Telefongespräch zwischen Maria und Mari

Maria: „Hi, Mari! Stell dir vor, dein Chef, also Frank, war gestern bei mir in der Praxis… und… wir haben anschließend noch ein sehr persönliches Gespräch miteinander gehabt. Wir werden uns privat treffen!“

Mari: „O, da freue ich mich sehr für dich.“

Maria: „Du, sag mal… deine Stimme klingt ja so traurig. Was ist los???“

Mari: „Joel ist weg geflogen!“

Maria: „Wie jetzt… weg geflogen?“

Mari: „Er hat sich gestern plötzlich von mir verabschiedet, hat mir alles Gute gewünscht und erklärt, dass er beruflich dringend sofort zu einem unerwarteten Einsatz weg muss. Wir hatten ja nie darüber gesprochen, was er eigentlich genau macht. Und auch jetzt hat er mir nichts Näheres darüber gesagt. Er meinte, er sei froh, dass er sich durch meine Hilfe nun in Englisch besser verständigen könne und das jetzt brauchen würde. Dafür und für alles, was wir gemeinsam erlebt haben, hat er sich sehr herzlich bedankt und mir gesagt, dass ihm jedes Treffen mit mir viel gegeben hat und in seinem Herzen bleibt. Und nun… nun ist er weg…“

Maria: „O Mensch, Mari! Das ist sicher hart für dich. Ihr habt euch ja fast genau ein Jahr lang jede Woche gesehen und hattet so persönliche, besondere Erlebnisse miteinander. Wie lange bleibt er denn weg?“

Mari: „Das wusste er selbst nicht einmal. Er meinte auch, dass es so sein wird, dass er sich nur sehr selten und sporadisch melden können wird. Ich habe keine Ahnung warum, kann nur Vermutungen anstellen, aber das hilft mir nicht weiter. Es tut weh.. Ich werde unsere Treffen so vermissen… Und die Ungewissheit, wann er wieder kommt, und was dann sein wird… oh Mensch… “ Mari kamen die Tränen.

Maria: „Oh jeh… ich versteh dich so gut. Das tut weh! Darf ich zu dir kommen? Ich nehme mir gleich ein Taxi und bin in einer Viertelstunde bei dir!“

Mari: „Das wäre schön.“

Eine Viertelstunde später war Maria bei Mari:

Sie nahm Mari innig in die Arme. „Ich bin da für dich! Ich kann natürlich Joel nicht ersetzen, aber du sollst spüren, dass du damit nicht allein bist!“ Eine ganze Weile hielt sie ihre weinende Freundin fest im Arm und strich ihr dabei sanft über den Rücken. Schließlich löste sich Mari langsam aus der Umarmung und begann zu reden: „Ich hatte mich ihm so geöffnet… Na ja, du weißt ja, dass mir das nicht leicht fiel… Nach und nach ist immer mehr Vertrauen gewachsen – und jetzt… urplötzlich ist er weg! Darauf war ich einfach nicht vorbereitet. Wir hatten uns ja nie irgendwelche Versprechungen oder Zusagen gemacht. Hab auch über so was gar nicht nach gedacht – und nun… 
Er hat gesagt, ich solle nicht auf sein Wiederkommen warten, das könne lange dauern. Und er wisse auch nicht, was dann sei… Er wünschte mir, dass ich aus unseren Erlebnissen und aus meinem gewachsenen Vertrauen den Mut entwickeln kann, neue interessante, erfüllende Erfahrungen zu machen… Aber jetzt muss ich dieses plötzliche Ende erstmal verdauen!“

Maria nickte verständnisvoll: „Ja, das kann ich mir vorstellen! Ich glaube, jetzt geht es erstmal darum, dich mit der Quelle deiner eigenen inneren Kraft zu verbinden. Hattest du nicht bereits Kontakt mit deiner inneren  weisen Stimme  und sogar Gespräche?“
I_AM
Mari nickte: „Ja, ich habe diese Instanz meinen „inneren Meister“ genannt. Er hat sich in einem unserer Gespräche den Namen IAM gegeben. Ist allerdings schon ein Weilchen her… Einmal habe ich gedanklich und einmal schriftlich ein Gespräch mit Ihm geführt. Es stimmt, ich glaube, ER ist jetzt der richtige Ansprechpartner für mich. Komischerweise werde ich schon bei dem Gedanken an Ihn ruhiger, und es fühlt sich leichter an, damit umzugehen, dass Joel so plötzlich und unerwartet einfach „weg“ ist. Gerade jetzt… nach fast genau einem Jahr… wo ich mich ihm auf der kleinen Reise, die wir zusammen gemacht hatten, endlich auch erotisch mehr geöffnet hatte. Ich frag mich, warum sein Abflug gerade jetzt kommt. Meinst du, er wusste es auf der Reise schon, dass er danach weg fliegt? Dass die Reise so eine Art Höhepunkt und gleichzeitig Ende unserer Beziehung sein sollte?“
Maria antwortete nachdenklich: „Wie fühlen sich diese Gedanken an?“
„Schmerzlich!“ antwortete ihre Freundin sofort. 
„Warum willst du dich dann damit beschäftigen? Warum dich weiter mit etwas quälen. worauf du keine Antwort hast und was sich nicht gut anfühlt?“
„Stimmt, hast ja Recht!“
„Es hat sicher einen Sinn, warum das alles gerade jetzt so kommt… und ich bin sicher: Es ist ein guter Sinn. Vielleicht magst du ja mal mit IAM darüber schreiben oder sprechen.“
„Ja, das ist eine gute Idee, aber nicht jetzt. Jetzt gehen wir in die Küche, und ich schau mal, was der Kühlschrank hergibt!“
„Na, das hört sich doch gut an!“ antwortete Maria lächelnd, und freute sich darüber, dass ihre Freundin aus ihrer Kummerwelle erst mal wieder aufgetaucht war.

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