Bei Joel – Mari flippt aus

Mari war empört! Was sie da aus dem Nebenzimmer hörte, empfand sie als zutiefst demütigend!
Joel hatte – kurz bevor sie mit dem Spiel beginnen wollten – noch einen für ihn wohl sehr wichtigen Anruf entgegen genommen und war dazu ins Nebenzimmer gegangen. Doch die Tür hatte sich versehentlich wieder einen Spalt geöffnet, und so hörte Mari gezwungenermaßen alles mit, was er dem Menschen am anderen Ende des Smartphones sagte:

„Hallo? Ja, gut, dass sie anrufen. Ja, es ist wirklich schwierig – auch mit den kleinsten Schritten! Ich weiß nicht mehr weiter. Es will einfach nicht so recht vorwärts gehen. „

Über wen er da wohl redet… fragte sich Marie.

„Nein, wirklich… sie schaut mich oft ganz ängstlich an und traut sich nur ganz wenig zu. Sie lässt sich auch immer noch kaum anfassen. „

Mari wurde es heiß und kalt. Das bin wohl ich… Oh NEIN! Joel redet über mich!

Weitere Satzfetzen hörte sie aus dem Nebenzimmer:
„Ach, ich hab schon alles versucht, aber sie weicht bei allem nur zurück! Ich weiß langsam echt nicht mehr weiter. Und es dauert so lange, bis es mal einen Millimeter vorwärts geht.“

Entsetzt denkt Mari: Hatte er nicht immer etwas von Zeit und Geduld erzählt? Und außerdem… er sieht gar nicht, wie viel Mühe ich mir gebe. Er weiß doch, dass jeder Schritt mich so viel Mut kostet. Sein Gerede, dass er mir keinen Druck machen will, ist also gar nicht echt! So denkt er also in Wahrheit über mich! Oh Mensch, das hätte ich ihm nicht zugetraut!

„Also was sagen sie als Spezialistin? Was kann ich machen? Soll ich sie etwas mehr locken? Oder noch ein bisschen strenger sein? Sollte es nicht endlich mal ein Stückchen weiter vorwärts gehen… ?“

Mari sank in sich zusammen auf dem Sofa… Mensch tut das weh , oh jeh, das tut so weh, dass er so über mich denkt… dass das all das Getue mit den langsamen Schritten und der Geduld und Annahme nur Fassade ist… Vorwärts gehen, Erfolge, Ergebnisse… Nur das ist ihm wichtig!

„Ja das sagen sie so, aber es gelingt mir ja nicht mal, dass sie sich hinlegt in meiner Gegenwart. Ja wirklich, kaum eine Chance , dabei gehört das doch nun zu den ersten grundlegenden Dingen, die sie befolgen müsste, oder? Und dass sie die elementaren Dinge befolgt, ist doch nötig, damit es weiter gehen kann.“

Gut dass ich die Wahrheit höre, dachte die inzwischen sehr empörte Mari, und fragte sich, mit wem er wohl da über sie sprach. So denkt er also über mich! Und mir erzählt er immer was von keine Erwartung erfüllen müssen und so weiter, nein ich lege mich auch nicht hin! Und ich werde mich ja auch nicht hinlegen! Der Zug ist abgefahren!

„Ja, wenn sie meinen, dann werde ich das mal versuchen. Ja, vielleicht fängt sie ja dann endlich an, mal mehr aus sich heraus zu gehen.“

Mari kochte vor Enttäuschung und Wut: Der wird mit mir nichts mehr versuchen!!! So ein Heuchler, so ein…

 „Ja, ok, ich danke ihnen sehr,“ sagte Joel im Nebenzimmer und beendete das unglückselige Gespräch.
Kurz darauf betrat er das Zimmer. „Tut mir leid, Marie. Aber das war wirklich wichtig. Jetzt können wir starten. Das Spiel beginnt,“ sagte er und schaute ihr freudestrahlend ins Gesicht.

„So“, antwortete sie in schneidendem Tonfall, „dann spreche ich hier also mit dem Meister ja?!“

„Oh ja“, entgegnete er ernst und schaut sie verwundert an.

Nun erhob sich Mari mit hochrotem Kopf und sagte empört zu ihm: „Das hätte ich nicht von dir gedacht! Ich habe alles gehört! Schon allein, dass du über mich so in Einzelheiten mit anderen redest, ist schon schlimm genug, wir hatten Diskretion vereinbart! Aber was du gesagt hast über mich, das hat mich zutiefst getroffen!° Du tust so, als würdest du mir alle Zeit der Welt lassen, als würdest du mir Druck nehmen wollen, und dabei denkst du ja ganz anders, du Heuchler, du… du du..   Ach, das ist einfach nicht fair!“

Verblüfft über diesen Ausbruch schaute Joel Mari an. „Mari, vergreifst du dich da nicht gerade etwas im Ton? Ich weiß nicht genau, wovon du redest, aber ganz sicher reden wir nicht in diesem Ton miteinander!“

Diese erwiderte laut: „Ich rede jetzt genauso, wie ich reden will! Endlich, endlich, endlich (!) rede ich genau so, wie ich will! Jetzt habe ich keine Angst vor dir! Ich werde das beenden hier! Ich habe dir vertraut, dass du wirklich, w i r k l i c h, tatsächlich meinst, was du sagst, aber du willst einfach nur, dass ich mich hinlege! Ohh, das ist ja die Basis für alles!“ Ihre Stimme wird immer lauter. „Du willst mich einfach nur ins Bett kriegen, und wie ich mich fühle, ist dir scheißegal!!! Gut, dass ich das wenigstens noch erfahren habe, bevor es zu mehr gekommen ist!“

Mit diesen Worten ging die tief verletzte, zornige Frau auf dem Weg zur Tür einen Schritt auf ihn zu, zitternd vor Wut, Schmerz, und Empörung. Er stand allerdings zwischen ihr und der Tür, so dass sie nicht vorbei konnte.
So schrie sie ihn ganz außer sich an: „Jetzt lass mich gefälligst vorbei! Lass mich vorbei, habe ich gesagt!“

Er blieb stehen und versuchte Ruhe in die Situation zu bringen. „Mari, ich weiß nicht, was in dich gefahren ist, aber ich bitte dich, dich zu beruhigen, was redest du denn da? Wie kommst du darauf, dass ich dich einfach nur ins Bett kriegen will? Ehrlich Mari, ich weiß nicht, was los ist, aber wenn du das so sagst, fühle ich mich sehr angegriffen, nach all dem, was wir beide schon zusammen erlebt haben.“

„Du fühlst dich angegriffen?!!!“ In Mari kochte es! „Der erhabene Meister fühlt sich angegriffen?!!? Wenn sich hier einer angegriffen fühlen kann, dann ja wohl ich, und jetzt tu nicht so, als wenn du nicht wüsstest, wovon ich rede, du hast es eben selber gesagt! Für mich ist das alles hier zur Farce geworden, und das tut so irre weh! So, so schlimm ist das für mich! Alles Vertrauen, was bisher gewachsen war, was dem werten Meister ja sowieso viel zu wenig war, fühlt sich jetzt wie mit Füßen getreten an!
Ja, ich bin nicht so gut im Vertrauen, das geht alles langsam bei mir, und dir viel zu langsam! Das habe ich jetzt gehört, aber ich habe getan was ich tun konnte, mehr ging nicht! Hast du gehört?! Mehr ging einfach nicht!!! Und wenn dir das nicht genug ist, dann dann dann…“
Wieder versuchte die verzweifelte Mari an ihm vorbeizukommen… Doch Joel blieb ruhig stehen, nicht bereit, einen Zentimeter Platz zu machen.

„Mari, bitte, beruhige dich, wovon redest du denn? Ich war nur 5 Minuten aus dem Zimmer. Was ist denn passiert? Ich verstehe nicht, wovon du redest – und ja ich fühle mich gerade sehr angegriffen für etwas, dass ich sicher nicht getan habe!“ Seine Stimme blieb zwar ruhig, aber er schüttelte vehement den Kopf und seine Augen schauten sie forschend an.

Mari antwortete: „Jetzt tu doch nicht so! Du hast das alles doch eben nebenan irgendwem anders gesagt! Schon alleine, dass du über mich geredet hast finde ich furchtbar, aber in dieser Weise… nein!“

„Nebenan? Hast du mich belauscht?“ fragte er verblüfft.

Das machte sie noch wütender. „Nein habe ich nicht!! Es war nicht zu überhören, du hättest dir vielleicht Ohropax besorgen müssen und es mir vorher reichen, damit ich nicht höre, was du anderen über mich erzählst. Ich lausche nicht!!!!!!!!
Und jetzt lass mich endlich vorbei, ich halte das hier nicht mehr aus!“

„Über dich? Wie meinst du das? Über dich? Glaubst du etwa…“
Er machte eine Pause und sah Mari erstaunt an. Langsam begann er zu begreifen…
„Du glaubst doch nicht etwas, dass…“

„Lass mich endlich raus, habe ich gesagt!“

„Du glaubst, dass es bei dem Telefongespräch um dich ging?“

Mari zitterte vor Wut und Schmerz: „Na das liegt ja wohl auf der Hand! Du hättest dir wenigstens die Mühe machen müssen, die Tür richtig zu schließen, aber jetzt weiß ich, wie du über mich denkst! Und auf diese Weise geht es nicht mehr! Gar nicht! Überhaupt nichts geht mehr! Jetzt lass mich bitte endlich raus!“

Außer sich vor Zorn versuchte sie, sich an ihm vorbei zu drücken und zur Tür zu gelangen.

Joel blieb stehen und sagte ruhig und bestimmt: „Mari, jetzt hör mir mal ganz genau zu. Das am Telefon war eine Hundtrainerin, eine sehr bekannte und sehr teure Spezialistin, weshalb ich das Gespräch unbedingt führen wollte. Meine Eltern haben vor zwei Wochen einen Hund aus dem Tierheim geholt, ein wirklich armes Geschöpft, das offenbar vom Vorbesitzer massiv gequält wurde, und ich braucht dringend ein paar Tipps, um die Hündin zu beruhigen und zu ermutigen, sich aus ihrer Ecke, in der sie sich verschanzt hatte, heraus zu trauen. Es ging nicht im Ansatz um dich!“

Im ersten Moment drangen seine Worte noch gar nicht richtig zu der aufgeregten Frau durch, sie stand noch immer ganz außer sich vor ihm.

„Hörst du, Mari? Es ging um die Hündin meiner Eltern, nicht um dich! Wenn du willst, rufe ich die Hundetrainerin sofort an und gebe sie dir, damit sie es bestätigt. Es ging nicht um dich, in keiner einzigen Silbe!“

„Und du hast gesagt ich kann…“ In diesem Moment kamen seine Worte bei ihr an. „Wie jetzt, was? Hundetrainerin?“ Sie wich zwei Schritte zurück…
„Es ging mit alle dem gar nicht um mich? Du meinst, du hast nicht über mich geredet?! Oder ist das jetzt eine Ausrede?“ Kurz flammte ihr Misstrauen nochmal auf.

„Noch einmal: Bitte beruhige dich Mari. Ich hatte eine sehr bekannte Hundetrainerin am Telefon, um mir Tipps zu holen, wie ich gemeinsam mit meinen Eltern ihre total verängstigte und leidende Hündin unterstützen könnte. Ich weiß nicht, was genau du gehört hast, aber es ging nicht um dich!“

Mari ging langsam rückwärts, stieß dabei an einen Schrank, der hinter ihr stand. Voller Entsetzen über ihren ungerechten Ausbruch, der ihr nun richtig bewusst wurde, spürte sie ein unangenehmes kaltes Kribbeln durch ihre Arme und Hände fließen. Sie atmete schnell, rang nach Worten und brachte schließlich heraus: „Dann habe ich mich in allem geirrt? Dann war ich gar nicht gemeint… Oh jeh…“
Fast wäre sie über einen Hocker gestolpert, da hielt Joel sie am Arm fest, damit sie nicht gegen noch etwas stieß. Sie zuckte in einer automatischen Abwehrreaktion zurück vor Schreck. Schlagartig wurde ihr bewusst, wie unmöglich sie sich verhalten hatte. Wie erstarrt stand sie und wusste nicht ein noch aus.

„Mari, ich versichere dir, dass ich mit niemanden über das, was wir beide reden oder machen, spreche. In dem Telefongespräch ging es um eine Hündin, und hatte nichts, absolut gar nichts mit dir zu tun.“
Joel atmete tief ein. „Mari, bitte glaube mir, das war ein absolutes Missverständnis!“

„Das konnte ich aber nicht wissen…“ stammelte sie, „deine Worte waren so eindeutig… Wie konnte ich wissen, dass du von einer Hündin sprachst… Ich kann dich nur um Verzeihung bitten!“

„Wie konntest du das nur glauben, Mari?“ fragte Joel nun traurig.

„Was du alles gesagt hast… Keine Fortschritte… Alles zu langsam… Legt sich nicht hin….
Jetzt kamen ihr die Tränen. „Es ist ja zum Teil auch wahr…“

„Sie legt sich nicht hin? Und du glaubst, dass ich so etwas über dich sagen würde?!“

„Ja! JA! Scheiße, ja, ich habe das in dem Moment geglaubt.“

„Puh, das tut mir leid Mari! Aber es tut mir auch weh, dass du das geglaubt hast. Wirklich, so etwas würde ich nie sagen, und ich dachte, das wüsstest du!“

„Das klang einfach so eindeutig… Bis eben hatte ich so etwas ja auch nicht von dir gedacht!“

„Und hättest du nicht mit mir reden können, bevor du so… ausrastest? Ich meine… um ein Haar wärst du hier einfach hinaus gestürmt und wir hätten das Missverständnis nicht mehr aufklären können. Du hattest dein Urteil über mich gefällt, ohne mir auch nur eine Chance gegeben zu haben, etwas zu erklären! Findest du das nicht etwas unfair? Mir nicht wenigstens eine Chance gegeben zu haben?“

Jetzt schäumte noch eine letzte Welle von hilfloser Wut in ihr auf: „Na, wenn ich das gekonnt hätte, dann hätte ich mich wohl kaum in so eine unmögliche Situation gebracht, in der ich jetzt bin! Manchmal kann ich eben nicht! Manchmal kann ich alles mögliche nicht, was richtig wäre, und was andere könnten. Ich konnte es einfach nicht, Joel! Ich bin ja gar nicht auf eine andere Idee gekommen – es war ja nicht mal der Hauch einer Frage in mir. Für mich war das einfach so klar – und es tat so irre weh, so furchtbar weh! Das kannst du dir gar nicht vorstellen!!!“

Marie stand immer noch vor dem Schrank – fassungslos und beschämt, was sie da angerichtet hatte. Ihr Kopf platzte bald vor Schmerz, und sie fühlte sich am Rande ihrer Kraft.
„Kann ich mich bitte einen Moment hinsetzen, bevor du mich nun wahrscheinlich rausschmeißt?“ brachte sie leise hervor?“

Weiter… geht es im nächsten Kapitel: –> 39 Heftige schmerzliche Wut – und nun? (Teil 2)

Dieses Kapitel wurde gemeinsam geschrieben von Rafael und Miriam.

Zu allen Kapiteln der –> Geschichte von Mari und ihrem Meister in chronologischer Reihenfolge


8 Kommentare zu „38. Heftige schmerzliche Wut – und nun? (Teil 1)

  1. Die Angst davor, es nicht Wert zu sein, geliebt zu werden.
    Gegen diese Angst versuchen wir uns stark zu machen mit Wut, über uns hinaus zu wachsen und uns zu schützen und zu retten.
    Diese Wut muss auch einen Ausdruck finden, da sie sich sonst gegen uns selbst richtet.
    Und dann trifft es meist genau die, die uns am nächsten stehen – oder noch schlimmer: doch uns selbst.
    Doch wer beurteilt, ob wir es Wert sind? Und warum?
    👍💚🤗

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    1. Hallo Ankordanz,
      hab Dank für deine wertvollen Gedanken und die interessanten Fragen, die du zum Thema Wut geschrieben hast.
      Ja, ich finde auch, Angst und Zweifel am eigenen Wert tun so weh und sind wohl oft der Zündstoff heftiger Wut.
      Ich glaube, dass hinter jedem schwierigen Gefühl Schmerz und Angst stecken, die die Liebe, die Selbstakzeptanz und das Vertrauen blockieren. Wenn wir in der Lage wären, das mit den Augen unseres Herzens zu sehen, wenigstens hinterher, nachdem so etwas passiert ist, wäre vieles leichter und friedvoller.

      Wer beurteilt, ob wir es wert sind…
      Sind wir es nicht alle wert?
      Ich meine, jede*r ist es wert, geliebt zu werden und sich zuallererst selbst zu lieben.
      Wobei es natürlich schwer ist, in den eigenen Verletzlichkeiten, die ja auch jede*r hat, das umzusetzen…
      Möge in uns allen mehr und mehr Schritt für Schritt die Bereitschaft und die Fähigkeit dazu wachsen.
      Diesen Wunsch sende ich mal ab jetzt 🙂 ❤
      Alles Liebe und Gute!
      Miriam

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      1. Wir sind es wert. Und trotzdem zweifeln wir unseren Wert an, was dann ja zur Wut führt (so wie in Maris Geschichte).
        Meiner Erfahrung nach haben die meisten von uns eine imaginäre Messlatte gelernt, die zwar nur knapp über uns hängt, aber trotzdem unüberwindbar scheint. (So wie in Maris Geschichte der Teppichklopfer, der immer drohend in Sichtweite lag. Wäre Mari „liebenswert“ gewesen hätte es das Drohpotential nicht gebraucht. Das ist, was Mari gelernt hat.)
        Wir positionieren die Messlatte also selber, be- bzw. verurteilen uns also selbst. Dieser Glaube ist es, der uns unsere Angst beschert. Aber diesen Götzen wieder loszuwerden ist nicht einfach…
        👍🍀🤗

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        1. Ja, genauso sehe ich dieses Prinzip auch, Ankor.
          Ja und wie können wir diese tiefsitzende Überzeugung auflösen? Ich glaube, das wäre tiefste Heilung… Jede liebevolle Erfahrung mag ein Schritt in die Richtung sein. Der Weg ist allerdings ziemlich lang und verläuft mit vielen Windungen. Das Bewusstsein, dass es so ist, ist sicher ein erster wichtiger Schritt dahin. Vielleicht können wir uns ja alle einander helfen und immer wieder die Erfahrung vermitteln: „Du bist wertvoll und liebenswert!“

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          1. Meine Erfahrung ist, daß man sich selbst oder auch andere dadurch heilen kann, indem man absolutes Vertrauen entwickelt, zu sich selbst, zu anderen, in das Schicksal (was sich alles gegenseitig bedingt). Das ist ein bewusster Schritt, für den man sich entscheiden kann. Aber es gehört dazu, den Schmerz all seiner Ängste auszuhalten – und das ist der schwierigste Teil dabei.
            Aber diese Ängste und Schmerzen vergehen wieder, wenn man beobachtet, daß das Leben weitergeht und wieder neue Möglichkeit und neue Freude entsteht.
            🍀💚🤗

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            1. Ja, das ist ein sehr kraftvoller Weg, den du beschreibst, Ankor.
              Die Angst der Ungewissheit auszuhalten ist manchmal schwer, vor allem dann, wenn das Leben eine Weile braucht, um wieder neue Möglichkeiten und neue Freude zu bringen. Dann die Zuversicht zu bewahren, dass es immer wieder gut weiter geht, ist nicht immer leicht. Ich habe allerdings auch die Erfahrung gemacht, im Rückblick zu sehen, dass es immer wieder irgendwie neu und gut weiter geht und Lücken sich wieder füllen. Und diese Erfahrungen mehrmals zu machen, hilft mit der Zeit, das Vertrauen stärker fühlen zu können.
              Sich für Vertrauen bewusst zu entscheiden, ist ja eine Kraft-Entscheidung, Leider ist das Vertrauen nach meiner Erfahrung trotz der Entscheidung manchmal nur „wackelig“ für mich zu fühlen.
              Ich für mich kann sagen: Ich bin BEREIT zu vertrauen, auch wenn ich es nicht immer fühlen kann.
              … Und die Bereitschaft reicht aus, hat mir mein „innerer Meister“ schon so manches mal zugeflüstert… 😉

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            2. Die Bereitschaft ist das einzige, was wir haben.
              Das „Wackelige“, wie Du es beschreibst, sind für mich unsere Ängste, welche die Funktion haben, uns alles zu zeigen, was unsicher und damit potentiell gefährlich ist.
              Aber es nützt am Ende nichts: Unsere Selbstwirksamkeit (unsere Wirkkraft) ist im Vergleich zu den Mahlsteinen des Schicksals viel zu gering. Das einzige, was wir tun können ist, mit den kleinen Schritten, die unsere Kräfte zulassen, aus dem Weg des einen Marksteins herauszuspringen und hinein in die nächste Mühle – bis wir erkennen, daß dieses eigenartige Spiel das Leben ist und wir auf eine völlig neue Art Glück und Freunde und auch Liebe und Freude finden können.
              👍💚🤗

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            3. Ja, Ankor,
              da stimme ich dir wieder zu: Das „Wackelige“ sind die Ängste, die angesichts der vielen Unsicherheiten und Ungewissheiten, fühlbar sind. Und ja: Unser Leben besteht aus den vielen kleinen Schritten, die unsere Kräfte zulassen,
              Ich glaube, wir können tatsächlich darauf vertrauen, auf völlig neue Art Glück und Freunde und auch Liebe und Freude in unserem Leben zu finden.
              Das wünsche ich uns!

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