6. Eine utopische Heilungsreise: ERSTAUNEN    und    FREUDE


Joel hatte sich für die Weihnachtszeit eine Fortsetzungsgeschichte von wohlwollenden außerirdischen Meistern zum Thema „Macht – Angst – Vertrauen – Hingabe“ für Mari ausgedacht, das er ihr in Form eines Adventskalenders geschenkt hatte.

Heute am Nikolaustag besuchte Mari Joel. Beide hatten eine kleine süße Nikolaus-Überraschung füreinander. Auf dem Tisch strahlte eine Kerzen zwischen Tannenzweigen. Mari freute sich über diesen schönen Anblick und war neugierig, wie die Geschichte von Carina, deren Ängste ihr ja recht bekannt vorkamen, weiter ging. Beide setzten sich auf die Couch. Joel goss ihnen Tee ein, steckte Mari lächelnd ein Marzipanherz in den Mund und schlug ihr dann vor, sich mit dem Kopf auf einem Kissen dicht neeben ihn zu legen und es sich dabei ganz gemütlich zu machen auf der breiten Couch. Etwas zögernd folgte sie seinem Impuls und empfand es bald als sehr schön. Eine innige, geborgene Stimmung entstand. Er legte seine Hand auf ihr Haar, streichelte sie sanft und begann dann, ihr das sechste Kapitel von Carinas Heilungsreise im Raumschiff der außerirdischer Meister vorzulesen…

ATT2

„Als Carina am Morgen des sechsten Tages an Bord des Raumschiffes erwacht, fällt ihr Blick auf eine brennende Kerze, die vor ihren mit Tanne und Süßigkeiten gefüllten Hausschuhen steht. Daneben sitzt eine wunderschöne, lieb und fröhlich dreinschauende Clownspuppe mit einem Stern, auf dem sie liest:

Geliebte Carina,
vielleicht kannst du bald alles mehr als ein großes Spiel betrachten.
Bis dahin schau ihn dir an, den kleinen Kerl, 
und lass seine Fröhlichkeit in dein Herz hinein.
In Liebe Ramon

War das eine liebevolle Geste! Wie ein zartes Streicheln für ihr inneres Kind wirkt diese unerwartete Nikolaus-Gabe für sie.  In dem Moment klopft es an der Tür. Auf Carinas “Ja, bitte!” schaut Ramon herein und meint, “Na, ist mir meine Nikolausüberraschung geglückt?” Carina sieht ihn dankbar an. “Ja, sehr. Danke! Vielen Dank! Aber ich hätte gar nicht gedacht, dass hier an Bord auch heute der Nikolaus kommen würde. Das ist echt schön!“

Beim Frühstück erwartet sie eine zweite Überraschung. Auf dem Platz jeder Schülerin steht eine kunstvoll verzierte Kerze, ein paar kleine Leckereien und wundervoll duftende exotische Früchte neben den bekannten Apfelsinen und Nüssen, die wegen der Tradition nicht fehlen dürfen. Und jede Frau hat ein kleines Bildchen geschenkt bekommen. Carina findet auf ihrem Bild ein Reh unter einer verschneiten Tanne mit einem wirklich funkelnden Sternenhimmel darüber. Dazu ein Kärtchen mit den Worten:

Für das scheue Reh, Carina.
Möge es mehr und mehr vertrauen und den Mut haben,
seinen ureigenen Stern zu finden und ihm zu folgen.

Als sich Carina bei Ramon bedanken will, sagt er: “Nein, Carina, das alles hier ist nicht von mir. Das ist ein Geschenk von René an jede Schülerin.”

René? Carina ist verwirrt und erstaunt. Das hätte sie nun wirklich nicht gedacht! Es passt so gar nicht zu den schrecklichen Gerüchten, die über ihn kursieren. Gedankenvoll schaut sie René an. Er fängt ihren Blick auf und erwidert ihn augenzwinkernd. Carinas Lippen formen sich zu einem leisen “Danke schön…”, fast unhörbar. Aber René muss es vernommen haben, denn er nickt ihr zu und lacht.

Als sie später dann wieder in ihrem Zimmer ist, öffnet sie das heutige Röllchen ihres Adventskalenders und liest:

Liebe Carina,
hier ein paar Worte über die Wahrheit und Kraft deines Herzens:
Du wirst niemals etwas erleben, was dir nicht entspricht –
wozu dein Herz nicht    „JA“    sagt.
Frage dein innerstes Herzgefühl,
was für dich stimmt und was nicht.
Dem, was es dir sagt, und nur dem (!) ,
mögest du folgen.
In Liebe Ramon

Kurze Zeit später klopft Jennifer an der Tür und richtet ihr aus, sie möge bitte in Ramons Zimmer kommen. Wieder überkommt Carina die ihr so bekannte angstvolle Aufregung. Was hat er wohl heute mit ihr vor? Wird er wirklich Wort halten und nichts mit ihr tun, was ihr nicht entspricht? Seine Worte von gestern fallen ihr ein: “Nur die Erfahrung, die immer wieder gemachte Erfahrung, dass dir mit mir nichts Schlimmes passiert, lässt dein Vertrauen wachsen.” So gibt sich Carina schließlich einen Ruck und macht sich auf den Weg zu ihrem Meister.

Als sie das Zimmer betritt, sieht sie als erstes eine Kerze und leckere Adventsplätzchen auf dem Tisch. Ramon kommt lächelnd auf sie zu und meint: “Schön, dass du gekommen bist, Carina. Heute ist Nikolaustag, da dachte ich, es würde dir vielleicht Freude machen, wenn wir hier zusammen einige adventliche Transparentbilder gestalten. Was meinst du?”

Carina schaut ihn dankbar und erleichtert an. Ja, dazu hat sie richtig Lust! Ramon macht ein interessantes Spiel daraus: Carina soll sich ein Motiv vorstellen, und er zeichnet die Konturen, die er in ihrem Geist findet, auf die Folie. Je intensiver ihr Gefühl bei der Vorstellung des inneren Bildes ist, um so klarer und schöner wird das gemalte Motiv. Carina malt es dann schließlich mit Farben aus. Wunderschöne Bilder entstehen. Carina darf sie alle mitnehmen, und Ramon meint: “Immer wenn du sie dir anschaust, erinnere dich daran, dass du in meinem Zimmer, entgegen deiner noch vorhandenen Befürchtung, etwas Angenehmes erlebt hast, und erkenne die Schönheit deiner inneren Bilderwelt. Und wer weiß, vielleicht möchtest du ja der einen oder dem anderen auch etwas von den tollen Bildern schenken… Ich habe gehört, dass diese Sitte bei den Menschen gerade in der Adventszeit viel Freude hervorruft. Wir werden noch oft und viel zusammen malen, so dass der Vorrat an deinen wunderschönen inneren Bildern, die sich dann in Form und Farben ausdrücken unerschöpflich sein wird. Du sollst hier als erstes die Erfahrung machen, dass die Lust am Erschaffen ein kraftvoller und kraftspendender Ausdruck deines Menschseins ist. Lust und Freude ist die Quelle deiner Lebenskraft. Und davon werden wir gemeinsam noch ganz viel erleben.”

Am Abend schreibt Carina in ihr Tagebuch über diesen ganz besonderen Nikolaustag, an dem sie sich froh und erfüllt fühlt – der erste Tag im Raumschiff, an dem sie fast ohne Schmerz und Angst ist.“

Morgen wird die Geschichte fortgesetzt und läuft voraussichtlich bis Weihnachten

Hier geht es zu allen bisher erschienenen Kapitel zu dieser Geschichte, die Joel Mari in der Advents- und Weihnachtszeit erzählt –> Eine utopische Heilungsreise (Märchen) 

5. Eine utopische Heilungsreise: Schuldgefühle und Bedingungslosigkeit


Joel hatte sich für die Weihnachtszeit eine Fortsetzungsgeschichte von wohlwollenden außerirdischen Meistern zum Thema „Macht – Angst – Vertrauen – Hingabe“ für Mari ausgedacht, das er ihr in Form eines Adventskalenders geschenkt hatte.

Mari freute sich, dass die Adventszeit dadurch einen so märchenhaften Zauber erhielt.
Heute am Morgen des 5.Dezembers, öffnete sie nun den vierten Umschlag und ist gespannt auf das nächste Kapitel von Carinas Heilungsreise im Raumschiff der außerirdischer Meister…

Am Morgen nach Carinas kopfloser Flucht vor Ramon erwacht sie durch ein Klopfen an der Tür von Jennifers Zimmer, in dem sie in dieser Nacht geschlafen hat. René steht vor der Tür. Carina erschrickt. Jetzt wird er in seiner Funktion als Kommandant einschreiten und Carina erklären, dass er ihr Verhalten ihrem Meister gegenüber so nicht länger dulden kann. Aber seltsamerweise lächelt er freundlich und schaut sie mitfühlend an…

“Carina, ich komme als Postbote zu dir. Ramon hat mich gebeten, dir etwas aus deinem Adventskalender zu bringen. Übrigens, einen wunderschönen Adventskalenderengel hat er dir da gezaubert.” Mit diesen Worten überreicht er Carina das für den heutigen Tag vorgesehene Papierröllchen, nickt beiden Frauen noch einmal freundlich zu und verlässt Jennifers Zimmer wieder. Carina liest:

Geliebte Carina,
du kannst dir sicher denken,
dass du dich nicht dauerhaft vor mir verstecken kannst.
Liebes, ich verstehe dich in deiner Angst!
Könntest du mir nur ein Fünkchen mehr vertrauen,
würdest du mir jetzt glauben,
dass ich dir den Weg zurück zu mir leicht machen will.
In Liebe Ramon

Nach dem Frühstück, das Jennifer Carina ins Zimmer bringt, hat Jennifer die Idee, mit ihrer verängstigten Freundin auf das Parkdeck zu gehen. “Das Wasser und die Pflanzen dort tun uns sicher gut nach all der Aufregung.” Carina stimmt zu – sie kann sich ja schließlich nicht für alle Zeiten im Zimmer einschließen.

Nach einem wohltuenden Bad dösen beide auf einer Decke und ruhen sich aus. Als Carina sich wieder aufsetzt, schaut sie geradewegs in die Augen Ramons, der sich inzwischen neben sie gesetzt hatte. Verlegen schaut Carina auf ihre Füße. Ramon bestellt Jennifer einen Gruß von René, und dass sie doch bitte zu ihm kommen möge. Scheinbar ohne den flehenden Blick von Carina zu bemerken, springt Jennifer auf und läuft mit einem fröhlichen “Bis nachher, dann!” davon.

Ramon wendet sich nun Carina zu. “Das war eine gute Idee, hierher zu gehen. Die Pflanzen und das Wasser hier haben eine heilsame Wirkung. Hast du das bemerkt?”

Carina starrt ihn an. Was hatte er gesagt? Sie war total verwirrt. Das ist Jennifer?! Und nun sie hier mit ihm? Was soll sie nur sagen? Wie alles erklären?

Da hört sie ihn sagen: “Meinst du nicht Carina, es ist Zeit, dass wir über all die Wirrnisse, die in dir entstanden sind, einmal reden? Wie wär`s, wenn wir heute nachholen, was ich schon gestern vorhatte?”  Heftig schüttelt Carina den Kopf.

“Ich möchte dir mein Zimmer zeigen, Carina. Was ist daran so schlimm?” Da weiß Carina sich keinen anderen Rat mehr, als ihm von dem zu erzählen, was sie von ihrer Zimmernachbarin erfahren hatte. Verständnisvoll hört er ihr zu und rät ihr schließlich, sich einmal umzudrehen. Wie groß ist da Carinas Erstaunen, als hinter ihr die gleiche Frau, die ihr gestern die furchtbaren Horrorgeschichten erzählt hat, neben ihrem Meister auf einer Decke liegt und fröhlich mit ihm lacht.

Damit beginnen sich an diesem Tag Carinas größte Sorgen zu klären. Nach vielem guten Zureden und dem Versprechen, ihr nicht zu nahe zu treten, begleitet Carina Ramon in sein Zimmer, wo sie ein liebevoll gedeckter Tisch mit Tee, Plätzchen und einer Schale voller duftender Früchte erwartet. In einem Sessel schräg gegenüber ihrem nimmt Ramon Platz und ermutigt sie geduldig, endlich mit ihm über all das zu reden, was ihr so große Sorgen bereitet.

Nach und nach rückt Carina mit all ihren Kümmernissen heraus. Als sie spürt, dass kein Spott, kein Ärger, nicht eine Spur von Groll von ihm ausgeht, wird sie nach und nach mutiger. Sie erzählt von ihrer Angst, ihn zu beleidigen, worauf er ihr sagt: “Carina, du kannst mich nicht verletzen! Du hast immer Sorge, meine Gunst zu verlieren, das wird aber niemals geschehen. Du musst nichts tun, um mich freundlich zu stimmen. Du könntest mir diese Plätzchen hier vor die Füße werfen, du kannst tun, was immer du willst, es wird an meiner Haltung zu dir nichts ändern.

Als sie sich bedanken will für seine Bemühungen, zu ihr so freundlich und nett zu sein, erklärt er ihr: “Ich bemühe mich nicht, ein liebevolles Verhalten zu dir an den Tag zu legen. Das alles kostet mich absolut keine Mühe und Anstrengung. Es ist leicht, denn es ist echt. Ich bin liebevoll. Alles, was Mühe kostet, ist unecht und damit nicht wirklich Liebe.”

Immer mutiger geworden erklärt Carina ihm schließlich gerade heraus: “Ich kann diese Liebe aber nicht annehmen, denn ich will kein sexuelles Beisammensein, und das gehört ja wohl bei Männern immer zur Liebe dazu!”

Lange reden sie über dieses Thema… Manches versteht Carina, manches noch nicht, aber sie fühlt immer deutlicher: All das, was er sagt, hat wirklich mit Liebe zu tun, mit einer viel tieferen, umfassenderen, größeren Liebe, als sie sich zur Zeit noch vorstellen kann.

Und schließlich gibt er ihr ein entlastendes Versprechen: “Ich werde dich niemals zum sexuellen Miteinander zwingen, Carina. Auch, wenn du diese Ausdrucksform der Liebe nicht zulässt, was ich übrigens nicht glaube, wirst du nach den 24 Wochen deiner Ausbildung nach Hause zur Erde zurückkehren. Carina, du bist frei zu tun und zu lassen, was du willst. Nichts, was geschieht, bedingungsloskann an meiner Liebe zu dir etwas ändern. Nichts und niemand kann dich von meiner Liebe trennen, nicht einmal du selbst. Egal, was du denkst, sagst oder tust, meine Haltung zu dir bleibt immer gleich. Aber das kannst du erst glauben, bzw. wissen, wenn du es oft und lange genug erfahren hast. Du hast es in den letzten Tagen bereits erlebt, und du wirst es weiterhin so erleben! Ich bin niemals wütend auf dich, böse, beleidigt oder was immer du befürchten magst. Und ich erwarte auch keinen Dank von dir, denn meine Haltung der Liebe tut mir selbst genauso gut, wie dir. Ich tue alles, was ich tue, aus Freude und Liebe, deshalb ist es leicht und mühelos. Indem ich liebevoll zu dir bin, erfreue ich mich selbst. Also, lass frohen Herzens alle Gedanken von Schuld und Undankbarkeit los. Du schuldest mir nichts, hast nichts versäumt, und ich werde von dir niemals etwas zurückfordern, denn alles, was unfreiwillig gegeben wird, täte weder dir noch mir gut. Liebe und Verpflichtung haben nichts miteinander zu tun.”

Dann nimmt er ihren Kopf sanft zwischen seine Hände und haucht einen Kuss so zart auf ihre Stirn, dass er sie kaum berührt.

Nach diesem Gespräch, das Carina entlastet und verwirrt zugleich, geht sie in ihr Zimmer und schreibt alles in ein Tagebuch, das sie heute beginnt. Auf die erste Seite schreibt sie:

Vielleicht ist ja alles ganz anders…

Lange sitzt sie da und schreibt sich alles von der Seele, was sie in den letzten Tagen erlebt hat: ihre großen Ängste, ihre Verwirrung, die vielen Missverständnisse, und schließlich ein leise aufflammendes Fünkchen von Hoffnung, Vertrauen und… ein ganz neues liebevolle Gefühl. Ja, kann das Liebe sein? Kann es wirklich Liebe sein, was sie da alles um sich herum erlebt? Und was ist dieses frohe, leichte Gefühl in ihr?

Als Carina abends im Bett liegt, erlebt sie zum ersten Mal ein ruhiges, fast friedvolles Gefühl und ertappt sich bei der Frage, ob Ramon wohl wieder käme, um ihr eine gute Nacht zu wünschen.

Kurz nachdem sie das gedacht hat, kommt er wirklich zu ihr, setzt sich an ihr Bett und sagt: “Ich freue mich, Carina, dass du mich zum ersten Mal mit einem Lächeln begrüßt, wenn ich in dein Zimmer komme. Es ist gut, wenn vor dem Einschlafen die Gemüter friedvoll und ruhig sind. Wenn du es möchtest, komme ich jeden Abend noch einmal zu dir, um dir eine gute Nacht zu wünschen. Und falls es noch etwas gibt, was dich beunruhigt, können wir das vor der Nachtruhe dann zumindest noch soweit klären, dass du beruhigt schlafen kannst. Was hältst du davon?” Carina nickt zustimmend.

Ganz kurz bevor ihr endgültig die Augen zufallen und sie einschläft, denkt sie noch: ‘Auf der Erde wäre morgen Nikolaustag, aber hier ist ja alles ganz anders. Schade…’

Morgen wird die Geschichte fortgesetzt und läuft voraussichtlich bis Weihnachten

Hier geht es zu allen bisher erschienenen Kapitel zu dieser Geschichte, die Joel Mari in der Advents- und Weihnachtszeit erzählt –> Eine utopische Heilungsreise (Märchen) 

4. Eine utopische Heilungsreise: Panik und Hilfe


Joel hatte sich für die Weihnachtszeit eine Fortsetzungsgeschichte von wohlwollenden außerirdischen Meistern zum Thema „Macht – Angst – Vertrauen – Hingabe“ für Mari ausgedacht, das er ihr in Form eines Adventskalenders geschenkt hatte.

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Mari freute sich, dass die Adventszeit dadurch einen so märchenhaften Zauber erhielt.
Morgens öffnete sie nun den vierten Umschlag, gespannt darauf, wie es mit Carinas Heilungsreise im Raumschiff der außerirdischer Meister weiter gehen wird. Sie liest…

Als Ramon am Nachmittag nach dem Gespräch, für das sie sich inzwischen schämt, noch einmal bei Carina hereinschaut, stellt sie sich schlafend – sie fühlt sich nicht in der Lage, ihm zu begegnen. Leise verlässt er den Raum wieder. Genauso verhält sie sich am Abend, als er ihr eine gute Nacht wünschen will. Sie versucht weiterhin den Kontakt mit ihm zu vermeiden, weil sie keine Möglichkeit sieht ihren Konflikt, den sie mit ihm hat, zu lösen.
Irgendwie spürt sie schon, dass alle es auf diesem Ausbildungsschiff mit ihr gut meinen, ganz besonders Ramon, und sie weiß auch, dass es so nicht weiter gehen kann. Aber sie fühlt sich wie in einem inneren Käfig und weiß nicht, wie sie ihn verlassen kann.

Obwohl sie sich schlafend stellt, setzt sich Ramon zu ihr ans Bett, streichelt ihr lange Zeit sanft über`s Haar, summt dabei eine angenehme ruhige Melodie vor sich hin und vermittelt ihr damit einen Hauch von Erleichterung und Geborgenheit, was ihr schließlich hilft, tatsächlich einzuschlafen.

Sie schläft tief die ganze Nacht hindurch. Am nächsten Morgen geht es ihr jedoch nur geringfügig besser. Sie liest heute folgende Worte von ihm:

Liebe Carina,
verstecke dich nicht vor mir,
wenn du verzweifelt oder traurig bist.
Lass dich von mir halten und trösten in deinem Kummer.
Deine Tränen wollen gesehen und getrocknet werden.
 In Liebe Ramon

Langsam wird ihr dieser Adventskalender unheimlich. Die Botschaften stecken für sie sichtbar schon seit einer Woche darin und passen immer haargenau zu ihrer Situation. Woher konnte er vorher schon gewusst haben, an welchem Tag welche Worte für sie wichtig sind?

Plötzlich wird ihr bewusst, dass er also gemerkt hatte, dass sie nicht wirklich geschlafen hatte, als er bei ihr war. Wieder verstärkt sich ihr Peinlichkeitsgefühl und damit ihre Übelkeit.

So kann das nicht weitergehen’, denkt Carina. ‘Ich verstehe das alles hier nicht so recht, aber ich spüre sein Wohlwollen. Ich will es schaffen, wieder mit ihm zu sprechen.’

Nach dem Mittagessen kommt sie in Kontakt mit der jungen Frau, die das Zimmer neben ihr bewohnt. Und – war in ihr nun schon eine leise Bereitschaft gewachsen – Ramon zu vertrauen, so wird diese sofort wieder restlos zerstört. Denn auch diese Frau ist in großer Verzweiflung. Sie kann über das, was sie bedrückt, nicht konkret sprechen, erklärt Carina aber, dass sich ihr Meister in den ersten Tagen auch sehr sanft und rücksichtsvoll ihr gegenüber gezeigt habe, aber daß er gestern diese “Maske” fallen ließ und sie nun glaube zu wissen, dass all die Freundlichkeit nur am Anfang gewesen sei, um die Frauen zu täuschen. Und so denke nicht nur sie. Auch von einer anderen Frau habe sie bereits das Gleiche gehört. Als Carina vorsichtig erklärt, dass sie ihren Meister bisher als verständnisvoll erlebt habe, lacht ihre Gesprächspartnerin spöttisch und hart und meint: “Du hast dich also genauso hereinlegen lassen wie ich. Warte nur, bis er dich das erste Mal in sein Zimmer bestellt und die Maske fallen lässt!”

Carina wird ganz unruhig, als sie diese Worte hört. “Ich weiß ja nicht, was er dir angetan hat, aber kannst du dich denn nicht an den Kommandanten wenden und ihn um Hilfe bitten? Er scheint mir bisher sehr fair und uns wohlgesonnen zu sein. Er hat zu mir gesagt, wenn es Probleme gibt, können wir uns auch an ihn wenden”, versucht Carina zu helfen. Fassungslos schaut die junge Frau Carina an. “Ja, weißt du denn nicht…? Das ist doch der Schlimmste von allen. Der ist doch ein Sadist! Ich habe von einer Frau gehört, die von einer anderen Frau gehört hat, dass er Jennifer geschlagen hat. Nein! Der hilft uns bestimmt nicht. Ich bin froh, solange ich mit dem nichts zu tun habe. Nein, nein, wir müssen uns damit abfinden, dass wir hier restlos verloren sind!”

Mit diesen Worten lässt sie die fassungslose Carina stehen. Am ganzen Körper zitternd geht Carina in ihr Zimmer. Kurze Zeit später erscheint Ramon bei ihr. “Nun bist du schon zwei Tage an Bord und kennst meinen Raum noch gar nicht. Komm, Carina, ich möchte dir mein Reich zeigen.” Carina erstarrt. In ihr klingen noch die Worte der jungen Frau “Warte nur, bis er dich das erste Mal in sein Zimmer bestellt”.  Eine Welle von Panik jagt durch ihren Körper. Ramon geht einen Schritt auf sie zu, um ihr seine Hand auf ihre Schulter zu legen. Diese Geste aber erscheint Carina wie eine Bedrohung. ‘Nur weg’, denkt sie, und wie von Furien gehetzt stürzt sie an ihm vorbei, rennt, so schnell sie kann, die Gänge hinunter, ohne nach links und rechts zu sehen – nur weg! Völlig außer Atem bleibt sie irgendwann stehen, blickt sich hastig um, kann aber niemanden hinter sich sehen. ‘Er ist nicht da’, denkt sie erleichtert. Dann schaut sich um. ‘Wo bin ich hier eigentlich? Ich bin einfach nur gerannt und habe dabei ganz die Orientierung verloren. Egal – ich bin hier erst einmal in Sicherheit. Nein, niemals werde ich seinen Raum betreten!’

Nachdem sie sich eine Weile ausgeruht hat und wieder zu Atem gekommen ist, beginnt sie nachzudenken. ‘Was soll ich nun tun? Ich kann ja nicht ewig hier im Gang hocken…’, als sie plötzlich Schritte hört. Erneut schießt die Panik durch ihren Körper, doch dann sieht sie, dass es nur eine Schülerin ist. Carina fragt die Vorbeikommende, wo sie sich hier eigentlich befände?

Die beiden Schülerinnen kommen ins Gespräch. Carina erzählt kurz, wie sie hier her gekommen ist. Voll Mitgefühl und Anteilnahme bietet die andere Carina an, erst einmal mit zu ihr zu kommen und sagt hilfsbereit: “Hier im Gang wirst du eher gefunden, als in meinem Zimmer.” Carina ist etwas erleichtert, erst einmal zu wissen, wohin sie jetzt gehen kann, und einen Menschen gefunden zu haben, in dessen Nähe sie keine Angst hat.

Erst viel später wird Carina erfahren, dass Ramon es war, der diese Schülerin zu Carina geschickt hatte, mit der Bitte sich um sie zu kümmern. Auch, dass es sich hierbei um die    angeblich so gepeinigte Jennifer handelt, weiß sie noch nicht.

Jennifer bietet der völlig verstörten Carina an, sich in ihrem Bett erst einmal auszuruhen. Später könnten sie dann gemeinsam versuchen, eine Lösung zu finden. Aber erst einmal musste Carina  zur Ruhe kommen und neue Kräfte sammeln.

Zum Abendessen geht Carina nicht mit. Jennifer bringt ihr einen liebevoll zusammengestllten Teller mit leichten leckeren Speisen mit und erzählt: „Bitte, sag Carina einen lieben Gruß von mir. Es ist in Ordnung, wenn sie erst einmal bei dir bleibt. Ich werde euch nicht stören. Carina soll sich bei dir von mir ungestört wissen – auf jeden Fall erst einmal für den heutigen Tag. Sag ihr, sie soll nicht verzweifeln, das alles ist kein Drama.”

Angstvoll hört Carina den Gruß ihres Meisters. Jennifer betrachtet nachdenklich und voll Mitgefühl ihre vor Angst bebende neue Freundin und bietet ihr schließlich an, bei ihr auf der Couch schlafen zu können, bis sie eine Lösung gefunden haben werden. Liebevoll nimmt sie Carina in die Arme und sagt leise in ihr Ohr: “Dann bist du in deiner Angst nicht so allein.” Carina nimmt das liebe Angebot dankbar an. Fast fühlt sie sich ein bisschen geborgen, als sie am Abend auf Jennifers Couch liegt. Endlich hat sie hier einen Menschen gefunden, zu dem sie ein Gefühl von Vertrauen hat. So schläft sie schließlich nach diesem anstrengenden Tag ein wenig erleichtert ein.

Morgen wird die Geschichte fortgesetzt und läuft voraussichtlich bis Weihnachten

Hier geht es zu allen bisher erschienenen Kapitel zu dieser Geschichte, die Joel Mari in der Advents- und Weihnachtszeit erzählt –> Eine utopische Heilungsreise (Märchen) 

01c Eine utopische Heilungsreise: Unerwartetes Verständnis

Bei Mari – der Meister erzählt Mari innerhalb ihres Rollenspiels ein utopisches Märchen, eine Fortsetzungsgeschichte von wohlwollenden außerirdischen Meistern zum Thema „Macht – Angst – Vertrauen – Hingabe“

Joel (der die Meisterrolle inne hatte innerhalb des gemeinsamen Rollenspiels mit Mari) hatte sich für die bald beginnende Vorweihnachtszeit eine Märchengeschichte ausgedacht, die in einer fiktiven Zukunft angesiedelt war und von einer Heilungsreise in einem Raumschiff mit außerirdischen Meistern handelte. Nachdem Mari sich auf ihrer behaglichen Couch in seinen einladend geöffneten Arm gelehnt hatte, erzählte er das bereits in den letzten Tagen begonnene Märchen weiter:

„Nach Carinas missglückter Flucht vor den außerirdischen Meistern, bei denen sie – wie alle Menschen in dieser Phase der Machtübernahme – eine Ausbildungsreise antreten sollte, wurde sie an Bord des für sie zuständigen Raumschiffes gebracht, auf dem ihre Ausbildungsreise stattfinden sollte. Als sie an Bord des Meisterschiffes war, zitterte sie am ganzen Körper und die Gedanken an die Gerüchte über die Außerirdischen, die zwar Menschengestalt angenommen hatten, aber ungeahnte Fähigkeiten und dadurch große Macht über die Menschen hatten, schnürten ihr die Kehle zu. In ihrer Panik konnte sie kein Wort herausbringen. Immerhin hatte sie ihre Lage durch diese ganze Fluchtaktion verschlimmert und rechnete nun mit harter Strafe und gnadenlosem Vorgehen dieser Meister.

Sie ließ in angstvoller Starre den Dingen ihren Lauf. Was würden diese Männer nun mit ihr machen?

Bald kam ihr Ausbilder, der sich als „Meister Ramon“ vorstellte, in Begleitung des Kommandanten ihres zuständigen Ausbildungsraumschiffes, „Meister René“, zu ihr. Die beiden spürten schnell, dass Carina zu diesem Zeitpunkt unfähig war zu einem Gespräch. Verständnisvoll und mitfühlend schauten sie Carina an, die die Wärme ihrer Augen jedoch – gefangen in ihrer Angst – nicht wahrnehmen konnte. Im Gegenteil, in ihr zog sich alles noch mehr zusammen in diesen bangen Schweigeminuten, die ihr wie eine Ewigkeit erschienen.
Endlich brach Meister René das Schweigen: ”Du hast große Angst, nicht wahr, Carina?”
Sie konnte nichts sagen.
“Du musst jetzt nichts antworten. Ich glaube…”, und damit wandte er sich seinem Kollegen zu, “deine Schülerin braucht noch eine Zeit der Vorbereitung, Ramon, was meinst du?”
Ramon nickte zustimmend. Wieder zu Carina gewandt sagte René: “Du wirst jetzt einige Tage Vorbereitungszeit noch auf der Erde haben, zusammen mit deinem Meister. Und dann sehen wir uns wieder hier in meinem Raumschiff. Nur Mut, Carina! Bis bald.”

Ohne zu verstehen, was nun geschehen sollte, stand Carina wie ein kleines Häufchen Unglück ihrem Ausbilder gegenüber und wagte nicht, ihn anzuschauen. Der kam langsam näher, legte ihr sehr sanft eine Hand auf die Schultern und erklärte ihr: “Wir werden jetzt zur Erde zurückkehren und dort ein paar Tage in meinem Haus zusammen verbringen. Da haben wir Zeit, uns in Ruhe kennenzulernen, und du kannst dich ein bisschen an mich gewöhnen. Ich nehme an, auf deinem Heimatplaneten wirst du dich zunächst etwas sicherer mit mir fühlen, als auf unserem Raumschiff, vor dem du ja anscheinend große Angst hast.”

Völlig verwirrt und überrascht von dem unerwarteten Verständnis schaute Carina ihren Ausbilder kurz an. Der fing ihren Blick auf und nickte ihr lächelnd zu. “Pass auf, Carina, es wird alles ganz anders, als du jetzt noch glaubst.”

Morgen wird die Geschichte fortgesetzt und läuft voraussichtlich bis Weihnachten

Hier geht es zu allen bisher erschienenen Kapitel zu dieser Geschichte, die Joel Mari in der Advents- und Weihnachtszeit erzählt –> Eine utopische Heilungsreise (Märchen) 

01a Eine utopische Heilungsreise: ein Märchen wird angekündigt

Bei Mari – Ein Märchen kommt ins Spiel

Joel, der bereits in ihrem heutigen Rollenspiel seine Meisterrolle inne hatte, saß auf einem Sessel, als Mari mit zwei Wassergläsern ihr Wohnzimmer betrat. 
„Mari, in der kommenden Zeit möchte ich, dass die Couch immer ausgezogen ist, dass wir Platz haben, es uns bequem zu machen.“ 

„Ja, okay…“antwortete Mari und begann, das Sofa auszuziehen.

„Prima, das hast du gut gemacht. Komm, lass es uns gleich darauf gemütlich machen.“
Unerwartet griff er um ihre Taille und zog sie auf die Couch , so dass sie halb liegend halb sitzend in seinem Arm landete. „So und jetzt kuschel dich einfach an mich an, und genieße es.“
Mit der anderen Hand strich er ihr sanft über die Wange.
Nach der ersten Schrecksekunde konnte sich Mari tatsächlich einigermaßen in seinem Arm entspannen.

2Kerzen mit Geigenspielerin_Engel„In einer Woche ist erster Advent“, begann er das Gespräch, „und ich habe mir etwas für uns einfallen lassen.“

Neugierig schaute Mari ihn an. „Die Weihnachtszeit ist für mich in jedem Jahr eine besondere Zeit“, bekannte sie.

„Das dachte ich mir fast“, lächelte Joel, „und deshalb denke ich, wir sollten diese Zeit nutzen, um es uns gemeinsam gut gehen zu lassen und all das, was du in den letzten Wochen erlebt hast, ein wenig zu festigen. Ich möchte im Dezember nicht viel Neues an dich heran tragen, denn du hast viel erlebt, und es sollte auch Zeit geben dafür, dass es sich setzen kann und wir mit all dem und miteinander noch vertrauter werden. Deshalb habe ich mir für diese Zeit etwas ganz besonderes ausgedacht. Wir werden uns gemütlich aneinander kuscheln, und ich werde dir eine Fortsetzungs-Geschichte erzählen, die ich mir in letzter Zeit für dich ausgedacht habe.“

„Ohh, das ist ja eine tolle Überraschung!“ freute sich Mari.

„Und  bevor du mir die Frage stellst, worum es in der Geschichte geht“, Joel zwinkerte, „erzähle ich dir schon mal etwas davon: 

„Au ja, danke!“ Mari kuschelte sich tiefer in seinen Arm hinein…

01a

„Es handelt sich um eine utopische Geschichte, die in einer vielleicht gar nicht soooo fernen Zukunft spielt. Und es geht – wie könnte es anders sein – um Themen wie „Macht, Angst, Vertrauen, Hingabe…“ Er drückte Maris Hand. „Die Hauptperson in der Geschichte ist eine ängstliche Frau, nennen wir sie Carina. Und was meinst du, wovor sie sich besonders fürchtet?“ fragte er Augen zwinkernd.

„Hm… vielleicht vor der Nähe mit Männern… vor Autoritäten… vor neuen Erfahrungen… davor Fehler zu machen…?“ Mari sah ihn etwas verlegen, und gleichzeitig interessiert an.

„Ja, das war wohl nicht so ganz schwer zu erraten“, lächelte Joel. „Und sie wird in eine Situation hinein geraten, in der sie sowohl mit einem Mann als auch mit viel Neuem konfrontiert werden wird, und in der sie anfangs einen deutlichen Fehler gemacht hat.“

„Oh, das wird spannend“, meinte Mari und spürte, wie sich ihr Herzschlag beschleunigte. „Erzähl doch noch etwas mehr darüber.“

„Überhaupt wird die ganze Menschheit mit viel Neuem konfrontiert werden, denn so, wie es bisher war, konnte es nicht mehr weiter gehen. Die Probleme auf der Erde werden so groß, dass es in meiner Vorstellung in diesem Märchen eine ganz besondere Art von Hilfe geben wird: Hilfe aus dem All von außerirdischen Wesen, die in ihrer geistigen, gefühlsmäßigen und technischen Entwicklung den Menschen weit überlegen sind. Etliche Menschen hatten Gedanken abgesendet, mit denen sie um Unterstützung gebeten haben, weil sie nicht mehr wussten, wie sie das drohende Unheil, das auf Erden sich schon lange anbahnte, abwenden konnten. Und dieser Hilferuf wird von diesen wohlwollenden, intelligenten Wesen, die ich mal “Meister des Lichts” nennen will, empfangen. Sie folgen ihm, verkörpern sich in menschlicher Gestalt, um für die Menschen auch physisch erfahrbar zu werden, und landen mit Raumschiffen auf allen Kontinenten, überall auf Erden.

Mantra Erde

Es ist für sie ein Leichtes, kraft ihrer sehr hohen mentalen, technischen, und spirituellen Entwicklung die Weltregierung zu übernehmen. Ihr Ziel ist es, eine emotionale, körperliche und spirituelle Heilung für die gesamte Menschheit einzuleiten.
Für diesen ganzheitlichen Entwicklungsprozess haben sie für jeden Menschen eine Art Ausbildungs- und Heilungsreise vorgesehen – mit einem jeweils eigenen persönlichen Ausbilder, der gleichzeitig Lehrer, Seelsorger, Heiler und Freund sein wird. Das können natürlich auch Ausbilderinnen sein.

Für viele Menschen wird diese Machtübernahme durch die Außerirdischen natürlich sehr angstbesetzt sein. Die meisten können erstmal nicht glauben, was die Meister und Meisterinnen ihnen persönlich und auch durch die Medien immer wieder erklären: nämlich, dass sie mit hilfreichen Absichten den gebeten vieler Menschen gefolgt sind, und dass sie ihre Macht in Liebe gebrauchen würden.

Diese Meister wissen, dass es einige Zeit dauern wird, bis die Menschen gelernt haben werden, ihnen zu vertrauen. Manche von ihnen lebten übrigens schon lange Zeit unerkannt auf der Erde, meist als Lehrer, Ärzte, Therapeuten, Seelsorger und Berater, um von innen heraus heilsame Impulse zwischen die Menschen zu bringen. Sie werden sich dann auch zu erkennen geben und helfen beim Aufbau von Vertrauensbeziehungen. Das wird ein großes Erstaunen, als bekannt wird, wie viele von ihnen schon lange Zeit auf der Erde in menschlichen Körpern mit großer Bewusstheit, tiefer Liebe und immensen Einsatz heilend auf die Menschen ihres Umfelds gewirkt haben und weiter wirken werden. Dazu gehören viele bekannte Lehrer und Heiler…“

Joel beugte sich etwas vor, sah Mari an und fragte: „Na, wie findest du die Rahmenhandlung? Hättest du Lust, in diese Geschichte einzusteigen und zu erfahren, wie es Carina mit all dem Neuen geht?!“

„Oh ja! Das ist ja spannend!“ antwortete Mari aufgeregt und fügte etwas nachdenklich hinzu: „Obwohl ich nicht glaube, dass die Lösung unserer Probleme von außen kommen kann und wird.“ 

„Das glaube ich so auch nicht wirklich,“ antwortete er, „aber der Gedanke gefiel mir und eignet sich gut zu unserem gemeinsamen Thema „wohlwollende Macht“. Es ist einfach nur ein Märchen – so wie eins aus tausend und einer Nacht, nur dass es eben in der Zukunft spielt…“

„Ich bin gespannt, wie das Märchen weiter geht…“ Mit diesen Worten umarmte sie spontan ihren Meister und flüsterte ein leises „Danke für diese tolle Idee!“ in sein Ohr. 

Morgen wird die Geschichte fortgesetzt und läuft voraussichtlich bis Weihnachten

34. Eine heilende Übung (4) – Das innere Kind erhält Hilfe

 

Bei Joel: Mari hilft ihrem inneren Kind

Nach einem langen Gespräch, das Mari in ihrer inneren Welt mit ihrer alten Sportlehrerin führte, das Vergebung und Veränderung zur Folge hatte,  nahm Joel, der für sie wieder einmal die Meisterrolle verkörperte, sie an die Hand, und beide gingen gemeinsam auf die andere Seite der alten Turnhalle ihrer Kindheit. Dort stand das kleine Linchen, das verschüchterte Kind, das Mari damals war.

Joel empfahl ihr: „Nun geh zu deiner Kleinen und sag ihr, dass sie ab sofort keine Angst mehr haben muss!“

Sie folgte seinem Impuls gern und sagte zu ihr: „Mein liebes kleines Mädchen, du brauchst jetzt keine Angst mehr haben! Frau Schmidt tut dir nichts mehr, und wenn du willst kannst du jetzt mit mir kommen, ich bin deine große Mari, die die du geworden bist viele Jahre später, und wenn du willst kannst du sofort aus dem Sportunterricht aussteigen und mit mir mitkommen in die Zeit, die für dich noch Zukunft ist. Dann machen wir es uns schön, willst du? 

Nachdenklich meinte Linchen:“Ja schon, aber… wir können doch die Mutti nicht alleine lassen in der alten Zeit.“
Einen Moment überlegte Mari, dann kam ihr eine Idee: „Weißt du was, mein Schatz, der Teil von dir, der jetzt ganz voller Kraft und Mut geworden ist, kann in der alten Zeit bleiben, und einen lebendigen schönen Sportunterricht bei der inzwischen gütigen Frau Schmidt miterleben, die nie mehr ihre Schüler quält, sondern ihnen hilft und ihnen Mut macht. Und ein anderer Teil von dir, der Gefühlsbereich, der noch ängstlich und schüchtern ist, kann mit mir kommen in meine Gegenwart, was hältst du davon?“

Das fand Linchen toll! Plötzlich stand ihre Mutti an der Tür von der Turnhalle und holte das nun stark gewordene, mutige Linchen ab, die ihr ganz happy von dem erzählte, was gerade geschehen war, während das  kleine ängstliche Linchen von Mari liebevoll umarmt wurde. Sie würde sich gut um ihren kleinen  ängstlichen Gefühlsteil kümmern, versprach sie sich selbst und Linchen.

Dann trug sie ihr inneres Kind zurück in die Zeit, in der sie jetzt lebte.  Linchen hatte ihren Kopf ganz fest an die Schulter ihrer großen Mari gedrückt und wurde von ihr sicher und liebevoll  gehalten. Joel beobachtete Mari dabei und bemerkte, wie ihre Augen ganz feucht wurden. 

„Wie geht es dir, Mari? fragte er leise:

„Ich bin so berührt, das fühlt sich so gut und so wahr an gerade…“, antwortete sie ihm mit geschlossenen Augen.

„Mari, atme noch einmal die Kraft der Wiese, der Sonne, des Waldes und des Wassers ein. Du warst sehr, sehr stark gerade! Nun wird sich das kleine ängstliche Linchen ganz geborgen bei dir fühlen, und dadurch wirst du dich auch insgesamt verändern. Du wirst dir mehr zutrauen und dich neuen Herausforderungen und Abenteuern leichter zuwenden können – und du wirst kraftvoller für dich eintreten können!“

Mari atmete tief und hatte einen Arm um ihren Oberkörper gelegt, worin sie in ihrer Vorstellung das kleine Linchen trug. So lief sie, begleitet von ihrem Meister, durch den Wald und über die Wiese ihrer inneren Landschaft.

„Nun stehen wir zu dritt auf der Wiese Mari, nimm noch einmal die Kraft die von ihr ausgeht tief in dich hinein.“ 

Mari nahm noch einige tiefe Atemzüge.

Joel sprach weiter: „Spüre das Gewicht des kleinen Linchen in deinem Arm und fühle die neu gewonnene Kraft, die deine alte Sportlehrerin dir hat zufließen lassen.“

Mari nickte. Ja, sie fühlte sich herrlich gestärkt nach dieser langen inneren Reise.

„Und bist du bereit, dich jetzt zurück zu bewegen in deine aktuelle Zeit?
Bereit, ins JETZT zu gehen Mari? Bereit diese Übung zu beenden?“

Mari nickte lächelnd

„Dann behalte dein Linchen  im Arm. Nimm ein paar tiefe Atemzüge und atme dich ins JETZT hinein. Du bist mit ihr zurück, wenn du deine Augen öffnest.“

Mari nahm noch einige tiefe Atemzüge und öffnete ihre Augen. Ihr Meister saß nahe bei ihr – ihr direkt gegenüber. Seine Hand lag noch immer entspannt auf ihrer Hand.  
Erstaunt sah sie ihn an.

„Ganz entspannt weiter atmen, Mari, willkommen zurück!“ sagte er leise.

Sie nickte, noch ganz bewegt von all dem, was sie eben erlebt hatte.  „Danke, vielen Dank, Meister!“

„Wo ist das kleine Linchen jetzt?“

„Sie sitzt noch auf meinem Schoß.“

„Dann nimm sie fest in deine Arme,“ sagt der Meister und nahm seine Hand langsam weg.

Mari drückt das fiktive Linchen mit beiden Armen liebevoll an ihr Herz.

„Nun stell dir vor, wie die Energie von Linchen in dich hinein fließt und ihr eins werdet. Wann immer du mit Linchen reden willst oder etwas mit ihr unternehmen, kommt sie wieder einzeln  als dein kindlicher Teil in dein Bewusstsein,“ erklärte ihr Joel.

Das gelang Mari leicht.

„Du hast dieses Übung mit einer unglaublichen Kraft ausgeführt und etwas ganz Wertvolles in das Hier und Jetzt zurück geholt,“ erklärte er ihr anerkennend. „Wie geht es dir jetzt, Mari?“

„Ich bin so sehr dankbar, dass du diese Reise mit mir gemacht hast. Ich fühle mich erschöpft, aber auch stark. Vielen vielen Dank, Meister, und entschuldige bitte, dass ich vorher diese Übung nicht machen wollte, weil ich nicht wusste, worum es ging. Da wäre mir echt was verloren gegangen, wenn ich sie nicht gemacht hätte. Ich hätte dir viel mehr vertrauen sollen!“

Es ist schön, dass du das nun so siehst, Mari, darüber freue ich mich.“ Joel lächelte.
„Erinnerst du dich, dass du noch einen Fehler von vorhin auszugleichen hast? Möchtest du das tun?“

„Ach ja, daran hatte ich gar nicht mehr gedacht…“ Erschrocken zuckte Mari zusammen, sagte aber entschlossen: „Ja, Meister, ich bin bereit, den Fehler auszugleichen.“

„Gut Mari! Ich möchte, dass du in den nächsten Tagen für Linchen ein kleines Willkommensgeschenk besorgst oder es selbst machst. Wirst du das tun?“

Marie entspannte sich wieder: „Das will ich gerne tun, so gerne! Danke für diese wunderbare Strafe!“

„Das Spiel ist vorbei“, sagte der Meister lächelnd.

Geschrieben von Rafael und Miriam

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