständnis,“ gab Joel zurück, und es ist mein Anliegen, dich so gut wie möglich verstehen zu können, damit ich dich da abholen kann, wo du dich aufhältst in deiner inneren Landschaft.“
Seine Worte berührten Mari, und sie schaute ihm kurz in die Augen.
Joel hatte eine Idee: Also pass auf, wir machen jetzt ein Interview. Du antwortest möglichst spontan und sagst das, was dir gerade einfällt, ohne lange nachzudenken, okay?“

„Okay!“

„Wonach sehnst du dich?“

„Nach innigen Umarmungen, nach dem Gefühl, gehalten zu sein in allen Gefühlen, die gerade da sind, und mich sicher zu fühlen… Und dass meine Ups and Downs okay sind, auch dann, wenn ich weinen muss.“

„Deine Tränen sind mir jederzeit willkommen – ich werde für genügend Taschentücher sorgen, okay? Ernsthaft Mari: Es ist für mich vollkommen in Ordnung, wenn du weinst. Alles was aus dir kommt, darf da sein. Anders ginge solch ein Weg, den wir vorhaben, gar nicht. Und ich möchte dich darin auffangen können, dir Trost und Sicherheit geben, wenn es soweit ist. Deshalb meine nächste Frage: Was tut dir gut, was tröstet dich, wenn du dich aufgewühlt und ängstlich fühlst. Was hilft dir, wenn du weinst?“

„Wenn jemand meine Hand nimmt und sagt: Alles okay. Alles darf sein. Mach dir keine Sorgen – alles ist gut.
Berührungen, die besonders in solchen Situationen eindeutig
nicht erotisch sind, die einfach nur gut tun und in meiner Seele ankommen…“

„Verstehe – wie wenn ein Vogel verletzt ist… das zitternde, flatternde Vögelchen braucht dann eine sanfte Hand, in der es sich gewärmt, gehalten und gut aufgehoben, aber nicht festgehalten fühlt…“

Mari konnte nur nicken, so berührt war sie von dem Gedankenbild, das er eben entworfen hatte.

„Auf welche Weise hast du in deinen Fantasien schon Machtlosigkeit und Kontrollabgabe erlebt?“

„Na ja… zum Beispiel durch Augen-Verbinden. Viel Macht hat auch die Stimme, die ich dann immer in mir höre. Sie ist bestimmend, wirkt manchmal unnachgiebig, ist es aber nicht wirklich. Dadurch, dass mir jemand sagt: Du tust jetzt gar nichts, außer das, was ich dir sage!
Wenn ich mich dann darauf einlasse, macht es mir auch ein ganz warmes Gefühl, wenn diese Stimme mir so etwas sagt wie: Das machst du gut, Mari. Ja, so ist es prima. Und wenn etwas nicht geht, zu hören: Das macht überhaupt nichts – alles gut!
Manchmal stelle ich mir auch vor… gefesselt zu werden. Dies aber in wohlwollender, achtsamer Weise, ohne dass es weh tut – immer begleitet von dieser Stimme, die freundlich, aber bestimmt und in solchen Situationen auch ermutigend mit mir spricht. Stille könnte ich dabei nicht aushalten.“

„Hmm, verstehe… Das Fesseln…zum Beispiel mit Seidentüchern?“

„Ja… und nicht zu fest, aber so, dass ich es spüre und mich eingeschränkt fühle in meiner Beweglichkeit. Dabei geschieht dann aber immer irgendetwas Angenehmes, um die Angst, die dabei unweigerlich hochkommt, leichter erträglich zu machen. Und seltsamerweise entsteht durch diese dann gemilderte Angst eine Art Erregung in mir. Die wird durch bestimmende, aber freundliche Worte verstärkt. Das Gefühl, gut aufgehoben zu sein, aber keine Möglichkeit zu haben, selbst auf das Geschehen Einfluss zu nehmen – das macht ganz viel mit mir. Aber ob das auch real geht, weiß ich nicht, das findet bisher nur in meiner Fantasiewelt statt.“

„Ich glaub, ich verstehe dich. Du willst wehrlos gemacht werden und dabei gleichzeitig getröstet, ermutigt, gelobt und in jeglicher Weise gut behandelt werden, ja?“

„Ja, so ungefähr, und ich weiß gar nicht warum ich so seltsam ticke…“

„Das ist jetzt auch vollkommen egal. Wichtig ist, was du fühlst dabei… was dich bewegt… was immer wieder auftaucht in dir… und wie wir das in für dich gute Erlebnisse umsetzen können. Warum… Wieso… fragt der Kopf. Das bringt nichts. Es ist so, und hat sicher Ursachen. Die sind jetzt nebensächlich, lass uns auf das konzentrieren, was du erleben willst, und besonders auf das, was du brauchst, um dich darin aufhalten zu können, damit du mir nicht gleich weg rennst oder alles abbrichst, wenn die ersten Gefühle von Angst und Hilflosigkeit entstehen. Ich bin ziemlich sicher, dass es nicht viel braucht bei dir, um das auszulösen – die stehen ja schon lange Schlange in deinem Inneren und warten darauf, dass die Tür sich öffnet und sie ins Leben kommen dürfen. Und dann ist es wichtig, dass ich dich halten kann, Mari. Denn wir wollen ja beide nicht, dass die Angst gleich so mächtig wird, dass sie die zaghaft geöffnete Tür gleich wieder zuschlägt.“

„Mir ist jetzt schon ganz flau im Magen,“ bekannte Mari.

„Komm, hier ist ne Bank, setzen wir uns hin,“ schlug Joel vor. „Darf ich dir ein bisschen die Schultern massieren?“

„Ui – das ist ja ein tolles Angebot, das nehme ich gern an.“

„Und hier im Park bist du ziemlich sicher, wenn ich dich das erste Mal berühre. Hier laufen immer mal Leute entlang und könnten dich retten, wenn ich dir was antun würde,“ scherzte Joel. „Aber, Flachs beiseite, spür einfach mal hin, wie sich meine Hände für dich anfühlen.“

So bekam Mari ihre erste Massage auf einer Parkbank – und konnte sie genießen.
Ihre Schulter- und Nackenmuskeln waren hoch erfreut – und sie konnte sich tatsächlich entspannen. „Hier kann ja kaum was Schlimmes geschehen“ meinten ihre kleinen Angststimmen, wurden ganz ruhig und legten sich für ein Weilchen schlafen.

Zum nächsten Kapitel: 3 – Bei dir oder bei mir?

 

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