Bei Joel – erstes Treffen im Januar 

Heute besuchte Mari ihren Spielpartner Joel zum ersten Rollenspiel im neuen Jahr. Aufgeregt stand sie vor seiner Tür und klingelte.
Fröhlich öffnete er die Tür, nahm ihr die Jacke ab und meinte dann im Wohnzimmer zu ihr: champagner_0011„Weißt du was, bevor wir mit dem Spiel beginnen, lass uns nochmal auf das neue Jahr anstoßen.“
„Gerne“, lächelte Mari und nahm das gefüllte Sektglas entgegen.
„Auf viele spannende und… schöne Erlebnisse, Mari!“
Vorsichtig stieß sie an das Glas, das er ihr entgegen hielt und nickte.
„Was wünschst du dir für unsere Spiele im neuen Jahr?“ fragte er sie.
Mari überlegte… Schließlich antwortete sie: „Dass es uns beiden gut geht damit.“
Aufmerksam schaute er sie an. „Was brauchst du, damit es dir gut geht, wenn wir spielen?“
Was sollte sie dazu sagen…
Er half ihr: „Wann fühlt es sich richtig gut an für dich, Mari?“
„Wenn es mir gelingt, so viel Vertrauen zu fühlen, dass die Angst nur klein ist.“
„Wie wäre es, wenn du dir wünschtest, gar keine Angst zu haben?“ wollte er wissen, zwinkerte und sagte: „Übrigens: das Spiel beginnt.“
„Das kann ich mir kaum vorstellen“, bekannte sie.
„Kannst du nicht, oder willst du nicht?“ fragte er und sah sie prüfend an.
„Warum fragst du das?!“ mit einem leisen Klirren stellte sie das Sektglas auf den Tisch.
„Meine Frage ist durchaus ernst gemeint“, erklärte er ihr, nahm ihr Hand und setzte sich mit ihr auf die Couch. „Gehört eine Spur von Angst nicht zu unseren Spielen dazu?“ Er machte eine beschwichtigende Geste… „Keine wirkliche, keine belastende Angst meine ich, sondern eine, die  leicht auszuhalten ist, die die Spannung steigert und die Entspannung danach, wenn das Spiel sich dem Ende zuneigt,  deutlicher fühlbar macht – nennen wir sie „Aufregung“ oder „Kribbel“, ist das besser annehmbar?“
Mari fühlte sich ein bisschen wie ertappt. „Ja, ich glaube, da ist schon was dran“, gab sie zu.
„Siehst du, Mari, das wollte ich hören! Es ist gut, wenn dir bewusst ist, dass du es bist, die das so will, damit es spannend und aufregend wird. Deshalb würdest du mich in der Rolle des „Meisters“ in unseren Spielen doch gar nicht immer nur butterweich und gähnend berechenbar haben wollen, richtig?“ Er wartete auf ihre Antwort.
Sie nickte.
„Ich will eine Antwort von dir hören, Mari.“
„Ja…“
„Wozu sagst du ja?“
Es fiel ihr schwer, es auszusprechen, sie suchte nach Worten… „Ja, ich bin bereit für etwas Aufregung in unseren Spielen.“
„Mari, es geht darum, dass du vor dir selbst und vor mir dazu stehst, dass du das willst.“
„Okay! Ja, ich will ein gewisses Maß an Aufregung, und ich will mich mit meiner Angst konfrontieren in unseren Spielen! Aber ich will auch immer wieder dabei erleben, dass meine Angst sich auflöst!!!“
„So soll es sein!“ bestätigte Joel. „Und daran, dass du das so willst, denke auch dann, wenn du die Angst oder sagen wir die Aufregung etwas intensiver spüren solltest.“

Mit einem Ruck zog er ihre Hand, die er bis eben ruhig in seiner gehalten hatte, um ihren Körper herum, so dass sie sich nach einer viertel Drehung ihres Oberkörpers plötzlich mit ihrem eigenen Arm, der um sie selbst herum lag, fast bewegungsunfähig, dicht an ihn gelehnt, wieder fand.  Und sie vernahm dicht an ihrem Ohr die Worte: „Nun bist du meine Gefangene! Na, wie fühlt sich das an?“

Was Mari darauf antwortet, und wie das Spiel weitergeht, erscheint übermorgen.

Zu allen Kapiteln der –> Geschichte von Mari und ihrem Meister in chronologischer Reihenfolge

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