Joel und Mari verbringen ein Wochenende im zauberhaften Ambiente eines schönen Hotel

Abends:
Nach einem delikaten 4-Gänge-Menü Joel unterschrieb Joel die Rechnung und gab der freundlichen Kellnerin ein großzügiges Trinkgeld. „Das Essen war wirklich hervorragend“, sagt er, und Mari nickte zustimmend. „Ja, das war etwas ganz besonderes! Ich habe es sehr genossen!“
Nachdem die Kellnerin weg gegangen war, fragte Joel: „Und? Bereit für die Nacht?“

Laterne_Tun.Mari schlug vor, noch einen kleinen Verdauungsspaziergang zu machen, bevor sie sich zur ersten gemeinsamen Nacht in ihr Hotelzimmer zurück zogen, was für sie eine gewisse Herausforderung darstellte.

„Gerne! Das ist eine gute Idee“ antwortete er und führt sie hinaus in den Garten.
Es war noch relativ warm, und der Garten war wunderschön beleuchtet. Sie gingen zunächst schweigend. Mari war in Gedanken versunken…
Schließlich fragte Joel: „Was ist denn, Mari, du wirkst so nachdenklich?“
Mari fühlte sich etwas unbehaglich. Es fiel ihr schwer, in Worte zu fassen, was sie bewegte. Sie schaute Joel kurz von der Seite an, und meinte dann: „Ist schon ein etwas seltsames Gefühl, die Nacht mit dir in einem Zimmer zu verbringen.“

Er versuchte mit einem scherzhafte Ton ihre angespannte Stimmung etwas aufzulockern: „Wie jetzt… wirke ich so gefährlich?“
Mari lachte, aber so richtig fröhlich klang das nicht. „Nein, Joel, und das weißt du auch. Und das weiß ich auch, dass mir von dir keine Gefahr droht. Ich habe nur schon ganz lange mein Zimmer nicht mit irgendeinem Menschen geteilt in der Nacht – erst recht nicht mit einem Mann.“
Er fragte weiter: „Okay, und was fühlt sich daran so seltsam an?“
Unschlüssig zuckte sie mit den Schultern: „Kann ich dir gar nicht so genau sagen, vielleicht weil… Ach ich weiß nicht!“ Verlegen wandte sie sich ab.
Joel wandte sich ihr im Gehen deutlich zu und drehte sie mit sanftem Druck mit dem Arm, den er ihr die ganze Zeit um die Schultern gelegt hatte, so  wieder so zu sich herum, dass sie sich beide anschauen konnten: „Hey, da muss dich doch gerade irgendetwas sehr beschäftigen. Magst du es mir nicht sagen?“ fragte er freundlich.
Sie fühlte sich so blockiert, dass ihr nichts einfiel, was sie hätte erklären können. Sie konnte ihre beklommenen Gefühle ja selbst nicht so richtig fassen. Hätte sie bloß nicht davon angefangen…

Er unterbrach die Stille: „Mari – hast du Angst?“
Sie versuchte das Thema zu wechseln und meinte: „Es ist auf jeden Fall schön, dass wir noch ein bisschen diesen lauen Sommerabend genießen.“  Und dann ganz unvermittelt sagte sie etwas heftig: „Ja, ich glaube, du hast recht. Es fühlt sich irgendwie wie Angst an, aber ich weiß nicht genau wovor , und ich weiß auch, dass das Quatsch ist, aber da ist irgendwie einfach ein unbehagliches, ängstliches Gefühl in mir!“
Joel nickte. „Und was kann ich tun, um dir die Angst zu nehmen? Was würde dir helfen?“ fragte er anteilnehmend.
„Kannst du mir sagen, dass du mich jetzt nicht blöd findest?!“
Erstaunt fragte er zurück: „Warum sollte ich das tun?! Ich finde dich nicht blöd. Ich versuche zu verstehen, was dich blockiert, damit wir es vielleicht gemeinsam auflösen können.“
Bei dem warmen, mitfühlenden Klang seiner Stimme gelang es ihr, sich zu öffnen: „Da ist die Sache mit dem Ausziehen… Du weißt ja, das fällt mir schwer. Dann ist die Frage, wie nah wir uns sein werden… Und das Schwierige dabei ist, da sind auch ganz unterschiedliche, sich widersprechende Teile in mir, die laut in meinem Kopf reden und alle was anderes wollen…“

Joel nickte und antwortete ruhig: „Naja, ich werde dir beim Ausziehen nicht zuschauen. Das kannst du ja im Bad tun. Und dann… genau genommen, hat ja jeder sein Bett –  nur dass sie  nebeneinander stehen.
„Hmm … ja…“  Mari fühlte ein seltsames Gemisch von Gefühlen: Einerseits fühlte sie sich entlastet durch Joels Worte, dass ja jeder sein Bett habe, aber es gab auch noch ein anderes diffuses Gefühl… Ja, es gab, wie sie zu ihrem eigenen Erstaunen feststellte in diesem Moment auch einen Gedanken, der mit der Frage spielte, wie es sich wohl anfühlen würde, sich an Joel an zu kuscheln in dem gemeinsamen Bett.
Mitten in dem Wust ihrer Gedanken nahm sie nun seine Worte wahr: „Ich werde den Abstand respektieren, den du brauchst, aber du darfst gern jederzeit die Distanz verändern.“
Das war ja fast, als hätte er ihre Gedanken gelesen, dachte sie verwundert. Inzwischen waren sie wieder im Hotel angelangt. Er redete weiter: „…von daher gibt es nichts zu befürchten. Wenn du es so willst, werde ich weder etwas sehen noch dir zu nahe sein. Es liegt bei dir, wie du es möchtest – so wird es sein.“
Mari nickte und sagte leise: „Danke!“

Inzwischen kam der Fahrstuhl und brachte sie in ihre Etage.
„Ach, es gibt noch eine Nachricht vom Meister“, sagte Joel an der Tür.
Mari schaute ihn erstaunt an. „Wie… Jetzt? Vorm schlafen gehen? Was meinst du denn für eine Nachricht?!“
„Naja, genau da gehört sie hin: Geschlafen wird nackt!“ sagte Joel und öffnete die Zimmertür.
Mari blieb unvermittelt stehen, ihr Herz klopfte, und im Magen setzte der Fahrstuhl seine Fahrt fort, obwohl sie ja bereits ausgestiegen waren.
Er drückte ihr kurz sanft die Hand: „Aber keine Sorge! Ich werde nicht hinsehen, wenn du dich ausziehst und ins Bett gehst.“
Das Gedankenkarussell in Mari ging wieder los: Worauf hatte sie sich mit dieser Reise bloß eingelassen… Wie sollte sie da ein Auge zu bekommen… Was, wenn Sie zwischendurch aufstehen musste um ins Bad zu gehen…
Eine andere Stimme in ihr flüsterte: Und was, wenn das alles gar nicht schlimm wäre?
Diese Stimme war aber viel leiser als ihre anderen Gedanken.

Joel führte sie mit sanftem Druck an den Schultern ins Zimmer und öffnete die Balkontür, um noch etwas Nachtluft herein zu lassen.
Mari ging ins Bad, machte sich für die Nacht fertig, zog sich ihren Bademantel an und ging schließlich zum Bett. Sie würde im Bademantel warten bis Joel ins Bad ging und sich dann ins Bett legen.
„Auf welcher Seite möchtest du schlafen?“ fragte er und stand auf, um ins Bad zu gehen.
„Hier an der Seite, die dem Badezimmer am nächsten ist“, antwortete Mari wohlüberlegt.
„Sehr gerne“, sagte er und verschwand im Bad.
Mari zog geschwind ihren Bademantel aus und legte sich, entsprechend der abendlichen Nachricht vom Meister (dessen Rolle Joel sonst innerhalb ihrer Rollenspiele einnnahm)  nackt ins Bett, und deckte sich zu.
Auch Joel kam im Bademantel zurück und ging zu seiner Bettseite. Aufgeregt lag sie auf dem Rücken und schaute zur Zimmerdecke. Er zog ganz in Ruhe den Bademantel aus, legt ihn über einen Stuhl und stieg ins Bett.
Mari hatte ihre Nachttischlampe schon ausgemacht, und wartete bis Joel sich zugedeckt hatte. Dann drehte sie sich um zu der Seite hin, wo er lag, und schaute ihn nachdenklich an.
Er löschte nun auch sein Licht. „So Mari, ich wünsche dir eine gute Nacht.“

Nun, wo die schützende Dunkelheit sie umgab, rang Mari mit sich, ob sie sich trauen sollte, ihren Wunsch auszusprechen. Sie nahm all ihren Mut zusammen:  „Joel….?“.
„Ja, Mari?“ fragte er ins Dunkel.
Dies ist eine ganz besondere Gelegenheit, meinte eine Stimme in ihr, um sie zu ermutigen.
Und Mari fasste sich ein Herz und sagte: „Meinst du… äh… ich würde so gerne… Könnten wir… uns vielleicht ein bisschen aneinander kuscheln? Einfach nur so…“
„Aber sicher!“ sagte er und drehte sich sofort zu ihr. Er rutschte bis ganz an den Rand der Matratze
Sie kam ihm entgegen und fragte. „Würdest du mich in deine Arme nehmen?“
Er legt seine Arme um sie – nur die Decke war noch zwischen ihnen. Maris Herz klopfte, aber es fühlte sich einfach nur gut an, ihm so nahe zu sein. Er drückte sie sanft an sich.
Zwar noch immer aufgeregt und aufgewühlt von ihrem eigenen Mut legte sie ihren Kopf an seine Schulter und spürte seine Arme um sie herum. Er atmete sehr langsam und tief – und hielt sie ganz ruhig fest in seinen Armen.
Es fühlte sich so gut an, seine Gelassenheit zu spüren, seine Arme um sie herum, seinen Atem, nur die Bettdecke war das einzige, was noch zwischen ihnen war. Eng aneinander gekuschelt lagen sie beieinander.
Nach und nach wurden Maris Atemzüge weniger aufgeregt, und sie sagte leise: „Das fühlt sich gut an, Joel!“
„Ja, ein schönes Gefühl“, sagte er leise und ganz ruhig.
Ihre Aufregung und Nervosität nahm ab, und sie begann, sich langsam zu entspannen. Dabei wurde ihr spürbar warm. Auch Joel entspannte sich noch mehr. Die Umarmung wurde etwas lockerer, aber die Nähe blieb.
„Eigentlich ist es gar nicht so schlimm, nein, falsch, eigentlich ist es sogar sehr schön“, flüsterte sie ins Dunkel. „Meinst du, ich kann noch ein bisschen hier in deinen Armen liegen bleiben?“ fragte sie vorsichtig
Joel lächelte, und das war sogar in seiner Stimme zu spüren: „Na sehr gerne!  Ja und siehst du… Überleg mal, wie es dir vorhin zumute war. Da hättest du alles am liebsten abbrechen wollen.“
„Das hast du gemerkt?“ fragte sie etwas erstaunt, aber nur etwas…“
„Ja sicher, dein Widerstand war sichtbar und spürbar.“
„Aber dass ich am liebsten die ganze Sache hingeschmissen hätte, und dein  Angebot erwogen habe anzunehmen, dass ich zur Not ein eigenes Zimmer bekommen könnte, habe ich dir nicht gesagt! Jetzt bin ich aber froh, dass ich es nicht getan habe.“
„Nein“, lächelte er. „gesagt nicht… aber das war deutlich in deinem Gesicht zu lesen.“
„Hm okay… Hatte ich dich damit genervt oder enttäuscht?“
„Weder noch, aber du hättest dich um diese schöne Erfahrung gebracht.“
„Wie gut, dass du mehrmals nachgefragt hast, bis ich es schließlich in Worte fassen konnte, was mich verunsichert hat, und du mir dann entgegenkommen und Lösungen finden konntest. Ich danke dir.“
Joel strich sanft über ihren Kopf. „Ich danke dir auch für diese schöne Erfahrung, Mari!“
Langsam wurden ihre Augen schwer und die Atemzüge ruhiger…
Wie gut dass ich mich getraut habe, dachte Mari noch, bevor ihre Augen ganz zu fielen.
Und so schliefen sie gemeinsam ein…

Dies Kapitel wurde gestaltet von Raffael und Miriam

Zu allen Kapiteln der –> Geschichte von Mari und ihrem Meister in chronologischer Reihenfolge

2 Kommentare zu „97. Wochenend und Sternenschein (3) – Nähe ist schön

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