95. Wochenend und Sonnenschein (1) – eine spannnende Auszeit

Joel und Mari verbringen ein Wochenende im zauberhaften Ambiente eines schönen Hotels

An diesem Tag begann die Wochenendreise, die Joel Mari als Anerkennung geschenkt hatte für ihr in letzter Zeit deutlich gestiegenes Vertrauen. Die Reise sollte sowohl eine Auszeit voll Freude und Genuss werden, als auch einen anderen besonderen Rahmen darstellen für ihre Vertrauensspiele und Rituale, in denen er für sie die Meisterrolle einnahm.

Er hatte Mari abgeholt und fuhr mit ihr in ein nicht allzu weit gelegenes Hotel. Als sie vor dem großen weißen Gebäude vor fuhren, kam sofort ein Page und übernahm ihr Gepäck.
Das Hotel lag inmitten einer wunderschönen Parkanlage, und Mari genoss den zauberhaften Anblick. Freude und Aufregung mischten sich in ihr. Was würde diese Reise wohl bringen?

Joel hatte ihr die Eingangstür zur Hotelhalle geöffnet.
„Mensch, Joel, ich kann es noch gar nicht fassen, dass wir nun wirklich hier sind“, sprudelte Mari mit strahlenden Augen heraus
Sie betraten die riesige Halle des Hotels. Es sah alles sehr edel aus, gestaltet mit vielen Pflanzen. Die hellen Farben und die leise, sanfte Musik vermittelten Leichtigkeit und Urlaubsstimmung und doch wirkte die Einrichtung auch etwas traditionell.
Das Ambiente…  faszinierend und beeindruckend… eine richtige Auszeit aus dem Alltag, dachte Mari entzückt, während Joel zur Rezeption ging um einzuchecken.
„Ah, sie hatten die Suite bestellt – herzlich willkommen“, sagte die Dame dort.
Das Gepäck war mittlerweile schon nach oben gebracht worden.  Joel nahm den Schlüssel und ging mit Mari in dem bespiegelten Fahrstuhl. Während sie nach oben fuhren stieg in Mari die Aufregung…  Jetzt gleich würde sie das Zimmer betreten, in dem sie mit Joel das Wochenende verbringen wird, 2 Tage und 2 Nächte…

Joel ging voran und öffnete eine große Doppeltür. „Darf ich bitten?“ fragte er lächelnd.
Mari trat ein und blieb zunächst an der Tür stehen…. Alles wirkte schön und hell – beeindruckend…
Ein großes Zimmer wartete auf sie mit einem riesigen Sofa und einer großen Fensterfront.
Auf der rechten Seite gab es eine weitere Tür.
Langsam ging Mari weiter in den Raum hinein und sah dann durch die geöffnete Tür in das Schlafzimmer, dass sie nun für zwei Nächte gemeinsam mit Joel beherbergen würde.
Ihr Gepäck hatte der Page schon dort abgestellt.
Das große Bett – weiß mit hellblauen Akzenten – darin nahm ihren Blick gefangen.
Wenigstens wird in dem Bett genügend Platz sein für uns beide, dachte sie etwas beklommen…
Joel stellt sich hinter sie – ganz dicht – und flüsterte in ihr Ohr: „Na, das sieht doch sehr gemütlich aus, oder?“
„Hmm ja…“ murmelt sie leise. Worauf hatte sie sich nur eingelassenWürde das gut gehen?
„Da werde ich ja gleich müde…“ sagte er und schmunzelte dabei.
Wollte er sich jetzt etwa schon ins Bett legen? Mari drehte sich um, schaute ihn unschlüssig an, und nahm dann sein deutliches Schmunzeln war. Nun lachte er richtig, und das war so ansteckend, dass sie mit lachen musste.
„Was hältst du von einem Spaziergang durch den Park, bevor wir uns zum Essen fertig machen?“
„Das ist eine tolle Idee,“ antwortete Mari, „ich würde nur gern etwas Leichteres anziehen.“
Sie öffnete ihre Reisetasche und nahm ein Sommerkleid heraus, mit dem sie im Bad verschwand, sich kurz frisch machte, und es anzog.  Joel ging zum Fenster und genoss den Blick auf den zauberhaften Park hinter dem Hotel.

Als Mari aus dem Bad kam und sah wie er am Fenster stehend auf sie wartete, meinte sie fröhlich: „So, von mir aus kann es losgehen!“ Er drehte sich um und schaute sie an. „Du siehst ja umwerfend aus!“ sagte er,“ und ging auf sie zu. „Da werden die Blumen im Garten ja neidisch.“
Mari kicherte: „Oh danke schön, Gott sei Dank sind die Blumen über solche Gefühle von Neid erhaben.“
Er lächelte, bot ihr seinen Arm an und führte sie in den Garten hinaus.

Parkweg-Es war ein herrlicher Anblick und das Wetter spielte gut mit: wunderschöner Sonnenschein empfing die beiden, als sie gut gelaunt die ersten Schritte miteinander nach draußen traten und einen schmalen Weg entlang liefen.

„Das Spiel beginnt.“ sagte Joel plötzlich.
Ups… Mari zuckte etwas zusammen, das hatte sie in diesem Moment nun überhaupt nicht erwartet, gerade fühlte sich alles so leicht und schön an…
„Bereit für eine Herausforderung?“ fragte er lächelnd…

Worin diese Herausforderung besteht, erscheint im nächsten Kapitel

Dies Kapitel wurde gestaltet von Raffael und Miriam

Zu allen Kapiteln der –> Geschichte von Mari und ihrem Meister in chronologischer Reihenfolge

01e Eine utopische Heilungsreise: Bange Fragen und eine leise Stimme tief innen

Bei Mari – der Meister erzählt Mari innerhalb ihres Rollenspiels ein utopisches Märchen, eine Fortsetzungsgeschichte von wohlwollenden außerirdischen Meistern zum Thema „Macht – Angst – Vertrauen – Hingabe

Joel (der die Meisterrolle inne hatte innerhalb des gemeinsamen Rollenspiels mit Mari) hatte sich für die bald beginnende Vorweihnachtszeit eine Märchengeschichte ausgedacht, die in einer fiktiven Zukunft angesiedelt war und um eine Heilungsreise in einem Raumschiff mit außerirdischen Meistern gehen würde. Auch heute erzählte er das bereits begonnene Märchen ein Stück weiter: „Am Morgen des zweiten Tages, den Carina noch im Haus ihres Ausbilders, Meister Ramon, verbringt, bekommt sie von ihm beim Frühstück ein kleines schönes Adventsgesteck und einen zauberhaften Adventskalender. Überrascht bedankt sie sich für diese besondere freundliche Geste, die tief in ihrem Innern etwas zum Klingen bringt, und trägt es nachdenklich in das behagliche Gästezimmer, das sie in dieser Zeit beherbergt. Nach dem Frühstück machen beide einen Spaziergang durch die phantastisch schöne Schneelandschaft. Als Carina schließlich am Mittagstisch sitzt und einen leckeren Auflauf von ihrem Meister serviert bekommt, fühlt sie sich wieder wie in einem Traum. Wann wird sie wohl erwachen? Und wie wird dieses Erwachen aussehen? Oder wird sich doch noch alles in einen gefürchteten Alptraum verwandeln? Was wird wohl der Preis für all diese Freundlichkeit sein? Wann und wie wird sie bezahlen müssen? All diese Gedanken schießen ihr durch den Kopf.

Nach dem Mittagessen zieht sie sich zum Ausruhen in ihr Zimmer zurück. Gedankenverloren schaut sie auf ihren Adventskalender. Ein wunderschöner Engel hängt an der Wand über ihrem Bett. An diesem Engel befinden sich 24 bunte Papierröllchen. Carina denkt:

‘Noch zwei Tage und dann beginnt die Vorweihnachtszeit. Sonst freue ich mich immer so darauf: Weihnachtslieder… Kerzenlicht… Tannengrün… Plätzchenduft…und die kleinen Überraschungen im Freundeskreis…

Wie wird diese Zeit wohl diesmal sein? Lange werden wir wahrscheinlich nicht mehr hier in seinem Haus sein, dann beginnt diese Ausbildungsreise in dem Raumschiff. O je, zwischen lauter fremden Menschen, in einem kalten Raumschiff, weit weg von der Erde, fremden Mächten ausgeliefert… Wie kann ich nur mit diesen heftigen Ängste umgehen, damit sie mich nicht so fertig machen…?’

Und in ihr flüsterte eine Stimme, ganz sanft und leise:

„Sprich mit ihm – am besten noch vor der Reise –

und immer wieder, wenn du bangst,

und es schwer aushalten kannst mit deiner Angst.`

Morgen wird die Geschichte fortgesetzt und läuft voraussichtlich bis Weihnachten Hier geht es zu allen bisher erschienenen Kapitel zu dieser Geschichte, die Joel Mari in der Advents- und Weihnachtszeit erzählt –> Eine utopische Heilungsreise (Märchen)

21. Ein Ritual für´s innere Kind

Bei Mari – Eine Erfahrung von Geborgenheit

„Ich möchte heute etwas für dein inneres Kind tun, Mari,“ sagte Joel, der für Mari wieder die Rolle des Meisters eingenommen hatte nach seiner Begrüßung zu Mari, die er zuvor angewiesen hatte, heute ihr liebstes Stofftier auszuwählen und im Wohnzimmer bereit zu halten. Sie hatte sich darüber gewundert und sich für ihren alten Stoffaffen entschieden, der schon als Kind ihr Gefährte war. Nun saß dieser auf  ihrem Regal. Joel nahm mit ihr auf der Couch Platz. Gespannt sah Mari ihn an. Was würde nun kommen?

„Nimm bitte dein Äffchen und setze es zwischen uns – hier auf das gelbe Kissen, Mari.“
Sie folgte wortlos der Anweisung ihres Meisters. Joel lächelte.

„Lass uns zur Einstimmung ein paar Töne summen.“ Leise begann er zu summen und Mari verlor ihre anfängliche Scheu und summte mit. ALs die Töne verklungen waren, sagte Joel: „Stell dir jetzt vor: dieses Tierchen bist du, noch genauer: Es sitzt hier stellvertretend für dein inneres Kind. Erinnere dich daran, wie du früher genannt wurdest, vielleicht gab es ja einen Kosenamen, eine Abkürzung oder Abwandlung deines Namens und sprich ihn damit an. Sag: „Du bist jetzt…“

„Linchen,“ flüsterte Mari bewegt.

Joel berührte das Äffchen mit einer liebevollen Geste. Der Zauber dieses Abends begann. Mari setzte ihren Gefährten aus der Kinderzeit auf das Kissen vor sich und sagte zu ihm: Du bist jetzt ich als das kleine Linchen.

Dann bat Joel Mari, zu dem alten Stofftier, das sie nun als „Linchen“ begrüßt hatte, in der Weise zu sprechen, wie sie es sich gewünscht hätte, dass man als Kind zu ihr gesprochen hätte. Sie sollte ihm alles sagen, was sich das kleine Mädchen von damals, das noch heute mit all den alten Gefühlen in ihr lebte, gewünschte hätte zu hören.

Mari überlegte einige Augenblicke lang. Dann begann sie leise zu dem Affen zu reden: „Liebes kleines Linchen, du bist ein so wertvolles Wesen, alles an dir ist richtig. Ich habe dich lieb genauso wie du bist. Du brauchst dich um niemanden zu kümmern, außer um dich selbst. Trau dich, all‘ deine Wünsche zu äußern. Das darfst du!  Wenn ich sie auch nicht alle erfüllen kann, so dürfen sie aber doch da sein. Du kannst mir alles sagen, aber du musst es nicht. So wie du es machst, so ist es in Ordnung – immer! Ich sorge für dich! Du bist in mir ganz sicher… ganz geborgen und behütet…. Du bist ein so liebenswertes Mädchen, so zart – und manchmal auch so wild. Du darfst dich fühle, wie auch immer du dich fühlst. Du darfst auch wild sein… und neugierig! Auch das ist in Ordnung! Und du musst nicht bescheiden sein. Greif ruhig nach den Sternen. Du darfst alles wollen – und dein Wollen und Nicht-Wollen zum Ausdruck bringen. Ich habe dich so sooo lieb mit all‘ dem…“

Nachdem Mari alles gesagt hatte, was für sie wichtig war, vergingen einige Minuten liebevollen Schweigens, in denen die Worte im Raum ihres Herzens nachklangen. Sie spürte die Kraft, die von ihrem Herzen ausging, das das, was gerade geschah, in Liebe annehmen konnte. Joel begleitete sie in den Ritual still mit geschlossenen Augen und seinem offenen Herzen. Nach einigen Minuten bat er sie leise, nun in die Rolle ihres inneren Kindes zu schlüpfen und das kleine Mädchen von damals, das noch heute in ihr wohnte, zu Worte kommen zu lassen.

Und Mari wurde zu Linchen. Mit leiser, dünner Stimme sagte sie: „Ich habe immer so große Angst etwas falsch zu machen. Ich fühle mich oft so klein, so unzulänglich und unsicher. Dabei sehne ich mich danach, irgendwo ganz sicher zu sein, gehalten zu werden, ganz lange in liebenden Armen. Und dass jemand zu mir sagt: `Du musst überhaupt keine Angst haben… auch nicht fürchten, dass du was falsch machst. Du kannst sein wie du bist – wie auch immer.` Und ich möchte irgendwo bei einem  liebevollen Menschen geborgen und gut aufgehoben sein, der so stark ist, und so lieb, dass ich nie wieder Angst haben muss… Ich will nicht mehr dauernd überlegen müssen, was richtig ist was falsch, was ich sagen darf und was nicht, und ob ich vielleicht irgendetwas Wichtiges versäumt habe oder was gemacht habe, was jemanden nicht gefällt oder traurig macht. Ich will endlich die Angst los sein, immer irgend etwas falsch zu machen… Dieses Hin- und Her-denken, ob alles, was ich gesagt und getan habe in Ordnung war, ist so quälend. Jeden Tag überlege ich, ob alles okay war, ob ich nichts falsch gemacht habe. Und ich bekomme so schnell ein schlechtes Gewissen, was mich plagt. Ich wünsche mir, dass jemand, dem ich glauben und vertrauen kann, zu mir sagt: „Es ist alles in Ordnung. Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben, nie, nie mehr…“

Tränen rannen über ihr Gesicht, und heftiges Schluchzen ließ ihren Körper erbeben. Joel rückte  nahe an sie heran, schaute sie kurz fragend an – und auf ihr Nicken hin nahm er sie in den Arm während sie weinte. All den angestauten Druck konnte sie an seiner Schulter herausbringen. Und sie dachte in diesem Moment nicht darüber nach, ob das so in Ordnung wäre oder nicht… Sie war das kleine Mädchen, das das zum Ausdruck brachte, was es fühlte – hemmungslos – unkontrolliert…

Er streichelte dabei sanft ihren Kopf und ließ sie spüren, dass er annahm, was sie ihm offenbarte. Eine lange Weile saßen sie so beieinander. Als ihr Weinen langsam nachließ, sprach er zu ihr wie zu einem Kind:

„Du Liebes, es ist gut – alles ist gut.
Auch deine Tränen sind willkommen.
Hier mit mir, in diesem geschütztem Raum, darfst du einfach so sein wie du bist.
Du musst nicht mehr darüber nachdenken, was richtig und was falsch ist, denn es gibt gar kein falsch.
Du darfst alles sagen und zeigen, was du fühlst.
Ich mag dich so wie du bist! Immer – ganz egal, was du tust oder nicht tust!
Ich mag dich, auch wenn du einen Fehler machst!
Ich mag dich, auch wenn du eine Regel brichst…
Ich mag dich unabhängig von dem, was du sagst oder tust.
Ich mag dich immer – so wie du bist!“

Bei diesen Worten begannen ihre Tränen erneut zu fließen – sie drückten das aus, was ihrer tiefsten Sehnsucht entsprach – endlich angenommen zu sein – sogar von einem Mann. Diese Sicherheit hatte ihr ihr Vater niemals vermitteln können und auch kein anderer Mann bisher in ihrem Leben. Vorsichtig öffnete das innere kleine Mädchen von Mari ihr Herz.

Wieder sagte Joel: „Ich mag dich so wie du bist, darauf kannst du dich immer verlassen, kleines Linchen, immer!“

Nahezu fassungslos schaute sie ihn mit tränennassen Augen an. Er nickte und erwiderte ihren Blick offen und liebevoll.

Dann sagte er leise zu ihr: „Und jetzt gehe mit deinem Bewusstsein wieder in die erwachsene Mari hinein. Schließe deine Augen und stell dir vor, wie du das kleine Linchen in dich hinein nimmst und es mit deiner ganzen Liebe erfüllst. Vielleicht magst du das mit einer kleinen symbolischen Geste auch richtig tun. Und dann stell dir vor, wie du es in deine Liebe einhüllst wie mit einem wunderschönen Licht – bis es strahlt, bis es das glücklichste Kind ist, dass du dir nur vorstellen kannst. Dabei kannst du ihr noch einige liebe Worte sagen, die dir jetzt besonders am Herzen liegen.“

Mari schloss ihre Augen und stellte sich tief in ihrem Inneren sich selbst vor, wie sie als kleines Mädchen war, legte sich die Hände auf den Bauch und ließ ihre Liebe wie einen Lichtstrahl, den sie sich vorstellte, durch die Bauchdecke hindurch strahlen….

Nach einer kleinen Weile begann sie zu lächeln. Dabei sagte sie zu Linchen leise:
“Du bist in mir ganz sicher, du mein kleines Mädchen.
Ich behüte dich und schütze dich so gut ich kann, und was ich nicht allein vermag, das kann eine größere Kraft, die in unserem Herzen wohnt.
Wir sind nicht allein.
Und du kannst ganz sicher sein: Ich liebe dich so wie du bist – immer!
Du mein kleines inneres wunderbares Mädchen, ich hab dich so lieb!“

Ganz ruhig wurde Mari bei den Worten, und diese liebevolle Ansprache für ihr inneres Kind, sowie ihre Liebe, die sie sich als einen Lichtstrahl vorgestellt hatte,  verliehen ihr eine friedvolle Kraft, die sich sehr gut anfühle. Schließlich öffnete sie ihre Augen. Als sie sah, dass Joel seine Augen noch geschlossen hatte, fühlte sie sich irgendwie beruhigt. Es war ihr angenehm, dass er sie während ihrer inneren Zwiesprache nicht beobachtet hatte. Sie empfand es als einen Ausdruck von Diskretion und Respekt ihr gegenüber.

Schließlich beendeten sie das Ritual, indem sie gemeinsam wieder einige Töne summten. Als der letzte Ton verklungen war, öffnete Joel die Augen, lächelte Mari an und meinte: „Jetzt würde ich dich gern noch ein wenig in meinen Armen halten, aber zuvor sollten wir deinem Äffchen noch ein gutes warmes Plätzchen bereiten. Entlasse ihn bitte aus der Rolle von Linchen, das ja in dir wohnt.“
„Du bist jetzt wieder mein Äffchen,“ sagte Mari lächelnd. „Mein Linchen wohnt in mir.“
Joel nicke holte aus einer Schublade eine buntes weiches Tuch und reichte es Mari. „Wie wär’s, wenn du deinen Freund jetzt mit seinem Kissen in die Sofaecke legst, und ihn vielleicht noch in dieses Tuch hüllst, um ihn richtig schön einzukuscheln?“

Mari folgte seiner Idee, legte ihren Affen auf das Kissen und drapierte das flauschige Tuch so um ihn herum, dass er gut eingekuschelt in der Sofaecke lag. Das behütete Bild, das daraus entstand, berührte ihr Herz und sollte sich tief in ihr Unterbewusstsein einprägen.

Es mutete sie seltsam schön an, mit Joel als ihrem Meister eine solch verspielte kindliche Erfahrung geteilt zu haben – auf seine Anregung hin! Das war ein ganz besonderer, zauberhafter Moment, als sie beide – ganz nah beieinander – dieses berührende Bild des wohlig eingekuschelten Stofftiers in sich aufnahmen. Joel ließ ihr Zeit, es in sich wirken zu lassen. Behutsam legte er seinen Arm um Mari, die sich ohne nachzudenken an ihn anlehnte und die Magie dieser ganz besonderen Situation tief einatmete…
In diesem Moment war ihre Angst ganz still und sie fühlte sich auf wundersame Weise geborgen…

–> Zum nächsten Kapitel:  22. Mari entdeckt ihren „inneren Meister“

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