112. Die freundliche Hand

Spät abends – Maria bekommt eine Mail von Frank

Guten Abend, liebe Maria, 
ich denke gerade an unser Treffen heute.
Es war schön zu hören, wie du die Wärme meiner Hand auf deinem Kopf genießen konntest und sie wie einen Strom empfunden hast, der durch deinen ganzen Körper fuhr.
Angeregt davon  (in der Fantasie ist ja alles möglich)   möchte ich dir meine geistige Hand gedanklich schenken – zunächst einmal für diese Nacht. Und sollte dir diese Vorstellung gefallen, auch für weitere Nächte. Stell dir einfach vor, meine Hand ist bei dir, wo immer du sie haben möchtest.
Ich habe ihr den Auftrag gegeben, sich heute Nacht dorthin zu legen, wo du es willst.Kind in Hand 2
Vielleicht magst du ja deinen Kopf in sie hinein legen?
Sie würde ihn ganz behutsam in sich bergen, und er könnte sich in ihr total sicher und geborgen fühlen. Aber ob du das möchtest oder nicht, entscheidest du selbst – in jedem Moment neu.
Sie soll sich ganz nach deinen Wünschen richten, und ich bin zuversichtlich, dass sie  gehorchen wird.
Leg sie dir also gedanklich dorthin, wo du es willst, und wenn sie sich nach einem Weilchen woanders hin bewegen soll, dann wird sie das tun – sie folgt ganz deinen Wünschen und dem, was dir gut tut –  in jedem Moment…
Meine Hand wird nur das tun, was du selbst wirklich willst – das ist der Auftrag, den ich ihr gegeben habe.        

Eine gute Nacht, in der du dich geborgen und behütet fühlst,
wünscht dir mit lieben Grüßen
Frank             

Mit einem geborgenen Gefühl schlief Maria heute ein und ihr letzter Gedanke war… ich freue mich auf die nächste Begegnung mit Frank….

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87. Wer bin ich, wer sind wir – ohne unsere Rollen?

Bei Mari – Joel und Mari treffen sich zum ersten Mal „einfach so“

Kann man eigentlich noch aufgeregter als aufgeregt sein? fragte sich Mari am Morgen des vereinbarten Besuches von Joel, der diesmal – so wie sie es sich gewünscht hatte – nicht als Meister, sondern „einfach so“ – unabhängig von ihrem Deal  „Englisch-Unterricht als Ausgleich für  Vertrauens- und Machtspiele“ zu ihr kam.
Heute würde es keine vorher vereinbarten Rollen geben. Auch das fühlte sich – neben allem anderen – verunsichernd für Mari an. Wer bin ich, wenn ich nicht bin, wie ich sonst bin in unserem Miteinander? fragte sie sich. Was will ich? Was kann ich? Was werden wir tun miteinander? Hoffentlich fällt mir irgendetwas zu sagen ein. Denn nun liegt die Gesprächsführung ja nicht nur bei ihm. Hoffentlich findet er mich nicht langweilig, wenn ich einfach nur ich selber bin…
Socher Art Gedanken gingen zu Hauf durch Maris Kopf. Und wenn alle Sorgen und Unsicherheiten für einen Moment still waren, flackerte ein Hauch von Freude auf – bis die Verunsicherungs-Gedanken wieder kamen und schließlich beide Pole Vorfreude und angstvolle Aufregung einen beunruhigenden Tanz tanzten im Kopf und im Bauch von Mari, so dass es ihr heute sogar schwer fiel etwas zu essen, so flau war ihr im Magen.

Ob ich, wie in letzter Zeit auch, die Couch ausziehe oder nicht? fragte sie sich bereits zum zehnten Mal.  Diesmal war es ja  nicht so vereinbart… Sie hatte keine diesbezügliche Vorgabe erhalten. Wenn ich fühlen möchte, wie es sich anfühlt, Joel nahe zu sein, wie ich es ihm ja schon geschrieben habe, dann wäre allerdings mehr Fläche dazu sicher bequemer

Ja, ich werde die Couch aufklappen, entschied sie.

Schließlich war es soweit und Joel klingelte, trat ein, nahm sie zur Begrüßung in den Arm und ging dann erstmal ins Bad.
Mari setzte sich etwas nervös in die hinterste Ecke der Couch.
Fröhlich betrat er das Wohnzimmer, setzte sich zu ihr und legte seinen Arm um ihre Schulter.

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Ob er spürt, WIE unsicher und aufgeregt ich mich fühle? fragte sie sich und sah ihn an. Konnte sie in seinem Gesicht etwas finden, das ihr Auskunft darüber gab, was in ihm vorging…?
Er schaute sie offen an,  freundlich wie sie ihn auch sonst kannte.
„Ich fand es gemütlicher und praktischer, ein bisschen mehr Fläche zu haben“, erklärte sie. Joel bestätigte das: „Da hast du gut mitgedacht, Mari.“

Dann nahm er ihre Hand und bewegte sie sanft, streichelte sie, bog sie, hob sie hoch und bewegte sie in der Luft weiter. Es begann ein Tanz ihrer beider Hände, der sich gut anfühlte…

Mari begann sich etwas zu entspannen. Es war still zwischen ihnen, während sie die Aufmerksamkeit auf die Hände richteten. Als Joel ihre Hand wieder los ließ, zog er Mari etwas fester in seine Arme. Mari atmete tief… Das fühlte sich gut an. Sie konnte diese intensive Nähe gut annehmen, merkte sie erstaunt. Ja, sie fühlte sich sogar sicher in diesen starken Armen. Als hätte sie schon sehr lange Sehnsucht danach gehabt, so gehalten zu werden…  Joel strich ihr wohltuend über den Rücken. Ganz bewusst achtete sie auf jede Bewegung, auf jeden Millimeter, den seine Hände weiter wanderten. Leise sagte er zu ihr: „Du weißt, du kannst jederzeit Stopp sagen, ich werde mich sofort danach richten.“

Mari nickte… und fragte: „Ja, ich weiß, aber ich hätte Angst, dich damit zu frustrieren.“

„Nein, das brauchst du nicht, Mari, ganz sicher nicht!“ beruhigte er sie. „Mir macht es Freude, wenn es dir gut geht mit dem, was wir hier tun. Das ist mir das aller wichtigste!

Joels Hände begannen ganz langsam auf ihrem Rücken zu wandern – mal mit etwas mehr Druck, mal ganz zart, was kleine Schauer in ihr auslöste. Langsam, ganz langsam, um ihr jederzeit die Gelegenheit zu geben, Stopp zu sagen, bewegte er seine Hand über ihren Körper. Mari war höchst wach und beobachtete seine Bewegungen und die Gefühle, die sie in ihr auslösten aufmerksam. Zwischendurch tauchten immer mal wieder Zweifelstimmen in ihr auf, ob das jetzt in Ordnung sei. Und immer wieder schickte Mari die Botschaft nach innen: Alles okay, ganz ruhig – wir dürfen das!

Langsam rutschte Joel mit ihr tiefer auf der Couch, in eine halb liegende Position. Sie nahm es wahr und ließ es zu – immer wieder ganz bewusst nach spürend, will / kann ich da noch mitgehen? Sie wollte und sie würde achtsam mit ihren körperlichen Signalen umgehen und nichts zulassen, wobei sie spürte, dass ihre Körperzellen noch nein sagten. Und sie wollte darauf vertrauen, dass Joel wirklich meinte, was er sagte, dass es für ihn tatsächlich in Ordnung sei, wenn sie ihre Grenzen rechtzeitig und deutlich aufzeigte. Und wie zur Bestätigung ihrer Gedanken flüsterte er ihr ins Ohr: „Alles in Ordnung? Zeig mir oder sag mir, wenn was nicht geht. Ich will, dass es dir gut geht!“

„Danke, Joel, ja, es ist alles in Ordnung“, antwortete sie ihm leise. Ein Weilchen hielt er sie ganz einfach nur fest in seinen Armen und sie genoss diesen   Halt, den ihr seine Arme vermittelten. Noch ein Stückchen tiefer rutschte er mit ihr, und langsam setzten seine Hände die Wanderung fort, immer mal wieder kleine Schauer auslösend, die er mit Freude wahrnahm.
Auch dass sie schließlich ihre Bluse auszog, freute ihn, zeigte es ihm doch, dass sie sich sicher und wohl genug dazu fühlte, von sich aus einen kleinen Schritt zu tun.

Millimeter um Millimeter wanderten seine Hände nun auch unter ihre Kleidung. Als er jedoch an ihrer Brust angelangt war, schüttelte sie leicht den Kopf und nahm seine Hand, um sie in eine andere Richtung zu lenken. Sie war erstaunt, wie schnell und wie leicht er sich in diesem Moment von ihr führen ließ. Sein leise geflüstertes: „Ja, okay!“ bestätigten das.

Wieder einmal hielten sie inne, als er spürte, dass sie sich bei ihm fester hielt als vorher.  In diesem Moment fühlte sie sich gefordert, bewegt, beklommen, etwas ängstlich, aber nicht so ängstlich, dass sie dieses wundervolle Erlebnis abbrechen wollte. Sie war über sich selbst erstaunt. Ja, sie wollte… sie wollte… wollte sie tatsächlich? Ja, sie wollte….!
Wir dürfen das geschehen lassen und genießen, redete sie wieder gedanklich ihren inneren Stimmen zu, die sie immer wieder einmal zwischendurch Zweifel fühlen ließen, ob diese ganze Situation so in Ordnung war. Wie gut, dass Joel ihr Zeit ließ, nach innen zu spüren, und dass er ihr mit seiner Umarmung Sicherheit vermittelte.

Ja, er wollte und er würde ihr den Halt geben, den sie brauchte, um sich auf dieses für sie so wackelige und gefährlich erscheinende Land des Neuen einlassen zu können…. Als seine Hand sich wieder bewegte, fühlte sie wieder, dass sie damit einverstanden war, dass es aufregend schön war… Aber dann, als er langsam ihren Rock hochschob und seine Hand langsam weiter wanderte, war es genug. Das spürte sie ganz deutlich und nahm seine Hand dort weg. Er nickte und zog als Zeichen, dass er verstanden hatte, ihren Rock wieder  hinunter.

Wieder hielt er sie ganz fest und flüsterte „Alles in Ordnung! Ich hab verstanden… Wir wollen nichts überstürzen.“

Er hielt sie noch ein Weilchen in den Armen bis Mari sich wieder entspannen konnte… Dann fragte er: „Wie wäre es, wenn wir uns jetzt gemütlich einen Film anschauen? Ich hab ein paar DVDs zur Auswahl mitgebracht.“

„Überrascht und erfreut nickte Mari. „Welch schöne Idee! Gerne!“ 

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Quelle des Glücks…

Ein Ding von außen, dass dich für eine Stunde, wenn du Glück hast, gut fühlen lässt und für dass du früher oder später einen hohen Preis bezahlst, führt dich weg vom wahren Glück, weil es ja so easy ist, einfach was zu schlucken… Oder zu trinken… Oder was Gutes zu genießen… Oder einen Papa zu haben, der dich über alles liebt und für den du die Prinzessin bist… Einen Freund, der dich auf Händen trägt… „

„Oh, Mann…“, sagte Marie frustriert. „Das klingt so, als ob alles Gute in dieser Welt schlecht wäre.“

„Nein, aber man muss sich darüber im Klaren sein, dass diese Dinge auch wieder verschwinden können. Können. Nicht müssen! Es ist Blödsinn, sich auf diese vergänglichen Dinge zu stützen. Du kannst sie genießen, solange du sie hast, aber du kommst auf Dauer nicht umhin, nachdem zu suchen, was ewig bleibt, verstehst du was ich meine?“

„Das heißt, das Pendant sitzt innen und ist das wahre Ziel des Menschen?“

Heaven lächelte. Es war seltsam. Sie sah ihn nicht. Aber sie wusste sicher, dass er lächelte.

„Ja“, sagte er sanft. Es gibt ein Glück, das innen sitzt… Und… Es ist das einzige, wofür es sich zu leben lohnt. „

Aus dem Buch „Live chat – Sag mir, wer du bist“ von Subina Giuletti

Zufälligerweise heißt die Protagonistin dieses Buches auch Marie – allerdings mit „ie“ im Gegensatz zu „unserer“ Mari (ohne „e“) hier in der Geschichte mit Joel.

Und ich denke dazu:


Dieses Glück zu finden,
die Quelle tief in mir,
mich damit zu verbinden –
DAS ist es – dafür bin ich hier!


Die ganz eigenen Wege zu finden und zu vertiefen, die Verbundenheit mit der Quelle zu fühlen,
wünscht euch, ihr lieben Gäste hier im Blog

eure Miriam

P.S. Für mich ist einer dieser Wege, Geschichten zu schreiben, die mich in meiner inneren Welt der Fantasie stellvertretend durch die Geschichtenfiguren in allen Ungewissheiten und Herausforderungen Liebe und Güte fühlen lassen.

Wenn jemand von euch von seinem / ihrem Weg, dieses innere Quelle zu finden und zu spüren, erzählen möchte, würde ich mich über einen Austausch hier im Kommentarfeld sehr freuen.




78. Ein Ostergeschenk

Bei Joel – die Herausforderung findet einen wohltuenden Ausklang

Joel hatte Mari mit zwei Osterkörbchen voller bunter Eier überrascht. In einem Körbchen gab es Eier, die mit einer Herausforderung verbunden waren, und im anderen waren Eier, die je ein Geschenk für sie beinhalteten.

Nachdem Mari mit Angst, aber auch langsam wachsendem Vertrauen durch eine herausfordernde, aber von Joel gut unterstützte Übung, in der ihr die Hände hinter dem Stuhl gefesselt worden sind, gegangen war, meinte er zu ihr: „So, wir haben noch eine zweite Runde!“
„Ach so??? Noch mal???“ fragte sie erstaunt. Dabei war sie doch gerade so erleichtert, dass sie ihre Fessel-Erfahrung, die diesmal deutlich fester war, als beim Mal davor, überstanden hatte.

Joel erinnerte sie lächelnd:
„Na… es gibt doch noch ein zweites Ei!“
„Ach ja! Mari fasste sich an den Kopf, und ihr Blick fiel auf das gelbe Osterei, das noch unausgewickelt auf dem Tisch lag. 
 „Aufmachen und vorlesen“, sagte er Augen zwinkernd.
Neugierig wickelt sie das gelbe Papier ab, strich es glatt und las vor: „Du darfst dir von mir etwas wünschen.“
Er strahlte sie an: „Ein Hauptgewinn!“

Fragend schaute sie ihn an. „Was für eine Art Wunsch darf ich denn äußern? „
„Ich würde sagen, bis auf Geld so ziemlich alles“, sagt er grinsend.
„Na das ist ja wirklich wie das große Los! “ bestätigt sie lächelnd
Er lachte. „Und? Was darf es sein?“
„Ich wünsche mir… Ich wünsche mir… eine Kopf-, Nacken-, und Schultermassage von dir.“
„Da hast du aber gleich richtig zugegriffen“, meinte er schmunzelnd. „Dann setz dich bitte auf den Stuhl…- oder….“
Joel überlegte… „Was würdest du davon halten, wenn ich dir die Massage am Ostersonntag gebe?“

Mari nickte. „Das ist eine gute Idee! Dann wartet auf mich zu Ostern etwas, worauf ich mich einfach nur freuen kann.“

„Genau!“ bestätigte Joel. „Heute haben wir ja schon einiges erlebt, und am Sonntag ist mehr Ruhe – auch innere Ruhe in dir. Damit ist das Spiel für heute beendet. Lass uns jetzt einfach noch ein bisschen gemütlich auf der Couch sitzen und Musik hören…“ So fand diese heftige Herausforderung einen ruhigen und harmonischen Ausklang.

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Am Sonntag setzte sich Mari dann nach einem gemütlichen gemeinsamen Osterkaffee auf jenen Stuhl, auf dem sie zwei Tage vorher zu Karfreitag so schwierige Gefühle gehabt und bewältigt hatte.

„Gibt es heute einfach nur eine Massage von dir?“ wollte sie vorher wissen, „ohne… äh…“

Joel lächelte: „Ja, ohne…! Ohne irgendetwas, was sich für dich schwierig anfühlen könnte! Keinerlei Herausforderungen! Heute feiern wir Ostern und wollen es uns einfach nur gut gehen lassen. Das Spiel beginnt.“
Mit diesen Worten krempelte er sich seine Ärmel hoch und legte seine Hände sanft auf ihre Schultern.

„Ach ist das schön, deine Hände auf meinen Schultern zu spüren, und diesmal nicht dabei gefesselt zu sein“, freute sie sich.

Mit sanftem Druck begann er, ihr die Schultern zu massieren. Mari schloss die Augen und nahm diese angenehmen Berührungen dankbar war. Seine Hände kneteten und massierten wohltuend den hinteren Teil der Schulter. Dabei wanderten sie leicht hin und her.

Mari dachte dabei: Welch Geschenk! Ist das toll, dass jetzt etwas geschieht, das einfach nur schön ist, ohne mit irgendeiner Angst oder Herausforderung verbunden zu sein.

Seine Daumen massierten den Nackenansatz. Dort tat es ihr besonders gut. Sie spürte wie ihre Nackenmuskulatur langsam weicher wurde.
Er nahm wahr, wie sie reagierte und erhöhte ganz leicht den Druck so weit wie es noch angenehm war. Seine Finger massierten nun den Nacken. Dabei gab sie leise , wohlige Laute von sich. Oh, war das schön!
Die Finger strichen den Nacken auf und ab, und dadurch dass sie ihre Herausforderung ja schon seit Freitag hinter sich hatte, konnte sie diese Massage gerade ganz besonders genießen.

Nun ließ er seine Fingerspitzen über ihren Kopf gleiten und massierte sanft die Kopfhaut
Hmm, ist das schön… Der Kopf entspannte sich fühlbar unter den mit sanftem Druck langsam kreisenden Bewegungen seiner Finger, die auf diese Weise langsam über den ganzen Kopf wanderten.

Das fühlte sich an, als würde die Kopfhaut sich weiten und der ganze Druck, der sich vorhin angestaut hatte, durch alle Poren langsam und stetig nach außen fließen und in ihrem Kopf entstand eine wunderbare Leere. Ganz langsam reduzierte er den Druck, glitt immer langsamer durch die Haare, und schließlich löste er allmählich seine Finger von ihrer Kopfhaut, so sacht, dass sie noch ein Weilchen das Wohlgefühl seiner Massage spüren konnte.
Dann nahm er seine Hand ganz weg.

„Und? Wie war es?“ fragte er lächelnd.
„Das war wunder-, wunderschön, Joel, „ich danke dir! Und dadurch dass die Herausforderung schon vorbei war, konnte ich es besonders gut annehmen und genießen. „

„Weißt du, das waren in diesem Jahr ganz besondere Ostertage. Der Meister hat mich echt durch Berg und Tal geschickt zu Karfreitag und Ostersonntag.

„Ja, das waren zwei sehr unterschiedliche Überraschungen“, bestätigte Joel.

„Es wäre interessant, was in den anderen Überraschungen gewesen wäre. Darf ich die Zettel nun abwickeln?“ fragte Mari interessiert

„Nein!“ sagte er streng, aber lachend.
Sie grinste: „Ehrlich gesagt, das dachte ich mir auch schon!“

Dann wurde sie still und schaute nachdenklich auf die Osterkörbchen. „Diese beiden Erfahrungen passen irgendwie auch zu Ostern, überlegte sie… Das Fesseln, die Angst und die Bewegungslosigkeit zu Karfreitag – und die wunderschöne Massage war ein richtiges Ostergeschenk.“

Er lächelte: „Siehst du, am Ende wird immer alles gut. Frohe Ostern, Mari!“
Sie stand von ihrem Stuhl auf und umarmte ihn: „Frohe Ostern, Joel!“

Geschrieben von Raffael und Miriam

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Liebe lesende Gäste,
FROHE , MAGISCHE OSTERN mit wachsendem Mut und Vertrauen für alles Neue, was sich lebendig und gut anfühlt, wünschen euch von Herzen
Mari, Joel, Raffael und Miriam

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46. Die Schöne und das Biest

Bei Joel – Eine schöne Überraschung

Mari war auf dem Weg zu Joel an diesem Tag leider etwas spät dran. Das steigerte ihre ohnehin schon immer vorhandene Aufregung, wenn sie ihm begegnete.
Eigentlich neigt er ja nicht dazu, schnell verärgert zu sein, versuchte sie sich zu beruhigen.

Es dauerte einen Moment bis der Summer erklang, und Mari eilte die Treppe hinauf. Joel empfing sie schon vor der Tür. Er trug eine legere schwarze Hose und ein schwarzes T-Shirt. Warum er wohl heute ganz in Schwarz gekleidet war?

Er bat sie, voraus zu gehen – und noch während sie an ihm vorbei ging und ihm daher zwangsläufig nahe war, flüsterte er ihr ins Ohr: „Das Spiel beginnt.“ 

„Nanu,“ entgegnete sie spontan, „heute so ganz ohne Vorgespräch?“ Kaum war die Frage ausgesprochen, wurde ihr bewusst, dass sie es ja nun schon mit dem Meister zu tun hatte, und nun schon ihre Regel galt, keine vermeidbaren Fragen zu stellen, eine Regel, die ihr schon manches Mal schwer gefallen war, einzuhalten. Und in letzter Zeit gab es für Regelverletzungen auch Sanktionen.
Mist, dachte sie – gleich zu Anfang reingerasselt
Ihr Blick fiel durch die offene Tür ins Wohnzimmer. Das Sofa war aufgeklappt… In dieser Form erinnerte es sie an ein früheres Spiel. An dem Tag war er ja auch schwarz gekleidet. Und dann war die unangenehme Aufforderung gekommen, sie solle sich entkleiden und auf das aufgeklappte Sofa legen. Die Erinnerung an diese Situation und die damit verbundenen Gefühle taten ihr in der jetzigen Situation, in der sie ja auch noch eine Strafte aufgrund der vermeidbaren Frage zu erwarten hatte, gar nicht gut.

Am liebsten wäre Mari gegangen, aber als sie sich umdrehte, stand Joel zwischen ihr und der Tür, so dass es in diesem Moment nicht möglich war zu gehen. Ihr Angst-Muster war aktiviert.  Joel, der das spürte, ging einen Schritt zurück.

Er sah ihr sanft in die Augen. Hatte er die Frage vielleicht gar nicht als solche bemerkt? Doch dann kam der gefürchtete Satz von ihm: „Mari, ich glaube, das war eine Frage.“

Maris Herz klopfte… „Entschuldigung, das kam einfach zu plötzlich“, stammelte sie. 

„Bist du bereit, deinen Fehler auszugleichen?“ fragte er ruhig.

In Mari tobte es hin und her… Warum nur fiel es ihr mal leichter und mal schwerer, im Vertrauen zu bleiben? Es war ihr beim letzten Mal ja schon leichter gefallen, seine kleinen Sanktionen annehmen zu können… Unglücklich schaute sie auf den Boden. Sie wäre ja sowieso schon bei dem Anblick der ausgezogenen Couch  gerade am liebsten gegangen, und nun auch das noch! Sollte sie einfach gehen und die ganzen heiklen Situationen, die mit diesen Machtspielen entstanden waren, hinter sich lassen? Er würde sie bestimmt nicht daran hindern. Andererseits  hatte es auch wunderschöne Situationen gegeben und sie hatte sich lange nicht so lebendig gefühlt wie in letzter Zeit… Und sie hatte sich ja eigentlich vorgenommen, künftig Strafen als Ausgleichmöglichkeit anzunehmen… Das alles ging ihr durch den Kopf.

Joel, der ihre Zerrissenheit bemerkte, erklärte ihr freundlich:  „Weißt du, ich hatte einen netten gemütlichen Abend geplant, aber es braucht jetzt ein ganz kleines Entgegenkommen von dir, dass wir damit beginnen können – bist du damit einverstanden?“

Sie redete sich selbst gut zu… und schließlich traf sie eine Entscheidung, nahm allen Mut zusammen und sagte: „Ja, ich bin bereit.“

„Ich freue mich sehr, Mari! Ich habe in der Küche etwas vorbereitet, das zu unserem Abend gehört, und ich bitte dich, es zu holen und ins Wohnzimmer zu bringen. Würdest du das tun?“

„Ja natürlich! Ist das bereits der Ausgleich? Oder kommt der noch?“

„Ist das noch eine Frage?“
 
„O Mist! Entschuldigung! ich bin irgendwie so… durcheinander… Tut mir echt leid!“
 
„Würdest du nun in die Küche gehen?“
 
„Ja, selbstverständlich!“ Mari ging in die Küche und kämpfte mit den Tränen. Musste heute aber auch von Anfang an alles schief gehen?!

Sie hörte Joel von draußen sagen: „Ok, du wirst schon sehen, was ich meine… In der Küche sind zwei kleine Tellerchen mit Schokolade und Keksen vorbereitet.

In der Küche nahm sie erst einmal ein paar tiefe Atemzüge, wischte sich die Tränen aus den Augen und trug dann die Tellerchen ins Wohnzimmer. Was würde jetzt geschehen… War das schon die Sanktion oder würde sie noch kommen? Würde sie nun doppelt bestraft werden? War er ungehalten, weil sie gleich noch eine Frage gestellt hatte?  Sie erinnerte sich daran, dass Joels „Strafen“ bisher nicht schlimm oder gar schmerzhaft waren. Wirklich schwer auszuhalten war für sie nur das peinliche Gefühl, das damit einher ging. Konnte sie es sich nicht endlich abgewöhnen, in den Spielen Fragen zu stellen und sich damit in schwierige Situationen zu bringen… 

Schließlich ging sie zögerlich mit den beiden Tellerchen ins Wohnzimmer.

Joel saß auf einer Seite der ausgezogenen Couch, aufrecht, mit dem Rücken an der Wand, ganz entspannt und deutet auf die beiden Schemel links und rechts vom Sofa. Aha, dort sollte sie die Nasch-Tellerchen wohl hin stellen. Und wenn sie falsch lag?

Dann würde er es sagen und nichts würde geschehen, flüsterte ihre innere Stimme ihr zu. 

Langsam verstand sie sich selbst. Sie stellte immer wieder Fragen, um zu vermeiden, korrigiert zu werden, was eigentlich gar kein Problem war. Nur gegen bekannte Regeln zu verstoßen wurde von ihm sanktioniert. Es war noch niemals zum Problem geworden, wenn sie etwas falsch verstanden hatte… 

Mach es dir gemütlich Mari, ich habe eine Überraschung für uns“, Joel riss sie aus ihren Gedanken.

Soll ich mich jetzt neben ihn auf die Couch setzen oder auf den Sessel, fragte sie sich und ärgerte sich gleichzeitig über sich selbst, dass jede noch so kleine Unsicherheit sie derart belastete.

Joel ging zum Fernseher und legte eine DVD ein, während er lächelnd an Mari vorbei ging und in ihr Ohr flüsterte: „Die zweite Frage vorhin habe ich schon wieder vergessen. Und alles andere ist nun erledigt.“ Dabei zwinkerte er freundlich mit den Augen, nahm sie bei der Hand und zog sie mit sich auf die Couch. Mari nickte erleichtert und setzte sich neben ihn.

Zu ihrer Freude erklang eine beschwingte Walt-Disney-Melodie aus dem Film Die Schöne und das Biest. Wie jetzt… einfach nur miteinander einen Film schauen – wie schön war DAS denn?!

Mari lehnte sich neben Joel an die Wand, an die er aufrecht zwei dicke Kissen gelehnt hatte. 

„Lass uns heute einfach einen gemütlichen Abend machen, Mari, okay?“

Erleichtert nickte Mari: „Oh ja, sehr gerne!“

Tatsächlich entspannte sie sich mit der Zeit mehr und mehr, und beide folgten der Filmhandlung. Zuweilen summten sie bei den Liedern mit, und Mari lehnte sich ohne darüber nachzudenken an den geöffneten Arm von Joel. So entspannt hatte sie sich innerhalb der Spiele noch nie gefühlt.

Als dann allerdings die DVD zu Ende war, und ihr bewusst wurde, wie nahe sie an den Meister angekuschelt war in einer halb sitzenden, halb liegenden Position, rückte sie vorsichtig wieder ein Stück ab von ihm.
„Danke, dass du mich mit einem so schönen Film überrascht hast,“ sagte sie leise.

Joel – noch immer in der Meisterrolle – lächelte: „Freut mich, dass es dir gefallen hat, Mari. Was meinst du, weshalb ich genau diesen Film gewählt habe? Hast du eine Idee?“

„Vielleicht, weil die Angst der Schönen vor dem Biest sich als unbegründet heraus stellte?“ vermutete sie.

„ich freu mich, dass du meine Botschaft, die in dem Film versteckt war, erkannt hast! Du hast dich vorhin so schön bei mir angelehnt und entspannt in meinem Arm gesessen, ja fast haben wir ja gelegen… Hast du jetzt, ohne den Film, auch den Mut, noch einmal näher zu kommen?“

Mari zögerte… Ja, es war eigentlich schön gewesen, in seinem Arm zu sein, selbst wenn es eine fast liegende Haltung war. Sie rückte auf ihn zu, und er legte ganz zart wieder einen Arm um ihre Schulter. „Das ist schön…“ flüsterte er. „Ich weiß, dass dieser – im Gegensatz zu vorhin – bewusste Schritt, mir von dir aus näher zu kommen, nicht ganz leicht war. Danke für dein Vertrauen. Weißt du Mari, ich versuche mein Möglichstes, um es dir leichter zu machen in deiner Angst, die dich manchmal noch so belastet. Und wenn dabei ein Märchen hilft – dann bette ich eben auch schon mal einen kleinen neuen Schritt  in ein Märchen ein. Und selbst ohne Märchen bist du eben gerade ganz mutig gewesen!“ Dann drückte er sie nochmal ganz kurz und das Spiel war beendet.

Joel meinte zu ihr: „Jetzt kannst du noch ein bisschen bleiben oder auch nach hause gehen, wie du möchtest, Mari.“

„Ich würde gern noch ein wenig in deinem Arm bleiben, wenn das okay ist…?“

„Und WIE das okay ist!“ lachte er.  

„Das war richtig schön heute, bekannte sie leise. „Wenn ich nur vorher den Anfang nicht so vermasselt hätte!“ 

„Was hast du vermasselt, Mari? Gar nichts! Ist es nicht ein richtig schöner Abend geworden? Denk an unsere wichtigste Regel: Fehler dürfen sein! Und auch die kleinen liebenswerten Regelverstöße sind doch dazu da, dir immer wieder neu die Gelegenheit zu geben, dass du die Erfahrung machen kannst, dass es nicht schlimm ist, Fehler zu machen, dass dir keiner böse ist deshalb und du sie leicht wieder ausgleichen kannst – im Gegensatz zu dem, was du als Kind erlebt hast. Dazu dienen meine kleinen Strafen: Dein Unterbewusstsein wird nach und nach lernen, dass nach einem kleinen „Schreckmoment“ des Erkennens und durch deine Bereitschaft, die vom Meister gegebene Ausgleichshandlung anzunehmen, alles ganz schnell wieder vorbei sein kann. Du selbst hast es damit in der Hand, dass direkt danach alles schon wieder losgelassen wird, als wäre es gar nicht geschehen. Na und heute war doch dein Meister sogar so großzügig und hat deine zweite kleine Frage gleich wieder vergessen…“ Er schmunzelte, zog Mari ein wenig fester in seinen Arm – und sie ließ es dankbar geschehen. Mit ihm fiel es ihr doch wesentlich leichter, die Körpernähe zuzulassen und sogar schon etwas zu genießen… 

„Danke für den schönen Abend“, flüsterte sie, „und danke, dass du dir so viele Gedanken um mich machst…“

Geschrieben von Rafael und Miriam

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