104. Alles gehört dazu (Frank + Maria)

 Chat zwischen Maria und Frank am Folgetag, nachdem sie ein spontanes  Gespräch über ihre persönlichen Bedürfnisse geführt hatten und beschlossen hatten, sich weiterhin privat zu treffen 

Hallo Maria, hier ist Frank . Wir waren ja beim Du. Ich wollte mich noch bedanken für deine Offenheit, die du mir gestern geschenkt hast. Das fand ich toll.

Guten Morgen, Frank, schön von dir zu lesen. Ja, hat mich ehrlich gesagt auch ziemlich viel Mut und Überwindung gekostet

Dass manches Mut und Überwindung kostet, kenne ich von mir auch, aber danach ist es meist ein gutes Gefühl, oder?

Manchmal ja, Kommt auf das Thema und die Situation an. Wie ging es dir denn mit dem Gespräch gestern, das wir davor zu deiner Thematik hatten?

Sehr gut! Deine Art der Gesprächsführung und die Fragen, die du mir gestellt hast, haben mir gut getan und durch das Aussprechen meiner Gefühle ist mir manches klarer geworden.

Das freut mich sehr! Es ging mir umgekehrt mit dir so ähnlich, als wir von der therapeutischen Ebene auf die persönliche umgestiegen sind. Deine Art und Weise hat es mir leichter gemacht, über meine ja doch sehr persönlichen Dinge  mit dir zu reden.

Und ich fand es richtig gut, dass du mit mir anschließend noch auf so einer persönlichen Ebene  gesprochen hast und mir dieses Bedürfnis von dir anvertraut hast, was ja zu meinem passen würde.

Du Frank… Das fühlt sich noch so komisch an… Habe ich es richtig verstanden, dass du vorgeschlagen hast, dass wir beide uns beim nächsten Mal dann im privaten Kontext treffen wollen, meintest du das so?

Ja, das würde ich mir wünschen, völlig unabhängig von deiner beruflichen Rolle.

Ich wollte nur noch mal sicher gehen, ob ich das wirklich richtig verstanden habe und das nicht irgendein seltsames Missverständnis war. Weißt du, da gibt’s was in mir, das kann es noch eigentlich gar nicht glauben, dass ich gerade mit einem Mann darüber schreibe und gestern geredet habe, und dass daraus möglicherweise sogar etwas Reales werden könnte…

Lass es einfach erst einmal sacken, und wenn du dann bereit bist und dich mit dem Gedanken anfreunden kannst, es real an zu testen… das wäre der zweite Schritt. Das ist doch eine interessante Tür, die sich jetzt für uns beide geöffnet hat – egal wie weit sie sich öffnen wird und wohin sie auch führen mag…  Ich denke, der Austausch von Gedanken, Zielen, Wünschen und Richtungen ist nun wichtig.
Bist du denn in deine devote Seite schon mal zusammen mit einem anderen Menschen eingetaucht?

Nein, und es fällt mir auch ziemlich schwer, darüber überhaupt zu reden, deshalb gab es bisher dafür auch kein Gegenüber.

Dann ist wahrscheinlich das Schreiben zunächst leichter.

Ja, das kann sein

Ich denke du solltest, wenn du mal Zeit hast, dir in Ruhe überlegen, was dich interessiert. Welche Ideen du hast… reizvolle Vorstellungen und Dinge, die du vielleicht mal probieren möchtest. „Es ist ne Menge möglich, aber es wird keinen Druck geben!“ steht immer im Vordergrund. Erstmal ist der Austausch zwischen uns wichtig, um eine Linie zu entdecken.

Weißt du, so viele konkrete Ideen und Gedanken habe ich darüber nicht. Was mich vor allem an dem Thema fasziniert, ist die Möglichkeit, für ne begrenzte Zeit Verantwortung mal abgeben zu können, und dass ein anderer Mensch eine Art Führung übernimmt. Das verbal und auch körperlich zu spüren, ist irgendwie eine Sehnsucht von mir.

Kann ich nachvollziehen. Ich glaube diese Bereitschaft kann durch Schreiben auch vertieft werden, weil wir ja da auch Gedanken austauschen und spüren, wie wir so miteinander reden könnten. Gibt es Fantasien in dir dazu?

Nur ein paar wenige…

Das ist doch ein Anfang

Fällt mir schwer, darüber zu schreiben. Das fühlt sich alles irgendwie so an, als sollte ich so etwas gar nicht denken und mir vorstellen. Ich trage so viele Scham- und Peinlichkeitsgefühle in mir.

…Auch wertvolle Emotionen. Diese genau zu fühlen… das gehört dazu. Ist doch interessant, das Gefühl im Körper wahrzunehmen, es setzt ein Zeichen, da wo´s lang gehen soll, auch wenn es sich nicht immer leicht anfühlt. Es macht uns aber lebendig.

Manchmal wäre ich diese blockierenden Schamgefühle gern los. Sie stehen im Weg, wenn ich mich ja tatsächlich austauschen möchte.

Nein, nicht dagegen kämpfen, Maria. Alles was du und ich an Emotionen empfinden, gehört dazu.

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Das finde ich wirklich eine ganz tolle Basis, denn so denke ich normalerweise auch. Nur in diesem Bereich fällt es mir bei mir selber schwer. Es tut richtig gut, wenn mir das mal von außen bestätigt wird – so ganz persönlich für mich und meine Gefühle, die ich als nicht so leicht empfinde. Schön, dass du nicht genervt bist.

Nein, überhaupt nicht! Du kannst sicher sein, ich achte all deine Gefühle. Ist doch ein Vertrauensgeschenk, wenn du mir davon erzählst. Bin davon in keinster Weise genervt!
Und: Wir machen nur das, was beiden gut tut. Dafür brauchen wir allerdings offene Kommunikation – immer wieder.

Vielleicht fühlt sich das, was ich an Fantasie in meinem Kopf habe, in der Realität viel schwieriger noch an als im Kopf, und da fühlt es sich schon ziemlich unheimlich an.  Also… ich schreibe mal zwei Stichworte:  Verbundene Augen… Wehrlos sein, vielleicht gefesselt und dabei was Gutes erleben… Das sind immer mal so Bilder die ich im Kopf habe.
Was auch ein großer Wunsch, eine tiefe Sehnsucht in mir ist… ist es, ganz lange und innig festgehalten zu werden, das Gefühl zu haben, wirklich gehalten zu sein…

Du möchtest dadurch Sicherheit spüren und die Erfahrung machen, vertrauen zu können?

Ja, stimmt, mich in einer gefühlten unsicheren Situation so zu fühlen, dass ich spüre, vertrauen zu können
Und wenn ich in so eine ungewisse Situation käme, würde sicher erst einmal Angst hochkommen… und das wahrscheinlich ziemlich heftig!

Ja sicher wäre das ein Vorwagen – und Stolz sollte damit verbunden sein, wenn du dich traust, dich deiner Angst in kleinen Schritten zu stellen. Du kannst schon jetzt nach unserem heutigen Chat stolz auf dich sein, dass du dich getraut hast, dich ein Stück weit zu öffnen, obwohl ich dir ja noch ziemlich fremd bin. Dafür bedanke ich mich! So, jetzt sag ich mal tschüss für den Moment. Muss nun was tun. Fand deine Andeutungen sehr toll und mutig und denke, mit Vertrauen und Ruhe geht viel, was wir beide uns wünschen.

Ja Vertrauen und Ruhe, das fühlt sich gut an…

Das wird kommen.

Da bist du ja sehr zuversichtlich – vielleicht kannst du mir ja von dieser Zuversicht etwas abgeben. Danke für das Gespräch, Frank.

Sehr gerne! Ich danke dir auch, Maria.
Leider bin ich beruflich ab Montag für vier bis sechs Wochen weg und brauche dort meine gesamte Konzentration und Zeit für ein Projekt, das mir am Herzen liegt. Also wundere dich bitte nicht, wenn ich mich erst wieder melde, wenn ich wieder da bin.

Okay, danke für´s Bescheid geben! Alles Gute für diese Reise und dein Projekt!

Danke! Auch dir eine gute Zeit, Maria. Ich freue mich schon jetzt auf unser erstes privates Treffen – auch wenn es leider noch einige Wochen dauern wird!

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41. Eine Fußmassage

Bei Joel:  Unbekannte Empfindungen 

Heute überraschte ihr Meister Mari mit einer Fußmassage. Mari genoss  seine wohltuenden Berührungen, sanften Streichungen und Dehnungen ihrer Füße und Drehungen der Fußgelenke  sehr und entspannte sich mit der Zeit immer mehr.
Als er sie dann fragte, ob sie bereit sei für eine kleine Herausforderung, und sie einverstanden war, gab er ihr einen leichten Kuss auf den großen Zeh, dem schließlich die anderen folgten.

Obwohl ihr diese zarten Berührungen körperlich gar nicht unangenehm waren, fühlte sich Mari dabei beklommen. Durfte sie das zulassen? Es fühlte sich irgendwie verboten an, als dürfe es nicht sein, es war… so ungewöhnlich, sich am Fuß küssen zu lassen. Sie erzählte das ihrem Meister, der sie immer wieder einmal fragte, wie es ihr mit dem ging, was er tat. So konnte er einschätzen, wann es genug für sie war. Das war der Fall, als er sein Gesicht an ihre Fußsohle legte und es nach einer kurzen Zeit auch bewegte.

„Das fühlt sich irgendwie so… so… seltsam verboten an – ich würde das gern beenden“, sagte sie leise, und er ließ daraufhin die Massage mit einigen wohltuenden Streichungen ausklingen.

„Wenn du jetzt einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir wünschen?“ fragte er sie anschließend.

„Dass ich dieses Verbotsgefühl auflösen könnte. Damit ich das als schön empfinden kann und die Anspannung weicht, ständig in dem Konflikt zu sein, ob ich das zulassen darf oder nicht.“

„Immerhin hattest du schöne Momente, vielleicht können wir diese Stück für Stück ausweiten…“

„Weißt du…“ versuchte, sie ihm zu beschreiben, was in ihr vor ging,“… da ist so ein innerer Kampf, den ich gar nicht kämpfen möchte, der aber wie von selbst einfach geschieht. Und ich würde so gern in Frieden sein – zumindest mit dem was sich gut anfühlt…“

„Gut, dass du das wahrnimmst, Mari. Das Licht deines Bewusstseins darauf zu richten ist schon ein erster kraftvoller Schritt in eine gute Richtung.“

„Ich fühle mich so begrenzt und unmöglich damit, dass so vieles mir schwierige Gefühle macht,“ bekannte Mari traurig.

„Du solltest dich dafür nicht verurteilen, Mari. Nimm dich damit an, denn es hat seine Ursachen, und nur, was du annimmst, kannst sich irgendwann verändern. Und das geschieht fast von allein, wenn du es eine Weile bewusst in dir getragen hast – so wie ein Kind, das im Mutterleib wächst. Erfreue dich während dessen lieber daran, dass du schöne Momente hast. Schaue nicht auf das, was du heute noch nicht zulassen konntest, sondern auf das, was geklappt hat. Ich habe deine nackten Füße geküsst – und es hat dir gefallen. Ich finde: das ist doch etwas Schönes!
Ich weiß nicht, ob es dir auch möglich gewesen wäre, wenn ich es angekündigt hätte, aber so hast du dich darauf eingelassen, ohne zu wissen, was kam – und du konntest es ein Stück weit genießen.“

„Du hast mich ja vorher gefragt, ob ich bereit bin für eine kleine Herausforderung,“ bemerkte Mari, „das war ein sehr aufregender Moment. Ich finde es sehr gut, dass du mich das gefragt hast, bevor du es getan hast. So habe ich das Gefühl, nicht überrannt worden zu sein – und dass du trotz deiner Machtposition… hmm.. ich weiß nicht, wie ich es formulieren soll… Es tat mir jedenfalls gut in meinen vielen Ängsten und Unsicherheiten…. Ach Meister, würdest du mich umarmen?“

Joel zog sie sanft an sich, und als er sie dann in seinen Armen hielt, fragte er leise: „Was ist los, Mari?“

Sie antwortete: „Da ist ein Gefühl von Freude, dass es überwiegend schön war, aber auch Traurigkeit, dass ich dieses Verbotsgefühl in mir trage, und…“ Sie zögerte etwas, bevor sie weiter sprach…“Ich frage mich auch, ob du als mein Meister, nicht enttäuscht von mir warst eben, als ich dich eben bat, die ja gar nicht unangenehme Massage so unvermittelt zu beenden.“

„Nein, ich war nicht enttäuscht, denn du hast mehr zugelassen, als ich gedacht hätte. Es ist schade, dass du da ein Verbot spürst, aber Verbote kann man dann, wenn sie bewusst geworden sind, in Erlaubnisse verwandeln.“

„Das wünsche ich mir ja, aber diese Erlaubnis muss vom Kopf ins Gefühl wandern, es reicht nicht, wenn ich mir einfach nur denke, es ist okay…“

„Ja, das stimmt, und dabei helfen positive Erfahrungen. Deswegen habe ich für heute auch die Fußmassage beendet, denn ich hatte den Eindruck, ein wirklich gutes Gefühl, wäre ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich gewesen. Du hattest für heute eine genügend tiefe Erfahrungsintensität. Aber bei einer weiteren Fußmassage kann dein Gefühl vielleicht schon mehr zulassen.“

„Und wenn es sich dann doch nicht anders anfühlt?“ fragte Mari leise. „Da kommt gerade wieder die Angst, dich zu enttäuschen.“

„Ich werde nicht enttäuscht sein, weil ich für keines unserer Spiele feste Erwartungen habe. Jedes Mal ist neu und einzigartig. Es kann auch sein, dass bei dem nächsten oder übernächsten Treffen plötzlich einmal etwas nicht geht, was vorher schon möglich war, denn an jedem Tag gibt es eine andere Grundstimmung. Deshalb setze ich nie irgendetwas voraus. Weißt du Mari, es kommt nicht auf das Erzielen von Ergebnissen an, sondern auf deine Bereitschaft, Erfahrungen zu machen und einfach nur wahrzunehmen, wie sie sich anfühlen und darüber mit mir zu kommunizieren. Ich werde dich darin unterstützen, alles anzunehmen, so wie es sich zeigt. Wenn etwas erstmal auf dem großen Kissen des Bewusstseins liegt und einfach dadurch, dass es „da“ ist, beleuchtet und liebevoll angeschaut werden kann, geschieht irgendwann ganz von allein heilende Veränderung.

Und fühlt es sich nicht auch für dich spannend an, immer wieder mal Neues zu probieren und auf diesem Weg vielleicht nach und nach die Erfahrung machen, dass sich deine inneren Verbotsschilder Stückchen für Stückchen nach hinten verschieben?“ Joel schaute sie fragend an.

Mari nickte: „Wegen dieser Sehnsucht nach Lebendigkeit habe ich mich glaube ich auch auf diesen Weg mit dir gemacht. Wenn sich nur nicht so vieles so „verboten“ anfühlen würde… Gerade kommt mir der Gedanke, dass es ist meine verinnerlichte Oma, die diese Verbote hinterlassen hat.“

„Deine Oma wusste eben leider nicht, was gut tut, aber deswegen musst du es dir nicht versagen, Mari“, antwortete Joel ermutigend.

„Ja, das ist schon klar, aber das sitzt eben irgendwie tief in den Zellen. Wahrscheinlich hast du recht, dass ich mir neue Erlaubnisse geben sollte und dass es dann um neue gute Erfahrungen geht.“

„Ich finde, es wird Zeit, selbst zu erkunden, was gut für dich ist. Dein Körper kann das viel besser entscheiden, als deine Oma. Hör auf das Empfinden, nicht auf die Stimme im Kopf.“

„Ja, das stimmt, manchmal merke ich allerdings gar nicht so schnell, wie sich das alles vermischt, aber durch deine Fragen heute, konnte ich da viel voneinander trennen.“

„Wir werden miteinander viel tun dafür, dass du dir erlaubst, dich gut zu fühlen. Das ist das Ziel, da wollen wir hin: dass du Dinge erlebst, die dir gefallen, die dich gut fühlen lassen, weil du dir das wert bist, Mari!“

„Ja, das ist ein schönes Ziel, ein wertvolles Ziel! Dafür gehe ich gern diesen Weg weiter.“

„Das klingt kraftvoll, Mari, und ich freue mich auf die nächste „Lektion in Wahrnehmen und Annehmen“.

„Joel, hab ganz lieben Dank, dass du diesen Weg mit mir gehst. Ich kann nicht sagen, dass ich mich auf die nächste Lektion nur freue, denn es ist immer beides: Freude und Anspannung, Herausforderung und schöne Lebendigkeit.“

„Mari, du warst heute wieder einmal bereit, etwas Neues auszuprobieren. Ich danke dir dafür!“

„Und ich danke dir für deine Umsicht und deine Geduld, und ganz besonders dafür, dass du mich vorher gefragt hast, ob ich überhaupt bereit bin für eine kleine Herausforderung, die zwar dann zur seltsamen Überraschung wurde, aber ich hatte vorher meine Bereitschaft gegeben – und das macht mir nicht das Gefühl, dass über meine Grenzen gegangen wurde.“

„Ich bin sehr froh, dass ich das tun durfte,“ lächelte Joel.

„Wie wäre es, wenn wir die neue Erfahrung mit einem Gläschen Wein begießen?“ fragte er

Mari nickte: „Gerne!“

Joel verließ das Zimmer mit den Worten „Das Spiel ist beendet“, und kam kurze Zeit später mit dem Wein zurück.
„Den wollte ich jetzt als Joel mit dir trinken,“ erklärte er. „Lass uns auf die angenehmen Empfindungen anstoßen, die da waren, und dass ihnen noch viele weitere folgen mögen!“

„Ja gern“ stimmte Mari zu und empfand ein ganz kleines Glücksgefühl…“

Dieses Kapitel wurde gemeinsam geschrieben von Rafael und Miriam

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