Komm gut heim (Worte von IAM)

 

Maris innerer Meister („IAM“) flüstert ihr und uns von innen zu:

Mein Liebes,
du bist zart und stark zugleich.
In dir lebt Sehnsucht und Erfüllung,
Licht und Schatten,
Liebe und Angst.

Wenn deine Zartheit sich von deiner Stärke umarmt fühlt,glitzer_herzen_0030
die Sehnsucht in dein Herz geholt wird und dort Erfüllung findet,
wenn Licht und Schatten miteinander tanzen
und die Angst sich in die Liebe einkuschelt,
dann bist du zuhause.

Komm gut heim, mein Schatz.
Ich warte dort auf dich – immer…

Deine Königin, die Liebe tief in dir

103. Wenn nicht jetzt – wann dann? (Frank + Maria)

In Marias Praxis – eine erstaunliche Begegnung  

Welch seltsamer Zufall, dachte Maria, und betrachtete unauffällig den Klienten, der heute zum ersten Mal bei ihr in der Praxis war.
Sie war ziemlich erstaunt, als sie die Tür geöffnet hatte und der Direktor der Firma, in der ihre Freundin Mari arbeitete, vor ihr stand, die sie gerade vor kurzem in der Mittagspause besucht hatte. Sie war schon öfter kurz zu einem kleinen Plausch dort bei ihr gewesen, und kannte daher den freundlichen Chef ihrer Freundin flüchtig.
Er sei aufgrund der Empfehlungen gekommen, die er im Haus schon von mehreren MitarbeiterInnen erhalten habe, erklärte er ihr.
Nach einigen einleitenden Worten  sprach er über seine innere Unruhe, Schlafschwierigkeiten und dann auch ziemlich offen über den von ihm erkannten Hintergrund dessen, nämlich seine Sehnsucht nach einer neuen Partnerschaft und über sein Bedürfnis, darin die dominante Rolle einzunehmen. Dafür eine passende Frau zu finden…  sei schwierig, erklärte er und kam damit zum Punkt dessen, was ihn zur Zeit belastete: seine Sehnsucht und seine Unklarheit, welchen Weg er zur Erfüllung seines Bedürfnisses, finden könnte.
Vorher hatte er von seiner verstorbenen Frau erzählt, mit der er eine wohl sehr erfüllende Beziehung geführt hatte, wo es auch um diese Rollenverteilung ging im Bereich der Erotik. Nach einer längeren Trauerzeit sei das Bedürfnis nach einer Partnerin, mit der er diese Rollenverteilung erneut ausleben könnte, wieder erwacht, und das würde ihn inzwischen mit Sehnsucht und Unruhe erfüllen, woraus nun  inzwischen auch Schlafschwierigkeiten entstanden seien. Es fehle ihm die Möglichkeit, seine Liebe und Wärme in einer für ihn stimmigen Weise zum Ausdruck zu bringen.

Er grenzt sich deutlich ab von der Härte, die ich bisher mit dem Wort Dominanz assoziiert habe, nahm Maria interessiert wahr. Der Gedanke verdichtete sich in ihr, dass dieser Mann eventuell zu ihren eigenen, bisher nie gelebten, Bedürfnissen passen könnte. Aber das konnte sie in ihrer Rolle als Therapeutin natürlich nicht ansprechen.

Das ist etwas rein Privates! mahnte eine Stimme in ihr.
Aber wie oft geschehen schon solche Zufälle… gab eine andere Stimme in ihr zu bedenken.
Haustür-Mut_Möglicherweise hat das Leben mir genau diese Situation geschickt nach meinem Gespräch neulich mit Mari, in dem ich meine Bedürfnisse und Ängste diesbezüglich so deutlich gespürt hatte, überlegte sie weiter.
Ob ich mich trauen sollte, an diese Tür anzuklopfen, die sich da gerade in meinen Weg stellt?
Das kannst du auf keinen Fall tun,
rief wieder die zur Vorsicht mahnende Stimme sie zur Ordnung.
Aber wenn nicht jetzt, in dieser speziellen Situation, in der ich sicher bin hier bei mir… wann dann?
Wann klopft schon jemand ungerufen an die Tür und spricht von dem. was du auch irgendwie willst!!!
flüsterte wieder eine besonders mutige Stimme in ihr. Was soll noch geschehen, als dass ein netter Mann mit diesem Thema direkt in deine Praxis gelaufen kommt?!

Schließlich hörte sie sich am Ende der Sitzung fragen: „Frank, hättest du Lust, anschließend an diese Sitzung unabhängig von meiner Rolle als Therapeutin noch ein wenig zu bleiben und mit mir privat zu reden?“

Ihr Herz klopfte heftig… Wie konnte sie nur so eine grenzüberschreitende Frage stellen!
Du verlässt die professionelle Ebene! mahnte die kritische Stimme in ihr.
In ihr Gedankenkarussell hinein antwortete er gelassen, wenn auch scheinbar ein wenig verwundert: „Ja gerne!“ Und setzte sich abwartend wieder hin.
Maria nahm all ihren Mut zusammen: „Also wir sprachen ja vorhin davon, dass manchmal auch seltsame Zufälle geschehen können, die zu einer inneren Absicht passen, als würde etwas, was einem wichtig ist, fast von allein passieren, als würde es einen das Leben zufallen lassen… „
Frank schaute sie aufmerksam an, nickte bestätigend und hörte weiter zu.
„…So ein Zufall scheint sich gerade  zu ereignen… weil… Ich habe zu dem Thema auch eine Affinität – nur zu der entgegengesetzten Rolle. Allerdings habe ich das bisher noch nicht mit einem Mann auch nur ansatzweise erlebt. Hätte mich auch nicht getraut, diesbezüglich eine Initiative zu ergreifen, jemanden kennen zu lernen.“
Frank nickte bestätigend: „Das kann ich gut verstehen, ist mir ja auch schwer gefallen. Wie schön, dass dich diese Thematik auch reizt und dass du dich getraut hast, die professionelle Ebene zu verlassen und mit mir auf der privaten Ebene jetzt darüber zu reden. Das finde ich mutig von dir. Toll! Dann sollten wir uns vielleicht das nächste Mal privat treffen? Mal ein bisschen darüber reden, was für dich so denkbar wäre und wo deine Bedürfnisse und Sehnsüchte hingehen könnten?“
„Ehrlich gesagt ist das ein Thema, worüber es mir sehr schwer fällt zu reden. Da gibt es sehr viele Schamgefühle in mir… eigentlich überhaupt im Bereich der Erotik. Und auch das ist mir peinlich auszusprechen…“ Ihre Augen wanderten unruhig im Zimmer umher.
„Das muss dir aber nicht peinlich sein“, antwortete Frank ruhig. „Das geht anfangs den meisten Menschen so. Vielleicht würde es dir leichter fallen, wenn wir erst mal ein wenig darüber schreiben würden? Da sieht man den anderen nicht und kann in Ruhe überlegen, wie man was formulieren möchte. Und dann, wenn wir uns über die ersten Dinge etwas verständigt haben, verabreden wir uns zu einem persönlichen Treffen, in dem es darum gehen könnte, es mal leicht an zu testen, wie du dich dabei fühlst… ob es was für dich wäre… zusammen mit mir… und überhaupt mit dem Thema umzugehen…“

Erstaunt und erfreut nahm Maria wahr, wie gelassen, wie akzeptierend, wie einfühlsam und wie kleinschrittig dieser Mann mit dem umging, was ihr gerade so schwer gefallen war auszusprechen. Es war, als würden sich jetzt die Rollen umkehren. Er sprach in einer annehmenden, nicht urteilenden Weise mit ihr, die ihr gut tat, und die ähnlich war, wie die Art, mit der sie sonst mit ihren Klienten sprach. Ein solches Gegenüber könnte ihr in diesem für sie so herausfordernden Thema, in dem sie es mit ihren  eigenen Schatten zu tun hatte, wahrscheinlich gut tun…

„Okay – das könnte ein guter Weg sein. Wir haben ja unsere Kontaktdaten und können das per Chat probieren…“ stimmte sie zu und konnte für den Rest des Tages nicht fassen, welchen Schritt sie getan hatte, und was dadurch möglicherweise an diesem Tag begonnen haben könnte…

Frank lächelte noch, als er schon lange wieder die Praxis verlassen hatte… Das Leben hatte ihn zu Maria geführt – ausgelöst durch das Gespräch zwischen ihr und ihrer Freundin, das er vor ein paar Tagen ungewollt mit angehört hatte.
Er war heute von ihr als freundliche, erfahrene Therapeutin begrüßt worden, die das Gespräch mit ihm auf empathische, gut strukturierte Weise geführt hatte. Und als leicht verlegene, etwas unsichere Frau, die sich mutig vorgewagt hatte, indem sie ihre sichere professionelle Ebene verlassen hatte, mit der er das Gespräch auf seine Weise ebenso einfühlsam fortgesetzt hatte, verließ er sie.
Welche Schritte würde das Leben wohl mit ihnen beiden vorhaben?

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Zitat: Die Qualität der Sehnsucht

Ich gehe mal davon aus,
dass die meisten gerade eine immense Sehnsucht spüren.
Das ist gut, denn egal, ob es dein Kopf
als Sehnsucht nach einer guten Beziehung,
mehr Erfüllung im Leben
oder was auch immer deklariert,
im Grunde ist das die Sehnsucht
nach dem Großartigen in dir.
Nach deiner Großartigkeit.
Nach dem, was dich ruft…
und was du bist.

Subina Giuletti
(aus dem Buch: Verrat mir deine Träume)

1Teelichthalter

56. Ein Ritual zum Jahreswechsel mit den vier Elementen

Mit Joel unterwegs zu einem Jahreswechsel-Vertrauensritual

Mari saß mit Joel, im Auto – unterwegs zu einem ihr unbekannten Ziel. Sie wusste nur, dass sie zum Haus eines Freundes fahren würden und er sie dort durch ein Ritual führen wollte, in dem sie 4 Wünsche stärken und 4 Ängste mit heilenden Kräften verbinden lassen konnte, um damit gut ausgerüstet auf diese besondere Weise gestärkt ins neue Jahr zu gehen. Ihr größter Wunsch und die Kraft, die alles miteinander verband – ja eigentlich das Thema ihres gemeinsamen Weges: VERTRAUEN sollte hierbei eine wesentliche Rolle spielen. Deshalb sollte sie sich auf dieser Fahrt ganz auf ihn verlassen und bekam eine Augenbinde, um das noch tiefer fühlen zu können.

Nachdem sie sich etwas an die Tatsache gewöhnt hatte, nichts sehen zu können, war sie im Auto eingeschlafen. Es war gegen Mittag, als sie am Zielort ankamen. Just als das Auto zum Stehen kam, erwachte sie, bewegte ihre etwas steif gewordenen Arme und Beine und fragte: „Sind wir angekommen?“
„Ja“, bestätigte Joel und half ihr mit den noch immer verbundenen Augen auszusteigen.
Er stellte sich hinter sie, nahm ihr vorsichtig die Maske ab und sagte fürsorglich zu ihr: „So, vielleicht lässt du die Augen erst noch zu, und öffnest sie ganz langsam, damit es dich nicht blendet.“
Sie standen vor einem schönen Landhäuschen inmitten eines großen Gartens.
Und obwohl sie die Augen langsam öffnete, spürte sie das gar nicht mal so helle Licht als starken Reiz.
„Ganz in Ruhe“, empfahl Joel, „und viel blinzeln, damit sich die Augen langsam an das Licht gewöhnen.“
„Ja, es blendet tatsächlich etwas, aber wird schon besser“, stellte sie fest.

Joel nahm das Gepäck, und sie gingen hinein. Während er sie im Haus herum führte, fragte er: „Gefällt es dir?“
„Ja, es ist schön hier“, antwortet sie beeindruckt von dem ansprechenden Stil der Einrichtung.

Ihr Magen knurrte unüberhörbar. Joel lachte und meinte: „Das war eine deutliche Botschaft! Ich gehe jetzt in die Küche und zaubere uns etwas zu essen, und du kannst dir in der Zeit den Garten anschauen.“
„Ich kann dir auch gerne in der Küche zur Hand gehen“, bot Mari an.
„Nein“, lehnte er ab, „entspann dich etwas… und während du durch den Garten gehst, möchte dir noch eine Aufgabe geben. Hast du wie besprochen vier Zettel beschrieben mit je einem Wunsch und einer Angst?“
„Ja, ich habe meine Hausaufgaben gemacht“, antwortete sie lächelnd, schon gespannt, was damit geschehen sollte.
„Du wird nachher jeden Zettel einem Element übergeben“ erklärte er ihr, „und ich möchte, dass du dich jetzt schon im Garten entscheidest, welchem Element du welchen Wunsch zuordnen magst.“

Mit dieser Aufgabe zog Mari in den Garten und sah sich dort um, während Joel zu kochen begann. Er hatte schon viel vorbereitet, so dass es nicht lange dauerte. Als alles bereit war und er auch den Tisch schön gedeckt hatte, war er zufrieden und setzte sich ruhig hin, um auf Mari zu warten und sich auch etwas zu entspannen.

Mari war erstaunt über die Größe des Gartens, den sie erkundete, während sie über die Fragestellung nachdachte, welchen Zettel sie welchem Element zuordnen wollte. Als sie ihre Entscheidungen getroffen hatte, kam sie zurück in die Küche. Er lächelte sie an und führt sie direkt an den Tisch. „Na, bereit zum Essen?“
„Ja, gerne“, freute sie sich.
Und dann tischte er auf: Es gab gebackenen Kürbis, mit Aubergine und frischen gemischten Salat.
„Guten Appetit, Mari“, wünschte er, „lass es dir schmecken!“
Anschließend räumt er ab. Sie wollte dabei helfen, doch er winkte ab und sagte: „Während ich abräume , lass du dir jetzt bitte ein Symbol einfallen, das für dich alle vier Wünsche miteinander verbindet und zeichne es auf diese weiße Blatt hier.“
Das fiel Mari nicht schwer, und eifrig machte sie sich ans Werk.
Als sie fertig war, meinte er: „So, dann wäre jetzt die Zeit für das Ritual, bist du bereit?
„Ja, okay,“ erwiderte sie aufgeregt, „ich bin bereit.“

Das Ritual besteht aus fünf Schritten, erklärte er ihr. „Schritt Eins: Du wirst jetzt einen deiner Zettel einem Natur-Element übergeben. Mit welchem Element möchtest du anfangen?“
„Mit der Erde“, antworte sie.
„Okay, gib mir deine Hand“, sagte er und stand auf. Sie legte ihre Hand in seine, und er nahm sie mit hinaus in den Garten. An einer Stelle war ein Loch gegraben, und daneben stand ein kleiner, noch nicht gepflanzter Baum. Gespannt ging sie neben ihm her.
„Ich möchte, dass du deinen ersten Wunsch hier der Erde übergibst und den kleinen Baum darauf pflanzt. Genauso wie dieser Baum wachsen und stärker werden wird und so wird es auch dein Wunsch. “
Sie nahm den roten Zettel und fragte: „Soll ich das Blatt als ganzes jetzt in dieses Loch legen oder soll ich ihn vorher ein Schnipsel zerreißen?“
Er lächelte: „Mach es so wie du es möchtest. Die Erde wird ihn sich so oder so nehmen.“
Sie ging zu dem Loch, riss den Zettel langsam in kleine Schnipsel, dachte dabei noch einmal an ihren Wunsch, für den sie sich mehr Kraft erbat und an die Angst, die sie lösen wollte. Dabei streute sie die Schnipsel in das Loch. Dann gab er ihr den Baum in die Hände. Sie stellte ihn in das Loch auf die roten Schnipsel und schob mit ihren Händen andächtig die darum liegende Erde in das Loch und klopfte sie fest. Ganz berührt war sie von dieser Tätigkeit. Noch nie in ihrem Leben hat sie selbst einen Baum gepflanzt. Joel half noch etwas mit, warf noch mehr Erde an den Rand und drückte alles noch einmal fest.
„So hat dein erster Wunsch doch eine gute Ausgangsposition“, sagte er.
„Oh danke!“ rief Mari ganz bewegt. „Das ist etwas ganz besonderes für mich!“
„Das freut mich“, lächelte Joel. „Vertraue darauf, Mari, dass die Kräfte der Erde deine Angst zu sich nehmen und sie im Schoß von Mutter Erde Trost und Mut erhält, und dein  Wunsch wird dort Energie bekommen!“ bekräftigte Joel.

„Nun, welches Element, magst du als nächstes auswählen?“
„Die Luft.“
„Okay!“ Er nahm ihre Hand und führte sie zu einem kleinen Schuppen, der etwas weiter hinten im Garten stand. Sie wartete draußen, während er hinein ging, wohl um etwas zu holen… Gespannt sah sie ihm entgegen, als er mit einer kleinen Gasflasche und einer Schnur wieder hinaus kam.
„Falte bitte deinen Wunsch und befestige das Band daran“, wies er sie an. Mari tat das,
wickelte die Schnur fest herum und verknotete sie.
Joel zog einen Luftballon heraus und füllt diesen mit Helium aus der kleinen Gasflasche.
Erstaunt und erfreut über diese wunderbare Idee, lächelte Mari. Der Luftballon erinnert sie an ihre Kindheit, und diese hatte durchaus mit der Angst und dem Wunsch zu tun, den sie für das Element Luft ausgewählt hatte.
„So, Mari, und jetzt befestigst du die Schnur mit dem Wunsch an dem Ballon.“ Er hielt den Ballon so lange sicher fest, bis ihr Wunsch daran baumelte und gab ihn ihr dann in die Hand.
„Gut, und nun kannst du deinen Wunsch und die Angst, die damit zusammenhängt, der Luft überlassen.“
Sie hielt den Luftballon mit dem Zettel noch einen Moment in ihrer Hand, ließ ihn dann fliegen und schaute ihm hinterher, wie er in den Himmel aufsteigt. „Himmlische Kräfte werden sich darum kümmern“, flüsterte sie leise.
„Wunsch Nummer zwei“, sagte Joel und schaute mit ihr noch ein Weilchen dem Ballon nach.
Es war ein schönes Gefühl für Mari, mit Joel gemeinsam dem immer höher steigenden Ballon zuzusehen.
„Vertraue darauf, Mari, dass die Kräfte der Luft deine Angst mit sich in den Himmel tragen und dass sie deinen Wunsch der Erfüllung zu tragen werden!“ sagte Joel.

Schließlich ging es weiter. „Was ist das nächste Element?“ fragte er.
„Wasser.“
„Okay!“ Wieder nahm er ihre Hand und sie gingen an den Rand des Gartens, wo ein kleiner Bach floss.
„Weißt du, wie man ein Boot aus dem Blatt faltet?“ fragte Joel.
„Oh ja“, antwortete sie, „das weiß ich! Soll ich das gleich tun?“
„Ja, bitte“, nickte er.
Geschickt faltete sie aus dem grünen Zettel ein Boot.
„Das ist dir gut gelungen, ein schönes Boot…“, meinte er, „und jetzt setze es auf das Wasser und lass es fahren. Ich halte dich an der Hand fest dabei.“
Da der Boden ziemlich uneben und ein wenig abschüssig war, fühlte es sich gut an, dass er ihr auf diese Weise Halt gab. Mit der anderen Hand setze sie ihr Boot ganz andächtig ins Wasser. Der Bach plätscherte sanft und nahm das Boot, das den Wunsch und die ihn bremsende Angst trug, ruhig mit sich.
Mari kamen ein wenig die Tränen, als sie das kleine Bötchen davon gleiten sah. Es war so ein sanftes Wegtreiben des kleinen Bootes mit dem Wunsch und der Angst an Bord… „Das ist wunderschön, sie so sacht wegfließen zu sehen“, sagte sie leise.
„Ja, vertraue darauf, dass die Kräfte des Wassers deine Angst weg schwemmen und deinem Wunsch Energie zufließen lassen, Mari!“ bekräftigte Joel.

„Fehlt noch das Feuer“, meinte er schließlich und führte sie zurück ins Haus an den brennenden Kamin im Wohnzimmer.
„Du kannst nun den vierten Zettel zusammen knüllen und ihn den Flammen übergeben.“
Mari dachte an den auf dem Blatt notierten Wunsch und die Angst, die seine Erfüllung noch ein Stück weit blockierte, und warf den Zettel schließlich ins Feuer.
Dort schien er sich fast zu entfalten, bevor er sich in den Flammen auflöste.

Gebannt beobachtete Mari dieses Schauspiel. „Es sieht so aus, als hätte das Blatt Papier ein Eigenleben und will sich noch einmal aufbäumen ehe es verbrennt“, meinte sie nachdenklich. Auf diesem Papier steht eine sehr alte Angst, die sich immer mal wieder aufbäumte und heftig bemerkbar machte bisher“, erzählte sie Joel.
Und er sagte dazu: „Vertraue darauf, Mari, dass die Kräfte des Feuers deine Angst in Licht verwandeln und deinen Wunsch stärken werden!

Die Kräfte von Feuer, Erde, Luft und Wasser sind nun deine Helfer und Verbündeten auf dem Weg zur Erfüllung

…Tja – und ein Schritt kommt noch.“Elemente

Mari schaute ihn fragend an.

„Wir werden jetzt erst einmal eine Pause machen und uns Tee und Kuchen gönnen, bevor ich dich durch den letzten Schritt dieses Rituals führe“, lächelte er, legte Mari den Arm um die Schulter und ging mit ihr in die Küche.

Der letzte Schritt des Rituals folgt 

Geschrieben von Rafael und Miriam

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Vertrauensfragen in die Magie des Lebens

Was bleibt, wenn nichts mehr bleibt?

Die Liebe des Lebens selbst.
Das Prinzip, dass jede Lücke wieder neu gefüllt wird.

Denn auf jede Ebbe folgt Flut.

Es gibt nie nichts.


Bist du bereit, dich immer wieder neu einzulassen
auf das, was das Leben dir bringt –
um Erfüllung zu fühlen –
um deiner Lebendigkeit willen?


Kannst du sagen:

Ja, ich bin bereit,
mich dem Leben ganz zu schenken
und mich der Lust am Leben

mit all seinen Ups and Downs hinzugeben?