Joel und Mari verbringen ein Wochenende im zauberhaften Ambiente eines schönen Hotels

Mari und Joel waren vor kurzem angekommen in dem schönen Hotel, das sie für zwei Tage und zwei Nächte beherbergen würde. Sie wollten damit Maris inzwischen gewachsenes Vertrauen feiern, und es sollte gleichzeitig auch ein paar Sessions dort geben, Rollenspiele, in denen er wie schon so oft die Machtrolle als „Meistergestalt“ übernahm und sie sich seiner Führung anvertraute.
Gerade hatten sie beschlossen, einen ersten Erkundungsspaziergang durch die parkähnliche Hotelanlage zu machen.

Nach einigen Schritten im herrlichen Sonnenschein fragte Joel unvermittelt:
„Na, Mari – bereit für eine Herausforderung?“
Überrascht blieb sie stehen. „Hmm… ja… Es gehört ja dazu, hatten wir ja vereinbart. Also okay!“
„Okay, das Spiel beginnt. Ich möchte dich durch den Garten führen“, erklärte Joel lächelnd.
„Ja gerne“, antwortete Marie verwundert und dachte dabei: Wenn es weiter nichts ist… Vielleicht sind ja auch die Herausforderungen urlaubsmäßig, und kicherte leise in sich hinein.
„…mit verbundenen Augen“, fügte er ganz nüchtern hinzu.
Mari blieb abrupt stehen. „Ohhh… Hier, vor den anderen Gästen?“ Sie schluckte.
Das war ein Dejavue: Vor einiger Zeit hatte sie dieses peinliche Gefühl schon einmal empfunden, als er sie im Park ihrer Wohngegend mit verbundenen Augen herum führen wollte… Dabei hatte er damals darauf geachtet, dass sie allein waren. Aber sie hatte das nicht gewusst und die Situation abgebrochen, weil sie das Gefühl sich lächerlich zu machen vor anderen Menschen als zu unangenehm empfunden hatte. 
Joel holte sie mit einem kurzen sanften Druck an der Schulter wieder in die Gegenwart zurück, schaute sich um und sagte: „Ich sehe gerade niemanden.“
Sie gab sich einen Ruck und sagte: „Okay, hoffen wir, dass nicht bald jemand vorbeikommt!“
Daraufhin zog er ein schwarzes Seidenband aus der Tasche, trat hinter sie und verband ihr die Augen.
Mari  stand ganz still und dachte dabei: Ich will Joel jetzt vertrauen, dass er aufpasst und mich nicht lächerlich macht. Ich schaffe das. Diesmal laufe ich nicht davon!
 „Keine Sorge. Es wird nichts Unangenehmes passieren,“ sagte er, als er ihr das Band auf die Augen legte.
„Danke“, sagte sie leise, „es ist schon eine ganz besondere Situation hier draußen im Hotel Park…“
Nachdem Joel das Band verknotet hatte, nahm er ihre Hand. „Bereit?“ fragte er leise.
 „Ja, bin ich!“ antwortete sie entschlossen.

Er zog sie ganz leicht an der Hand und begann, sie über den Kiesweg zu führen. Die sich bewegenden kleinen Steinchen bereiteten ihr ein unsicheres Gefühl beim Laufen, so dass sie sich deutlich festhalten musste an seinem Arm. Er führte sie ruhig und langsam durch den Park. Nach einigen Schritten fühlte sie sich etwas sicherer und begann langsam, diese ungewöhnliche Erfahrung etwas zu genießen.  Plötzlich stoppte er und sagte: „Einen Moment! Riech mal…“
Ein süßer Blumenduft zog ihr in die Nase.

rosa_Blüten
„Hmmm… ist das ein zauberhafter Duft!“ Mari lächelte. „Danke dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast, ich war so mit dem Gehen beschäftigt, dass ich ihn sonst gar nicht so bewusst wahrgenommen hätte.“
So führte er sie noch zu zwei weiteren Stellen mit herrlichen Blütendüften. Immer mehr begann Mari die Frage zu vergessen, ob eventuell andere Menschen in der Nähe sein und sie beobachten könnten.
Joel freute sich, als er wahrnahm, dass sie ganz in diesen Moment eingetaucht war und begonnen hatte, diese Erfahrung, ohne weiter darüber nachzudenken, was geschehen könnte, zu genießen.

Immer wieder einmal gingen sie zusammen weiter, blieben erneut stehen, um etwas wahrzunehmen und setzten dann langsam den Weg fort, den Joel sie noch immer mit verbundenen Augen entlang führte.
Als sie wieder einmal stehen blieben, hörte Mari, wie sich Schritte näherten. Krampfhaft hielt sie sich an Joel fest. Sie wollte nicht den gleichen Fehler machen wie damals, und die Situation abbrechen, aber der Schreck war ihr deutlich in die Glieder gefahren.
Er hielt ihre Hand spürbar fester und strich ihr beruhigend über den Rücken.
„Bitte… Joel… Das ist so peinlich… Ich höre Schritte… Was sollen die denn von mir denken…“
Aber sie blieb trotz aller Aufregung, die in ihr war, stehen und nahm die Augenbinde diesmal nicht ab.
Joel antwortete gelassen: „Bleib ganz ruhig. Was soll denn da jemand denken? Wir machen doch nichts Schlimmes! Es ist einfach… ein Spiel.“
Mari atmete tief durch. Dann sagte sie: „Na, ich benehme mich doch hier wie ein Kind, das blinde Kuh spielt – und das in so einem vornehmen Ambiente!“
„Ich glaube nicht, dass dich jemand für ein Kind hält“, scherzte Joel.
„Na eben! Wenn ich ein Kind wäre, dann wäre es ja okay, aber eine erwachsene Frau, die sich mit verbundenen Augen herumführen lässt… Da mache ich mich doch zum Gespött!“
„Warum sollte man über dich spotten?“ fragte er erstaunt.
„Na, weil das völlig unüblich ist!“
„Na und…“ kicherte Joel, „dann machen wir eben was Unübliches. Wir erregen gewiss kein Ärgernis damit! Und hat es nicht bis eben Spaß gemacht? Wir tun keinem weh, wir verhalten uns nicht unsittlich und wir haben Freude. Was soll daran schlimm sein?“

Langsam begann Marie nachzudenken… Und ein kleines feines Stimmchen in ihr begann zu kichern: Na und? Dann machen wir eben mal was ganz Unübliches, ist schließlich nichts Schlimmes…
Dieses Stimmchen gewann an Kraft, und Mari begann zu grinsen…  Okay, machen wir weiter! Ja, es mag nicht üblich zu sein, aber was ist schon üblich? Und was der normalen, üblichen Dinge machte schon so viel Spaß? Und warum will ich immer, dass andere Menschen mich für üblich und normal halten?
Spontan antwortet ein anderes Stimmchen
in ihr: Na damit wir keinen Ärger kriegen!!!
Aber Mari spürte, dass das nicht ihre Hauptstimme war und sagte: „Ich bin gerade dabei, darüber nachzudenken, Joel.“

Die Schritte gingen an ihnen vorbei, es war nichts weiter geschehen.
Mari wurde ruhiger, nachdenklich meinte sie: „Es war immer das Hauptanliegen meiner Bezugspersonen, dass ich normal, üblich und angepasst bin , aber eigentlich macht das nicht wirklich Spaß. Was wir in all unseren Treffen machen, ist ja wirklich nicht so ganz üblich, oder?“ Sie kicherte leise. „Aber es fühlt sich höchst lebendig an! Ich glaube, ich will nicht mehr normal sein… angepasst, üblich, sittsam und brav!“
„Tja…“antwortete Joel lächelnd, „vielleicht hat sich gerade jemand von den vorbei gehenden Personen gewünscht, so etwas auch mal zu erleben.“
„Und du hast diesen Wunsch gehört?“
Er schüttelte den Kopf. „Nein. Ich sage ja nur vielleicht… Du denkst, dass das jemand komisch finden könnte. Vielleicht ist das so, vielleicht auch ganz anders, es wird sicher unterschiedliches bei den verschiedenen Menschen auslösen.“
„Meinst du, es könnte sein, dass das sogar jemand anders auch toll gefunden hätte? Aber letztlich ist es auch egal, denke ich gerade. Hauptsache wir finden gut, was wir gerade hier tun! Oh Mensch, das fühlt sich gerade so super an!!!“
„Ja,“ bestätigte Joel, „ich glaube, dass es einigen gefallen würde, aber die meisten kommen nicht auf solche spielerischen Ideen oder sie trauen sich nicht, so etwas umzusetzen.“
„Hi hi, aber wir trauen uns!!! Wow, it’s great!!! Ich mache nicht nur das, was ich gerade soll, weil es meiner heutigen Aufgabe und Herausforderung entspricht, sondern ich genieße es sogar, dass ich mich mal unüblich verhalte. Das ist etwas völlig neues!!!“
Joel gab ihr schmunzelnd einen zarten Kuss auf die Nasenspitze und nahm dann wieder ihre Hand. „Dann lass uns weitergehen!“

 Sie gingen ein Stück und erneut kamen ihnen Schritte entgegen. Uff, dachte Mari, die sehen mich ja nun noch deutlicher. Egal, kichert das neu entdeckte Stimmchen in ihr, und entschlossen ging sie mit ihrem neu entdeckten Gefühl von Selbstsicherheit weiter. Ein leises Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus.
Die Schritte gingen direkt an ihnen vorbei und entfernten sich wieder.
„Joel, es war mir eben das erste Mal egal, was die Leute denken!“ Flüsterte sie beglückt. „Und das hat sich soo gut angefühlt!“
Joel lachte. „Ich fand, das Paar sah ein wenig neidisch aus.“ Dann nahm er ihr die Augenbinde ab.
Sie standen wieder vor dem Hotel. Mari wunderte sich. Sie hatte gedacht, viel weiter vom Hotel entfernt zu sein.
„Zeit, um uns aufs Essen vorzubereiten. Das Spiel ist vorbei. Freut mich, dass es dir zunehmend Spaß gemacht hat!“
Lachend umarmte Mari ihn. „O ja, das hätte ich anfangs nicht für möglich gehalten. Und jetzt freue ich mich riesig auf das Essen, habe einen Bärenhunger!!!“

Dies Kapitel wurde gestaltet von Raffael und Miriam – vielen Dank, Raffael, für die gute Zusammenarbeit.

Zu allen Kapiteln der –> Geschichte von Mari und ihrem Meister in chronologischer Reihenfolge

2 Kommentare zu „96. Wochenend und Sonnenschein (2) – Egal was andere denken…

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