107. Beim Führen geführt sein (Frank + Maria)

Frank meldet sich mit einer Chat-Nachricht zurück

In den Tagen und Wochen, nachdem Maria (Maris Freundin) Frank kennengelernt hatte und beide besprochen hatten, sich privat näher kennenlernen zu wollen,  wanderten ihre Gedanken oft zu ihm.  Er war der erste Mann in ihrem Leben, dem sie erzählt hatte von ihrer Faszination am Thema „Führen und Führen lassen“ und von ihrem Wunsch, zu spüren wie es ist, die Verantwortung für begrenzte Zeit mal abzugeben.
Er war anschließend gleich einige Wochen beruflich verreist, und es gab keinen Kontakt zwischen ihnen.

Je mehr Zeit verging, umso unsicherer fühlte sie sich, ob es richtig gewesen war, ihm, den sie ja kaum kannte, davon etwas mitzuteilen. Es hatte sich einfach so ergeben und sie hatten angedacht, sich in privatem Rahmen zu treffen, um eventuell davon etwas zu erleben…
Wie sollte das gehen, wo sie mit so vielen inneren Grenzen, Ängsten und Schamgefühlen zu kämpfen hatte?
Was hatte dieser Mann an sich, dass sie sich ihm so spontan anvertraut hatte?
Je länger er weg war, umso öfter  und stärker stellte sie in Frage, ob er sich überhaupt wieder bei ihr melden würde.

Und dann – ganz plötzlich und schließlich doch unerwartet, obwohl sie täglich darauf gewartet hatte – ploppte eine Nachricht von ihm auf:

Hi, Maria, hier ist Frank. Wollt mich zurück melden. War ja ne lange Zeit. Wie geht es dir ?

Oh, Hallo Frank, schön von dir zu lesen. Mir geht’s soweit gut, danke der Nachfrage. Ehrlich gesagt, ich war mir inzwischen schon gar nicht mehr sicher, ob und wie unser Kontakt weiter geht. Hmm… möchtest du denn überhaupt noch, dass wir uns treffen?

Ja sicher doch! So schnell wie möglich…

Ich bin auch gespannt, hab gar nicht so rechte Vorstellungen, wie das gehen könnte.

Brauchst du auch nicht! Mach dir keinen Kopf!
Wir haben ja schon etwas darüber geschrieben. Hoffe, dass wir Schritt für Schritt einiges von unseren Fantasien umsetzen. Bissel Erfahrung hab ich ja.

Magst du mir ein bisschen davon erzählen? Ich habe überhaupt keine Erfahrung damit. Und dass ich überhaupt mit einem Mann zusammen war, ist auch schon lange her…

Ja gerne. Diese Dominanz auszuleben ist schon seit einiger Zeit wieder mein Wunsch, was aber nichts mit Respektlosigkeit oder gar Gewalt zu tun hat, im Gegenteil, es geht mir darum, dein Vertrauen zu gewinnen.

Da bin ich schon mal froh, das zu lesen. Weißt du, ich bin da nicht so schnell und so offen, wie ich gerne wäre, trage einige Ängste und Unsicherheiten in mir.

Mach dir keine Gedanken, damit werden wir in aller Ruhe umgehen.
Weißt du, ich gestalte und führe gern, und bin mir dabei gewahr, dass ich im Führen selbst geführt werde von einer inneren Instanz, der ich schon lange vertraue und der ich mich wiederum hingebe. Deshalb könnte ich vorher nie sagen, wie eine Session ablaufen wird, weil ich die Impulse aus dem Inneren immer erst im gemeinsamen Zusammenspiel empfangen werde.

Diese Führung aus dem Inneren kenne ich auch, Frank. Allerdings… in Situationen, in denen ich mich unsicher fühle, nehme ich diese Impulse nicht so leicht wahr.  

Wie fühlt sich diese Instanz in deinem Inneren, aus der heraus du dich manchmal geführt fühlst, an, Maria?

Immer irgendwie gütig, weise, klar und liebevoll – oft mit Ansätzen, auf die ich vorher nicht gekommen wäre. Aber sie kann manchmal in aller Liebe auch ziemlich fordernd sein.

Kannst du mich lächeln fühlen? Genau so fühlt meine innere Quelle sich nämlich auch an – das hast du wunderbar beschrieben! Und diese Art von Führung, die durchaus auch manchmal fordernd sein kann, aber immer mit Liebe geschieht, werde ich verbal und körperlich zum Ausdruck bringen in meiner Art der Dominanz. Gerade bekomme ich übrigens einen Impuls: Ich glaub beim nächsten Treffen sollten wir beginnen, unsere Körper gegenseitig kennen zu lernen.

Da klopft schon mein Herz, bin ziemlich aufgeregt.Herz_orange

Aufgeregt bin ich auch. Das gehört eben dazu.

Schön, dass es mir nicht alleine nur so geht.

Aufregung macht uns doch herrlich lebendig! 
Ich könnte Dienstag Nachmittag – wie sieht es da bei dir so aus?

Ja, Dienstag Nachmittag habe ich auch Zeit… Weiß aber noch nicht, wie weit ich da gehen kann und will.
Ich hab noch ne Frage zu deiner Art von „Dominanz“…

Ja, immer raus damit!

Was bedeutet das für mich? Erwartest du von mir, dass ich immer tue und mit mir machen lasse, was du willst?

Nein! Das ist ein Geben und Nehmen. Und eben auch ein Führen und Führen lassen. Es ist alles offen. Es gibt kein absolutes Muss.

Das beruhigt mich etwas.

Denk nicht so viel drüber nach, Maria. Aber ich weiß auch, das ist leichter gesagt als getan.  
So, ich muss wieder was tun. Freue mich riesig auf Dienstag. Wir können ja noch schreiben bis dahin. Und wenn du Fragen hast, einfach raus damit.

Okay, ich melde mich bei dir, wenn Fragen kommen. Bis Dienstag dann. Ich bin wahnsinnig aufgeregt…

Ich freue mich auf dich – mit allen Gefühlen, die auch immer da sind! Hab einen schönen Tag, Maria!

Dankeschön! Du auch, Frank!

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87. Wer bin ich, wer sind wir – ohne unsere Rollen?

Bei Mari – Joel und Mari treffen sich zum ersten Mal „einfach so“

Kann man eigentlich noch aufgeregter als aufgeregt sein? fragte sich Mari am Morgen des vereinbarten Besuches von Joel, der diesmal – so wie sie es sich gewünscht hatte – nicht als Meister, sondern „einfach so“ – unabhängig von ihrem Deal  „Englisch-Unterricht als Ausgleich für  Vertrauens- und Machtspiele“ zu ihr kam.
Heute würde es keine vorher vereinbarten Rollen geben. Auch das fühlte sich – neben allem anderen – verunsichernd für Mari an. Wer bin ich, wenn ich nicht bin, wie ich sonst bin in unserem Miteinander? fragte sie sich. Was will ich? Was kann ich? Was werden wir tun miteinander? Hoffentlich fällt mir irgendetwas zu sagen ein. Denn nun liegt die Gesprächsführung ja nicht nur bei ihm. Hoffentlich findet er mich nicht langweilig, wenn ich einfach nur ich selber bin…
Socher Art Gedanken gingen zu Hauf durch Maris Kopf. Und wenn alle Sorgen und Unsicherheiten für einen Moment still waren, flackerte ein Hauch von Freude auf – bis die Verunsicherungs-Gedanken wieder kamen und schließlich beide Pole Vorfreude und angstvolle Aufregung einen beunruhigenden Tanz tanzten im Kopf und im Bauch von Mari, so dass es ihr heute sogar schwer fiel etwas zu essen, so flau war ihr im Magen.

Ob ich, wie in letzter Zeit auch, die Couch ausziehe oder nicht? fragte sie sich bereits zum zehnten Mal.  Diesmal war es ja  nicht so vereinbart… Sie hatte keine diesbezügliche Vorgabe erhalten. Wenn ich fühlen möchte, wie es sich anfühlt, Joel nahe zu sein, wie ich es ihm ja schon geschrieben habe, dann wäre allerdings mehr Fläche dazu sicher bequemer

Ja, ich werde die Couch aufklappen, entschied sie.

Schließlich war es soweit und Joel klingelte, trat ein, nahm sie zur Begrüßung in den Arm und ging dann erstmal ins Bad.
Mari setzte sich etwas nervös in die hinterste Ecke der Couch.
Fröhlich betrat er das Wohnzimmer, setzte sich zu ihr und legte seinen Arm um ihre Schulter.

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Ob er spürt, WIE unsicher und aufgeregt ich mich fühle? fragte sie sich und sah ihn an. Konnte sie in seinem Gesicht etwas finden, das ihr Auskunft darüber gab, was in ihm vorging…?
Er schaute sie offen an,  freundlich wie sie ihn auch sonst kannte.
„Ich fand es gemütlicher und praktischer, ein bisschen mehr Fläche zu haben“, erklärte sie. Joel bestätigte das: „Da hast du gut mitgedacht, Mari.“

Dann nahm er ihre Hand und bewegte sie sanft, streichelte sie, bog sie, hob sie hoch und bewegte sie in der Luft weiter. Es begann ein Tanz ihrer beider Hände, der sich gut anfühlte…

Mari begann sich etwas zu entspannen. Es war still zwischen ihnen, während sie die Aufmerksamkeit auf die Hände richteten. Als Joel ihre Hand wieder los ließ, zog er Mari etwas fester in seine Arme. Mari atmete tief… Das fühlte sich gut an. Sie konnte diese intensive Nähe gut annehmen, merkte sie erstaunt. Ja, sie fühlte sich sogar sicher in diesen starken Armen. Als hätte sie schon sehr lange Sehnsucht danach gehabt, so gehalten zu werden…  Joel strich ihr wohltuend über den Rücken. Ganz bewusst achtete sie auf jede Bewegung, auf jeden Millimeter, den seine Hände weiter wanderten. Leise sagte er zu ihr: „Du weißt, du kannst jederzeit Stopp sagen, ich werde mich sofort danach richten.“

Mari nickte… und fragte: „Ja, ich weiß, aber ich hätte Angst, dich damit zu frustrieren.“

„Nein, das brauchst du nicht, Mari, ganz sicher nicht!“ beruhigte er sie. „Mir macht es Freude, wenn es dir gut geht mit dem, was wir hier tun. Das ist mir das aller wichtigste!

Joels Hände begannen ganz langsam auf ihrem Rücken zu wandern – mal mit etwas mehr Druck, mal ganz zart, was kleine Schauer in ihr auslöste. Langsam, ganz langsam, um ihr jederzeit die Gelegenheit zu geben, Stopp zu sagen, bewegte er seine Hand über ihren Körper. Mari war höchst wach und beobachtete seine Bewegungen und die Gefühle, die sie in ihr auslösten aufmerksam. Zwischendurch tauchten immer mal wieder Zweifelstimmen in ihr auf, ob das jetzt in Ordnung sei. Und immer wieder schickte Mari die Botschaft nach innen: Alles okay, ganz ruhig – wir dürfen das!

Langsam rutschte Joel mit ihr tiefer auf der Couch, in eine halb liegende Position. Sie nahm es wahr und ließ es zu – immer wieder ganz bewusst nach spürend, will / kann ich da noch mitgehen? Sie wollte und sie würde achtsam mit ihren körperlichen Signalen umgehen und nichts zulassen, wobei sie spürte, dass ihre Körperzellen noch nein sagten. Und sie wollte darauf vertrauen, dass Joel wirklich meinte, was er sagte, dass es für ihn tatsächlich in Ordnung sei, wenn sie ihre Grenzen rechtzeitig und deutlich aufzeigte. Und wie zur Bestätigung ihrer Gedanken flüsterte er ihr ins Ohr: „Alles in Ordnung? Zeig mir oder sag mir, wenn was nicht geht. Ich will, dass es dir gut geht!“

„Danke, Joel, ja, es ist alles in Ordnung“, antwortete sie ihm leise. Ein Weilchen hielt er sie ganz einfach nur fest in seinen Armen und sie genoss diesen   Halt, den ihr seine Arme vermittelten. Noch ein Stückchen tiefer rutschte er mit ihr, und langsam setzten seine Hände die Wanderung fort, immer mal wieder kleine Schauer auslösend, die er mit Freude wahrnahm.
Auch dass sie schließlich ihre Bluse auszog, freute ihn, zeigte es ihm doch, dass sie sich sicher und wohl genug dazu fühlte, von sich aus einen kleinen Schritt zu tun.

Millimeter um Millimeter wanderten seine Hände nun auch unter ihre Kleidung. Als er jedoch an ihrer Brust angelangt war, schüttelte sie leicht den Kopf und nahm seine Hand, um sie in eine andere Richtung zu lenken. Sie war erstaunt, wie schnell und wie leicht er sich in diesem Moment von ihr führen ließ. Sein leise geflüstertes: „Ja, okay!“ bestätigten das.

Wieder einmal hielten sie inne, als er spürte, dass sie sich bei ihm fester hielt als vorher.  In diesem Moment fühlte sie sich gefordert, bewegt, beklommen, etwas ängstlich, aber nicht so ängstlich, dass sie dieses wundervolle Erlebnis abbrechen wollte. Sie war über sich selbst erstaunt. Ja, sie wollte… sie wollte… wollte sie tatsächlich? Ja, sie wollte….!
Wir dürfen das geschehen lassen und genießen, redete sie wieder gedanklich ihren inneren Stimmen zu, die sie immer wieder einmal zwischendurch Zweifel fühlen ließen, ob diese ganze Situation so in Ordnung war. Wie gut, dass Joel ihr Zeit ließ, nach innen zu spüren, und dass er ihr mit seiner Umarmung Sicherheit vermittelte.

Ja, er wollte und er würde ihr den Halt geben, den sie brauchte, um sich auf dieses für sie so wackelige und gefährlich erscheinende Land des Neuen einlassen zu können…. Als seine Hand sich wieder bewegte, fühlte sie wieder, dass sie damit einverstanden war, dass es aufregend schön war… Aber dann, als er langsam ihren Rock hochschob und seine Hand langsam weiter wanderte, war es genug. Das spürte sie ganz deutlich und nahm seine Hand dort weg. Er nickte und zog als Zeichen, dass er verstanden hatte, ihren Rock wieder  hinunter.

Wieder hielt er sie ganz fest und flüsterte „Alles in Ordnung! Ich hab verstanden… Wir wollen nichts überstürzen.“

Er hielt sie noch ein Weilchen in den Armen bis Mari sich wieder entspannen konnte… Dann fragte er: „Wie wäre es, wenn wir uns jetzt gemütlich einen Film anschauen? Ich hab ein paar DVDs zur Auswahl mitgebracht.“

„Überrascht und erfreut nickte Mari. „Welch schöne Idee! Gerne!“ 

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84. Darf ich bitten?

Bei Joel – Führen lassen

Mari hatte eine ziemlich anstrengende Woche hinter sich und freute sich darauf, zusammen mit Joel wahrscheinlich auf ganz andere Gedanken zu kommen

Als sie eintrat, nahm sie wahr, dass die Möbel alle an die Wand geschoben waren.

„Ups, hier sieht es ja heute so anders aus…“ wunderte sie sich
„Komm herein“, sagte er zu ihr, und dann dimmte er das Licht. Leise flüsterte er ihr ins Ohr: „Das Spiel beginnt.“
Mari stand etwas unschlüssig im Zimmer – eine sanfte Klaviermusik erklang. Sie hüllte Mari ein in eine angenehme, besondere Stimmung.
Er kam auf sie zu, lächelte. „Darf ich bitten?“ fragte er und hielt ihr beide Hände hin.
Überrascht ging auch sie einen Schritt auf ihn zu und ergriff seine Hände.

Sich an den Händen haltend schwangen sie etwas zur Musik. Ein leises Lächeln entstand auf Maris Zügen, sie fühlte sich ganz seltsam berührt von der Musik und diesem sanften hin und her Schwingen mit Joel.
Mit leichtem Druck begann er, sie durch das Zimmer zu führen. Es war ein ganz eigenartiges Gefühl, sich so durch den Raum zu bewegen, aber irgendwie schön… fand Mari. Er dreht sie sorgsam links und rechts herum, führte sie tanzend durch den Raum.
Erst noch ziemlich kontrolliert, möglichst nichts falsch zu machen, aber nach einem kleinen Weilchen schon sorgloser begann sie die Situation zu genießen. Bald wurden die Bewegungen etwas schwungvoller. Mari hatte Freude daran – das war deutlich zu spüren. Nach und nach fühlte sie sich immer leichter.

„Und jetzt, Mari, schließ bitte deine Augen“, kam freundlich die Aufforderung von Joel.
„Oh, okay…“ Mari folgte seiner Anweisung, fühlte sich sofort unsicher und stolperte etwas, doch er hielt sie fest, gab ihr Halt.
Es war ihr etwas peinlich, dass sie jetzt nicht den Rhythmus hatte halten können und gestolpert war.
„Sorry“, sagte sie zu ihm.
„Psst. Nichts passiert“, sagte er und führte sie nun vorsichtiger durch den Raum.

Sie ließ die Augen zu, obwohl sie ab und zu den Impuls widerstehen musste zu blinzeln.
Es war irgendwie ein schönes Gefühl, von ihm durch den Raum geführt zu werden, allerdings wollte sie nicht noch einmal stolpern, so setzte sie nächsten Schritte sehr vorsichtig. Es gelang, und sie gewann wieder an Sicherheit, atmete etwas langsamer und kam wieder zur Ruhe.

Als beide den Rhythmus wieder hatten, wurden die Schritte größer, die Bewegungen runder… und es fühlte sich in Mari lockerer an als davor. Sie vermochte wieder, die Freude an der Bewegung und der Musik gemeinsam mit Joel zu fühlen.

Es war eine ganz neue, unerwartete Erfahrung, spannend und sehr hingegeben an seine Führungsimpulse und an die Musik. Nichts anderes war mehr in ihrem Kopf, nur diese Erfahrung, die sich mit jedem Schritt ausdehnte.

Nun begann er den Abstand zwischen ihnen zu verringern. Mari kam ihm entgegen und mit jeder Drehung verringerte sich der Abstand.

Dadurch dass Mari die Augen geschlossen hatte, konnte sie das ja nicht sehen, aber sie fühlte deutlich die sich intensivierende körperliche Nähe. Sein rechter Arm griff nun direkt an ihre Hüfte.
Sie spürte es, und empfand es als angenehm. So führte er sie weiter. Dann berührte er mit dem anderen Arm ihre Hüfte.
Sie fühlte sich einerseits durch die geschlossenen Augen etwas unsicher, spürte aber andererseits auch den Halt, den er ihr gab – eine Gefühlsmischung, die sie berührte und von innen heraus bewegte.
Bald kam er noch etwas näher. Seine Hand glitt etwas mehr auf ihren Rücken. Sie fühlte seine Nähe nun sehr intensiv… Es war ein faszinierendes und irgendwie angenehmes Gefühl. Inzwischen war nur noch ein kleiner Spalt zwischen ihnen. So tanzten sie weiter. Das fühlt sich so gut an, dachte Mari.

Wieder einmal drehten sie sich sanft einige Male. Das mit geschlossenen Augen zu tun, war schon eine kleine Herausforderung, und wieder kam Mari in Versuchung, die Augen zu öffnen, aber sie achtete darauf, es nicht zu tun.
Wieder kam er näher, und schließlich berührten sie sich – dicht an dicht…
Eine leise Aufregung floss durch Mari, während er seine Arme um sie schlang und sie, auf diese Weise gehalten, sanft weiter tanzten – eng aneinander geschmiegt im Rhythmus der Musik.
Das fühlte sich gut und aufregend gleichzeitig an. Mari atmete etwas tiefer und fühlte sich immer weicher werdend in Körper und Seele. Sie genoss diese Nähe zu Joel und mit ihm die gemeinsame Bewegung zur Musik sehr. Schließlich nahm er sie nun richtig in den Arm und tanzte mit ihr durch das ganze Zimmer.

Das fühlt sich wunderbar an, und das Denken in ihrem Kopf hörte ganz und gar auf…
Seine Hand lag fest auf ihrem Rücken. Bald hatte sie das Gefühl, sich gar nicht wirklich selbst zu bewegen sondern dass Bewegung einfach geschah. Seine Hand begann, etwas über ihren Rücken zu streicheln, während er sie sanft an sich drückte. Welch schönes Gefühl… Sie gab diesem Druck nach und schmiegte sich an ihn. Die Bewegungen wurden kleiner, und ganz eng aneinander gekuschelt gaben sie sich den herrlichen Klängen der Musik hin.

Wie schön diese Nähe doch ist… dachte Mari und hatte den Eindruck, sich lange nicht so wohl gefühlt zu haben… so weich zu werden… so innig berührt zu sein… Dadurch, dass sie die Augen immer noch geschlossen hatte, wusste sie gar nicht, an welcher Stelle des Raumes sie sich jeweils befand – und sie hatte nicht mal mehr den Drang es zu wissen, so schön war es, sich einfach Joels Führung zu überlassen.
Sie bewegten sich noch ein ganzes Weilchen gemeinsam nach den herrlichen Tönen durch den Raum, und schließlich verklang die Musik.

„Das Spiel ist vorbei“, flüsterte er und löste sich etwas.
„Das war wunderschön, Joel“, antwortete Mari leise.
„Freut mich, dass dir die Session heute so gut gefallen hat“, lächelte er.
„Ja! Das tat so gut heute, so ohne irgendetwas, was Angst gemacht hat. Na ja, also Angst ist zu viel gesagt, aber du weißt schon, was ich meine… ohne große Herausforderung.“
„Na ja, aber du musstest dich schon drauf einlassen!“
„Ja, stimmt, war am Anfang nicht ganz leicht, als ich gestolpert war, aber ich habe mir Mühe gegeben… Und du hast mich ganz wunderbar geführt.“
„Und du hast dich führen lassen!“
„Das hat sich sooo gut angefühlt! Ich wünschte, so ein Gefühl hätte ich öfter!“
„Tja mal sehen, was sich machen lässt,“ sagte Joel lächelnd.
„In deinen Armen habe ich mich heute sehr sicher gefühlt. Ich danke dir für diese schöne, besondere Erfahrung!“
„Sehr gerne!“ antwortete er mit einem Lächeln.
Sie schaute ihn an und wünschte sich, dass er sie noch einmal ganz fest in die Arme nehmen würde. Nur allzu gern folgte er ihrem Wunsch, nahm sie noch einmal in seine Arme und hielt sie darin bis sie sich von selbst daraus löste.

„Das war ein ganz besonderer Abend…“ flüstert sie ihm dabei ins Ohr.

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31. Eine heilende Übung (1) – Es ist ganz anders als befürchtet…

Bei Joel – Widerstände vor einer Übung

Zwei Sessel standen sich gegenüber, als Mari Joels Wohnzimmer betrat. 
„Setz dich doch bitte in einen der beiden Sessel“,  bat Joel Mari, und als sie Platz nahm, trat er nahe an sie heran und sagte leise: „Das Spiel beginnt.“

Wie so oft ließ er sich Zeit und schaute Mari erst einmal nur freundlich an. 
Schließlich erklärte er ihr, dass er gleich eine Übung mit ihr machen wolle.
Schon als er das ankündigte, scheute sie in ihren Gefühlen wie ein Pferd vor einem unüberwindlichen Hindernis zurück und fragte spontan: „Muss das sein?“

„Habe ich da eine Frage gehört?“ 

„O jeh, entschuldige bitte, in meinem inneren Dilemma ist mir das gar nicht aufgefallen!“ Mari war erschrocken und erzählte ihrem Meister auf seine Frage nach dem Dilemma, in dem sie sich befand, dass schon der Begriff „Übung“ für sie mit einem unangenehmen Beigeschmack verbunden sei, da sie dabei an das vor kurzem aufgetauchte Thema, das Joel noch mit ihr bearbeiten wollte, dachte: „Demütigungen im Schulsport“.

Der Meister nickte langsam: „Aber ich hab noch gar nicht gesagt, was für eine Übung es sein könnte…“

„Stimmt, entschuldige bitte, ich war in meinen Gedanken darin gefangen. Ich dachte, jetzt käme irgendetwas, was mit Bewegung und Körper und Sport und so zu tun hat wegen unseres Gespräches von neulich und deiner Ankündigung, dass dieses Thema, das mir so zu schaffen macht, demnächst von dir aufgegriffen werden würde.“

„Mari, könntest du dir vorstellen, dass ich… jetzt und hier… eine Sportübung mit dir machen wollen würde? Eine die dich überfordern und beschämen könnte?“

„Ich glaube nicht dass du mich bewusst überfordern oder beschämen wollen würdest, aber da du ja meintest, du würdest dir demnächst zu diesem Thema noch etwas einfallen lassen, habe ich jetzt befürchtet, dass dir nun etwas dazu eingefallene ist.“

„Und du glaubst, dass mir etwas eingefallen ist, was für dich schlimm und beschämend sein könnte?“

„Alles, was dazu gehört, fühlt sich so an! Das kann sich ein anderer gar nicht vorstellen, wie schlimm sich das für mich anfühlt, und da ist schon das Geringste mit Scham verbunden!“ entgegnete Mari verzweifelt.“

„Aber was gehört denn dazu? Deine Sportlehrerin ist Lichtjahre entfernt, es gibt keine Klasse, nur uns beide, Mari, was könnte passieren?“

„Wahrscheinlich würdest du nichts tun oder verlangen, von dem du glaubst, dass es schlimm für mich wäre, aber schon das Wort „Übungen“ hat in mir die Gefühle von damals losgehen lassen, ohne dass ich darüber nachgedacht habe.“

„Ich weiß, dass das ein Reizwort für dich ist. Könntest du dir vorstellen, dass es Übungen gibt, die für dich nicht beschämend sind, die dich in keine peinliche Situation bringen? Traust du mir zu, dass ich so etwas für dich finden könnte?“

Mari überlegte… Ihr Meister hatte sie schon oft überrascht mit seinen verblüffenden wundersamen Wendungen einer von ihr ganz anders befürchteten Situation.

Joel fragte nach: „Konntest du im Laufe der Zeit wahrnehmen, dass meine Anforderungen immer  berücksichtigt haben, was für dich machbar ist Mari? Ich achte darauf, so weit es mir bewusst ist, immer nur so weit zu gehen, wie ich es dir zutraue. Und wenn ich mich darin mal geirrt habe, hattest du die Möglichkeit um eine leichtere Abwandlung der Aufgabe zu bitten.
Warum sollte das heute anders sein, nur weil ich das Wort „Übung“ verwendet habe?“

„Okay, das war nicht folgerichtig, aber darüber habe ich in dem Moment nicht nachgedacht“, erklärte Mari, und ein kleiner Anflug von Wut war in ihrem Gesicht.

Joel nahm die kleine Regung wahr, ging aber an dieser Stelle bewusst nicht darauf ein.
„Ja, da war deine Angst größer als dein Vertrauen in mich. Traust du mir nun zu, eine Übung zu finden , die dir dient und für dich machbar ist?“

„Ja Meister, ich will es versuchen.“

„Ich möchte, dass du auch die Erfahrung machst, dass eine „Übung“ harmlos sein kann – „Übungen“ – er zeichnete Anführungszeichen in die Luft-  können sogar schön sein. Bist du bereit, mir so sehr zu vertrauen, um dich heute darauf einzulassen?“

„Hmmmm…“

„Das klingt noch nicht bereit, Mari.“

„Okay, ja ich bin bereit.“

„Das freut mich“, Joel lächelte Mari freundlich zu.  
Ich möchte dass du dich hinten an die Lehne lehnst, so dass sie dich gut stützt und du dich leicht entspannen kannst“, wies er sie an. „Und dann möchte ich dich auf eine Reise in deine innere Welt hinein führen. Atme dabei ruhig und tief, und folge mir mit deiner Vorstellungskraft. Sollte für dich etwas nicht stimmig sein, sag mir bitte Bescheid.“
 

Nun führte er Mari in eine innere Landschaft, in der sie die Kräfte der Natur einatmen konnte. 
Es begann auf eine schönen bunten Sommerwiese, ging weiter durch einen herrlich duftenden Wald, hin zu einem See, in den sie ihre Füße eintauchen lassen konnte. Ein angenehm lauer warmer Sommerwind streichelte ihr Gesicht und wehte die Sorgen aus ihrem Kopf . Und schließlich ließ sie sich von herrlichem Sonnenschein durchfluten. Immer größer und stärker fühlte sie sich bei der Erfahrung eines jeden Elementes: Erde, Wasser, Luft und Feuer.

Welch herrliche „Übung“ dachte sie überrascht.

Wieder war es ihrem Meister gelungen, etwas völlig anderes… eine positive Erfahrung aus einem von ihr als „furchtbar unangenehm“ vermuteten Ereignis entstehen zu lassen.

Und die „Übung“ sollte noch weiter gehen… 

Geschrieben von Rafael und Miriam 

–>  Zum nächsten Kapitel: 32. Eine heilende Übung (2) – Verletzung und Größe

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